Different laboratory glassware with color liquid

Vom Reinstgas bis zum Gasgemisch: Exakt bis ins millionste Teilchen

Der Westfalen Blog bietet eine gute Gelegenheit mal über den Tellerrand zu schauen: Womit beschäftigen sich die Kollegen Tag für Tag?

Wenn Sie sich immer schon gefragt haben, womit sich das Team vom Produktmanagement Spezialgase eigentlich so befasst: hier die Antwort…

Vom Kindergarten bis zur Kneipe

Was unseren Job sehr interessant macht, sind die vielfältigen Anwendungsbereiche, in denen Gase eingesetzt werden: vom Kindergarten bis zur Kneipe, von der Müllkippe bis zum Schwimmbad, von harmlos bis giftig. Da gibt es die geographische Herkunftsbestimmung von Lebensmitteln und die Altersbestimmung von Gestein. Den Einsatz bei endoskopischen Untersuchungen und bei Kernspinuntersuchungen. Prüfgase für die Emissionsmessung oder Reingase um Kinderaugen strahlen zu lassen, beim Anblick eines aufsteigenden Heliumballons.
bunte Ballons Himmel Wolken

Mischen possible

Wir vom Produktmanagement Spezialgase betreuen die Produktgruppen

wobei jeder Bereich seine eigenen Anforderungen in Bezug auf gesetzliche Vorgaben oder die Produktion hat. Und die gilt es umzusetzen. 

Damit unsere Produktgruppen wachsen und gedeihen, führen wir neue Produkte ein, bereiten Prospekte vor, organisieren Messen und fungieren als Schnittstelle zwischen Vertrieb, Produktion und Logistik. Wann immer es speziell wird in Bezug auf Gase und deren Anwendungen kommen wir ins Spiel.
Westfalen Prüfgase
Prüfgase sind ein wesentlicher Teil unserer Arbeit. Dabei kann es sich um ganz banale Zweikomponentengemische handeln, aber auch um Gemische, die bis zu 25 Komponenten enthalten, deren Herstellung vier Wochen (oder länger) dauert. Wir beraten, kalkulieren, klären und prüfen was immer erforderlich ist, damit ein Gemisch so gefertigt wird, dass es dem Kundenwunsch entspricht. Wir sind ein Team aus Naturwissenschaftlern und Kaufleuten. Liebevoll werden wir von Kollegen auch „die Giftmischer“ genannt.

Wenn’s eilt, gibt’s Kuchen

Die Machbarkeit der gewünschten Prüfgase wird zunächst mit unseren Spezialisten im Sondergasezentrum in Hörstel besprochen, mit denen wir eng zusammen arbeiten und die uns immer wieder unsere Fragen beantworten und uns unterstützen, wenn es gilt, ein besonders eiliges Gemisch zu produzieren. (Auch wenn wir hier gelegentlich mit Kuchen nachhelfen).

Und natürlich arbeiten wir ebenfalls eng mit den Kollegen im Außen- und Innendienst zusammen, die den direkten Kontakt zum Kunden haben. Auf diese Weise lernen wir immer wieder neue Anwendungen kennen. Und weil Gase – und vor allem deren Anwendungsgebiete – alles andere als langweilig sind, werden wir in nächster Zeit immer mal wieder ein Thema rausgreifen und darüber berichten – und über die Menschen, die dahinter stehen.

Ihr Spezialgase Team 

Header-Bild: © Africa Studio – Fotolia.com
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Akkreditierung: was ist das?

Liebe Leserinnen und Leser,

darf ich mich kurz vorstellen. Mein Name ist Volker Frey und ich bin im Sondergasezentrum der Westfalen Gruppe in Hörstel beschäftigt.  Hier bin ich zum einen der Stellvertreter der Werkleiterin, zum anderen ist mein Aufgabenbereich Forschung und Entwicklung – oder auch „Basteln und Spielen“.  Denn unsere Kunden benötigen häufig neue Gasgemische in bisher nicht gefertigten Konzentrationsbereichen oder mit Inhaltsstoffen, die noch nicht in unserem Sortiment enthalten sind.

SGZ_Hoerstel4343_LH_55prozentUm die 27.000 unterschiedliche Gemische haben wir bislang gefertigt. Unsere Produktpalette  umfasst ca. 200 Substanzen, von denen wir maximal 25 zu einer Mischung kombinieren. Die Namen dieser Substanzen umfassen fast das gesamte Alphabet.  Es beginnt bei A wie Argon und endet bei X wie Xylol. Dazwischen liegen Substanzen wie Hexamethyldisiloxan oder tertiär Butylmercaptan. Wir mischen Gasbestandteile bis in den ppm- (parts per million) oder ppb-Bereich (parts per billion).

Verdeutlichen lassen sich solche Werte vielleicht an diesen Beispielen : Bei 1,5 ppm sind Sie der einzige „Preuße“ in München (München hat ca. 1,5 Millionen Einwohner).  Bei 1,4 ppb sind Sie der einzige Deutsche in China (in 2014 betrug die Einwohnerzahl 1,4 Milliarden Einwohner).  

Zertifiziert und akkreditiert

Wir sind als Unternehmen nach diversen Normen „zertifiziert“.  

Unser Sondergasezentrum – wurde Ende 2014 vom DAkkS darüber hinaus erfolgreich als Prüf- und Kalibrierlabor reakkreditiert. Beim DAkkS handelt es sich weder um die neue Schreibweise eines Aktienindexes noch um eine falsch geschriebene Tierart, sondern um die „Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH“.  

Worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen Zertifizierung und Akkreditierung?

Bei einer Zertifizierung wird in bestimmten Zeiträumen zum Beispiel durch den Auditor eines Zertifizierungsanbieters geprüft, ob Arbeitsabläufe in Unternehmen bestimmten  anerkannten Standards und Normen (z. B. DIN-EN-ISO) genügen. Geprüft wird in erste Linie die Strukturqualität.

Eine Akkreditierung ist die Anerkennung der Kompetenz einer Einrichtung . Berücksichtigt werden Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität. Die eigens dafür ausgebildeten Fachgutachter verfügen nicht nur über die notwendigen Kenntnisse zu QM-Prozessen und -Systemen sondern auch über die jeweils benötigten speziellen Fachkenntnisse.

Man tut, was man kann – und kann, was man tut

Im Rahmen der Akkreditierung unseres Kalibrier- und Prüflabors geht es um  die internationale Vergleichbarkeit bei der Konzentrationsmessung. Neben der Angabe wie zum Beispiel 1 Mol. % muss auch die Unsicherheit oder der Fehler der Messung (korrekt: Messunsicherheit)  mit angegeben werden. 

Unsere Gasgemische werden beispielsweise in der AU-Messung, oder bei Motorenprüfständen eingesetzt, bei denen Abgasemissionen untersucht werden. Hier verlangt der Gesetzgeber „rückführbare“ – also international vergleichbare Messungen.  

Mit der Akkreditierung haben wir unsere Kompetenz nachgewiesen, solche international vergleichbaren Messungen durchführen zu können.

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Kompetent messen

Früher wurden Längen zum Beispiel mit der „Elle“ (Länge eines Unterarms) gemessen. (Da war es doch hilfreich, einen Hünen von Einkäufer zu haben und einen Zwerg von Verkäufer :-) ). Eine Vorreiterrolle bei der internationalen Standardisierung von Maßen spielte übrigens Frankreich, weshalb auch das Urmeter und das Urkilogramm im BIPM in Sèvres, Frankreich stehen.

Nehmen wir an, wir möchten eine Küchenzeile einbauen. Wir messen also von Wand zu Wand und gehen mit den Angaben zum Möbelhaus. Bei der Lieferung ist die Küchenzeile jedoch einen Zentimeter zu lang. Denn wir haben bei der Messung keinen geprüften Gliedermaßstab (Zollstock) genommen sondern ein abgebrochenes Stück vom Lineal, welches wir 20 Mal hintereinander angelegt haben. Bei jedem Anlegen haben wir einen „Fehler“ von ca. 1 mm gehabt. Unsere Längenangabe war eigentlich ganz gut, aber gepasst hat die Küche trotzdem nicht.

Da fehlte ganz einfach die Kompetenz zum Messen :-)

Viele Grüße
Volker Frey


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F-Gas-Verordnung: Die Auswirkungen

Nicht nur wegen der erfolgreichen Fußballweltmeisterschaft :-) , sondern auch wegen der Verabschiedung der neuen F-Gas-Verordnung war es für mich als Mitarbeiter des Produktmanagements Kältemittel ein ereignisreiches Jahr 2014. 

Die neue EU-Verordnung, die seit dem 1. Januar 2015 Gesetzeskraft erlangt hat, zielt darauf ab, die Emissionen bestimmter fluorierter Treibhausgase zu reduzieren und hierdurch einen Beitrag zur Umsetzung der Klimaschutzziele der EU zu leisten.

Es wird ein Anreiz zur Verwendung von Alternativen zu den treibhauswirkenden F-Gasen geschaffen, die unter anderem als Kältemittel zur Verwendung kommen. Einige sehr wichtige Themen der neuen F-Gas-Verordnung möchte ich an dieser Stelle aufgreifen. 

Phase-Down-Szenario

Durch das „Phase- Down-Szenario“ strebt die EU-Verordnung bis 2030 eine noch nie dagewesene stufenweise Mengenreduzierung von F-Gasen an.
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Die verfügbare Menge an synthetischen Kältemitteln – berechnet in CO2 Äquivalenten – wird bis zum Jahre 2030 auf 21% reduziert. Stark betroffen hiervon sind unter anderem der Lebensmitteleinzelhandel und das produzierende Gewerbe mit Kältebedarf.

Das Inverkehrbringen und die Verwendung vielfach eingesetzter Kältemittel mit GWP-Werten (Global-Warming-Potential, direkter Beitrag zum Treibhauseffekt) ≥ 2500 wie zum Beispiel R-404A, R-507, R-422A und R-422D werden reglementiert.

Alternativen

Als Alternativen kommen Kältemittel mit niedrigen GWP-Werten – wie zum Beispiel die R-407er Reihe – zum Einsatz. Die großen Kältemittelhersteller entwickeln derzeit neue Kältemittelblends auf HFO-Basis (ungesättigte Fluorkohlenwasserstoffe „Hydro-Fluor-Olefine“) mit niedrigen GWP-Werten – sowohl  für neue als auch für bestehende Systeme. Letztere werden auf die neuen Stoffe umgerüstet. Diese neuen Kältemittel sind notwendig, um die neue F-Gas-Verordnung umzusetzen.

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Neue Wege gehen – eine Branche auf dem Weg in ein neues Zeitalter

Mit der Produkteinführung der ersten neuen Kältemittel wie R-1234yf, R-1234ze und Einführung neuer Kältemittelgemische wie Opteon® XP40 (R-449A) und Opteon® XP44 (R-452A) haben wir innerhalb der Westfalen-Gruppe die ersten Schritte vollzogen.

Weitere neue synthetische Kältemittelgemische mit niedrigen GWP-Werten werden in naher Zukunft folgen und in unser Produktprogramm aufgenommen . 

Eine bedeutende Alternative zu den synthetischen Kältemitteln ist das natürliche Kältemittel R-744 (CO2). Es hat einen GWP-Wert von 1, ist somit „umweltneutral“ und wird nicht in der F-Gas-Verordnung geregelt. Immer mehr Anlagenbetreiber entscheiden sich für CO2-Systeme.  Auch Kälteanlagen mit brennbaren Kältemitteln wie z. B. R-290 (Propan) gewinnen an Bedeutung. 

Aufbereitung 

Die Aufbereitung gebrauchter synthetischer Kältemittel wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Aufbereitete Kältemittel sind nicht vom Phase-Down-Szenario der neuen F-Gas-Verordnung betroffen und können zusätzlich wieder in den Markt gebracht werden. 

Die Weichen werden gestellt

Auf dem Kältemittelmarkt werden aktuell die Weichen für die Zukunft der Kältemittel neu gestellt. Bleibt abzuwarten, welche Kältemittel von welchem Hersteller sich für welche Anwendungen durchsetzen werden.

Der Weg in die Zukunft ist durch die neue F-Gas-Verordnung vorgegeben, die Westfalen-Gruppe ist bereits die ersten Schritte in die richtige Richtung gegangen.  

Es bleibt interessant und spannend.

In diesem Sinne: Viele Grüße
André Knabke


Headerbild: Icy flowers © bizoo_n – Fotolia
Eintrag im Kalender: Messe

Ein Infomobil für jeden Einsatz

Hallo Leute,

mein Name ist Frank Selle,  ich bin im Bereich Unternehmenskommunikation tätig und plane seit vielen Jahren Messen, Ausstellungen und Veranstaltungen für die Westfalen Gruppe.


Unser Infomobil im Einsatz
Unser Infomobil im Einsatz
Ein ganz  besonderes Highlight ist es für mich immer wieder, wenn ich mit unserem nigel-nagel-neuen Infomobil zu einer unserer Veranstaltungen unterwegs bin.

Baujahr 2014, Länge 14 Meter, zulässiges Gesamtgewicht 7,50 Tonnen!

Ein leichter Kleinsattelzug, bestehend aus einem Mercedes-Benz Sprinter als Zugmaschine und einem speziell ausgebauten Auflieger. Alles von Profihand gebaut, nämlich von  Spezialfahrzeugbau Tunger exklusiv GmbH aus Reichenbach. Muss mal gesagt werden! Optisch und technisch das Neueste, was auf dem Markt ist.

Das Zugfahrzeug ist mit allem ausgestattet, was man sich als Fahrer so wünscht und trotz der Größe fährt sich das Gespann wie ein PKW. Naja ein wenig Übung und Erfahrung gehört schon dazu. Aber: It`s REAL FUN.

Bei den Veranstaltungen wird der Auflieger aufgeklappt und durch Auf- bzw. Anbau eines großen „Wintergartens“ entsteht eine fast 28 qm große geschlossene, teilweise verglaste Ausstellungsfläche. Moderne Möbel, Designer Hocker und Multimediageräte zur Präsentation wecken immer großes Interesse bei unseren  Besuchern.
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Wer die Ausstellungsfläche betritt, wird mit italienischen Kaffee aus unserem Kaffeevollautomaten oder einem kühlen Getränk aus unserer voll ausgestatteten Küche begrüßt.

Ganz toll ist der Ausblick von der Dachterrasse auf dem Infomobil. Das ist echt der „Burner“.  Über eine Wendeltreppe gelangt man auf das Dach. Eine 16 qm große Fläche steht den Gästen zur Verfügung. Auf jeder Veranstaltung ein beliebtes Ziel, außer natürlich bei Regen.

Die Westfalen Gruppe deckt mit diesem Fahrzeug eine große Palette von Veranstaltungen ab. Von der Jubiläumsfeier beim Kunden über Verbraucher- und landwirtschaftliche Messen bis hin zur internationalen Fachmesse.

Schon seit Ende der 80er Jahre arbeiten wir mit Ausstellungsfahrzeugen. Ein umgebauter, ausrangierter Flaschen-LKW mit einem  Absetzcontainer tat bis 2002 seinen Dienst.  Dann wurde das Fahrzeug ersetzt durch einen Kleinsattelzug, bestehend aus Sprinter, Zugmaschine mit LPG-Gasanlage und einem 9-Meter-Auflieger. Damals war dies schon ein absoluter Hingucker – ähnlich wie heute das neue Infomobil.

Infomobile
Das alte Infomobil (links) haben wir inzwischen verkauft. Der erste Messecontainer, der ja bereits 2002 verkauft wurde,  ging übrigens nach Afrika. Und wer weiß, vielleicht fährt er da heute noch durch die Wüste.

Viele Grüße 
Frank Selle

Headerbild © Gina Sanders – Fotolia.com