Archiv der Kategorie: Wir privat

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Catch the moment!

Guten Tage liebe Leser und Leserinnen,

meine eine erste Kamera war ein riesiger Apparat, bei dem man zum Weitertransport des Films ein Rädchen drehen musste. Pro Film standen damals allenfalls 36 Bilder zur Verfügung, das bedeutete, dass ich mir genau überlegen musste, was ich fotografiere. Zu Beginn waren meine Fotos oft verschwommen oder das Motiv war unglücklich gewählt. Aber bevor ich das feststellen konnte, musste ich die Filme entwickeln lassen und die Kosten dafür tragen. Da war jedes misslungene Bild ärgerlich.

Im Laufe der Jahre habe ich Erfahrung gesammelt und besitze mittlerweile eine Spiegelreflexkamera mit einer 32 GB Speicherkarte. So ausgerüstet kann ich tausende Fotos machen und – falls notwendig – problemlos löschen. :-)

Die Fotografie ist inzwischen eines meiner Hobbies geworden, endlos viele Aufnahmen sind entstanden: vom PortraitGrashalm über meine Katzen bis hin zur Portrait- und Eventfotografie. 

Nach und nach kamen dann die Anfragen von Freunden und Bekannten: ob ich denn nicht einmal auf der einen oder anderen Veranstaltung fotografieren möchte? Oder ein Portrait-Foto anfertigen könnte? So entwickelte sich mein Hobby immer weiter, mit den Anforderungen wuchsen auch meine Kenntnisse. 

Ich nahm am Fotowettbewerb der WN teil und gewann direkt. Das von mir eingesendete Bild wurde Sommerfoto der WN Kreis Coesfeld. Als ich das Foto mit unserem Jack Russel Benny in der Zeitung sah, habe ich mich „tierisch“ gefreut. 

Später, während meines Fachabiturs als Gestaltungstechnische Assistentin hatte ich die Möglichkeit, ein achtwöchiges Praktikum bei den Fotografen Johanna Schindler und Anastasia Kapluggin in Nottuln zu absolvieren. Portraitfotografie, Veranstaltungen, Familien und Babies, … – es war alles dabei und ich durfte alles lernen.

Eine Hochzeit dauert einen ganzen Tag von früh morgens bis spät nachts: da kommen schon einmal um die 3000 Fotos zusammen, die man am nächsten Tag erst einmal aussortieren darf.

Ein Highlight meines Praktikums war der Studiotag für mich. Einen halben Tag hatte ich das Studio für mich ganz allein. Ich durfte Freunde fotografieren und viele Dinge ausprobieren, sogar ein kleines Holi-Festival habe ich veranstaltet. :-)

Heute besitze ich meine Spiegelreflex Kamera, ein Stativ, zwei Objektive, Diffusor, Studiolicht Softbox und eine Menge mehr Erfahrung (lerne aber immer noch dazu). Das alles setze ich weiterhin für mein Hobby ein und fotografiere alles, was mir vor die Linse kommt. Ohne dass der Film voll ist – höchstens ist mal der Akku leer. :-) 

Viele Grüße 
Alina Bertels
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Aus dem Sattel auf den Bürostuhl

Kaum 16 Jahre jung und schon hatte ich für meine Zukunft eine ganz genaue Vorstellung: Als Pferdenärrin und -besitzerin wollte ich mein Geld unbedingt mit dem verdienen, was ich liebe. Also habe ich mich nach meinem Realschulabschluss für eine Ausbildung als Pferdewirtin bei einem erfolgreichen Reiterhof beworben. Kaum war die Zusage eingetroffen, polierte ich in meiner Begeisterung alle meine Reitutensilien auf und kaufte auch einiges neu :-) . 

ppic2 (3)Was Verantwortung und Disziplin bedeuten – das habe ich in dieser Ausbildung gelernt. Denn der Umgang mit Pferden erfordert beides. Mit dem Reitsport entscheidet man sich für einen ganz besonderen Teampartner. Einen, der mehrere hundert Kilo auf die Waage bringt, ein Fluchttier mit schnellen Reflexen. Wenn dieser Partner dem Menschen vertraut und ihn im besten Falle als „Leittier“ anerkennt, ist viel gewonnen. Bis es soweit ist, heißt es allerdings, Ängste zu überwinden und auch einmal Niederlagen einzustecken. 

Der Arbeitstag begann um 7:00 Uhr mit dem Füttern der 165 Pferde. Danach hieß es Ställe einstreuen, Pferde pflegen, Pferde satteln und trainieren. Besonders die Arbeit mit den jungen dreijährigen Hengsten war nicht immer leicht. Die meisten kannten weder ein Halfter am Kopf noch den wirklichen Kontakt zum Menschen und mit ihrem Respekt war es auch nicht weit her. Für mich bedeutete das: Vorsichtsmaßnahmen und Aufmerksamkeit hoch zehn. Schon das Herausführen aus der Box war oft ein Abenteuer. Die Gefahr, dass ein Pferd auch mal in der Box ausschlägt, oder dass man an die Wand gequetscht wird, ist doch einigermaßen hoch. Mit Stahlkappenschuhen und Reithandschuhen – die Boxentür immer einen Spalt weit geöffnet – begegnet man mit einem leicht nervösen Gefühl dem aufgewühlten Junghengst und bemüht sich, ihm mit viel Ruhe und Bestimmtheit, ein Halfter über den Kopf zu streifen. 

pIMG_1474Der Reiterhof bot aber auch Reitunterricht und  Ferienfreizeiten für Kinder. Der Reitunterricht auf Schulpferden fand nachmittags statt. Schulpferde sind etwas anderes als Junghengste :-) – meist etwas älter, brav und geduldig. Aber auch ein Schulpferd kann sich erschrecken und losgaloppieren oder zur Seite springen. Meine Aufgabe war es, den Kindern beim Vorbereiten der Pferde zu helfen, also aus der Box führen, putzen, Hufe auskratzen, satteln. Während dieser Vorbereitung für den Reitunterricht musste ich immer viele Fragen der Schüler beantworten: von pferdetypischem Verhalten, über das richtige Reiten bis hin zur Pferdeanatomie. Einige Mal durfte ich während meiner Ausbildung auch Reitunterricht geben. Das hat mir besonders viel Freude gemacht. Auch Ausritte in die Umgebung gehörten zum Programm und am allerliebsten bin ich natürlich selbst mitgeritten :-) 

Abends wurden Stallgassen und und Sattelkammern gefegt und aufgeräumt. Gegen 18 Uhr setzte ich mich dann auf mein Mofa und fuhr nach Hause. Oft fielen mir nach dem Abendessen die Augen zu: körperliche Arbeit macht doch sehr müde. Pferde müssen auch am Wochenende gefüttert und bewegt werden. Daher haben wir auch am Samstagen und Sonntagen gearbeitet, wobei während der Turniersaison diese Wochenendeinsätze schon einmal bis in den Abend dauerten. Im Winter war es natürlich oft sehr kalt und in Pferdeställen gibt es nun einmal keine Heizung. Da half nur: warmarbeiten! 

Irgendwann musste ich dann auf Grund der großen körperlichen Belastungen, die bereits erste Beschwerden mit sich brachten, einsehen, dass Pferdewirtin doch nicht mein endgültiger Beruf sein kann.

Daher entschied ich mich für meine zweite Leidenschaft, absolvierte mein Fachabitur als Gestaltungstechnische Assistentin und startete danach in meine Ausbildung als Mediengestalterin hier bei der Westfalen AG! Und ich muss sagen: es ist eine tolle Ausbildung, die mindestens so viel Spaß macht, wie die Ausbildung zur Pferdewirtin!
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Nach alter Gewohnheit sitze ich bereits gegen 7 Uhr an meinem Arbeitsplatz. So habe ich nachmittags Zeit für mein Hobby: das Reiten. Denn das Glück der Erde liegt nun einmal auf dem Rücken der Pferde. Wer das einmal erfahren hat, der kommt davon kaum wieder los. :-)

Viele Grüße
Alina Bertels

 

 

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Bali – ein Leben im Paradies?

Im August 2016 verschlug es mich für vier Monate auf die „Insel der Götter“. Ein ganz schön langer Urlaub, mag man denken. Aber tatsächlich war ich auf der Trauminsel Bali um zu studieren, bevor ich mein dreimonatiges Praktikum in der Unternehmenskommunikation der Westfalen Gruppe antrat. Der Strand wurde neben der Universitas Udayana zu meinem zweiten Zuhause. Doch wie lebt es sich auf Bali?

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Uns Studenten erwartete für vergleichbar wenig Geld der wahre Luxus. Für rund 300 Euro monatlich wurde uns einiges geboten: eine „Villa“ fünf Minuten vom Strand entfernt, ein großer Pool, Security Dienst und eine Putzfrau. In Deutschland wäre dies für einen Studenten unvorstellbar und auch wir benötigten einige Tage, um uns an diesen Luxus zu gewöhnen. Giftige Frösche, etliche Stromausfälle und braunes Duschwasser gab es für diesen Preis inklusive: Willkommen auf Bali.

Ich lebte mit meinen Kommilitonen in Kerobokan im Südwesten der indonesischen Insel. Dieser Ort ist besonders wegen seines Gefängnisses bekannt (Buchempfehlung: „Hotel K“ von Kathryn Bonella) und zieht nur wenige Touristen an. Unsere Nachbarn waren daher insbesondere „locals“ (= Einheimische), die mit ihren täglichen religiösen Ritualen und ihrer völlig anderen Lebensweise auch unser Leben beeinflussten – und nicht nur während der Zeit auf Bali.

kuesteDas durchschnittliche Einkommen eines Balinesen liegt bei etwas über 100 Euro im Monat. Dies lässt erahnen, wie man hier lebt: einfach, sparsam, aber glücklich! Die Häuser sind oft sehr klein und nicht mit europäischen Standards zu vergleichen. Die „locals“ lieben ihre „Warungs“ – kleine Imbisse, zum Teil nur wenige Quadratmeter groß. Dort wird zusammen gegessen, Karten gespielt oder einfach Zeit mit Freunden verbracht. Nasi goreng (gebratener Reis) ist neben mie goreng (gebratene Nudeln) das absolute Lieblingsgericht der Balinesen. Bevorzugt dazu genießen sie ab und zu mal einen Arak („Reisschnaps“), bei dem selbst gestandene Europäer aus den Flip-Flops kippen.
warungfussballDie Hobbys unserer Nachbarn waren erstaunlich „westlich“: Badminton, Basketball, Fitnessstudio, Nähen und Brettspiele. Eine große Gemeinsamkeit mit Deutschland gab es: Sowohl Groß als auch Klein lieben Fußball. Natürlich gehen richtige Fans auch am Wochenende ins Stadion. Mein sportliches Highlight war daher ein Spiel des Fußballclubs Bali United F.C. Die sonst so friedlichen Balinesen können eins: Stimmung machen…und mit solchen Bildern habe ich nicht gerechnet :-) 

haustempelNeben der „Religion Fußball“ ist der Hinduismus einer der wichtigsten Bestandteile des alltäglichen Lebens. Bali wird nicht ohne Grund die „Insel der 1000 Tempel“ genannt. Neben großen Tempelanlagen, die schnell zu Touristenattraktionen wurden (Uluwatu Tempel), besitzt nahezu jedes Haus einen eigenen kleinen Tempel bzw. Opferschrein. Täglich werden unglaublich viele Opfergaben im Haus, an Straßenkreuzungen und auch an Stränden platziert. Geopfert werden insbesondere Blumen, Lebensmittel, aber auch kleine Geldbeträge, um Dämonen zu besänftigen und Götter zu huldigen. Für mich war der strikte Glaube zu keinem Zeitpunkt meines Aufenthaltes unauthentisch oder zwanghaft. Trotz Globalisierung und dem immer stärkeren westlichen Einfluss durch Touristen werden diese Rituale von Jung und Alt vollzogen.
opfergabenDutzend religiöse Zeremonien waren auch auf den Straßen allgegenwärtig und versperrten uns einige Male den Heimweg. Oft pilgerte das ganze Dorf in traditioneller Kleidung durch die Straßen, was den Verkehr lahmlegte. Daher blieb es uns nicht erspart, uns an den abenteuerlichen Fahrstil der Einheimischen anzupassen, um im Dauerstau überhaupt irgendwie von A nach B zu gelangen. Fernab von sämtlichen Verkehrsregeln verinnerlichten wir folgende Regeln:

  • nur mit dem Roller geht es vorwärts
  • auch der Bürgersteig ist befahrbar
  • und gefühlt gibt es überhaupt keine Regeln – einfach dem Strom folgen

Der Verkehr ist wirklich eine Zumutung und Rollerunfälle sind leider an der Tagesordnung. Dennoch erlebt man im Straßenverkehr die kuriosesten Szenen. Balinesische Roller scheinen größer zu sein, denn hier finden ganze Familien inklusive Kindern und Haustieren Platz auf einem einzigen Roller. Auch meterlange Bambusrohre, Kühlschränke oder säckeweise Reis werden mit dem Verkehrsmittel Nummer eins transportiert. Ein wirklich ungewohnter Anblick sind auch so manche „Tankstellen“. Getankt wird für umgerechnet 50 Cent stilvoll am Straßenrand aus PET-Flaschen.

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Generell sind die Lebenskosten außerhalb der touristischen Gebiete wie Kuta oder Seminyak gering. 90 Cent für eine ordentliche Portion Reis und Hähnchenspieß, ressourcenschonend in Zeitungspapier „to go“ eingepackt, 70 Cent für eine riesige Wassermelone, 30 Cent für Softdrinks – aber 12 Euro für ein Glas Nutella. Importierte Ware ist um ein Vielfaches teurer als in Deutschland. Auch aus diesem Grund sollte man sich auf die leckere indonesische Küche einlassen und den Gang in ein „Warung“ wagen.

Apropos Essen: Balinesen opfern einen kleinen Teil ihrer Speisen in den Opfergaben – leider auch ein gefundenes Fressen für die „Bali-Dogs“. Die Gesundheitszustände der Straßenhunde sind oft besorgniserregend und viele Reiseführer warnen vor Tollwut. Dennoch sind die Hunde in touristischen Gebieten schon fast komplett verdrängt und nicht zwangsläufig aggressiv oder krank. Viele der Hunde tragen Halsbänder und werden auch in Bali als vollwertiges Familienmitglieder gesehen.

In meinen Augen gibt es ein viel größeres Problem. Eine geregelte Müllentsorgung gibt es nicht, jegliche Art von Müll wird einfach in Gräben gesammelt, von Straßenhunden durchwühlt und irgendwann verbrannt oder einfach in das Meer oder auf leere Landabschnitte gekippt. Balis Traumstrände versinken leider im eigenen Müll.

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Bali hat zwei Seiten: die bunten Touristenorte mit prachtvollen Hotels, schrillen Diskotheken, teuren Restaurants und Boutiquen. Auf der anderen Seite gibt es die touristisch unberührten Orte, die das „wahre“ Bali zeigen: wunderschöne Landschaften, einfache Lebensweisen und die Faszination der Kultur. Das Leben dort ist anders, aber nicht zwangsläufig schlechter. Bali hat mir gezeigt, dass man auch mit (sehr) wenig ein glückliches Leben führen kann. Niemals habe ich einen schlecht gelaunten oder traurigen Einheimischen gesehen, der über sein Leben klagte. Davon sollten wir Deutschen uns eine kleine Scheibe abschneiden!

Viele Grüße
Vanessa Steingröver

 

 

 

 

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Das Pop-Oratorium Luther

Ich war und bin wieder dabei!
Im Rahmen des Reformationsjubiläums (500 Jahre) veranstaltet die Stiftung Creative Kirche  (in Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Deutschland und weiteren Partnern)  Chorprojekte für Sängerinnen und Sänger aus Kirchenchören, Pop- und Gospelchören, Schul- und Jugendchören sowie Sängerinnen und Sängern ohne Chorzugehörigkeit.

Das Pop-Oratorium „Luther“ wurde eigens für diesen Anlass von dem (bereits durch das Pop-Oratorium „Die 10 Gebote“ erprobten) Erfolgsduo Michael Kunze und Dieter Falk geschrieben.

Paten und Schirmherren  sind u.a. Eckhard von Hirschhausen (Zitat: „Es gibt Menschen, die singen wenn Sie alleine sind und Menschen, die sind alleine, wenn Sie singen“) und Margot Käßmann

Soviel zum offiziellen Teil…..
Feuer und Flamme!

Seit ungefähr 5 Jahren bin ich Teil des Chores „conTakte“ unserer Kirchengemeinde.  Unser Repertoire umfasst vor allem geistliche Lieder, aber auch Traditionals und einige Gospels. Die meisten Stücke singen wir á cappella, ab und zu gibt es eine Begleitung durch die Orgel in der Kirche. Wir sind aber auch jederzeit bereit, Neues zu probieren.

Anfang 2015 stellte unser Chorleiter das Projekt Pop-Oratorium Luther vor. Wir waren sofort Feuer und Flamme. Allein der Gedanke, dass sich so viele Menschen zu einem Projekt zusammenschließen, ließ uns nicht lange zögern. Wir meldeten uns an!

Die Religionszugehörigkeit ist bei diesem Projekt gleichgültig. Hier findet gelebte Ökumene statt. Alle sind willkommen und können mitsingen. Im Oktober letzten Jahres waren Chöre bzw. Sänger und Sängerinnen aus ganz Deutschland dabei. Ein Ehepaar ist dafür sogar aus den Staaten angereist!

Wir konnten es gar nicht erwarten, die Notenhefte in die Hand zu bekommen und mit den Proben zu starten. Das Besondere an diesem Projekt war und ist, dass jeder seinen Part im Eigenstudium bzw. mit seinem Heimatchor einstudiert. Zu Übungszwecken gab es je Stimmlage CDs, durch die Vieles einfacher wurde und die Texte und Melodien einstudiert werden konnten.

Wow! Ein ganz besonderes Erlebnis!
Im April trafen sich dann alle Sänger und Sängerinnen zur Kick-Off Probe in der Westfalenhalle 1, Dortmund. Ich kann nur sagen: Gänsehautfeeling pur. 3.000 Menschen, der jüngste 7 Jahre, der älteste 84 Jahre. Eine riesige Menschenmenge, nach Singstimmen „sortiert“, die einen riesigen Chor bildeten. Dirigenten, die auf den Punkt genau, diese 3.000 Sänger zum Singen oder auch zum Schweigen bringen können.


Nach dieser Probe war aber auch klar, dass es noch einiges zu tun gibt. Mit einer Menge „Hausaufgaben“ fuhren wir nach 6-stündiger Probe nach Hause.

Hauptprobe in Essen

Im Oktober traf sich der gesamte Chor mit den Solisten in der Grugahalle in Essen zur Hauptprobe. Dort bekamen wir auch nähere Instruktionen bezüglich der uns betreffenden Choreographie. Das war der letzte Step, bevor wir am 30. Oktober 2015 zur Generalprobe nach Dortmund fuhren. Die Generalprobe hatte so ihre Tücken, doch bei der Vorstellung am nächsten Tag lief alles glatt.

Am 31. Oktober 2015 (Reformationstag) wurde das Werk in der Dortmunder Westfalenhalle 1 mit einem Symphonieorchester, einer Band, Musicaldarstellern und einem Chor aus 3.000 Sängerinnen und Sängern uraufgeführt. Ursprünglich war am Abend eine Vorstellung geplant. Aber auf Grund der hohen Ticketnachfrage wurde eine zweite Vorstellung am gleichen Tag angesetzt. Wir haben also das Pop-Oratorium zweimal nacheinander gesungen.

Am Ende der Vorstellungen standen alle auf und sangen gemeinsam: Chor, Solisten, Publikum. Herrlich! Eine ganz tolle Stimmung. Der ein oder andere verdrückte eine Träne und noch heute bekomme ich, wenn die die Mitschnitte sehe, eine Gänsehaut.

Insgesamt haben an diesem Tag 16.000 Zuschauer das Musical gehört. Atemberaubend schön :)

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Pressestimmen

Ein gelungenes Projekt!
Nach der Aufführung ging es für uns zur After-Show-Party. Wir waren uns alle einig. Ein sehr gelungenes Projekt, das viel Spaß und Freude gemacht hat. Die 5 Monate Vorbereitung hatten sich auf jeden Fall gelohnt. Ein bisschen Wehmut schwang auch mit, aber das Beste kommt bekanntlich zum Schluss…
Berlin, Berlin!
In 2017 (Luther-Jahr) geht das Luther-Pop-Oratorium auf Tournee. Den Abschluss bildet ein Konzert am 29.10.2017 in der Mercedes-Benz-Arena in Berlin. Das ZDF zeichnet die Vorstellung auf und wird sie zeitversetzt senden.

Wir singen wieder mit und freuen uns schon riesig. Der Probenplan bis dahin steht auch schon. Zur Kick-off-Probe werden wir eine Woche vor der Aufführung nach Witten fahren. Dann sind wir hoffentlich gut gerüstet und können sagen: Berlin, wir kommen!

Natürlich kann man auch Tickets als Zuschauer für Berlin oder einen der anderen Orte der Tour ordern.

Dieses Erlebnis sollten Sie nicht verpassen….

Silke Hoferichter

©Fotos: Stiftung Creative Kirche
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Stell es Dir vor.

Es freut mich sehr, dass Sie sich/Ihr euch die Zeit nehmt, meinen Blog-Beitrag zu lesen. Ich möchte heute aber nicht von meiner Arbeit im IT-Support der Westfalen Gruppe erzählen, sondern von meinem Hobby.

Dazu müssen wir zurück gehen in das Jahr 2012. Das Jahr, in dem Vladimir Putin erneut zum Präsidenten gewählt wurde, Obama die USA erneut für sich gewinnen konnte und Nordkorea eine Rakete in den Orbit schoss.

Für mich ganz persönlich haben sich in diesem Jahr bedeutende Weichen gestellt. Zu dem Zeitpunkt war ich noch Auszubildender zum IT-Systemkaufmann und wurde abends auf eine Party mitgenommen. Dort gab es – für mich zum ersten Mal – einen Karaoke Floor.  Und ja: ich habe mich getraut,  auf der kleinen Bühne zu singen. Zu Hause hatte ich  immer mal wieder gesungen aber nie vor Publikum und das war ein riesiger Schritt raus aus meiner Komfortzone.

Als ich also das kleine Podest herabsteige um wieder in der Masse zu verschwinden, werde ich von der Seite von zwei Mädchen angesprochen, die in einem Musicalverein sind und finden, dass ich auf jeden Fall mal an einem Mittwoch zu einer Probe erscheinen sollte. 

Ich war völlig perplex. Es gab wirklich Leute, die etwas darauf hielten, was ich da gesungen hatte! Natürlich war ich nicht nur perplex, sondern auch geschmeichelt :-) . Und so ging ich eine Woche später zu einer der Proben. Das war der Beginn meiner Mitgliedschaft im Freien Musical Ensemble Münster. Kurz FME genannt.

Jedem dem ich begegne und dem ich erzähle was ich mache, verdreht es die Augen. Oder es entlockt den Leuten ein müdes „Aha“. Vor dem geistigen Auge meiner Gesprächspartner entsteht dann wohl gerade das Bild eines vor sich hin dilletierenden Ensembles, das mit Ach und Krach eine Vorstellung über die Bühne bringt. Fremdschämfaktor inklusive. 

Davon jedoch sind wir meilenweit entfernt.  Einen kleinen Eindruck geben die beiden Videos zum 15jährigen Bestehen des FME Münster und der Trailer zu unserem letztjährigen Programm:

Gerne lasse ich hier die Gründer des FME zu Wort kommen und zitiere eine Passage aus dem Internetauftritt :

„Das Freie Musical-Ensemble Münster (FME) widmet sich der Erarbeitung von anspruchsvoller Musiktheater-Literatur. In jeder unserer Produktionen kommen 60 bis 100 Menschen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen, aber mit einer gemeinsamen Liebe und Leidenschaft für Musik und Theater zusammen, die sich über das normale Maß eines „Hobbys“ hinaus engagieren, um in Eigenregie eine rundum stimmige und harmonische Produktion auf die Bühne zu bringen.

Insgesamt zehn Produktionen haben wir bislang auf die Bühne gebracht und in mehr als 100 Aufführungen über 40.000 Zuschauer begeistert. Mit unseren aufwändigen und anspruchsvollen Produktionen haben wir aber nicht nur unser Publikum in den Bann gezogen, sondern auch Kritiker und Musikverlage von uns überzeugt. So hatten wir schon mehrfach die Ehre, auch deutsche Erstaufführungen auf die Bühne bringen zu dürfen.“

Willkommen ist bei uns jeder, der/die Teil eines Musicals sein möchte. Schauspieler, Musiker, Sänger, Schneider, Tontechniker, Pyrotechniker, Beleuchter und viele Berufe und Talente mehr finden sich im Ensemble des FME. 

Jeder kann mit seinen Fähigkeiten etwas beisteuern. So ziemlich jede Profession – auch Handwerker und Köche – hat sich bereits im FME wiedergefunden. Jeder darf hier sein, wie er ist und das macht das FME für mich so einzigartig und besonders. Es ist nicht mehr selbstverständlich in Zeiten von Pegida, Flüchtlingskrise, Syrienkrieg und dem Streit von Großmächten, man selbst sein zu können, ohne Vorurteile willkommen zu sein und zusammen an etwas Besonderem zu arbeiten.

Durch beständige und auch oft sehr anstrengende Arbeit ist das FME über die Jahre sehr gewachsen. Mittlerweile steht uns als professionelle Spielstätte der Waldorf Konzertsaal zur Verfügung, haben wir ein 40 Mann_Innen ( :-) ) starkes symphonisches Orchester (in dem meine/Eure Kollegin Annette Sommerhage übrigens als Hornistin mitspielt) und bis zu 50 Darsteller auf der Bühne. Eine perfekte Beleuchtung und meisterlich eingepegelter Ton sind das I-Tüpfelchen unserer Produktionen. Für die Produktionen findet kein Casting statt: Solisten, Akteure, Musiker und auch alle anderen Beteiligten sind Mitglieder des FME Münster. 

Um am Ende eines Jahres zwölf Vorstellungen spielen zu können, wird das ganze Jahr lang geprobt. Erst beginnt es mittwochs abends mit Chorproben aber schon nach kurzer Zeit kommen die Proben am Dienstagabend hinzu, bei denen meist die Choreographie mit einstudiert wird. Für die Solisten kommen Einzelproben hinzu. 

Alle für die Produktion notwendigen Arbeiten werden von uns durchgeführt. Dazu gehören das Nähen der Kostüme, das Einleuchten, das Ton pegeln, die Proben mit dem Orchester, der Bühnenbau, die Herstellung von Requisiten und noch viele, viele weitere Aufgaben, die ich hier gar nicht alle aufzählen kann.

Bei unserer aktuellen Produktion bin ich einer der Solisten, darf daher eine etwas größere Rolle spielen, singen und tanzen. Es fordert mir – wie allen anderen auch – oftmals ein Höchstmaß an Konzentration und Ausdauer ab, die harten Proben durchzuhalten.

Einige Male habe ich mich schon gefragt, warum ich mir das seit 2012 in jedem Jahr erneut „antue“. Aber im Endeffekt ist es ganz klar. Mich macht es unglaublich stolz, wenn das, was ich auf der Bühne tue, jemanden im Publikum berührt und inspiriert. Ich glaube das ist eine der schönsten Erfahrungen, die man als Mensch machen kann.

Imagine this.

plakatIn diesem Jahr haben wir uns für das Stück „Imagine This“ entschieden, das aus London kommt und am West End gespielt wurde.  Unsere Produktion ist die deutsche Uraufführung. Das Stück handelt von einer jüdische Schauspielerfamilie im Warschauer Ghetto um 1942. Sie führen das Stück „Masada“ auf, um Hoffnung in die hungernden Seelen der jüdischen Gemeinschaft zu bringen. Dabei werden sie von einem Widerstandskämpfer überrascht, der ihnen verrät, wohin die Züge aus Warschau fahren. Als die Nazis dies mitbekommen, wird den Schauspielern ein Pakt angeboten und das Stück „Masada“ wird zu einem Kampf um Hoffnung und Integrität. Ihre Geschichte damals ist, in Teilen, unsere Geschichte heute.

Das FME will sie erzählen, mit all Ihren Farben und Facetten, mit allen hellen und dunklen Seiten. Wir möchten die Menschen berühren, sie in dieses Stück eintauchen lassen.  Es ist sicher nicht leicht, sich unbefangen auf ein solches Thema einzulassen. Wir möchten zum Dialog und zum Nachdenken anregen und vielleicht fragt sich der eine oder die andere „Was hätte ich getan?“

Die wesentliche Aussage des zentralen Musikstücks “Stell es dir vor“ ist, dass auch in Zeiten von großer Not und Verzweiflung unser Wille und unsere Vorstellung die Lichtblicke sein können, die wir brauchen.

Imagine this. Stell es Dir vor.

Viele Grüße
Ricardo Santos