Kreuzfahrtschiff

Was haben 40-Tonner und Kreuzfahrtschiffe gemeinsam?

Hallo zusammen,

mein Name ist Anna-Katharina Dirkmann und ich befinde mich im ersten Ausbildungsjahr zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung. Seit Beginn meiner Ausbildung bin ich nun im Supply Chain Management Cylinder (SCM Cylinder) eingesetzt. Jetzt möchte ich hier die Gelegenheit nutzen, diesen Bereich einmal vorzustellen.

Für viele ist die Dispo Münster das „Kellerkind“ (kurze Erklärung für alle, die sich in Münster nicht so auskennen: Man findet die Dispo in der untersten Etage des Westfalen Towers :-) ). Hier kümmern sich insgesamt 19 Mitarbeiter/innen und in der Regel zwei Azubis um viele unterschiedliche und vor allem spannende Dinge.

Wie der Name schon sagt, wird im Dispo-Team disponiert, es werden also Einsatz und die Beladung der LKWs geplant. Aber so einfach und so schnell, wie manch einer es sich vorstellt, ist dieser Vorgang nicht abgeschlossen.

Zunächst bestellt ein Kunde ein Produkt. (Wenn es nur ein Kunde wäre, wäre das natürlich schlecht für Westfalen, aber entspannt für die Disponenten 😀 .)

Täglich werden hier unzählige Aufträge angenommen, eingegeben und weiterverarbeitet. Sie können sich vorstellen, dass es da manchmal turbulent zugeht und der Termindruck sowie der Lärmpegel steigen.

Es ist nämlich so, dass hier ein Zahnrad in das andere greift: Sobald der Auftrag angelegt ist, wird er weiterverarbeitet und einer Tour, die am nächsten Tag gefahren wird, zugeordnet. Hört sich auch erst mal ganz einfach an. Aber auch hier sind wieder gaaaanz viele Dinge zu beachten:

Welcher LKW soll genutzt werden?  Den roten, den gelben oder doch lieber den grünen? Aber es sind natürlich alle LKW, die für uns fahren, blau und gemäß Spezifikation in der Farbe RAL 5013 lackiert.
lkwwag
Es kommt auf andere Dinge an:

  • Wie hoch ist die Zuladung?
  • Bekomme ich alle meine Produkte auf einen Motorwagen oder brauche ich doch einen LKW mit Anhänger?
  • Wie sieht es beim Kunden vor Ort aus? Brauche ich ein kleines oder großes Fahrzeug?

Eine Flaschenanlieferung in der Innenstadt mit einem 40-Tonner wäre nämlich doch nicht die richtige Lösung. 

Sie können sich natürlich selbst ausmalen, dass es für Gefahrguttransporte sehr viele Regeln, Beschränkungen und Verbote gibt. All das wird durch die Mitarbeiter in der Dispo berücksichtigt und geplant.

Sobald die Tour steht, die Kommissionierung beauftragt wurde, alle Produkte zu packen, die Lieferscheine und Beförderungspapiere gedruckt sind, finden die Kollegen dann auch mal Zeit für ihr Disponentenwasser (Kaffee).

Zwischendurch hat man sich natürlich um die vielen kleinen und großen Probleme der Fahrer, die gerade auf Tour sind, gekümmert. Da hilft ein Disponent natürlich telefonisch schon mal gerne aus, wenn der Fahrer die richtige Ausfahrt des Kreisverkehrs nicht findet und eine Runde nach der anderen fährt (in der Praxis wirklich passiert :-) ).

Das zweite große Team ist das „Team Versorgung Werke/Handelsware“. Hier wird die Bezeichnung den vielfältigen Aufgaben gar nicht gerecht. Das Team ist für die ausreichende Produktversorgung unserer Werke und ausländischen Tochtergesellschaften zuständig. Kunden im europäischen Ausland werden in Einzelfällen ebenfalls direkt von Münster aus beliefert.

Haben Sie gewusst, dass von Münster aus auch die Belieferungen vieler großer europäischer Seehäfen koordiniert werden? Stichwort: „Gase im Koffer“. Große Kreuzfahrtschiffe (z. B. Aida Mare) benötigen Prüfgase zur Kalibrierung ihrer Geräte für Abgasuntersuchungen. Diese verpacken wir in einen extra dafür gefertigten Koffer, der dann zu den entsprechenden Hafenspediteuren geliefert wird. Die Zollabwicklung wird ebenfalls durch die Kollegen begleitet.

Wie heißt es so schön? Andere Länder, andere Sitten. Nahezu jede Lieferung macht so ihre kleinen „Problemchen“, die aber bisher immer prima gelöst werden konnten.

Weiterhin kommt die Beschaffung von Produkten wie Ammoniak in Flaschen und Fässern, Wasserstoff, Antifrogen und Trockeneis hinzu, die wir bei diversen Lieferanten zukaufen. Auch in diesem Bereich werden Aufträge angelegt, Touren geplant etc.

Ich könnte noch endlos weitere Aufgaben des SCM Cylinder aufzählen wie z. B. Notdienstübernahme. Dann würde mein Blogbeitrag aber sicherlich einen Umfang von über zehn Seiten haben und Sie wären vielleicht am Ende dann doch etwas genervt :-) .

Ich möchte an dieser Stelle noch mal kurz auf meine Aufgaben als Azubi in diesem spannenden Bereich zurückkommen. Mir und auch den anderen Azubis werden verantwortungsvolle und wichtige Aufgaben übertragen und wir haben das Gefühl, ein Teil der Abteilung zu sein. Man ist auf unsere Hilfe angewiesen und wir kommen uns nicht vor wie ein „Klotz am Bein“. Eine unserer Aufgaben ist zum Beispiel die Rückerfassung der Lieferscheine. Nun könnte man sagen: „Na prima… Rückerfassung, was ist das schon??“ Das sehe ich ganz anders: Falsche Rückerfassung, falsche Rechnung, falsche Bestandsführung und das Schlimmste: Unstimmigkeiten und Aufwand für unsere Kunden. 

Ich hoffe, mein kleiner Einblick in diesen so vielfältigen Bereich hat Ihnen gefallen.

Ach ja… ich bin Ihnen die Auflösung aus der Überschrift noch schuldig:

Was haben 40-Tonner und Kreuzfahrtschiffe gemeinsam? Zum einen ist es sicherlich die regelmäßig erforderliche Abgasuntersuchung, zum anderen ein tolles Dispoteam, auf das man sich in jeder Situation verlassen kann!

An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen, um mich bei meiner Abteilung für die spannende Zeit zu bedanken.

Ihre Anna-Katharina Dirkmann

Header-Bild: Fotolia #84589134 | Urheber: Marco2811

Juli 2011 Teenager vor der Htte

Schule mal anders

Liebe Leser/-innen ,

bald ist es wieder soweit!

Für viele Schüler/-innen steht die heiße Phase der Bewerbung an. Auch für die SchülerInnen der Realschule Wolbeck – mit der Westfalen eine Kooperation unterhält –  geht es in den Endspurt.

Mit dem Ziel vor Augen, den Schülern den Absprung von der Schule in das Berufsleben zu  erleichtern, haben wir – vier Auszubildende von Westfalen  (mit Unterstützung einer Praktikantin aus dem Personalwesen) den Schülern der Realschule Wolbeck ein Knigge- sowie ein Bewerbertraining gegeben.

Knigge Training am 08.03.2017

Knigge ?! Wer ist denn das?! So lautete das Motto unseres ersten Trainingstages.

Nach einer freundlichen Begrüßung durch einen der Lehrer und einer kurzen Absprache zum Tagesverlauf konnten wir direkt starten. Einmal auf der anderen Seite des Klassenraumes stehen :-) . Na, dann mal los!

Nachdem die ersten Fragen am Morgen zum Thema
„Knigge ?! Wer ist das?! Was möchte er uns auch heute noch vermitteln?!“ geklärt waren, konnten die SchülerInnen gemeinsam mit uns hilfreiche Informationen und Übungen, die für ein gelungenes Auftreten im Praktikum wichtig sind, erarbeiten.

Know the Rules / Wrfel mit Symbole
Zum Einstieg in den Tag sprachen wir zum Beispiel über die Bereiche Begrüßung, Handschlag und das Duzen bzw. Siezen. Für die SchülerInnen sind diese Informationen und Übungen eine wertvolle Stütze für den ersten Praktikumstag und unsere Tipps können hoffentlich vor dem einen oder anderen Fettnäpfchen bewahren :-)

Für den zweiten Teil des Trainings hatten wir uns eine Übung überlegt, bei der alle schnell gemerkt haben, wie wichtig nicht nur Körperhaltung und Körpersprache, sondern auch die Gestik, Mimik und Sprache im Berufsleben und im Alltag sind. Denn die ersten drei bis vier Sekunden sind entscheidend, um ein gutes Erscheinungsbild zu vermitteln.

Zum Abschluss gingen wir auf das wohl derzeit wichtigste Thema der Jugend  – die Handynutzung – ein. Über den ganzen Tag konnten wir dieses immer wieder gut in den drei Klassen beobachten. Daher gaben wir den SchülerInnen noch ein paar wichtige Informationen bezüglich der Nutzung am Arbeitsplatz und die Wirkung auf andere Personen mit auf den Weg.

Beendet haben wir das Training in jeder der drei Klassen mit einer offenen Fragerunde, in der interessante Fragen gestellt wurden und wir die einen oder anderen Befürchtungen ausräumen konnten.

Bewerbertraining am 26.04.2017

Zusammen mit den SchülerInnen erstellten wir eine Mindmap zum Thema „Bewerbung“.

Über die Suche und den Weg zum passenden Ausbildungsberuf konnten wir unsere eigenen Erfahrungen bezüglich Jobmessen, Agentur für Arbeit usw. weitergeben. 

Anschließend ging es dann ans „Eingemachte“. Die SchülerInnen waren aufgefordert, ihre Kenntnisse im Zusammenhang mit der Erstellung von Bewerbungsunterlagen unter Beweis zustellen.

Wir präsentierten den SchülerInnen ein Negativ-Beispiel eines  Anschreibens und eines Lebenslaufs und begaben uns zusammen mit ihnen auf die Fehlersuche. Im Zuge dessen konnten wir den Schülern auch gleich die wichtigsten Dos und Don’ts rund um das Anfertigen einer überzeugenden Bewerbung aufzeigen.

Als nächstes sollten die SchülerInnen das Erlernte direkt umsetzen, indem sie in Kleingruppen eine Reihe von Papierschnipseln zu einem perfekten Anschreiben und Lebenslauf zusammensetzten. Da die SchülerInnen zuvor sehr gut aufgepasst hatten, lief die anschließende Besprechung der Ergebnisse zur Freude aller Beteiligten wie am Schnürchen.

Den letzten Teil des Trainings bildeten Informationen, Tipps und Tricks zum klassischen Vorstellungsgespräch und dem  Assessment Center, welches mittlerweile immer häufiger zum Einsatz kommt. Auch in der Westfalen Gruppe werden unsere Auszubildenden zunächst in einem Assessment Center ausgewählt. 

Mit Hilfe von kleinen Übungen konnten wir den SchülerInnen die Aufgabentypen und das Ziel des Assessment Centers auf praktische und spaßige Weise vermitteln. Dass es vorteilhaft ist, authentisch zu sein und sich mit Individualität abzuheben, war vielen SchülerInnen vorher gar nicht bewusst.

Zum Schluss durften alle ihre eigenen Fragen loswerden, uns Feedback geben und unsere extra für die SchülerInnen gestaltete Mappe mit allen Materialien rund um das Thema „Bewerbung“ entgegen nehmen.

Unser Fazit

Es waren zwei schöne Tage, an denen wir die Möglichkeit hatten, einmal auf der anderen Seite des Klassenzimmers zu stehen.

Da wir vier vor nicht all zu langer Zeit selbst in dieser Situation waren, konnten wir uns gut in die Schüler hineinversetzen und Ihnen hilfreiche Tipps geben.

Wir hoffen, dass die Schüler viel mitnehmen konnten und wir einige Gesichter hier bei  Westfalen wiedersehen dürfen! :-)

Viele Grüße
Sven Benger, Nane Stohldreier, Maike Schwering und Kathalina Kirchhoff


Header-Bild: Fotolia #38763651 | Urheber: shootingankauf

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Gase für’s Leben – ein Symposium in Hamburg

Als unsichtbare Helfer sind Gase aus der heutigen Medizin nicht mehr wegzudenken. Sie können Leben spenden, retten und bewahren. Medizinische Gase sind für viele Formen der modernen Therapie und Diagnose unverzichtbar geworden.

Genau mit diesen unsichtbaren medizinischen Helfern beschäftigt sich das Branchenmanagement Gesundheit. Mein Name ist Anna Borgmann und ich bin seit wenigen Wochen bei der Westfalen Gruppe. Nach meinem Studium der Biomedizinischen Technik war ich für drei Jahre im Produktmanagement eines Medizintechnik Unternehmens tätig. Nun bin ich seit Anfang April Teil des Teams Branchenmanagement Gesundheit bei der Westfalen Gruppe.

Dass sich mein tägliches Arbeitsfeld als sehr abwechslungsreich erweist, zeigte sich schon in den ersten Wochen meiner Einarbeitungsphase. Ein spannendes Thema war der Besuch des Symposiums „Neonatologie von 8 bis 8“ des Marienkrankenhauses und Kinderkrankenhauses Wilhelmstift in Hamburg.

Neugeborenes im Inkubator
Neugeborenes im Inkubator

Hierbei handelte es sich um eine wissenschaftliche Informationsveranstaltung für Fachärzte aus den Bereich der Früh- und Neugeborenen-Medizin (Neonatologie). Neben der Teilnahme an wissenschaftlichen Fachvorträgen erhielten die Mediziner die Möglichkeit sich in einer Industrieausstellung über die neuesten Produkte im Markt zu informieren. Auch Westfalen beteiligte sich mit einem Messestand. Gemeinsam mit zwei Kollegen informierten wir die Teilnehmer unter dem Motto „Westfalen schließt die Lücke – Respadur® A 1000 ppm mol/mol jetzt im einzigartigen 20-l-Gebinde“ über die Produktneuheit mit Alleinstellungsmerkmal. 

Respadur® A ist ein Fertigarzneimittel mit dem Wirkstoff Stickstoffmonoxid. Es ist für die Therapie in besonders kritischen Bereichen zugelassen und findet in der „Frühchen“-Therapie (Neonatologie) und Erwachsenentherapie bei Herzoperationen in Verbindung mit künstlicher Beatmung Anwendung.

Die perfekte Mischung aus persönlichen Gesprächen und dem fachlichen Wissensaustausch machten den Tag zu einem interessanten und abwechslungsreichen Arbeitstag.

Dieser und viele andere Arbeitstage lassen mich sehr positiv in die Zukunft bei der Westfalen Gruppe schauen!

Viele Grüße aus dem Branchenmanagement Gesundheit,
Anna Borgmann



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Frühjahrsdemo statt Frühjahrsempfang

Schwulendemo damals – LSBTI*-Bewegung heute

Hallo liebe Leser_innen, 

mein Name ist Tobias Gehre, ich arbeite in der Unternehmenszentrale der Westfalen AG im Apetito Catering. Ehrenamtlich engagiere ich mich als Vorstandsmitglied des Christopher Street Day Münster e.V. (kurz: CSD Münster). Und in dieser Funktion möchte ich heute von unserer Frühjahrsdemo berichten, die wir in diesem Jahr zum ersten Mal durchgeführt haben. In den letzten Jahren haben wir stets einen Frühjahrsempfang veranstaltet, in diesem Jahr – wie gesagt – eine Frühjahrsdemo. Und das hat einen ganz besonderen Grund. 

Demo 1972
Am 29. April 1972 fand in Münster die Erste Demo für die Rechte von Homosexuellen der Bundesrepublik Deutschland statt. Was eigentlich nur als Diskussion mit der Bevölkerung anlässlich des ersten Geburtstags von Münsters schwuler Studenteninitiative HSM gedacht war, sollte sich als wichtiges Signal erweisen, das zur Gründung weiterer Gruppen im ganzen Land führte. Ganz langsam konnte sich so eine homosexuelle Bewegung etablieren, deren Ausgangspunkt tatsächlich Münster war. Schon damals wurde auf Missstände aufmerksam gemacht, wie zum Beispiel Diskriminierung im privaten und beruflichen Bereich und Unterdrückung von sexueller Vielfalt und Aufklärung in Schulen.

2745 Jahre nach der Ersten Homosexuellendemo beschloss die LSBTIQ*-Community Münsters, an diese Anfänge zu erinnern. Am Samstag, den 29. April haben wir die Demo von damals auf der Originalroute von 1972 wieder aufleben lassen, für Akzeptanz und Vielfalt geworben und gegen den aktuellen Rechtsruck protestiert.
Beteiligt waren der CSD Münster e.V., das Autonome Schwulenreferat der Uni Münster, das KCM Schwulenzentrum e.V., der LiVas Verein für lesbische Frauen sowie die Aidshilfe Münster.

Mehrere Hundert Menschen sind dem Aufruf gefolgt und forderten gemeinsam das Ende gesetzlicher Diskriminierungen sowie die gesellschaftliche Akzeptanz aller Sexualformen und Geschlechter. Die Demo führte vom Schlossplatz über den Domplatz und Prinzipalmarkt.  Auf der Stubengasse schließlich fand zum Abschluss der Demo eine Kundgebung mit Redner_innen aus der Community statt. Musikalisch untermalt wurde die Kundgebung durch die Münsteranerin Linda Lulka
 

Zu den Redner_innen gehörten:

  • Sigmar Fischer: Aktivist und Mitglied der HSM (Homophile Studenten Münster) 1972
  • Felix A. Schäper: Selbsthilfegruppe TransIdent
  • Stefan Schmidt: KCM Schwulenzentrum e.V.
  • Andreas Sahner: CSD Münster e.V.
  • Dr. Birgit Bosold: Vorstand Schwules* Museum Berlin + Botschafterin CSD Münster 2017
Sigmar Fischer erinnerte sich zurück an 1972. Er selbst konnte damals nicht an der Demo teilnehmen, da sein Vater ihn nach Hause bat nach Bielefeld. Zwei Wochen zuvor hatte er dort auf seinem Schreibtisch ein Schriftstück liegen lassen, das ihn eindeutig als schwul outete. Anstatt zu demonstrieren habe er somit, so Fischer, damals sein Coming-Out bei seinen Eltern gehabt. Umso schöner sei es für ihn, nun nach 45 Jahren an der Demo teilnehmen zu können.
Andere Redner stellten eher in den Mittelpunkt, was seitdem passiert ist. Stefan Schmidt erinnerte an die Aidskrise der 80er und 90er und den gesellschaftlichen Druck unter dem Homosexuelle standen, ganz abgesehen von den persönlichen Schicksalsschlägen. Und Felix Schäper machte deutlich, dass die Community seit 1972 vielfältiger geworden ist. Mittlerweile gehe es auch um Themen wie geschlechtliche Vielfalt. Trans* und Inter*personen leiden noch immer unter gesellschaftlichen Geschlechternormen. Umso wichtiger sei es, dass Menschen lernen, was es bedeutet, wenn Individuen ihr Geschlecht ablehnen. Birgit Bosold hingegen blickte in die Zukunft und wies daraufhin, dass Deutschland immer noch nicht Spitzenreiter in der Verwirklichung von Gleichberechtigung sei.

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Der CSD Münster e.V. nahm die Kundgebung auch zum Anlass, sein diesjähriges Motto vorzustellen:

Mensch_enskinder, bleibt bunt!

Der Christopher Street Day Münster findet am 26. August 2017 am Aasee bei den Kugeln statt.

Ich freue mich schon heute darauf und hoffe, die/den eine_n oder andere_n von Euch dort zu treffen. 

Viele Grüße und bleibt bunt!
Tobias

* Lesbisch Schwul Bi Trans* Inter* Queer
Old Letters

5 Tipps für gute Blogbeiträge

Guten Tag liebe Leserinnen und Leser, 

mein Name ist Daniela Sprung, ich bin Kommunikationsberaterin, Content-Marketing- & Social-Media-Managerin und möchte Ihnen (insbesondere, wenn Sie bislang noch keinen Text verfasst haben :-) ) ein wenig Motivation und Mut für das Verfassen von Beiträgen geben.

„Aber ich kann doch gar nicht schreiben“. Diesen Gedanken äußern viele Menschen, sobald sie gebeten werden, einen Blogartikel zu verfassen. Dabei besteht gar kein Grund zur Sorge. Denn ein guter Beitrag setzt sich immer aus den gleichen Schritten zusammen und welche das sind, verrate ich heute.

Wer schreibt, der führt

Eine knackige Überschrift (Headline) ist ein Garant für neugierig gewordene Leser. Warum? Weil sie ein Versprechen macht. Beispielsweise, dass der Leser mehr Informationen zu einem Thema erhält oder ihn etwas Unterhaltendes erwartet. So ist die Überschrift „Hund beißt Mann“ nicht sehr spannend, „Mann beißt Hund“ dagegen schon. Interessante Überschriften können somit z.B. sein:

  • Wasserstoff tanken, wie funktioniert das?
  • Erfolgreich bei Westfalen: So läuft die Ausbildung zur Bürokauffrau ab
  • Protadur®: Eine Marke für Lebensmittel

Aber auch Headlines die Zahlen oder die W-Fragen Warum, Wie, Wer, Was oder Wann beinhalten, sorgen für neugierige Leser. Ebenso Vergleiche. Beispielsweise titelt Sascha Pallenberg im Mitarbeiterblog der Daimler AG „Eben noch Taipeh, jetzt schon Untertürkheim“. Mich persönlich macht die Überschrift sehr neugierig. Denn ich möchte wissen, was ihn bewegt hat, von Asien in das eher konservative Stuttgart zu ziehen und was er zu berichten hat.

Grundsätzlich gilt: Eine Überschrift darf gerne lustig, aufzählend, fragend usw. sein. Nur nicht langweilig, denn sie ist der Türöffner zwischen Leser und Artikel.

Erst der Leser, dann der Autor

Wir als Blogger stehen beim Schreiben komplett im Hintergrund. Es ist nicht wichtig was wir wollen, sondern was unsere Leser möchten. Darum gilt der Ausspruch „Relevanter Content zählt“ oder alternativ „Content is King“. Aber was bedeutet das konkret?

Ein Artikel sollte immer hilfreich sein und Probleme der Leser lösen bzw. deren Fragen beantworten. Beispielsweise in Form einer Anleitung wie in „Wasserstoff marsch“. Hier beschreibt die Autorin sehr anschaulich mit Hilfe eines Artikels und eines Videos, wie sich ein mit Wasserstoff betriebenes Auto betanken lässt. Der Artikel wird durch die Kombination von Text und Bewegtbild zu einem kurzweiligen Erlebnis. Dieser Blogpost beantwortet konkret die Frage, ob das Tanken eines wasserstoffbetriebenen Autos mit Schwierigkeiten verbunden ist. Das ist hilfreich für Personen, die eventuell angenommen haben, dass das Tanken aufwändig  sein könnte. 

Ebenso kann die Zusammenfassung eines Events samt der daraus gezogenen Erkenntnisse ein sehr interessanter Artikel sein. Denn die Personen, die nicht auf der Veranstaltung waren, erfahren so mehr über den dort vermittelt Inhalt. Unter Umständen haben sie mit dem Gedanken gespielt, ebenfalls dort hin zu gehen und entscheiden sich beim nächsten Mal anders. Oder sie hatten keine Zeit und können auf diesem Weg von dem Artikel profitieren.

Alternativ könnten Fragen, die oft von Kunden gestellt werden, zu einem spannenden Artikel verarbeitet werden. Beispielsweise in dem man diese in einem Artikel beantwortet und mit einem Video, einer erklärenden Bilderserie oder vielleicht sogar mit einer Audiospur beantwortet. Es gibt viele Möglichkeiten, um einen interessanten Beitrag zu verfassen, der dem oder den Leser(n) weiterhilft.

Tipp: Denken Sie immer daran welche Fragen Sie beantworten oder welches Problem Sie mit ihrem Artikel lösen können.

Zwischenüberschriften leiten

Ein guter Artikel leitet seine Leser. Zwischenüberschriften sind dabei hervorragende Helfer, denn sie bieten mehrere Vorteile.
Sie geben Orientierung
Nachdem der Leser in den Text eingestiegen ist und die ersten Informationen zum Artikel erhalten hat, leitet die Zwischenüberschrift auf den nachfolgenden Absatz bzw. die nachfolgenden Absätze weiter. Leser, die wenig Zeit zum lesen haben und denText nur überfliegen, können mit Zwischenüberschriften abgeholt und über den Inhalt informiert werden.
Sie machen neugierig
Gut formulierte Zwischenüberschriften sind spannend, informativ oder unterhaltend. Ebenso wie die Headline machen sie neugierig auf mehr.
Sie bieten Zeit zum Verschnaufen
Zwischenüberschriften stoppen den Lesefluss. Das liegt in der Natur der Sache, denn sie unterbrechen den Fließtext. Der Besucher muss also inne halten und sich kurzfristig neu orientieren. Zwischenüberschriften bieten damit die Möglichkeit, den Leser eine kurze Pause zu gewähren und ihn auf die nachfolgenden Absätze vorzubereiten.
Relevanz zählt

Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Dieser alte Journalistenspruch gilt auch für Blogartikel. Da unsere Leser an vorderster Stelle stehen, sind wir als Autoren gefordert, immer wieder aktuelle und interessante Themen zu finden, die sie fesseln. Das können branchenrelevante Informationen sein, neue Entwicklungen im Unternehmen, Einblicke in den eigenen Werdegang (wie z. B. bei „Aus dem Sattel auf den Bürostuhl“), Artikel zum Umgang mit den Produkten des Unternehmens usw.

Erinnern Sie sich an die Sendung mit der Maus. Fanden wir es nicht alle spannend, wenn wir Einblicke in die dort vorgestellten Berufe erhalten haben, wie beispielsweise den Glasbläser oder Schornsteinfeger?

Darum ein Tipp von mir: Ein Blick hinter die Kulissen, Produktionsabläufe oder die Funktionsweise von Produkten sind oftmals sehr spannend für die Leser, da sie die täglichen Abläufe nicht kennen.

Präzision zählt

Ein guter Beitrag zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht nur spannend, informativ und oder unterhaltend ist, sondern auch auf den Punkt kommt. Schachtelsätze oder Wortwiederholungen sind langweilig für den Leser und sorgen dafür, dass das Lesen anstrengend wir. Ein Beispiel aus Dürrenmatt „Der Auftrag“:

„Von Lambert empfing sie in seinem Studierzimmer, verlangte unverzüglich gefilmt zu werden, ließ willig alle Vorbereitungen über sich ergehen, erklärte dann vor der laufenden Kamera, hinter seinem Schreibtisch sitzend, er sei am Tode seiner Frau schuldig, weil er die oft unter schweren Depressionen Leidende immer mehr als Fall statt als Frau behandelt hätte, bis sie, nachdem ihr seine Notizen über ihre Krankheit durch Zufall zu Gesicht gekommen, kurzerhand das Haus verlassen habe, nach der Meldung der Hausdame nur in ihrem roten Pelzmantel über einen Jeansanzug geworfen und mit einer Handtasche, seitdem habe er nichts mehr von ihr gehört, doch habe er auch nichts unternommen, von ihr etwas zu erfahren, um ihr einerseits jede Freiheit zu lassen, andererseits ihr, käme sie auf seine Nachforschungen, das Gefühl zu ersparen, sie würde von ihm weiterhin beobachtet, doch jetzt, da sie ein so entsetzliches Ende genommen und er nicht nur in seiner Methode ihr gegenüber, jener der kühlen Beobachtung, die der Psychatrie vorgeschrieben sei, sondern auch in seinem Unterlassen jeder Nachforschungen seine Schuld erkenne, erachte er es für seine Pflicht, die Wahrheit zu erfahren, mehr noch, sie der Wissenschaft zugänglich zu machen, herauszufinden, was sich ereignet habe, sei er doch an die Grenze seiner Wissenschaft gestoßen, die sich im Schicksal seiner Frau abzeichne.“

Möchten Sie das lesen? Ich hoffe, nicht. Darum ist es sinnvoll, Sätze so kurz wie möglich zu formulieren. Und aus einem langen Satz mehrere kleine zu machen. Ähnliches gilt für Wortwiederholungen. Es ist sinnvoll, immer wieder zu prüfen, ob es nicht ein Synonym für wiederkehrende Begriffe gibt. So werden Artikel abwechslungsreicher und das freut den Leser.

Fazit

Einen guten Blogartikel zu schreiben ist nicht schwer. Wichtig ist immer das Ziel des Artikels im Auge zu behalten: „Was will ich meinem Leser vermitteln?“ Das kann in Form verschiedener Formate geschehen: Videos, Text, Bilder usw., gerne auch in Kombination. Eine Headline, die neugierig auf den zu erwartenden Text macht,  ist dabei schon die halbe Miete. Zwischenüberschriften leiten den Leser weiter, Absätze strukturieren einen Artikel und kurze Sätze sorgen für mehr Leserlichkeit. Relevante Themen sorgen für den nötigen Informationswert und verbinden alles zu einem lesenswerten Beitrag.

Ich wünsche Ihnen viel Freude und Erfolg mit Ihrem nächsten Blogbeitrag. 

Daniela Sprung

Header-Bild: Fotolia #120498446 | © Barbara Pheby