Alle Beiträge von Martin Englert

IMG_0973

Größer, höher und präzise!

Aus hauptsächlich zwei Gründen musste das Westfalen Messestand-Konzept aktualisiert werden: Optisch wurde es dem neuen Corporate Design angepasst, bautechnisch den zur Zeit üblichen Bauhöhen in den Messehallen. Also war der Beschluss umzusetzen, standardmäßig bis fünf Meter Höhe zu bauen.

Das war eine echte Herausforderung für unsere Grafik, für mich,  als Messe- und Veranstaltungskoordinator und in besonderem Maße auch für unseren Messebauer,  Flick Messebau, Senden.

Die Idee: Im Prinzip werden bedruckte Stoffbahnen in bis zu vier mal fünf Meter große Rahmen gespannt und an einer Traverse hängend positioniert.

Da ein Messestand nicht nur aus einer Wand besteht, sondern aus mehreren Segmenten, einer eingebauten Tür und – zum Beispiel bei der UNITI expo – zusätzlich noch mit einem bündig eingebauten Großbildschirm bestückt werden muss, sind absolut präzise Vorarbeit und präzise Montage gefordert.
IMG_0998
Das liest sich recht einfach, aber wie so oft, bedarf es dazu vieler Überlegungen, Telefonate, Gespräche, Computer-Animationen und Probeaufbauten. Die daraus resultierenden Optimierungs-Anpassungen müssen umgesetzt werden, immer mal wieder müssen Änderungswünsche berücksichtigt werden, bis das Ergebnis perfekt ist und die endgültige Vermaßung definiert ist.

Daher war für mich der spannendste Moment, als ich am letzten Aufbautag der UNITI expo in Stuttgart die Messehalle betrat. Passte alles zueinander – die Theorie und die Praxis?

Ja, wie die Fotos zeigen. Überall dort, wo die Rahmen und Ausschnitte aneinanderstoßen, lief das Motiv ohne Unterbrechung oder Versatz weiter. Super!

IMG_0999
Das Ergebnis war überwältigend.  Wie exakt in diesen Dimensionen mit in Rahmen gespannten Stoffen gearbeitet werden kann!

Der Schlüssel zum Erfolg ist die fachlich perfekte Zusammenarbeit zwischen Messekoordination, Grafik und Messebau.  

Martin Englert,
Unternehmenskommunikation
DOALF

Der Täufling: Delta-Oskar-AlphaLimaFoxtrot

Wer einen solchen Namen tragen soll, muss etwas Besonderes sein


Es ist der neue Westfalen Heißluftballon D-O-ALF. Ben Völker, Geschäftsführer des Freiballonsportverein Münster und Münsterland e.V. (FSV), hatte zur Ballontaufe am Vereinsheim in Nienberge geladen und viele Freunde und Ballonbegeisterte kamen.
Bei herrlichstem Sommerwetter gesellten sich acht weitere Ballonteams dazu und boten so einen feierlichen Rahmen.

Nach einer kleinen Stärkung vom Grill wurde gegen 20 Uhr der „kleine“ Westfalen Heißluftballon, der in erster Linie auf Wettbewerben eingesetzt werden soll, aufgerüstet. Erstmalig füllte sich die Hülle unseres neuen Westfalen Ballons mit Luft, dann folgte mit Hilfe von zwei Gasbrennern heiße Luft. Die Brenner sind betrieben –  wie könnte es anders sein – mit Westfalengas. Schon bald erhob sich die Hülle in voller Pracht und stellte sich leicht wiegend den applaudierenden Gästen vor. Die anderen Teams konnten nun ebenfalls ihre Ballone in gleicher Weise aufrüsten. 

Ein Farbenspiel der besonderen Art begann, denn ob mit dem Sonnenlicht, bei Streiflicht oder im Gegenlicht – die Ballone erstrahlen in leuchtenden Farben, jeder für sich eine Augenweide.

Zurück zum Täufling: Ein Kaplan aus Ahlen gab seinen Segen und die Taufpatin Rosa Schönberger, Westfalen Gruppe, taufte ihn nach kurzer, interessanter und persönlicher Ansprache auf den Namen Delta-Oskar-AlphaLimaFoxtrot.  Begleitet von den besten Wünschen hoben Ben und Rosa zur ersten Fahrt im neuen Ballon in den blauen Abendhimmel ab, begleitet vom deutlich hörbaren Fauchen der Gasbrenner. Ebenso fauchend stiegen zügig die acht anderen Ballone auf.  Die zahlreichen Zuschauer am Boden sahen sie langsam Richtung nördliches Münster ziehen. Manch einer sagte: „…wie die Montgolfiade, nur kleiner“.

Mit nur einer Taufe ist es nicht getan

Die Fahrt ging Richtung Coerde, wo sie auch landeten. Die Teams kamen spät abends zum FSV zurück und tankten Flüssiggas aus dem vereinseigenen Westfalengas-Behälter nach. Die Ballongäste, die das erstemal mitgefahren sind, bekamen die obligatorische „Ballonfahrer-Taufe“ samt Urkunde.  Es war wahrlich ein besonders schöner Heißluftballon-Abend mit vielen neuen und interessanten Eindrücken – auch vom Boden aus!

Technisches

Mit 2.270 m³ Luftinhalt gehört der Ballon zu den kleineren, schlanker geschnittenen Ballonen. Diese können bei der Suche nach der geeigneten Luftschicht schneller steigen und fallen  – ein großer Vorteil bei Wettbewerben. Der Ballon, Typ Mistral von Schroeder fire balloons GmbH, ist mit Korb 24,28 Meter hoch, der Durchmesser misst 15,81 Meter und seine Oberfläche beträgt 900 Quadratmeter.

Zum Vergleich: Die größeren Westfalen Ballone fahren mit 2.700 oder 4.200 m³ Luftinhalt. 

Kennung

D steht für Deutschland, O für Heißluftballon und die drei folgenden Buchstaben sind frei wählbar. 

Apropos Montgolfiade

Die Montgolfiade bezeichnet eine Heißluftballon-Veranstaltung mit kontrollierten Massenstarts am Morgen und am Abend. Ein Riesenspektakel für Jung und Alt!

Was viele nicht wissen: Sie ist eine Sportveranstaltung, denn es werden Aufgaben gestellt, die die Piloten durch die geschickte Wahl der Luftschichten lösen sollen. Der Wettkampfleiter nennt beim Briefing die Aufgaben und mehrere Schiedsrichter am Boden nehmen die Wertungen vor.
Aufrüsten der Ballone
Bei der „Fuchsjagd“ zum Beispiel startet ein markierter Ballon vor dem Feld, landet nach 30 bis 60 Minuten und der Pilot legt dort ein Zielkreuz aus. Die folgenden Ballone überfahren möglichst nah das Ziel und werfen einen Marker. Je näher am Ziel, desto mehr Punkte. Aber in Zeiten von GPS werden statt Marker auch diese Daten zur Wertung herangezogen.

Darüber hinaus ist die Montgolfiade eine Luftfahrt-Veranstaltung, die bei den Luftfahrt-Behörden und dem Regierungspräsidenten angemeldet werden muss und auch kontrolliert wird. 

ballone_ueber_muenster

Ein Name wird zum Begriff

Der Name Montgolfiade wurde 1971 bei der Westfalen AG am Industrieweg kreiert: Er setzt sich zusammen aus dem Namen der ersten Heißluftballon-Fahrer, den Gebrüdern Montgolfiere, und – in damaliger Vorfreude auf die Olympiade in München 1972 –  eben dem Begriff Olympiade. Weltweit verwenden seitdem viele Veranstalter diesen Namen für ihre Ballon-Events. 
_MG_9137
Die erste Montgolfiade fand auf dem heutigen Gelände der Stadtwerke in Münster statt. Später wanderte sie mit ihren großen, farbenfrohen Ballonen an verschiedene Orte des Münsterlandes und begeisterte dort tausende Besucher. Sie gastierte unter anderem in Hamm, Greven, Borghorst-Füchten und Gronau. Termin ist immer das letzte Wochenende im August.

Hightlights vergangener Montgolfiaden

2004 kehrte die Montgolfiade nach Münster zurück und konnte gleich mit einer Besonderheit aufwarten: Die Zusammenarbeit mit dem Sportamt der Stadt Münster und weiteren Ämtern ermöglichte, dass bis zu 50 Heißluftballone von den Aasee-Wiesen starten konnte. Die Montgolfiade in Münster ist eine der ganz wenigen Veranstaltungen, bei der die Heißluftballone direkt aus einer großen Stadt starten können! Hinzu kommt ein besonderes Highlight am Samstag: Das nächtliche Ballonglühen! Nach der abendlichen Fahrt  kehren bis zu 20 Teams zur Startwiese zurück und rüsten noch einmal ihre Ballone auf. Zum Takt der eingespielten Musik zünden die Piloten über Funk angesprochen, ihre Brenner und die Ballone leuchten wie riesige Lampions in all ihrer Farbenpracht auf den nächtlichen Aasee-Wiesen. 

Ballonglühen auf dem Aasee

Weitere Highlights im Rahmen-Programm der Montgolfiade in Münster waren:  Ein Heißluft-Luftschiff, von denen es damals nur zwei Stück in Deutschland gab.
Die FSV-Weltpremiere: Ein Westfalen-Heißluftballon, der beim Ballonglühen auf einem Ponton schwimmend über den Aasee gezogen wurde – ein in der Nacht mit vielen Reflektionen im See optischer Leckerbissen. Zum 100-jährigen Vereinsbestehen waren zehn Gasballone geladen und gekommen, die befüllt mit Wasserstoff von Westfalen unter strengsten Vorsichtsmaßnahmen gegen Mitternacht ihre Reise begannen. Rund 6000 Besucher pilgerten nächtens von den unteren Startwiesen zu den geräuschlos davonschwebenden Gasballonen, die von Piloten aus ganz Europa gefahren wurden. 2012 starteten 20 junge Piloten zur NRW-Meisterschaft, die innerhalb der Montgolfiade ausgefahren wurde, 2013 war sogar die Deutsche Meisterschaft zu Gast. 

Eine Partnerschaft mit Tradition

Der FSV und die Westfalen Gruppe sind seit 45 Jahren Partner – ohne Unterbrechung! Westfalen sponsert die Ballone, dafür fahren die Piloten mit den großen Westfalen-Logos überall in Deutschland als aufmerksamkeitsstarke und sympathische Botschafter unseres Unternehmens.

Eine weitere Verbindung stellt die Energie dar, mit der die Ballone fahren: Im Ballonkorb wird Westfalengas als ergiebige Energie in Stahlzylindern mitgeführt. Mit 45 Jahren ist diese Partnerschaft zwischen Wirtschaft und Sport eine der ältesten Verbindungen in Deutschland! 

Die jährlich stattfindende Veranstaltung planen seit jeher Vertreter des FSV und der Westfalen Gruppe sowie der Stadt, in der die Montgolfiade stattfinden soll. Seit dem vergangenen Jahr findet die Veranstaltung alle zwei Jahre in Münster statt im Wechsel mit einer anderen Stadt im Münsterland.

Wer möchte:  Unsere nächste Montgolfiade findet vom 28. bis 30. August 2015 auf den Aasee-Wiesen in Münster statt.

Viele Grüße
Martin Englert


Header-Bild: Philipp Busch