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Mein Name ist Ansgar Jöckertitz. Ich bin seit 2006 technischer Berater bei der Anwendungstechnik (AWT) im Bereich Energieversorgung der Westfalen Gruppe. Mein Aufgabenbereich umfasst die technische Beratung unserer Kunden, die Planung von Flüssiggas Versorgungsanlagen mit Schwerpunkt Gewerbe und Industrie sowie die Koordination zur Umsetzung unserer Leistungen.
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Lehrer für einen Tag…

Wie oft habe ich früher im Unterricht gesessen und gedacht, dass dem Lehrkörper vorne an der Tafel eine Frischzellenkur gut zu Gesicht stehen würde. Eine leise, vor sich hin säuselnde, monotone und einschläfernde Stimme brachte so ziemlich jede Mitschülerinnen und jeden Mitschüler mit Lichtgeschwindigkeit ins Lavendel Traumland.

Ich bin Ansgar Jöckertitz und seit über 10 Jahren bei der Westfalen Gruppe im Bereich Energieversorgung als Anwendungstechniker tätig. Und dass ich den damaligen Unterricht lebend überstanden habe, beweist (unter anderem :-) ) mein heutiger Blogbeitrag.

Mein Beruf gibt mir die Möglichkeit, es ein wenig anders zu machen als meine Lehrer von damals. Seit einigen Jahren bin ich selbst Lehrer, wenn auch nur ab und zu und dann auch nur für einen Tag. 

Ich halte an verschiedenen Handwerkskammern  Tagesvorträge vor angehenden Meistern des Sanitär- und Heizungsfachs. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Vermittlung von Grundlagen aus der Welt des Flüssiggases, mit kleinen Exkursen in themennahe Gebiete, wie zum Beispiel die Heiztechnik.

Mein Anspruch ist es, den zukünftigen Meistern das notwendige Wissen zu vermitteln, damit diese nach Ende des Vortrags ihrerseits Interessenten zum Thema Flüssiggas beraten können. Dazu gehört nicht nur Wissenswertes zur Herkunft des Energieträgers, sondern auch Vergleiche mit anderen Energien und ein facettenreicher Blick in die Welt der Anlagentechnik. Die Vortragsteilnehmer sollen später ihren Kunden einen umfassenden Blick in die Versorgungsmöglichkeiten geben können und idealerweise spielen dabei auch die Lösungen der Westfalen Gruppe eine Rolle.

Einfach gesagt sollen die zukünftigen Meister die fachgerechte Installation einer Flüssiggasanlage beherrschen und dabei sicher auf dem Gebiet der Regelwerke unterwegs sein.

Eine ambitionierte Aufgabe, wenn man es seinen Lehrkörpern von damals nicht gleich tun will.

Glücklicher Weise haben damals aber auch andere Lehrer meinen schulischen Alltag bestimmt. Da gab es den kumpelhaften Englisch- und Sportlehrer, der immer für einen lockeren Spruch zu haben war. Oder den Mathe-Pauker, der die Berechnung eines Kreises anhand von Fahrradreifen erklärte, und wer bei Beispielaufgaben einen Fehler machte, musste mit dem Rad eine Runde durch die Klasse drehen… Diese Typen waren damals das Licht im Schulalltag und nährten die Hoffnung, doch noch ohne reines Selbststudium die Schule zu überstehen.

Besonders interessant ist für mich immer die Abwechslung gegenüber meinem sonstigen Berufsalltag. So komme ich regelmäßig mit den Teilnehmern ins Gespräch und gewinne einen Eindruck dessen, was die Firmeninhaber von Morgen bewegt. Was ist gerade in Punkto Heiztechnik angesagt? Welche Lösungen zum effizienten Energieeinsatz werden von den Fachfirmen angeboten? Man kommt schnell in den Dialog darüber was beide Seiten, nämlich die Fachhandwerker und die Energieversorger, also zum Beispiel die Westfalen Gruppe, bewegt und interessiert.

Am Ende des Tages ist mir wichtig, dass mein Ziel erreicht ist, nämlich die Vortragsteilnehmer soweit fit gemacht zu haben, dass eine umfassende Beratung zum Thema Flüssiggas für sie zukünftig keine Hürde mehr darstellt.

Und wenn den designierten Meistern dann zukünftig beim Thema Flüssiggas hauptsächlich die Westfalen Gruppe in den Sinn kommt, dann ist es für mich als „Lehrer für einen Tag“ quasi wie ein Ritterschlag.

Denn schließlich würde sich ja keiner an einen langweiligen Lehrer erinnern, oder?

Viele Grüße

Ansgar Jöckertitz

 

 

Equipment, cables and piping as found inside of a industrial power plant

Eine Vielfalt an Aufgaben und Anforderungen

…und das ist auch gut so!

Denn das macht meinen Arbeitsalltag so interessant.

Mein Name ist Ansgar Jöckertitz. Ich bin seit 2006 technischer Berater bei der Anwendungstechnik (AWT) im Bereich Energieversorgung der Westfalen AG. Mein Aufgabenbereich umfasst die technische Beratung unserer Kunden, die Planung von Flüssiggas Versorgungsanlagen für Gewerbe und Industrie sowie die Koordination unserer Leistungen. 

Unsere Aufgaben und die an uns gestellten Anforderungen sind vielschichtig. Jede Anfrage von Kunden oder Interessenten ist individuell, jede Aufgabe stellt uns vor neue Herausforderungen. 

Ein Beispiel aus der Praxis: 
Seit rund 7 Jahren gehört ein Fachunternehmen – spezialisiert auf Heißluftglühen und Austrocken von Feuerfest-Material  mittels Wärmebehandlung –  zu unseren Kunden. Solche Leistungen kommen bei Raffinerien und großen Industriebetrieben zum Einsatz.

Nach DIN EN 10052 ist die Wärmebehandlung eine „Folge von Schritten, in deren Verlauf ein Werkstück ganz oder teilweise Zeit-Temperatur-Folgen unterworfen wird, um eine Änderung seiner Eigenschaften oder seines Gefüges herbeizuführen“.

Hä?“

Vereinfacht heißt das, dass Bauteile auf Grund bestimmter Anforderungen extreme Hitze vertragen können müssen. Dies können zum Beispiel riesige Öfen oder Reaktoren sein,  in denen mittels großer Hitze Substanzen bestimmte Prozesse durchlaufen.

Vielleicht kennen Sie Schamottsteine, die im Inneren von Kaminöfen verbaut werden, damit die Öfen die große Hitze eines Feuers vertragen können?! Um ähnliche Steine und deren fachgerechte Trocknung geht es bei den Anlagen unseres Kunden. 

Oft stehen wir vor der Herausforderung, innerhalb kürzester Zeit eine fachgerechte und sichere Flüssiggasversorgung bereitzustellen. Wenn  es heißt: „Könnt Ihr in drei Tagen einen Behälter liefern und anschließen?“ stellen wir gerne  einmal mehr unsere Flexibilität und Schnelligkeit unter Beweis.

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Nicht selten ist die kurzfristige Bereitstellung eines Flüssiggasbehälters mit einem vorherigen Ortstermin verbunden, um zum Beispiel Fragen wegen der Behälteraufstellung zu klären. Gerade in sensiblen Bereichen, wie zum Beispiel

  • bei großen Industriebetrieben 
  • bei Unternehmen der chemischen Industrie 
  • in Raffinerien im gesamten Bundesgebiet
stehen wir, wenn erforderlich, schon einen Tag nach der Anfrage am Ort des geplanten Geschehens bereit (aber natürlich auch bei anderen Anfragen, wenn es schnell gehen muss :-) ): 
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Besonders Ortstermine in Raffinerien bescheren mir Einblicke, die mir im „normalen Leben“ verwehrt geblieben wären.
 
Am Anfang dieser eindrucksvollen Entdeckungsreise steht dabei die Anmeldung beim Werkschutz, denn ohne weiteres erhält niemand eine Zutrittsberechtigung zum Gelände einer Raffinerie. Erster Schritt ist die Überprüfung des Dresscodes: 

  • Sicherheitsschuhe 
  • Helm 
  • Schutzbrille
  • Handschuhe 
  • Flammhemmende Arbeitskleidung
Eine persönliche Schutzausrüstung ist auf dem Anlagengelände einer Raffinerie Pflicht. Wenn die in Ordnung ist, folgt eine Sicherheitsunterweisung, die die Besucher mit den wichtigsten Verhaltensregeln auf dem Gelände der Raffinerie vertraut macht.

„Alles verstanden, Herr Jöckertitz?!“ Ob dem so ist, wird durch einen kurzen Test überprüft. 

Wenn die Anmeldungsprozedur erfolgreich absolviert ist, wird man vom Ansprechpartner am Tor abgeholt und es folgt der Eintritt in eine beeindruckende Welt: 

Riesige Reaktoren, Rohrleitungsbrücken, die von einem Ungetüm zum anderen führen, Schornsteine und Kühltürme, die gigantische Wolkenberge in den Himmel bauen. Und Rohrleitungen, soweit das Auge reicht. Ziemlich viel Gewusel.

Kennen Sie noch das gute alte Handy-Spiel „Snake“, welches seine Hoch-Zeit hatte, als man Handys wirklich nur zum Telefonieren (und Snake spielen) nutzte? Wenn man ein Spezialist war, war das ganze Display bald ein einziges Gewimmel aus der immer länger werdenden kleinen Pixel-Schlange. Na, haben Sie ein Bild im Kopf? So ungefähr muss man sich auch den Leitungssalat in einer Raffinerie vorstellen ;-).

Wer nun denkt, dass es jetzt gleich weiter zur Besichtigung des geplanten Behälter-Aufstellortes geht, der glaubt auch, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet. Vor Klärung des eigentlichen Anliegens (nämlich wo stellen wir den Behälter auf?) wird das Vorhaben mit einer Vielzahl von Beteiligten besprochen. Es werden alle Abläufe geklärt, wobei Zeitpläne und vor allem die sicherheitstechnischen Anforderungen im Vordergrund stehen.  Ich stehe dann Rede und Antwort zu allen Punkten unserer Flüssiggasversorgung: 

  • Rund um den Behälter 
  • Unser Produkt Flüssiggas 
  • Qualifikation unseres Montagedienstes
Und zu allen weiteren Fragen, die die Projektmitarbeiter und Sicherheitsfachkräfte der Raffinerie so haben. Erst wenn alle relevanten Fragen geklärt sind, geht es zum geplanten Aufstellort.

Bis ich das Raffineriegelände wieder verlasse,  können so auch schon mal einige Stunden vergehen. Wieder im Büro, stelle ich den geplanten Ablauf zusammen und informiere alle Abteilungen, die zur erfolgreichen Umsetzung des Auftrags maßgeblich beitragen:
  • Innendienst 
  • Behälterlogistik 
  • Montagedienst 
Am Ende freuen wir uns dann gemeinsam über einen zufriedenen Kunden, dessen Aufgabenstellung wir gut gemeistert haben. Jeder Kunde ist einzigartig, seine Anforderungen sind einzigartig.  Die Aufgaben, die es für meine Kollegen und mich im täglichen Geschäft zu erfüllen gilt, sind deshalb ausgesprochen vielfältig .

Es wird nie langweilig, die Aufgabenstellungen unserer Kunden zu erkennen und durch unsere maßgeschneiderten Leistungen zu erfüllen. Denn jeder Kunde ist anders und es gibt viele verschiedene Kunden.  Und das ist auch gut so!

Mit besten Grüßen, 

Ansgar Jöckertitz
Anwendungstechnik, Bereich Energieversorgung


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