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IT für Quereinsteiger und -denker

„Herr Vach, Sie kommen von der Universität und können mit den Dingern sicher was anfangen“ so lautete der Beschluss des damaligen kaufmännischen Vorstandes der Westfalen AG. Gemeint waren PCs.

Eigentlich hatte ich ja Mineralogie mit Schwerpunkt Kristallographie studiert. Für Mineralogen war die „Erfindung“ von Rechnern ein Segen, denn die Berechnung komplizierter Kristallstrukturen konnte bis dahin schon einmal Generationen dauern. Als Mineraloge kannte man sich daher mit Rechnern und Programmen aus. Eine Anstellung in der damals aufkommenden IT-Branche war nur folgerichtig, vor allem, weil der Bedarf an Mineralogen deutlich geringer war.

Bis dahin hatte ich mich bei Westfalen hauptsächlich mit der Programmierung einer multilinearen Regression für Großrechner (Unisys 1100 und später Unisys 2200) beschäftigt. Mein Programm diente der Bedarfsvorhersage. Heute melden die Versorgungseinheiten bei unseren Gasekunden den Bedarf per Datafer, damals mussten wir die Bedarfe noch vorhersagen. Aber eben so genau wie möglich :-) und computergestützt.

Vom Großrechner zum PC

Nun also Personal Computer. Die, wie der Name schon sagt – ganz anders als Großrechner – für die Bedienung durch nur eine Person konzipiert sind.

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Meine Kollegen arbeiteten damals auf den Großrechnern 90/30 bzw. 2200 von Unisys. Die Unisys 90/30 war noch in Betrieb, weil auf der 2200 kein Programm für die Anlagenbuchhaltung vorhanden war. Möglicherweise eine Sparmaßnahme – das lässt sich heute wohl nicht mehr beurteilen. Um also die 90/30 abzulösen bekam ich die Aufgabe, auf einem PC eine neue Anlagenbuchhaltung für die Westfalen AG zu programmieren. Der PC hatte die gewaltige Ausstattung von 640 KB RAM (Arbeitsspeicher) und zwei 30-MB-Festplatten.
Ich lernte viel über Anlagenbuchhaltung und das von mir geschriebene Programm wurde bis zur Einführung von SAP eingesetzt.

Modern, power home desktop computer. PC system

Ausgestanzt

Auch die Ablösung von Lochkarten und Lochkartenstanzern sollte zu meiner Aufgabe werden. Mit solchen Stanzern wurden Daten erfasst, die erstellten Lochkarten wurden in die Großrechner eingelesen. 
Ich setzte mich mit der Funktionsweise dieser Geräte auseinander und schrieb in Turbo Pascal  ein Programm für MSDOS-Personal Computer (Windows gab es noch nicht). Um den Datenerfasserinnen den Umstieg auf den PC leicht zu machen, wurde das Programm vom Ablauf her der Arbeit an den Stanzern nachgebildet. Die erfassten Dateien wurden über serielle Verbindungen zur 2200 transportiert. Durch den Einsatz der PCs konnten Fehlerquellen minimiert werden, es wurde Zeit und Platz gespart.
Lochkarte

Neue Anforderungen, neue Übertragungswege, neue Zahlungsmittel

unisysEbenfalls über die Unisys 2200 lief die Abrechnung für unsere Tankstellenpartner. Unsere Partner sandten ihre Belege an Westfalen, wo sie erfasst wurden und so die Grundlage für die monatliche Abrechnung bildeten. Heute bekommen wir die Daten per elektronischer Datenübertragung.

Um für solche Anforderungen gewappnet zu sein, wurde damals ein Tankstellen Management- und Abrechnungssystem mit dem Namen TMAS eingeführt. Ein Multiuser Unix System und eine Oracle-Datenbank wurden installiert, die Software entwickelte die Firma CHW. Die Betreuung des Rechners und die Administration der Datenbank gehörte nun genauso zu meinen Aufgaben, wie die technische Unterstützung meiner Kollegen aus dem Bereich Tankstellen.

TMAS wird auch aktuell noch eingesetzt. Es wurde – teilweise auch durch mich – ständig erweitert und angepasst. Unsere Flottenkarte, die Westfalen Service Card, wird ebenfalls mit TMAS abgerechnet. Als elektronische Kassen an Tankstellen Einzug gehalten hatten und Karten zum gängigen Zahlungsmittel wurden, gründeten Westfalen, ELF und die Total (später kam die AGIP dazu) die WEAT GmbH.

Die Gesellschafter der WEAT stellten IT’ler ab, um Software und Schnittstellen zu konzipieren. Für mich war die Arbeit in diesem Gremium immer sehr interessant.

Vernetzt

Das erste Netzwerk der Westfalen AG habe ich zusammen mit einem Physiker geplant, der im Rechenzentrum der Universität Münster arbeitete. Die konkrete Umsetzung dieses Netzwerkes in einem Wirtschaftsunternehmen war für die Universität derart interessant, dass ich eingeladen wurde, einen entsprechenden Vortrag an der Universität zu halten.

Heute kümmert sich bei Westfalen innerhalb der IT eine ganze Gruppe von Mitarbeitern um die Hardware und Netzwerktechnik.

Zum guten Schluss

Ich könnte noch Vieles erzählen – von den ersten computergestützten Auswertungen und Statistiken für unsere betriebswirtschaftliche Abteilung, von der Einführung der ADS49 Anker bei unseren Tankstellenpartnern, den darauf folgenden notwendigen Support, über unsere Interbase Datenbank und Delphi für unser Tankstellen-Pricing, die Programmierung einer Anwendung für die Kunden unserer Westfalen Service Card, darüber wie man zum Spezialisten für die Übertragung mittels OFTP (Odette File Transfer) wird und, und, und.

So allmählich verabschiede ich mich aus meinem Arbeitsleben und von meinem langjährigen Arbeitgeber, der Westfalen Gruppe. Nach mehr als 25 Jahren Betriebszugehörigkeit mit einem weinenden und einem lachenden Auge.

Auch räumlich werde ich mich von Münster entfernen und mich in Deutschlands Norden nun intensiver meinem Hobby, dem Crossbikefahren widmen. Beibehalten werde ich ganz sicher mein Interesse an allem, was mit IT und Kommunikation zu tun hat. Meinen Kollegen und der Westfalen Gruppe wünsche ich weiterhin alles Gute, viel Erfolg und immer perfekte Datenströme :-)

Viele Grüße
Christian Vach

Header-Bild: #54367299 | © vschlichting – Fotolia.com
Desktop-PC: Datei: #55811574 | Urheber: Oleksandr Delyk– Fotolia.com
Lochkarte: #65995495 | © Schlichi – Fotolia.com
DOALF

Der Täufling: Delta-Oskar-AlphaLimaFoxtrot

Wer einen solchen Namen tragen soll, muss etwas Besonderes sein


Es ist der neue Westfalen Heißluftballon D-O-ALF. Ben Völker, Geschäftsführer des Freiballonsportverein Münster und Münsterland e.V. (FSV), hatte zur Ballontaufe am Vereinsheim in Nienberge geladen und viele Freunde und Ballonbegeisterte kamen.
Bei herrlichstem Sommerwetter gesellten sich acht weitere Ballonteams dazu und boten so einen feierlichen Rahmen.

Nach einer kleinen Stärkung vom Grill wurde gegen 20 Uhr der „kleine“ Westfalen Heißluftballon, der in erster Linie auf Wettbewerben eingesetzt werden soll, aufgerüstet. Erstmalig füllte sich die Hülle unseres neuen Westfalen Ballons mit Luft, dann folgte mit Hilfe von zwei Gasbrennern heiße Luft. Die Brenner sind betrieben –  wie könnte es anders sein – mit Westfalengas. Schon bald erhob sich die Hülle in voller Pracht und stellte sich leicht wiegend den applaudierenden Gästen vor. Die anderen Teams konnten nun ebenfalls ihre Ballone in gleicher Weise aufrüsten. 

Ein Farbenspiel der besonderen Art begann, denn ob mit dem Sonnenlicht, bei Streiflicht oder im Gegenlicht – die Ballone erstrahlen in leuchtenden Farben, jeder für sich eine Augenweide.

Zurück zum Täufling: Ein Kaplan aus Ahlen gab seinen Segen und die Taufpatin Rosa Schönberger, Westfalen Gruppe, taufte ihn nach kurzer, interessanter und persönlicher Ansprache auf den Namen Delta-Oskar-AlphaLimaFoxtrot.  Begleitet von den besten Wünschen hoben Ben und Rosa zur ersten Fahrt im neuen Ballon in den blauen Abendhimmel ab, begleitet vom deutlich hörbaren Fauchen der Gasbrenner. Ebenso fauchend stiegen zügig die acht anderen Ballone auf.  Die zahlreichen Zuschauer am Boden sahen sie langsam Richtung nördliches Münster ziehen. Manch einer sagte: „…wie die Montgolfiade, nur kleiner“.

Mit nur einer Taufe ist es nicht getan

Die Fahrt ging Richtung Coerde, wo sie auch landeten. Die Teams kamen spät abends zum FSV zurück und tankten Flüssiggas aus dem vereinseigenen Westfalengas-Behälter nach. Die Ballongäste, die das erstemal mitgefahren sind, bekamen die obligatorische „Ballonfahrer-Taufe“ samt Urkunde.  Es war wahrlich ein besonders schöner Heißluftballon-Abend mit vielen neuen und interessanten Eindrücken – auch vom Boden aus!

Technisches

Mit 2.270 m³ Luftinhalt gehört der Ballon zu den kleineren, schlanker geschnittenen Ballonen. Diese können bei der Suche nach der geeigneten Luftschicht schneller steigen und fallen  – ein großer Vorteil bei Wettbewerben. Der Ballon, Typ Mistral von Schroeder fire balloons GmbH, ist mit Korb 24,28 Meter hoch, der Durchmesser misst 15,81 Meter und seine Oberfläche beträgt 900 Quadratmeter.

Zum Vergleich: Die größeren Westfalen Ballone fahren mit 2.700 oder 4.200 m³ Luftinhalt. 

Kennung

D steht für Deutschland, O für Heißluftballon und die drei folgenden Buchstaben sind frei wählbar. 

Apropos Montgolfiade

Die Montgolfiade bezeichnet eine Heißluftballon-Veranstaltung mit kontrollierten Massenstarts am Morgen und am Abend. Ein Riesenspektakel für Jung und Alt!

Was viele nicht wissen: Sie ist eine Sportveranstaltung, denn es werden Aufgaben gestellt, die die Piloten durch die geschickte Wahl der Luftschichten lösen sollen. Der Wettkampfleiter nennt beim Briefing die Aufgaben und mehrere Schiedsrichter am Boden nehmen die Wertungen vor.
Aufrüsten der Ballone
Bei der „Fuchsjagd“ zum Beispiel startet ein markierter Ballon vor dem Feld, landet nach 30 bis 60 Minuten und der Pilot legt dort ein Zielkreuz aus. Die folgenden Ballone überfahren möglichst nah das Ziel und werfen einen Marker. Je näher am Ziel, desto mehr Punkte. Aber in Zeiten von GPS werden statt Marker auch diese Daten zur Wertung herangezogen.

Darüber hinaus ist die Montgolfiade eine Luftfahrt-Veranstaltung, die bei den Luftfahrt-Behörden und dem Regierungspräsidenten angemeldet werden muss und auch kontrolliert wird. 

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Ein Name wird zum Begriff

Der Name Montgolfiade wurde 1971 bei der Westfalen AG am Industrieweg kreiert: Er setzt sich zusammen aus dem Namen der ersten Heißluftballon-Fahrer, den Gebrüdern Montgolfiere, und – in damaliger Vorfreude auf die Olympiade in München 1972 –  eben dem Begriff Olympiade. Weltweit verwenden seitdem viele Veranstalter diesen Namen für ihre Ballon-Events. 
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Die erste Montgolfiade fand auf dem heutigen Gelände der Stadtwerke in Münster statt. Später wanderte sie mit ihren großen, farbenfrohen Ballonen an verschiedene Orte des Münsterlandes und begeisterte dort tausende Besucher. Sie gastierte unter anderem in Hamm, Greven, Borghorst-Füchten und Gronau. Termin ist immer das letzte Wochenende im August.

Hightlights vergangener Montgolfiaden

2004 kehrte die Montgolfiade nach Münster zurück und konnte gleich mit einer Besonderheit aufwarten: Die Zusammenarbeit mit dem Sportamt der Stadt Münster und weiteren Ämtern ermöglichte, dass bis zu 50 Heißluftballone von den Aasee-Wiesen starten konnte. Die Montgolfiade in Münster ist eine der ganz wenigen Veranstaltungen, bei der die Heißluftballone direkt aus einer großen Stadt starten können! Hinzu kommt ein besonderes Highlight am Samstag: Das nächtliche Ballonglühen! Nach der abendlichen Fahrt  kehren bis zu 20 Teams zur Startwiese zurück und rüsten noch einmal ihre Ballone auf. Zum Takt der eingespielten Musik zünden die Piloten über Funk angesprochen, ihre Brenner und die Ballone leuchten wie riesige Lampions in all ihrer Farbenpracht auf den nächtlichen Aasee-Wiesen. 

Ballonglühen auf dem Aasee

Weitere Highlights im Rahmen-Programm der Montgolfiade in Münster waren:  Ein Heißluft-Luftschiff, von denen es damals nur zwei Stück in Deutschland gab.
Die FSV-Weltpremiere: Ein Westfalen-Heißluftballon, der beim Ballonglühen auf einem Ponton schwimmend über den Aasee gezogen wurde – ein in der Nacht mit vielen Reflektionen im See optischer Leckerbissen. Zum 100-jährigen Vereinsbestehen waren zehn Gasballone geladen und gekommen, die befüllt mit Wasserstoff von Westfalen unter strengsten Vorsichtsmaßnahmen gegen Mitternacht ihre Reise begannen. Rund 6000 Besucher pilgerten nächtens von den unteren Startwiesen zu den geräuschlos davonschwebenden Gasballonen, die von Piloten aus ganz Europa gefahren wurden. 2012 starteten 20 junge Piloten zur NRW-Meisterschaft, die innerhalb der Montgolfiade ausgefahren wurde, 2013 war sogar die Deutsche Meisterschaft zu Gast. 

Eine Partnerschaft mit Tradition

Der FSV und die Westfalen Gruppe sind seit 45 Jahren Partner – ohne Unterbrechung! Westfalen sponsert die Ballone, dafür fahren die Piloten mit den großen Westfalen-Logos überall in Deutschland als aufmerksamkeitsstarke und sympathische Botschafter unseres Unternehmens.

Eine weitere Verbindung stellt die Energie dar, mit der die Ballone fahren: Im Ballonkorb wird Westfalengas als ergiebige Energie in Stahlzylindern mitgeführt. Mit 45 Jahren ist diese Partnerschaft zwischen Wirtschaft und Sport eine der ältesten Verbindungen in Deutschland! 

Die jährlich stattfindende Veranstaltung planen seit jeher Vertreter des FSV und der Westfalen Gruppe sowie der Stadt, in der die Montgolfiade stattfinden soll. Seit dem vergangenen Jahr findet die Veranstaltung alle zwei Jahre in Münster statt im Wechsel mit einer anderen Stadt im Münsterland.

Wer möchte:  Unsere nächste Montgolfiade findet vom 28. bis 30. August 2015 auf den Aasee-Wiesen in Münster statt.

Viele Grüße
Martin Englert


Header-Bild: Philipp Busch
Zeit fr Neue Wege!

Neue Wege gehen

Energieversorgung, das heißt bei der Westfalen Gruppe: Propan in Tanks oder Flaschen, Treibgas für Stapler, Autogas, Solarthermie, Strom, Erdgas, technisches Equipment und alles an Service und Know-how, was zum Betrieb – auch von großen Versorgungsanlagen – dazugehört.

Bislang waren wir in unserem Bereich – aufgrund der gewachsenen Stukturen – ausschließlich produktbezogen organisiert. Falls also einer unserer Kunden mehrere Produkte – zum Beispiel Solarthermie und Flüssiggas im Tank – bezog, hatte er zwei Ansprechpartner in unserem Unternehmen. Für die Kunden war das nicht immer die optimale Lösung.

Im Mai 2015 haben wir daher einen umfassenden Strukturwandel im Bereich Energieversorgung  angestoßen.
Diese Neuorganisation wirkt sich auf den kompletten Vertrieb aus und betrifft alle Mitarbeiter sowohl im Innen- als auch im Außendienst.

Die Wünsche unserer Kunden erkennen

Das bedeutet in unserem Fall: Unseren Kunden aus den Bereichen Gewerbe, Privathaushalt, Landwirtschaft oder auch Handel und Kooperation steht zukünftig ein einziger Ansprechpartner zur Verfügung, der sich um alle ihre Belange und Wünsche kümmert. Bei der Umsetzung dieses Zieles hatten und haben wir allerdings einige Hürden zu nehmen.

Schließlich ist der Bereich Energieversorgung mit dem Flaschen-, Tank-, Zähler-, Autogas- und dem Solargeschäft mehr als vielfältig und umfangreich.  So fragten wir uns nach Bekanntgabe der Pläne zur Reorganisation „Wie soll das funktionieren?“

Um unseren eigenen Ansprüchen und denen unserer Kunden gerecht werden zu können, müssen wir uns nicht mehr nur auf unserem Spezialgebiet auskennen: Nein, zukünftig auch in den für uns bis dato unbekannten Produktbereichen. Das klingt nach viel Veränderung und nach viel Arbeit! Und das ist es auch! Aber es lohnt sich!

Wissenstransfer ist das Schlüsselwort

Da jeder von uns in seinem Bereich umfassende Kompetenz besitzt, gilt es nun, das Wissen weiterzugeben und zu teilen – es zu transferieren.
zweierGruppeHierzu wurden im Verkaufsinnendienst wechselnde Zweier-Teams gebildet, die aus je einem Experten aus dem jeweiligen Produktbereich und einem „Produktfremden“ bestehen. Innerhalb eines solchen Teams tauschen wir uns über Prozesse und Vorgehensweisen aus und schreiben zu den jeweiligen Arbeitsschritten eine “Bedienungsanleitung“. Diese Anleitung verfasst aber nicht der Spezialist, sondern derjenige Kollege, für den diese Aufgaben völlig neu sind. So lernen wir nicht nur die anderen Produktbereiche sondern auch die Kollegen aus diesen Bereichen besser kennen! Denn nur als Einheit können wir künftig erfolgreich sein!

Von der Theorie zur Praxis

Der Austausch untereinander ist allerdings nur der erste Schritt. Schon bald werden wir die ausgearbeiteten Prozesse und Vorgehensweisen anhand der erstellten Bedienungsanleitungen testen. Hierfür werden wir kleinere Gruppen bilden. Jede Gruppe besteht aus einem Produktexperten und Kollegen, die noch Experten werden wollen. Der Experte stellt dem Rest der Gruppe die Grundlagen des Produktsegmentes vor. Im Anschluss werden unsere bereits verfassten Bedienungsanleitungen anhand von realen Fällen angewandt. Sie dienen als Hilfestellung um nach und nach an Sicherheit zu gewinnen.

Neuland erobern statt Komfortzone behalten

Fakt ist, dass jeder von uns seine sogenannte „Komfortzone“ verlassen muss, dafür jedoch die Chance bekommt, sein Wissen und sein Arbeitsgebiet um spannende Kenntnisse und Aufgaben zu erweitern. Wir haben gerade jetzt die Möglichkeit, unsere Arbeitsgebiete völlig neu zu gestalten und uns als Mitarbeiter der Westfalen Gruppe, unsere Ideen und Vorschläge in einem sehr großen Ausmaß einzubringen.

Und wann geht’s los?

Im Herbst 2015 wollen wir gemeinsam durchstarten und einen großen Teil der geplanten Reorganisation realisieren. Ab dann machen wir uns auf, neue Wege zu beschreiten!

Für dieses anspruchsvolle Vorhaben wünsche ich uns allen viel Erfolg und Spaß!

Viele Grüße
Anja Rachwalski


Header-Bild: #83461963 | © stockpics – Fotolia.com
domschacht

Innere Werte: Prüfung eines erdgedeckten Flüssiggas-Großbehälters

Liebe Leserinnen und Leser,

alle 10 Jahre muss gemäß BetrSichV die innere Prüfung eines unterirdischen Flüssiggas-Lagerbehälters durch eine „Zugelassene Überwachungsstelle“ durchgeführt werden.

Machmal kommt es anders als man denkt

Im Juni dieses Jahres war der unterirdische 24.000 Liter Flüssiggas-Lagerbehälter in der Feriensiedlung in Meschede-Erflinghausen für die innere Prüfung angemeldet. Der Behälter versorgt ca. 46 Häuser mit Flüssiggas.

Geplant war, dass ich  für die Ausarbeitung dieses Blog-Beitrages mitfahre nach Meschede-Erflinghausen. Aber: Manchmal kommt es anders als man denkt. Zur Zeit bin ich stark in andere Projekte eingebunden und musste mich leider gegen die Fahrt entscheiden. Dass mein Blog-Beitrag einen Video-Teil haben soll, stand für mich aber schon lange fest. Netterweise hat sich eine unserer Auszubildenden, Leonie Klümper, bereiterklärt, für mich den Einstieg in den Behälter zu wagen und einen Film zu drehen. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei ihr bedanken.

Für Leonie Klümper war es eine aufregende Sache. Sie war zum ersten Mal bei einer inneren Prüfung eines Großbehälters dabei und sehr gespannt darauf, was da auf sie zukommt. Die Kleiderordnung lautete: „Ziehe Sicherheitsschuhe und alte Klamotten an, einen Schutzanzug bekommst du vor Ort und dann geht`s ab in den Behälter.“

Vorbereitungen zur Prüfung

Im Vorfeld der inneren Prüfung eines Großbehälters sollte der Behälter fast leer sein, damit möglichst wenig Propan abgesaugt werden muss.

Alle Vorbereitungsarbeiten werden bereits am Tag zuvor durchgeführt, um sicherzustellen, dass der Behälter am Tag der Prüfung gefahrlos begangen werden kann.

mannlochgeschlossen

Die Restgasmenge (in diesem Fall 8 %) wird von einem Tankwagen mittels Kompressor abgesaugt, bis sich nur noch Propan in gasförmigem Zustand bei einem Druck von ca. 1 bar im Behälter befindet. Durch das Einspülen von Stickstoff wird dann die Restgasmenge aus dem Behälter gedrückt und über eine Fackel fachgerecht verbrannt. Sobald die Flamme der Fackel erlischt, ist kein zündfähiges Propangemisch mehr im Behälter und der Behälter selbst ist drucklos. Ggf. müssen Reststickstoffmengen noch abgeblasen werden. Danach kann der Mannlochdeckel gefahrlos geöffnet werden und der Behälter wird durch den Einsatz eines Gebläses mit Luft gespült.

Zur absoluten Sicherheit werden mit einem Gasmessgerät die Sauerstoff- und Propan-Werte ständig überprüft. Erst wenn die Messungen einen Sauerstoffgehalt von über 20 % und einen Propangehalt von absolut 0 % anzeigen, darf der Behälter begangen werden.

Und dann ging es los.

(So beschreibt Leonie Klümper ihre Eindrücke)

Der Tag begann um 7:00 Uhr morgens:  ich traf mich mit Stephan Klostermann auf dem Mitfahrparkplatz in Senden. Während der Fahrt erzählte er mir schon viele Dinge über Prüfungen und den generellen Ablauf. Aber wie so ein Behälter nun wirklich von innen aussieht, konnte ich mir trotz aller Erklärungen nicht so richtig vorstellen.

Am Behälter angekommen, war mein erster Gedanke : „Puh – das Gas riecht man ja doch ganz deutlich.“ Ich erfuhr, dass der Geruch nicht vom Gas kommt, sondern vom Odorierstoff,  der dem von sich aus geruchlosen Propan beigemischt wird, damit eine eventuelle Undichtigkeit sofort und deutlich wahrgenommen wird.

Unsere Service-Techniker hatten schon am Vortag alle Vorbereitungen abgeschlossen: Der Behälter war  komplett geleert worden, so dass er über Nacht noch weiter ausdünsten konnte. 

Als der Sachverständige eingetroffen war und die erforderlichen Unterweisungen durchgeführt wurden, bekam ich die vorgesehene persönliche Schutzausrüstung (PSA), dazu gehören u. a.

  • Schutzanzug
  • Rettungsgeschirr
Eine ca. 2 Meter lange Leiter wurde durch den Domschacht in den Behälter eingelassen. Erst jetzt wurde mir so richtig bewusst, dass ich gleich durch den doch recht schmalen und dunklen Domschacht in den Behälter steigen werde. Da wurde mir dann doch etwas mulmig.

Es geht abwärts 😉

Der Sachverständige stieg zuerst herunter und ich hinterher. Ich nahm die Kamera und versuchte von Anfang an alles zu filmen. Als ich erst einmal im Behälter stand und die Leiter nach oben gezogen wurde, ließ das mulmige Gefühl etwas nach, da der Behälter so groß war, dass man aufrecht stehen konnte. Mit Taschenlampe und dem Licht der Kamera war es zum Glück auch ziemlich hell. Wieder stieg mir dieser unangenehme Geruch in die Nase, aber es war noch auszuhalten.

Sicherheit geht vor: es wird sorgfältig geprüft!

Im Inneren des Behälters prüfte der Sachverständige intensiv die Behälterwandungen und die Schweißnähte. Zur Sicherheit wurden während des gesamten Aufenthaltes im Inneren des Behälters permanent die Sauerstoff- und Propanwerte gemessen. Der Sachverständige war sehr nett und hat mir alles erklärt.

Nach 10 – 15 Minuten war das Ganze auch schon vorbei und ich konnte wieder über die Leiter raus. Geschafft!

Anschließend wurde noch ein zweiter Behälter der gleichen Größe geprüft. Ich war froh, dass ich da nicht noch einmal einsteigen musste. Zum Schluss konnte ich noch bei einer äußeren Prüfung zusehen.

Fazit

Für mich war das ein sehr spannender und lehrreicher Tag, mir wurde sehr viel erklärt und ich weiß jetzt, wie so ein Großbehälter von innen aussieht und riecht. :-)

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Ich war erstaunt, wie groß der Aufwand ist, um so eine innere Prüfung durchzuführen. Die ganzen Dokumentationen und Bescheinigungen, die Absaugung, die Zwischenversorgung, die Befüllung und die Wiederinbetriebnahme. Hinzu kommt die zeitliche und personelle Organisation, damit alles funktioniert.

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe viele neue Eindrücke mitgenommen!

Ich kann nur sagen, das war ein tolles Miteinander und möchte mich bei allen Kollegen bedanken.

Viele Grüße
Agnes Brüggemann und Leonie Klümper

Motorwaesche (mit freundlicher Genehmigung von Koch Chemie)

Fahrzeugaufbereitung

Aus ALT mach NEU – geht das?

Ja, das geht! Die Begeisterung bei unseren Tankstellen-Partnern riss nicht ab! Unser neues Training zur Fahrzeugaufbereitung in Kooperation mit der Firma Koch Chemie sorgte auch bei ausgewiesenen Experten unter unseren Tankstellen-Partnern für AHA-Effekte.

So einige Tipps, Tricks und Kniffe bei der Fahrzeugaufbereitung kannten selbst sie noch nicht! In praktischen Arbeitsphasen und mit riesig viel Spaß verwandelten wir das Schulungszentrum bei Koch Chemie zu einem Aufbereitungs-„Spielplatz“.
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Alle wichtigen Themen wurden aufeinander aufbauend demonstriert und vorgeführt. Ganz detailliert wurde auf die beste Herangehensweise je nach Fahrzeugzustand oder auch nach individuellem Kundenwunsch eingegangen.

Rundum-Verschönerung

lackbehandlung_agdAber wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen Fahrzeugpflege und Fahrzeugaufbereitung?

Ganz einfach:
  • Fahrzeugpflege bedeutet: Gutes erhalten!
  • Fahrzeugaufbereitung bedeutet: Weniger Gutes verbessern!
Gerade beim Stichwort Wiederverkaufspreis oder Langlebigkeit wäre für mich die Fahrzeugaufbereitung ein Muss, um den Wert meines Autos zu erhalten.
Jeder Schönheitsfehler wird individuell behandelt, bis aus einem optisch „häßlichen“ Auto wieder ein attraktives Fahrzeug geworden ist.

Und das geht so!

Schritt 1: Die gründliche Reinigung
Basis für eine gute Fahrzeugaufbereitung ist in jedem Fall die gründliche Fahrzeugwäsche, denn nur bei einem sauberen Auto können zum Beispiel kleine Lackschäden erkannt werden. Schmutz, Vogelkot und Insektenrückstände müssen gründlich entfernt werden. Auch die Felgenreinigung sowie die Türfalzreinigung gehören dazu.

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Insbesondere, wenn Kinder öfter und Haustiere manchmal im Auto mitfahren, lassen sich Verschmutzungen des Innenraums nicht vermeiden. Einen Moment nicht aufgepasst und schon liegt die Eiskugel oder das Kaugummi auf den Polstern, während es sich der nasse Hund auf der Rückbank bequem macht.  😉 
Schritt 2: Innenaufbereitung
Der Innenraum eines Fahrzeugs wird im Alltag sehr stark beansprucht. Hinzu kommen UV-Strahlungen, die Kunststoffteile ausbleichen lassen. Für eine einwandfreie Aufbereitung von Teppich, Polstern, Himmel, Cockpit und Lederoberflächen setzen Profis auf spezielle Reinigungs- und Pflegeprodukte. So erhalten die im Cockpit vorhandenen Kunststoffe aber auch Polster und Leder am Ende eine neuwertige Optik zurück. 

Je nach Bedarf kann auch eine Geruchsbehandlung vorgenommen werden. Denn Zigarettenqualm, Feuchtigkeit, Hundehaare und schlecht gewartete Klimaanlagen können im Innenraum eines Fahrzeugs schnell für einen üblen Geruch sorgen. Das Auto wird dabei komplett ausgeräumt und alle Teile werden aufwändig gereinigt.

Schritt 3: Außenaufbereitung
Hier liegt ein großes Augenmerk auf der Lackaufbereitung. Kratzer im Klarlack werden ausgebessert, in umfangreichen Poliervorgängen können Schrammen, feinste Schlieren und Hologramme aus der Oberfläche herauspoliert werden. Für einen Langzeiteffekt wird der Lack anschließend auf Basis von Wachs, Teflon oder Nano-Technologie versiegelt.  

Aber auch die Felgen oder Gummi- und Kunstoffteile wie Reifen und Stoßstangen sehen nach der Fahrzeugaufbereitung aus wie neu. Eine Motorwäsche rundet das Komplettprogramm ab. 

Guter Service ist Gold wert!

Die Fahrzeugreinigung und Fahrzeugaufbereitung werden von vielen Autofahrern in Profi-Hand gegeben, weil sowohl das detaillierte Wissen als auch die notwendigen Geräte und Pflegemittel zu Hause fehlen.

Zwar kostet eine umfassende Fahrzeugaufbereitung Geld, der Wiederverkaufswert eines Autos steigt doch erheblich.

Viele unserer Stationen der Westfalen Gruppe bieten eine individuelle Fahrzeugaufbereitung an. Fragen Sie doch einfach mal nach :-)

Herzliche Grüße
Agnes Große Daldrup

Headerbild: Koch Chemie