Alle Beiträge von Tobias Gehre

Mein Name ist Tobias Gehre und ich arbeite in der Unternehmenszentrale der Westfalen AG im Apetito Catering. Ehrenamtlich engagiere ich mich als Vorstandsmitglied des Christopher Street Day Münster e.V. (kurz: CSD Münster)
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Veranstaltungsmanagement: vom Kaffee bis zum Event

Bei vielen von Euch/Ihnen brauche ich mich wohl nicht mehr vorzustellen – für all jene, die mich noch nicht kennen:

Mein Name ist Tobias Gehre, 29 Jahre alt, gelernter Hotelfachmann und tätig für Apetito Catering hier im Hause der Westfalen Gruppe am Industrieweg in Münster.

01.06.2014: das war der Stichtag, an dem nicht nur auf mich viel Neues zukam. Auch für die Mitarbeiter_innen, Geschäftsleitung und den Vorstand der Westfalen Gruppe brachen neue Zeiten an. 

Hatten bis dahin die Assistent_innen und Mitarbeiter_innen die Verpflegung für Besprechungen selbst vorbereitet – also  Kaffee gekocht,  Gebäck und Geschirr bereit gestellt und die Räume hergerichtet – wurden diese Aufgaben nun in meine Hände und die meiner Kolleg_innen gelegt.  

Wir starteten in einer provisorisch eingerichteten Serviceküche, einem ehemaligen Büro in der 2. Etage. Von hier aus sollten nun also die täglich anfallenden Bewirtungswünsche erfüllt werden. 

Soweit so gut, allerdings mangelte es uns anfänglich doch ab und zu am notwendigen Equipment. Eine Herausforderung, die ich gerne angenommen habe und so  habe ich in Laufe der Zeit einen ausreichend großen Bestand an Tassen, Besteck, Gläsern, etc. zusammen stellen können.

Dann war da noch dieser PC :-) , über diesen sollten alle Bewirtungsanfragen eingehen. Anfänglich lief das doch eher etwas holprig, aber schließlich war es auch für alle Mitarbeiter_innen hier im Haus ein neuer Ablauf, an den sie sich erst einmal gewöhnen mussten. Von Mal zu Mal wurde es besser und die Abläufe somit reibungsloser und effizienter.
Gebäck
Schon in den ersten Tagen war zu spüren, wie sehr unsere Arbeit geschätzt wurde und wieviel „Besprechungsstress“ wir unseren Kolleg_innen damit abnahmen.  Auf den Fluren begnete uns immer wieder ein freundliches „Guten Tag“ und „Vielen Dank“.

Allein bei Besprechungen sollte es aber nicht bleiben. Denn bereits im Dezember 2014 fand zum ersten Mal  eine große interne Veranstaltung bei uns am Industrieweg statt. Das Westfalen Forum (eine eigens für  Events und Veranstaltungen umgebaute ehemalige Maschinenhalle) bot den passenden Rahmen.  In den Jahren zuvor hatte diese Veranstaltung in den großen Hotels in Münster stattgefunden.

Nun mussten wir –  das Team von apetito Catering – zeigen, dass wir diese Feuertaufe bestehen können. 

So ging es also in die Planungen für das Event: es wurden Gespräche geführt mit den unterschiedlichsten Abteilungen, mit Getränkelieferanten, Equipmentlieferanten, Zeltbauern und natürlich mit uns als Catering Team.

Für mich war das eine herausfordernde aber auch sehr interessante Zeit. Mir liegt es sehr am Herzen, dass am Ende einer Veranstaltung alle Gäste, aber auch alle an den Planungen beteiligten Personen zutiefst zufrieden sind.

Durch meine über zehnjährige Erfahrung in der Gastronomie sind mir Veranstaltungen dieser Größenordnung vertraut. Aus solchen Events nimmt man natürlich immer Ideen mit. Aber auch der Alltag kann eine Inspirationsquelle sein, wenn man die Augen öffnet für die schönen Dinge. Solche Eindrücke kann man dann kreativ verwerten und in solche Veranstaltungen einfließen lassen.

Natürlich geht es nicht darum, seinen persönlichen Geschmack umzusetzen, denn jede Veranstaltung ist so einzigartig wie die Gastgeber. Und am Ende gilt immer noch das alte Sprichwort:  „Der Gastgeber ist König“ 😀 .

Aktuell befinden wir uns wieder in den Planungen für eine weitere große Veranstaltung im Westfalen Forum. Ich freue mich jetzt schon darauf, allen Anwesenden zusammen mit meinem Team einen schönen Abend zu bereiten.

Ich hoffe ich konnte Euch/Ihnen einen kleinen Einblick in meine Arbeit hier im Hause der Westfalen Gruppe für Apetito Catering geben.

Bis wir uns das nächste Mal auf dem Flur, im Besprechungsraum oder bei einer der nächsten Veranstaltungen sehen, wünsche ich Euch/Ihnen alles Gute.

Euer/Ihr Tobias Gehre
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Frühjahrsdemo statt Frühjahrsempfang

Schwulendemo damals – LSBTI*-Bewegung heute

Hallo liebe Leser_innen, 

mein Name ist Tobias Gehre, ich arbeite in der Unternehmenszentrale der Westfalen AG im Apetito Catering. Ehrenamtlich engagiere ich mich als Vorstandsmitglied des Christopher Street Day Münster e.V. (kurz: CSD Münster). Und in dieser Funktion möchte ich heute von unserer Frühjahrsdemo berichten, die wir in diesem Jahr zum ersten Mal durchgeführt haben. In den letzten Jahren haben wir stets einen Frühjahrsempfang veranstaltet, in diesem Jahr – wie gesagt – eine Frühjahrsdemo. Und das hat einen ganz besonderen Grund. 

Demo 1972
Am 29. April 1972 fand in Münster die Erste Demo für die Rechte von Homosexuellen der Bundesrepublik Deutschland statt. Was eigentlich nur als Diskussion mit der Bevölkerung anlässlich des ersten Geburtstags von Münsters schwuler Studenteninitiative HSM gedacht war, sollte sich als wichtiges Signal erweisen, das zur Gründung weiterer Gruppen im ganzen Land führte. Ganz langsam konnte sich so eine homosexuelle Bewegung etablieren, deren Ausgangspunkt tatsächlich Münster war. Schon damals wurde auf Missstände aufmerksam gemacht, wie zum Beispiel Diskriminierung im privaten und beruflichen Bereich und Unterdrückung von sexueller Vielfalt und Aufklärung in Schulen.

2745 Jahre nach der Ersten Homosexuellendemo beschloss die LSBTIQ*-Community Münsters, an diese Anfänge zu erinnern. Am Samstag, den 29. April haben wir die Demo von damals auf der Originalroute von 1972 wieder aufleben lassen, für Akzeptanz und Vielfalt geworben und gegen den aktuellen Rechtsruck protestiert.
Beteiligt waren der CSD Münster e.V., das Autonome Schwulenreferat der Uni Münster, das KCM Schwulenzentrum e.V., der LiVas Verein für lesbische Frauen sowie die Aidshilfe Münster.

Mehrere Hundert Menschen sind dem Aufruf gefolgt und forderten gemeinsam das Ende gesetzlicher Diskriminierungen sowie die gesellschaftliche Akzeptanz aller Sexualformen und Geschlechter. Die Demo führte vom Schlossplatz über den Domplatz und Prinzipalmarkt.  Auf der Stubengasse schließlich fand zum Abschluss der Demo eine Kundgebung mit Redner_innen aus der Community statt. Musikalisch untermalt wurde die Kundgebung durch die Münsteranerin Linda Lulka
 

Zu den Redner_innen gehörten:

  • Sigmar Fischer: Aktivist und Mitglied der HSM (Homophile Studenten Münster) 1972
  • Felix A. Schäper: Selbsthilfegruppe TransIdent
  • Stefan Schmidt: KCM Schwulenzentrum e.V.
  • Andreas Sahner: CSD Münster e.V.
  • Dr. Birgit Bosold: Vorstand Schwules* Museum Berlin + Botschafterin CSD Münster 2017
Sigmar Fischer erinnerte sich zurück an 1972. Er selbst konnte damals nicht an der Demo teilnehmen, da sein Vater ihn nach Hause bat nach Bielefeld. Zwei Wochen zuvor hatte er dort auf seinem Schreibtisch ein Schriftstück liegen lassen, das ihn eindeutig als schwul outete. Anstatt zu demonstrieren habe er somit, so Fischer, damals sein Coming-Out bei seinen Eltern gehabt. Umso schöner sei es für ihn, nun nach 45 Jahren an der Demo teilnehmen zu können.
Andere Redner stellten eher in den Mittelpunkt, was seitdem passiert ist. Stefan Schmidt erinnerte an die Aidskrise der 80er und 90er und den gesellschaftlichen Druck unter dem Homosexuelle standen, ganz abgesehen von den persönlichen Schicksalsschlägen. Und Felix Schäper machte deutlich, dass die Community seit 1972 vielfältiger geworden ist. Mittlerweile gehe es auch um Themen wie geschlechtliche Vielfalt. Trans* und Inter*personen leiden noch immer unter gesellschaftlichen Geschlechternormen. Umso wichtiger sei es, dass Menschen lernen, was es bedeutet, wenn Individuen ihr Geschlecht ablehnen. Birgit Bosold hingegen blickte in die Zukunft und wies daraufhin, dass Deutschland immer noch nicht Spitzenreiter in der Verwirklichung von Gleichberechtigung sei.

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Der CSD Münster e.V. nahm die Kundgebung auch zum Anlass, sein diesjähriges Motto vorzustellen:

Mensch_enskinder, bleibt bunt!

Der Christopher Street Day Münster findet am 26. August 2017 am Aasee bei den Kugeln statt.

Ich freue mich schon heute darauf und hoffe, die/den eine_n oder andere_n von Euch dort zu treffen. 

Viele Grüße und bleibt bunt!
Tobias

* Lesbisch Schwul Bi Trans* Inter* Queer
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Stellt Euch Quer!

So lautet das diesjährige Motto des CSD Münster e.V.

Dies war aber nur eins von vielen Themen, die am 16.04.2016 bei unserem 2. Frühjahrsempfang angesprochen worden sind. Auch in diesem Jahr durften wir unsere Veranstaltung wieder in den Räumlichkeiten der Westfalen Gruppe, genauer gesagt in Raum Münster des Westfalen Towers abhalten.

Geladen waren Gäste aus Politik, Stadtgesellschaft, Mitglieder, Vereine der LSBTIQ*- Gesellschaft, Helfer_innen und natürlich auch unsere Hausherrin Frau Fritsch-Albert.

meyerholzNach ein paar Klängen von Singer/Songwriterin Hanna Meyerholz, durfte ich auch in diesem Jahr wieder die Veranstaltung im Namen des gesamten CSD- Vorstandes eröffnen und später dann auch moderieren.

Mein Name ist Tobias Gehre und ich bin seit Oktober 2014 Vorstandsmitglied des CSD Vereins. Mein Aufgabengebiet umfasst das Veranstaltungsmanagement, also die Organisation unserer Veranstaltungen und somit auch die Organisation des Frühjahrsempfangs. In wochenlanger Vorarbeit haben meine Vorstandskollegen (Lydia Dietrich, Andreas Sahner, Silke Gronhoff, Norman Devantier) und ich diese Veranstaltung geplant. Wir schrieben Einladungen und versendeten diese an Politiker_innen, Bürgermeister_innen, Vereine u.v.m.
Machten uns Gedanken um die Gestaltung und den Rahmen der Veranstaltung. Recht schnell war klar, dass wir in diesem Jahr eine musikalische Umrahmung der Veranstaltung möchten. Hierbei fiel uns die aus Münster stammende Singer/Songwriterin Hanna Meyerholz ein.

Mit ihren gefühlvollen und eingehenden Texten hatte sie unsere Gäste recht schnell in ihren Bann gezogen. Es sollten noch einige Songs an diesem Tag  folgen und nicht zuletzt kam sie so gut an, dass unsere Gäste um eine Zugabe baten, und so kamen wir noch einmal in den Genuss ihrer Texte und Stimme.

Frau Fritsch- Albert richtete einige Grußworten an unsere Gäste und erzählte kurz etwas zur Firmengeschichte und den Produkten der Westfalen Gruppe. Hierzu sagte sie: „Die Produkte unseres Hauses wie Benzin, Strom oder Gas mögen vielleicht nicht sexy sein, aber durch unsere Offenheit in Richtung Vielfalt können wir sie sexy machen!“

Ihr Angebot, unsere Veranstaltung in das Westfalen Forum zu verlegen, wenn unsere Veranstaltung immer weiter wachsen sollte, haben wir sehr wohl vernommen und bedanken uns für dieses Angebot recht herzlich.

Auch Frau Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson war zu Gast und stellvertretend für Herrn Oberbürgermeister Markus Lewe gekommen. Sie wies darauf hin, wie wichtig es ist, gemeinsam gegen Rechtspopulismus, Homo- und Trans*phobie auf- und für eine vielfältige und bunte Gesellschaft einzustehen. Und Christoph Strässer, Bundestagsabgeordneter aus Münster und ehemaliger Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe, versprach seinen Einsatz für eine Gesetzesinitiative des Bundesrats zur Öffnung der Ehe für alle Menschen, unabhängig von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität.

Vielen Dank an möchten wir auch an Aminta Schlaack für einen klugen und wunderschönen Text sagen. Hierbei geht es um die Vielfalt in jeglicher Hinsicht.

Für den Vorstand des CSD Münster e.V. konnte mein Vorstandskollege Andreas Sahner in seiner Rede zunächst auf ein erfolgreiches Jahr 2015 zurückblicken. Das Motto „BeKenntnis: Vielfalt“ war Inspiration für viele schöne, informative und unterhaltsame Veranstaltungen der LSBTIQ*-Community Münsters während der Pride Weeks und des Christopher Street Day am 29.8.2015. Weil sich zu Vielfalt nur bekennen kann, wer Vielfalt auch wirklich kennt, hat der Verein viele Möglichkeiten der Begegnung, des Kennenlernens und der Information geschaffen, und so um Respekt für die verschiedenen Lebensentwürfe geworben.

Für 2016 lautet das Motto des CSD Münster: „Stellt euch quer!“
In diesem Jahr wenden wir uns gegen den Rechtsruck in Teilen der Gesellschaft und die Versuche, Stimmung zu machen gegen Minderheiten. Hiervon sind auch Menschen betroffen, die nicht der heterosexuellen Norm entsprechen und denen vorgeworfen wird, sie gefährdeten die Zukunft von „Familie und Staat“. Dass in Regenbogenfamilien längst Verantwortung gemeinsam geteilt wird und dass die Selbstbestimmung von Menschen keine Gefahr für das Glück anderer Menschen ist, spielt dabei keine Rolle.

Der CSD Münster e.V. möchte denen eine Stimme geben, die man in der öffentlichen Diskussion nicht hört, weil nur über sie gesprochen wird und nicht mit ihnen. Daher werden in diesem Jahr zum ersten Mal die Queer Refugees for CSD teilnehmen und über die Situation queerer Geflüchteter in Deutschland und die Menschenrechtslage weltweit berichten. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit wird daher darauf liegen, die geflüchteten Menschen in unserer bunten Gesellschaft willkommen zu heißen und ihnen neue Perspektiven im gemeinsamen Zusammenleben zu bieten. Wer sich gegen Homo- und Trans*phobie stellen möchte, muss auch gegen Rassismus die Stimme erheben.

Der CSD Münster e.V. wird auch in diesem Jahr bei vielen Aktionen für Akzeptanz und Respekt auftreten. Am 17.5.2016 feiern wir gemeinsam mit den LSBTIQ*-Vereinen und Einrichtungen Münsters vor dem Stadthaus I den Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie mit einer Kundgebung ab 17 Uhr. Unsere Pride-Weeks beginnen mit dem traditionellen Hissen der Regenbogenflagge vor dem Stadthaus I am 6.8.2016 um 12 Uhr. Höhepunkt wird der Christopher Street Day am 27.8.2016 mit der CSDemo durch die Innenstadt und dem Kulturfest im Innenhof des Rathauses sein.

Eine weitere Aktion ist es, Münster bunt zu gestalten. Auf einer Wiese ganz in der Nähe des Aasees soll  mit Blumen geschrieben stehen: “Münster bekennt Farbe“.
Daran wollen wir anknüpfen und viele Geschäfte und Firmen bitten, sich eine Regenbogenflagge zu kaufen und diese in der Zeit der Pride-Weeks an ihrem Geschäft zu hissen. Auch die Westfalen AG soll angefragt werden und wir hoffen hier auf Unterstützung.

So nun hoffe ich, ihnen auch in diesem Jahr wieder einen kleinen Einblick in unsere Arbeit gegeben zu haben. Scheuen sie sich nicht mich bei Unklarheiten  anzusprechen.

Zum Schluss ein kleiner Tip von uns: Stellt Euch ruhig öfter mal quer. Nur dann seht Ihr, welche wundervollen Menschen Euch an Eurer Seite begleiten. Es lohnt sich.

Vielen Dank
Tobias Gehre


www.facebook.com/csdmuenster
Man withdrawing a wooden card painted as the gay pride flag from his suit pocket, close up of his hand.

Der CSD Münster zu Gast bei Westfalen

Mein Name ist Tobias Gehre und ich arbeite in der Unternehmenszentrale der Westfalen Gruppe im Apetito Catering.

Ehrenamtlich engagiere ich mich als Vorstandsmitglied des Christopher Street Day Münster e.V. (kurz: CSD Münster) und freue mich, diesen Beitrag im Westfalen Blog veröffentlichen zu dürfen.

Mitte März fragte ich per E-Mail bei Frau Fritsch-Albert an, ob es möglich sei, im Raum Münster – in der 10. Etage des Westfalen Towers – den ersten Frühjahrsempfang des CSD abzuhalten.

Daraufhin bekam ich einen Termin bei ihr im Büro und durfte ihr mein Anliegen vorstellen. Sie zögerte nicht einen Moment und sagte mir sofort zu. Auch alle weiteren Schritte leitete sie direkt ein.

So kam es, dass der CSD Münster am 18. April 2015 bei Westfalen seinen ersten Frühjahrsempfang ausrichtete. Sehr gefreut haben wir uns auch darüber, dass Frau Fritsch-Albert  die Eröffnungsrede gehalten hat. 

Frühjahrsempfang des CSD Münster bei der Westfalen AG: (v. li.:) Anna Schley, Renate Fritsch- Albert (Westfalen Geschäftsleitung) , Amelie Arnold, Tobias Gehre, Frauke Graumann,  Karin Reismann (Bürgermeisterin der Stadt Münster), Peter Steinhoff.
Frühjahrsempfang des CSD Münster bei der Westfalen AG: (v. li.:) Anna Schley, Renate Fritsch- Albert (Westfalen Geschäftsleitung) , Amelie Arnold, Tobias Gehre, Frauke Graumann, Karin Reismann (Bürgermeisterin der Stadt Münster), Peter Steinhoff.

 

Christopher Street Day

Weil der CSD Münster vielen noch unbekannt ist, möchte ich an dieser Stelle über uns und unsere Arbeit berichten: Immer wieder werden wir gefragt, warum es einen Christopher Street Day gibt.

Im Jahr 1969 führte die Polizei in New York eine ihrer gefürchteten Razzien in der Stonewall-Bar durch, einer Bar mit homo- und transsexuellem Zielpublikum. Am 28. Juni 1969 brachte diese Razzia das Fass zum Überlaufen: In der Christopher Street kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, als sich homo- und transsexuelle Menschen ihren Verhaftungen widersetzten. 1970 wurde das „Christopher Street Liberation Day Committee“ ins Leben gerufen, um am ersten Jahrestag auf die weiterhin vorhandenen Diskriminierungen aufmerksam zu machen.  Im Laufe der Zeit etablierten sich in sehr vielen Ländern jährliche Demonstrationen und Paraden, um für Gleichberechtigung und Antidiskriminierung zu kämpfen. Im deutschen Sprachraum nennen sie sich in den meisten Fällen Christopher Street Day, im Rest der Welt Pride oder Gay Pride.

Die erste Schwulendemo in Deutschland fand 1972 bei uns im westfälischen Münster statt. Sie legte die Grundlagen dafür, dass auch in der Bundesrepublik eine Bewegung entstand, die bis heute auf die leider noch vorhandenen Diskriminierungen aufmerksam macht.

CSDs: mehr als schrille Partys

Wir haben schon viel erreicht – allerdings können wir es uns noch lange nicht leisten, uns auf diesen Lorbeeren auszuruhen. In weiten Teilen der Öffentlichkeit werden CSDs als schrille Partys wahrgenommen, was sicherlich an einer unzureichenden Berichterstattung liegt.

Natürlich feiern wir – auch in Münster. CSD ist aber mehr und neben der Demonstration, dem Ständefest und der Abschlusskundgebung sind wir ganz besonders stolz auf unsere Pride Weeks, welche in diesem Jahr zum dritten Mal stattfinden. Mit dieser Veranstaltungsreihe möchten wir gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartner*innen ein Forum bieten, in dem die Facetten der sexuellen – also der menschlichen Vielfalt – in einem breiteren Rahmen vorgestellt werden können.

Eine Plattform für alle

Unser CSD ist nun wirklich keine reine Schwulenparade, so wie sie im medialen Radar vielerorts dargestellt wird. Wir legen Wert darauf, dass es viele verschiedene Themen gibt. Wir versuchen, allen eine Plattform zu bieten: schwul, lesbisch, bi-, trans-, intersexuell, nicht-heterosexuelle Jugend, HIV- und Aids-Betroffene, Regenbogenfamilien und andere. 

Das ist CSD und nicht nur ein paar halbnackte und kostümierte Männer.  Die Pride Weeks bieten die einzigartige Möglichkeit, den Mottos der jeweiligen Jahre den notwendigen Unterbau zu geben, der wichtig ist, um Fragestellungen und die entsprechenden Antworten in die Öffentlichkeit zu transportieren.

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beKENNTnis VIELFALT

Unser diesjähriges Motto beKENNTnis VIELFALT greift die Facetten der nicht-heteronormativen Subkulturen auf. Lassen Sie uns den Reichtum und die „Schönheit des Andersdenkens“ – die Vielfalt – erfahren und erleben. Auf den ersten Blick könnte das Motto gerade bei uns in der abendländischen Kultur einen theologischen Hintergrund suggerieren. Den hat es aber nicht. Die Hauptbotschaft ergibt sich aus der Kombination KENNT VIELFALT und soll darauf aufmerksam machen, dass die Menschheit eben nicht nur aus heterosexuellen, weißen und nicht-behinderten Menschen besteht. Es gehört mehr dazu: Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität sind ebenso ein Teil der Vielfältigkeit wie verschiedene Hautfarben, physische und psychische Leistungsmöglichkeiten sowie ethnische Hintergründe.

Vielleicht konnte mit meinem Blog-Beitrag  einige Vorurteile aus dem Weg räumen. Darüber würde ich mich freuen. Ganz herzlich bedanken möchte ich mich  bei Frau Fritsch-Abert für ihre Aufgeschlossenheit und großzügige Gastfreundschaft. :-)


Viele Grüße
Tobias Gehre

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Header-Bild: fotolia Man withdrawing a wooden card painted as the gay pride flag © Gajus