Archiv der Kategorie: Gastbeiträge

Frisch,saisonal und gesund: wir kochen für Sie.

Seit Anfang Juli ist das neu konzipierte Betriebsrestaurant der Westfalen Gruppe am Industrieweg geöffnet. Fast zwei Monate sind vergangen, die ersten Anlaufschwierigkeiten sind überwunden, das Team hat sich eingespielt.  Bisher haben wir fast ausschließlich positive Rückmeldungen erhalten. 

Für mich ergibt sich mit diesem Blog-Beitrag eine Möglichkeit, unsere Arbeitsweise zu erklären und einen Blick nach vorn zu werfen. Als Betriebsleiter des Restaurants arbeite ich eng mit meinem Küchenleiter Hendrik Krümpelmann zusammen. Wir erstellen den wöchentlichen Speiseplan, organisieren den Einkauf, steuern unser Catering-Angebot für die Besprechungsräume hier im Hause genauso die weiteren Service-Leistungen und nicht zuletzt kümmern wir uns um das Budget.

Beim Einkauf legen wir ganz viel Wert auf frische und regionale Produkte. Erste Lieferanten sind gefunden. Fleisch und Backwaren zum Beispiel beziehen wir schon jetzt aus der Region. Bei vielen Produkten arbeiten wir daran, unseren Gästen zertifizierte Bio-Ware anbieten zu können. Frische Küche aus der Region bedeutet natürlich auch: saisonale Küche. Im kommenden Winter werden wir daher vermehrt Kohlgerichte anbieten oder anderes Wintergemüse wie Pastinaken, rote Bete oder Winterkürbis. Wintergemüse enthalten viele Mineralien, Vitamine und Spurenelemente. Das bedeutet aber auch, dass Produkte wie Tomaten oder Gurken, die üblicherweise im Sommer Saison haben, mal nicht vorhanden sind. 

seelachs

Mindestens zweimal in der Woche bietet unsere Speisekarte Fisch. Den frischen Fisch beziehen wir über die Fischmanufaktur deutschesee , die Qualität ist bei diesem Lieferanten sehr hoch. Jede Lieferung wird von uns auf Frische geprüft, bevor wir den Fisch weiterverarbeiten. Oft ist der Fisch, den wir unseren Gästen servieren, erst am Tag zuvor gefangen worden. In seltenen Fällen arbeiten wir auch mit tiefgefrorener Ware, allerdings ist auch hier unser Anspruch sehr hoch.

Soweit wie möglich bereiten wir die Gerichte selbst zu. Pasta, Frikadellen, Rouladen, Soßen, Eintöpfe, Ragouts und vieles mehr – unsere Mitarbeiter stehen morgens ab 6:30 Uhr in der Küche, damit zur Mittagszeit alles fertig ist. Durch dieses Konzept ist unsere Küche einer der Bausteine des Gesundheitsmanagements der Westfalen Gruppe und wird auch vom Unternehmen bezuschusst. Nichts desto trotz lassen sich durch das veränderte Einkaufsverhalten (überwiegend frische Produkte, wenig Conveniece) höhere Preise nicht vermeiden.
Auflauf
Überrascht hat uns, wie gut die „Aktionsküche“ trotz der etwas höheren Preise von unseren Gästen angenommen wird. „Aktionsküche“ bedeutet, dass täglich ein Gericht aus der Menüauswahl direkt vor dem Gast zubereitet wird oder zumindest den letzten Schliff erhält. Mit Grill und Wok werden hier die tollsten Kreationen gezaubert. Eine kleine Auswahl aus der aktuellen Speisekarte:

  • Gegrillter Alaska-Seelachsfilet Spieß „Green-Lemon“ auf rotem Linsen-Ragout und Kartoffeln aus dem Ofen
  • Tranchiertes Schweinefilet vom Grill mit Rahmpfifferlingen und Salbeignocchi
  • Gebratenes Seehechtfilet mit Zitronen-Buttersoße, gebackenen Süßkartoffeln und Feldsalat mit Äpfeln und Joghurtdressing
Ein weiterer Schwerpunkt unserer Karte ist das „Lieblingsgericht“. Wir planen hier künftig auch Gerichte, die aus den Reihen der Mitarbeiter kommen. Das bedeutet:  hierfür wünschen wir uns viel Input von unseren Gästen. Also: was ist Ihre Lieblingsspeise, was hat Ihre Oma immer so toll gekocht, was haben Sie im Urlaub am liebsten gegessen? Wir nehmen Ihre Wünsche gerne entgegen und werden versuchen, Ihre Anregungen umzusetzen. Bitte melden Sie sich auch, wenn Sie Kritik üben möchten. Geben Sie uns so die Chance, es beim nächsten Mal besser zu machen. 

Im Moment arbeiten wir auf der Basis von über 200 Rezepten. Manchmal können wir unsere Gäste  aber auch mit Schnitzel, Curry-Wurst, Pizza oder Lasagne glücklich machen. 🙂 Und auch darauf nehmen wir natürlich Rücksicht.

Die Ausrüstung unserer Küche stellt die meisten Profi-Küchen weit in den Schatten. Bis wir alle Geräte im Einsatz haben, wird es noch etwas dauern. Geräte zur Herstellung feinster Fruchtmousse, Essenzen, Fonds und Eis warten auf ihren Einsatz. Wie bei allen neuen Maschinen benötigt man eine gewisse Einarbeitungszeit, bis alles reibungslos funktioniert. Aber dann dürfen sich unsere Gäste noch auf einige Überraschungen freuen. 

Wir sehen uns im Betriebsrestaurant
Ihr Markus Klingebeil

Am Eröffnungstag hat Westfalen ein paar kleine Interviews aufgenommen, um die Stimmung im neuen Betriebsrestaurant einzufangen. 



Knigge, Bewerbungen & Co.: Kooperation mit der Realschule Wolbeck

Mein Name ist Lara Benger und ich besuche die neunte Klasse der Realschule Wolbeck. Mit dieser kooperiert die Westfalen Gruppe seit 5 Jahren im Bereich Berufswahl und Berufsvorbereitung. Was genau man sich darunter vorstellen kann, möchte ich Ihnen in diesem Blog-Beitrag gerne berichten.

Knigge – was ist das eigentlich?

Diese Frage stand im Raum, als meine Mitschüler und ich vor dem Vertretungsplan standen. Statt normalem Unterricht sollte ein Knigge-Training mit der Westfalen Gruppe stattfinden. Viel mehr Informationen gab es nicht, wir sollten uns also einfach überraschen lassen. Als es am besagten Tag dann losging, begrüßte uns nicht wie gewohnt unser Lehrer, sondern Frau Lensing und zwei Auszubildende der Westfalen Gruppe. Sie haben das Training mit uns durchgeführt, und uns von dem Ursprung der Benimm- und Verhaltensregeln berichtet.
Wir erfuhren dort u.a., dass diese von Adolph Freiherr von Knigge „aufgestellt“ wurden (daher der Name) und bereits aus dem 18. Jahrhundert stammen. 

Später wurden uns anhand von Beispielen viele wichtige Tipps und Details zum Begrüßen von Mitarbeitern und Vorgesetzten, zur Körperhaltung und zum Erscheinungsbild gegeben, damit wir bei unserem Start in das anstehende Praktikum direkt einen positiven Eindruck hinterlassen und alles „richtig machen“.

Damit auch alles in Erinnerung bleibt und wir jederzeit nachlesen können, was wir zum Thema „Knigge“ gelernt haben, wurde am Ende des Trainings ein Handout ausgeteilt.

Mindmap

Weiter ging es mit einem Bewerbertraining

Für das Bewerbertraining kamen Frau Florath und weitere zwei Auszubildende von Westfalen an unsere Schule. Zu Beginn erstellten wir gemeinsam an der Tafel eine allgemeine Mindmap zum Thema „Bewerbung“, um erst einmal zu schauen, was wir schon wussten und was unsere Erwartungen an den Tag waren.

Danach bekamen wir pro Gruppe einen Umschlag mit einem gut verfassten und mit einem weniger gut verfassten Bewerbungsanschreiben bzw. Lebenslauf. Beide waren in Sinnabschnitte zerteilt. Nun sollten wir in Gruppenarbeit die Teile zusammenlegen, sodass wieder ein vollständiges Dokument entsteht. Im Anschluss wurde beides verglichen, besprochen und optimiert.

Auch hier erhielten wir am Ende des Tages ein interessantes Handout mit vielen Tipps für ein Bewerbungsgespräch bzw. Auswahltag und wichtigen Hinweisen für die Bewerbung.

Und so ging ein weiterer interessanter und spannender Tag zu Ende.

Auf in die letzte Runde – der Berufsstartertag

Wie schon in den letzten Jahren fand auch diesmal der Berufsstartertag statt. An diesem Tag ermöglichen mehrere teilnehmende Betriebe den Schülerinnen und Schülern der 9. Klasse ein realitätsnahes Vorstellungsgespräch zu führen. Für jeden gab es vor den Ferien die Gelegenheit, sich bei mehreren Betrieben für ein Bewerbungsgespräch einzutragen. Nach den Ferien erfuhren wir dann, bei welchem Betrieb wir uns jeweils um einen Ausbildungsplatz und ein Vorstellungsgespräch bewerben sollten – in meinem Fall war das die Westfalen Gruppe.

vorstellungsgespraechAm 13. Mai war es dann soweit: Das Vorstellungsgespräch stand an.

Ich meldete mich um kurz vor 12 Uhr am Empfang und wurde kurz darauf von einer Auszubildenden abgeholt. Im folgenden Bewerbungsgespräch mit Frau Florath war ich anfangs sehr aufgeregt, aber im Laufe des Gesprächs legte sich meine Nervosität und ich führte ein angenehmes Vorstellungsgespräch mit ihr.

Anschließend gab es noch das Feedback zum Gespräch und abgesehen von ein paar kleinen Anfängerfehlern, ist es auch aus ihrer Sicht super gelaufen.

Alles also halb so wild! 🙂

Und auch mein nächster Besuch bei der Westfalen Gruppe ist schon geplant: Im Sommer werde ich hier ein Praktikum im Bereich IT absolvieren um noch mehr Einblicke in die Berufswelt zu bekommen.

Viele Grüße
Lara Benger

Bild Mindmap: Fotolia  #44178028 | Urheber: Gooseman

Der CSD Münster zu Gast bei Westfalen

Mein Name ist Tobias Gehre und ich arbeite in der Unternehmenszentrale der Westfalen Gruppe im Apetito Catering.

Ehrenamtlich engagiere ich mich als Vorstandsmitglied des Christopher Street Day Münster e.V. (kurz: CSD Münster) und freue mich, diesen Beitrag im Westfalen Blog veröffentlichen zu dürfen.

Mitte März fragte ich per E-Mail bei Frau Fritsch-Albert an, ob es möglich sei, im Raum Münster – in der 10. Etage des Westfalen Towers – den ersten Frühjahrsempfang des CSD abzuhalten.

Daraufhin bekam ich einen Termin bei ihr im Büro und durfte ihr mein Anliegen vorstellen. Sie zögerte nicht einen Moment und sagte mir sofort zu. Auch alle weiteren Schritte leitete sie direkt ein.

So kam es, dass der CSD Münster am 18. April 2015 bei Westfalen seinen ersten Frühjahrsempfang ausrichtete. Sehr gefreut haben wir uns auch darüber, dass Frau Fritsch-Albert  die Eröffnungsrede gehalten hat. 

Frühjahrsempfang des CSD Münster bei der Westfalen AG: (v. li.:) Anna Schley, Renate Fritsch- Albert (Westfalen Geschäftsleitung) , Amelie Arnold, Tobias Gehre, Frauke Graumann,  Karin Reismann (Bürgermeisterin der Stadt Münster), Peter Steinhoff.
Frühjahrsempfang des CSD Münster bei der Westfalen AG: (v. li.:) Anna Schley, Renate Fritsch- Albert (Westfalen Geschäftsleitung) , Amelie Arnold, Tobias Gehre, Frauke Graumann, Karin Reismann (Bürgermeisterin der Stadt Münster), Peter Steinhoff.

 

Christopher Street Day

Weil der CSD Münster vielen noch unbekannt ist, möchte ich an dieser Stelle über uns und unsere Arbeit berichten: Immer wieder werden wir gefragt, warum es einen Christopher Street Day gibt.

Im Jahr 1969 führte die Polizei in New York eine ihrer gefürchteten Razzien in der Stonewall-Bar durch, einer Bar mit homo- und transsexuellem Zielpublikum. Am 28. Juni 1969 brachte diese Razzia das Fass zum Überlaufen: In der Christopher Street kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, als sich homo- und transsexuelle Menschen ihren Verhaftungen widersetzten. 1970 wurde das „Christopher Street Liberation Day Committee“ ins Leben gerufen, um am ersten Jahrestag auf die weiterhin vorhandenen Diskriminierungen aufmerksam zu machen.  Im Laufe der Zeit etablierten sich in sehr vielen Ländern jährliche Demonstrationen und Paraden, um für Gleichberechtigung und Antidiskriminierung zu kämpfen. Im deutschen Sprachraum nennen sie sich in den meisten Fällen Christopher Street Day, im Rest der Welt Pride oder Gay Pride.

Die erste Schwulendemo in Deutschland fand 1972 bei uns im westfälischen Münster statt. Sie legte die Grundlagen dafür, dass auch in der Bundesrepublik eine Bewegung entstand, die bis heute auf die leider noch vorhandenen Diskriminierungen aufmerksam macht.

CSDs: mehr als schrille Partys

Wir haben schon viel erreicht – allerdings können wir es uns noch lange nicht leisten, uns auf diesen Lorbeeren auszuruhen. In weiten Teilen der Öffentlichkeit werden CSDs als schrille Partys wahrgenommen, was sicherlich an einer unzureichenden Berichterstattung liegt.

Natürlich feiern wir – auch in Münster. CSD ist aber mehr und neben der Demonstration, dem Ständefest und der Abschlusskundgebung sind wir ganz besonders stolz auf unsere Pride Weeks, welche in diesem Jahr zum dritten Mal stattfinden. Mit dieser Veranstaltungsreihe möchten wir gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartner*innen ein Forum bieten, in dem die Facetten der sexuellen – also der menschlichen Vielfalt – in einem breiteren Rahmen vorgestellt werden können.

Eine Plattform für alle

Unser CSD ist nun wirklich keine reine Schwulenparade, so wie sie im medialen Radar vielerorts dargestellt wird. Wir legen Wert darauf, dass es viele verschiedene Themen gibt. Wir versuchen, allen eine Plattform zu bieten: schwul, lesbisch, bi-, trans-, intersexuell, nicht-heterosexuelle Jugend, HIV- und Aids-Betroffene, Regenbogenfamilien und andere. 

Das ist CSD und nicht nur ein paar halbnackte und kostümierte Männer.  Die Pride Weeks bieten die einzigartige Möglichkeit, den Mottos der jeweiligen Jahre den notwendigen Unterbau zu geben, der wichtig ist, um Fragestellungen und die entsprechenden Antworten in die Öffentlichkeit zu transportieren.

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beKENNTnis VIELFALT

Unser diesjähriges Motto beKENNTnis VIELFALT greift die Facetten der nicht-heteronormativen Subkulturen auf. Lassen Sie uns den Reichtum und die „Schönheit des Andersdenkens“ – die Vielfalt – erfahren und erleben. Auf den ersten Blick könnte das Motto gerade bei uns in der abendländischen Kultur einen theologischen Hintergrund suggerieren. Den hat es aber nicht. Die Hauptbotschaft ergibt sich aus der Kombination KENNT VIELFALT und soll darauf aufmerksam machen, dass die Menschheit eben nicht nur aus heterosexuellen, weißen und nicht-behinderten Menschen besteht. Es gehört mehr dazu: Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität sind ebenso ein Teil der Vielfältigkeit wie verschiedene Hautfarben, physische und psychische Leistungsmöglichkeiten sowie ethnische Hintergründe.

Vielleicht konnte mit meinem Blog-Beitrag  einige Vorurteile aus dem Weg räumen. Darüber würde ich mich freuen. Ganz herzlich bedanken möchte ich mich  bei Frau Fritsch-Abert für ihre Aufgeschlossenheit und großzügige Gastfreundschaft. 🙂


Viele Grüße
Tobias Gehre

Besuchen Sie den CSD auf Facebook (facebook.com/CSD.Muenster.eV) oder auf Youtube (youtube.com/watch?v=0duw-sXVx1E).

Header-Bild: fotolia Man withdrawing a wooden card painted as the gay pride flag © Gajus