Archiv der Kategorie: Wir privat

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Stell es Dir vor.

Es freut mich sehr, dass Sie sich/Ihr euch die Zeit nehmt, meinen Blog-Beitrag zu lesen. Ich möchte heute aber nicht von meiner Arbeit im IT-Support der Westfalen Gruppe erzählen, sondern von meinem Hobby.

Dazu müssen wir zurück gehen in das Jahr 2012. Das Jahr, in dem Vladimir Putin erneut zum Präsidenten gewählt wurde, Obama die USA erneut für sich gewinnen konnte und Nordkorea eine Rakete in den Orbit schoss.

Für mich ganz persönlich haben sich in diesem Jahr bedeutende Weichen gestellt. Zu dem Zeitpunkt war ich noch Auszubildender zum IT-Systemkaufmann und wurde abends auf eine Party mitgenommen. Dort gab es – für mich zum ersten Mal – einen Karaoke Floor.  Und ja: ich habe mich getraut,  auf der kleinen Bühne zu singen. Zu Hause hatte ich  immer mal wieder gesungen aber nie vor Publikum und das war ein riesiger Schritt raus aus meiner Komfortzone.

Als ich also das kleine Podest herabsteige um wieder in der Masse zu verschwinden, werde ich von der Seite von zwei Mädchen angesprochen, die in einem Musicalverein sind und finden, dass ich auf jeden Fall mal an einem Mittwoch zu einer Probe erscheinen sollte. 

Ich war völlig perplex. Es gab wirklich Leute, die etwas darauf hielten, was ich da gesungen hatte! Natürlich war ich nicht nur perplex, sondern auch geschmeichelt :-) . Und so ging ich eine Woche später zu einer der Proben. Das war der Beginn meiner Mitgliedschaft im Freien Musical Ensemble Münster. Kurz FME genannt.

Jedem dem ich begegne und dem ich erzähle was ich mache, verdreht es die Augen. Oder es entlockt den Leuten ein müdes „Aha“. Vor dem geistigen Auge meiner Gesprächspartner entsteht dann wohl gerade das Bild eines vor sich hin dilletierenden Ensembles, das mit Ach und Krach eine Vorstellung über die Bühne bringt. Fremdschämfaktor inklusive. 

Davon jedoch sind wir meilenweit entfernt.  Einen kleinen Eindruck geben die beiden Videos zum 15jährigen Bestehen des FME Münster und der Trailer zu unserem letztjährigen Programm:

Gerne lasse ich hier die Gründer des FME zu Wort kommen und zitiere eine Passage aus dem Internetauftritt :

„Das Freie Musical-Ensemble Münster (FME) widmet sich der Erarbeitung von anspruchsvoller Musiktheater-Literatur. In jeder unserer Produktionen kommen 60 bis 100 Menschen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen, aber mit einer gemeinsamen Liebe und Leidenschaft für Musik und Theater zusammen, die sich über das normale Maß eines „Hobbys“ hinaus engagieren, um in Eigenregie eine rundum stimmige und harmonische Produktion auf die Bühne zu bringen.

Insgesamt zehn Produktionen haben wir bislang auf die Bühne gebracht und in mehr als 100 Aufführungen über 40.000 Zuschauer begeistert. Mit unseren aufwändigen und anspruchsvollen Produktionen haben wir aber nicht nur unser Publikum in den Bann gezogen, sondern auch Kritiker und Musikverlage von uns überzeugt. So hatten wir schon mehrfach die Ehre, auch deutsche Erstaufführungen auf die Bühne bringen zu dürfen.“

Willkommen ist bei uns jeder, der/die Teil eines Musicals sein möchte. Schauspieler, Musiker, Sänger, Schneider, Tontechniker, Pyrotechniker, Beleuchter und viele Berufe und Talente mehr finden sich im Ensemble des FME. 

Jeder kann mit seinen Fähigkeiten etwas beisteuern. So ziemlich jede Profession – auch Handwerker und Köche – hat sich bereits im FME wiedergefunden. Jeder darf hier sein, wie er ist und das macht das FME für mich so einzigartig und besonders. Es ist nicht mehr selbstverständlich in Zeiten von Pegida, Flüchtlingskrise, Syrienkrieg und dem Streit von Großmächten, man selbst sein zu können, ohne Vorurteile willkommen zu sein und zusammen an etwas Besonderem zu arbeiten.

Durch beständige und auch oft sehr anstrengende Arbeit ist das FME über die Jahre sehr gewachsen. Mittlerweile steht uns als professionelle Spielstätte der Waldorf Konzertsaal zur Verfügung, haben wir ein 40 Mann_Innen ( :-) ) starkes symphonisches Orchester (in dem meine/Eure Kollegin Annette Sommerhage übrigens als Hornistin mitspielt) und bis zu 50 Darsteller auf der Bühne. Eine perfekte Beleuchtung und meisterlich eingepegelter Ton sind das I-Tüpfelchen unserer Produktionen. Für die Produktionen findet kein Casting statt: Solisten, Akteure, Musiker und auch alle anderen Beteiligten sind Mitglieder des FME Münster. 

Um am Ende eines Jahres zwölf Vorstellungen spielen zu können, wird das ganze Jahr lang geprobt. Erst beginnt es mittwochs abends mit Chorproben aber schon nach kurzer Zeit kommen die Proben am Dienstagabend hinzu, bei denen meist die Choreographie mit einstudiert wird. Für die Solisten kommen Einzelproben hinzu. 

Alle für die Produktion notwendigen Arbeiten werden von uns durchgeführt. Dazu gehören das Nähen der Kostüme, das Einleuchten, das Ton pegeln, die Proben mit dem Orchester, der Bühnenbau, die Herstellung von Requisiten und noch viele, viele weitere Aufgaben, die ich hier gar nicht alle aufzählen kann.

Bei unserer aktuellen Produktion bin ich einer der Solisten, darf daher eine etwas größere Rolle spielen, singen und tanzen. Es fordert mir – wie allen anderen auch – oftmals ein Höchstmaß an Konzentration und Ausdauer ab, die harten Proben durchzuhalten.

Einige Male habe ich mich schon gefragt, warum ich mir das seit 2012 in jedem Jahr erneut „antue“. Aber im Endeffekt ist es ganz klar. Mich macht es unglaublich stolz, wenn das, was ich auf der Bühne tue, jemanden im Publikum berührt und inspiriert. Ich glaube das ist eine der schönsten Erfahrungen, die man als Mensch machen kann.

Imagine this.

plakatIn diesem Jahr haben wir uns für das Stück „Imagine This“ entschieden, das aus London kommt und am West End gespielt wurde.  Unsere Produktion ist die deutsche Uraufführung. Das Stück handelt von einer jüdische Schauspielerfamilie im Warschauer Ghetto um 1942. Sie führen das Stück „Masada“ auf, um Hoffnung in die hungernden Seelen der jüdischen Gemeinschaft zu bringen. Dabei werden sie von einem Widerstandskämpfer überrascht, der ihnen verrät, wohin die Züge aus Warschau fahren. Als die Nazis dies mitbekommen, wird den Schauspielern ein Pakt angeboten und das Stück „Masada“ wird zu einem Kampf um Hoffnung und Integrität. Ihre Geschichte damals ist, in Teilen, unsere Geschichte heute.

Das FME will sie erzählen, mit all Ihren Farben und Facetten, mit allen hellen und dunklen Seiten. Wir möchten die Menschen berühren, sie in dieses Stück eintauchen lassen.  Es ist sicher nicht leicht, sich unbefangen auf ein solches Thema einzulassen. Wir möchten zum Dialog und zum Nachdenken anregen und vielleicht fragt sich der eine oder die andere „Was hätte ich getan?“

Die wesentliche Aussage des zentralen Musikstücks “Stell es dir vor“ ist, dass auch in Zeiten von großer Not und Verzweiflung unser Wille und unsere Vorstellung die Lichtblicke sein können, die wir brauchen.

Imagine this. Stell es Dir vor.

Viele Grüße
Ricardo Santos


Violence

Aktion Noteingang

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

heute möchte ich Euch / Ihnen ein Netzwerk vorstellen, das mich sehr beeindruckt hat und für das ich inzwischen auch eintrete.

Mein Sportverein in Münster,  Tus Saxonia, ist dem Netzwerk „Gewaltprävention und Konfliktregelung“ der Stadt Münster beigetreten. So lernte ich die „Aktion NOTEINGANG“ kennen, die gewalttätigen, antisemitischen, rassistischen, diskriminierenden Angriffen entgegentritt und zudem vorbeugend handeln möchte.

Bei Gefahrensituationen signalisiert der Aufkleber „Noteingang“ Bereitschaft zur Hilfe. So wird Haltung gegen Gewalt sowie Solidarität mit den Betroffenen gezeigt und so werden Unterstützungsmöglichkeiten für mögliche Opfer geschaffen.
Aktion_Noteingang
Mit dem Aufkleber sollen alle Menschen angesprochen werden, die in Bedrohungs- oder Gewaltsituationen Schutz benötigen. Jeder Mensch kann in eine Situation geraten, in der er Hilfe benötigt. Gut ist es dann, zu wissen, wo man Hilfe bekommt. Hilfeleistung für Menschen in Not ist Bürgerpflicht und eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Oft gerät dies in Vergessenheit.

Die Aktion NOTEINGANG sucht ständig neue Bündnispartner, um an Haus-, Laden-,  Werks-, Dienststellentüren usw. den DIN A 5 Aufkleber anzubringen.

Ich bin 2. Vorsitzender des Sportvereins TUS Saxonia Münster, mein Sportverein an der August-Schepers-Straße ist seit dem 05. März 2016 ein „Noteingang“.  Sowohl in der Umgebung als auch direkt auf unserer Sportanlage bieten wir unsere Hilfe an. 

Das bedeutet auch: zahlreiche Ehrenamtliche, darunter Spieler*innen, Trainer*innen, Betreuer*innen, Abteilungsleiter und Vorstand, haben sich professionell zur Gewaltprävention und in der Betreuung von Opfern von Konflikten und Gewalt schulen lassen. In den Schulungen lernt man, selbstbewusst mit Gewalt- und Konfliktsituationen umzugehen. Unter anderem wurde uns vermittelt, wie klassische Kommunikationskanäle – zum Beispiel Körpersprache und/oder Stimme – in Stress- und Konfliktsituationen wirksam eingesetzt werden und  so Menschen in ihren Handlungen beeinflusst werden können.

Dieses Handwerkszeug hat uns , den Sportverein „Tus Saxonia Münster“, ermutigt, ein klares Bekenntnis abzugeben, Menschen in Not zu helfen und uns klar gegen Gewalt zu positionieren.  Geschult wurden unsere Vereinsmitglieder durch Michael Geringhoff und Kirsten Rolf vom Netzwerk Gewaltprävention und Konfliktregelung, Münster.

Bei allen Emotionen: Gewalt hat auf dem Sportplatz nichts verloren!

NoteingangAuf unserem, direkt am Kanal gelegenen Sportgelände, bieten wir jederzeit Schutzsuchenden eine sichere Zuflucht. 

Wir sind der Meinung, dass hinter der Aktion mehr als eine offene Tür und ein Aufkleber am Eingang stehen sollte. Bei dieser Aktion geht es darum,  deeskalierende Strategien einzuüben, Zivilcourage und Solidarität zu entwickeln, zu stabilisieren und öffentlich zu machen.

In Münster gibt es inzwischen 68 Institutionen mit einem „Noteingang“, der durch einen Aufkleber am Eingang kenntlich gemacht wird.

Sportvereine gehören allerdings noch selten dazu. Mein und das Bestreben des Vereins ist es, der Jugend des Tus Saxonia Münster und allen anderen eine gewaltfreie Zukunft vorzuleben.

Mein Wunsch wäre es, das nicht nur mein Verein sondern auch mein Arbeitgeber mit vielleicht einigen Standorten ein „Noteingang“ wird und dieses Netzwerk unterstützt.

Ich danke Euch/Ihnen für das Interesse.

Ralf Feldhaus

Header-Bild: #101769713 | © Jonathan Stutz – Fotolia.com
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Westfalen statt Weltreise

Moin Moin, hieß es jeden Morgen wenn ich aus meiner Kajüte hoch auf die Brücke oder runter in die Maschine ging. Mein Name ist Christian Otto, 22Jahre jung, gebürtig aus Celle nahe Hannover, aufgewachsen mit Schwester, Mutter, Vater, Hund – Eine ganz normale Jugend.

Was mich damals bewegte, vor meinem dualen Studium zum Wirtschaftsingenieur bei der Westfalen AG, eine Ausbildung zum „Schiffsmechaniker“, oder klassischer zum „Seemann“, zu absolvieren? Neben dem technischen Reiz eines Schiffes wollte ich nach 12 Jahren Schule und 18 Jahren Elternhaus einfach mal was erleben. Fremde Kulturen kennen lernen und die Welt bereisen mit Sonne, Strand und Meer.

Mein erster Einsatz führte mich per Flieger, zusammen mit sieben anderen Auszubildenden, direkt in die chinesische Metropole Hongkong. Kaum angekommen und von der stickigen, trüben Luft, bei der die Sonne nur noch schemenhaft erkennbar war, überrascht, ging es nach einer kurzen Nacht ohne Umwege an Bord der „Monte Tamaro“. Das ca. 270m lange Containerschiff war extra als Ausbildungsschiff für die neuen „Leichtmatrosen“ umgerüstet worden. In einer eigenen Werkstatt lernten wir Schweißen, Feilen und Schrauben. So vergingen die ersten Wochen und Monate, trotz nerviger Seekrankheit, aber mit spannenden Landgängen wie im Flug. Nachdem wir in Busan (Südkorea), als letztem Hafen an der asiatischen Küste, abgelegt hatten, ging es auf unsere erste Ozeanüberfahrt Richtung Mexico.

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Da auch für Reeder der Kraftstoff teuer ist, „tuckerten“ wir knapp 18 Tage lang übers Meer. Angenehme Unterbrechung zum Alltagstrott in dieser Zeit war das traditionelle Grillen, welches auf nahezu allen Schiffen der Reederei während der Überfahrt stattfand. Angekommen und kaum an der Pier angelegt, drängten wir uns auch schon von Bord ab in die Hafenstadt Manzanillo (Urlaubstipp!). Neben leckerem Seafood und Caipis hatte ich endlich meine fremde Kultur am gefühlt anderen Ende der Welt mit Sonne, Strand und Meer gefunden.

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Leider ging es schnell wieder weiter über die südamerikanische Küste bis nach Valparaiso (Chile) als südlichstem Punkt zurück nach China. Dort fuhren wir für 12 Tage in Guangzhou in die Werft ein. Hier sahen wir das Schiff zum ersten Mal in seinen ganzen Ausmaßen. Besonders die riesige Schiffsschraube ist mir in Erinnerung geblieben. 

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Die Reise endete nach einer weiteren Rundfahrt und insgesamt 5 Monaten in Südkorea. Von Seoul flogen wir unserem ersehnten Urlaub entgegen.  Auf der zweiten, dritten und vierten Reise, bei denen ich auf knapp 18 Monate reine Seefahrtszeit kam, ging es auf die Europa- Südamerika Route, auf die Süd- Mittel- und Nordamerika Route sowie ein weiteres Mal auf die pazifische Route des ersten Einsatzes.  Damit ich aber in diesem Blogbeitrag nicht in nostalgischen Auswüchsen aufgehe, möchte ich nur noch auf einige Highlights eingehen. :-)   Eines davon war mit Sicherheit die auf dem ersten Einsatz versäumte, berühmt-berüchtigte Äquatortaufe. Ein scharfer Blick auf den Horizont durch mit Salzwasser gefüllte Flaschen, Fischaugensandwichs auf der Speisekarte und so einiges mehr gehörten zu unseren zu absolvierenden Prüfungen, um von Neptun höchstpersönlich – ganz dem Ritual entsprechend- vom nordischen Schmutz gereinigt zu werden.

Ein anderes war die Konstruktion und Umsetzung einer Hollywoodschaukel zusammen mit meinem Azubi- Kollegen. Nach kreativer, selbstständiger Planung der verstellbaren Rückenlehne, des selbst genähten Sonnenschutzes sowie des Gerüstes per se, schweißten, flexten und hämmerten wir bis die Schaukel endlich stand. – Bei starkem Seegang ein großer Spaß!

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Neben all diesen schönen Erlebnissen hat die Seefahrt natürlich auch ihre Schattenseiten. 62 Stunden Wochen, kurze Schlafzyklen zwischen den Häfen und besonders die lange Zeit fern der Heimat ließen mich den Entschluss fassen, diesen Beruf zukünftig nicht weiter auszuüben.

Dennoch weiter technisch und wirtschaftlich interessiert, bewarb ich mich bereits vor Beginn meines letzten Einsatzes bei der Westfalen AG zum dualen Studium des Wirtschaftsingenieurswesens. Nach nun cirka 10 Monaten im Betrieb kann ich sagen: Es gefällt mir sehr gut!

Bereits nach kurzer Zeit im Unternehmen ging es für mich in die Hochschule Osnabrück mit Standort Lingen. Das 10 wöchige- Semester war zwar anstrengend und zeitintensiv, jedoch vergingen die Wochen, motiviert vom großen Pensum an neuen Lerninhalten und der Zusammenarbeit mit den Kommilitonen, rasch. Auch in der folgenden Praxisphase in der Gase- Technik bei Westfalen ging es mir ähnlich.

Durch hilfsbereite und engagierte Kollegen lernte ich viel über betriebliche Vorgänge und Strukturen. Selbstständige Aufgaben und einige Tage auf Montage rundeten die 12 Wochen Praxis perfekt ab.  Inzwischen – nach absolviertem zweiten Semester und einigen Abteilungen mehr – gefällt es mir noch immer gleich gut!

Angenehme Betriebsatmosphäre und freundlicher Umgang unter den Kollegen erleichtern morgens das Aufstehen und den Gang zur Arbeit. Besonders aber gefallen mir die überwiegend selbstständige Arbeit sowie die Erfahrungen, welche ich im Zuge der sogenannten Praxistransferprojekte (kurze, schriftliche Ausarbeitungen eines Praxis- Theorie Bezuges), im Gespräch mit den jeweiligen betrieblichen Ansprechpartners sammeln kann. 

In dem Sinne bin ich guter Dinge, dass die verbleibenden zwei Jahre des dualen Studiums genauso gut und lehrreich verlaufen werden.

Freundliche Grüße und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel
Christian Otto


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Außergewöhnliche Begegnungen am anderen Ende der Welt

Bevor ich Westfälin wurde und in der Marketingabteilung im Bereich  Gase anfing, habe ich einen Halbe-Welt-Trip gemacht und bin ziemlich genau vor einem Jahr wieder in Münster angekommen.
Wie? Halbe Welt? Wieso? Wohin ging‘s? – Das beantworte ich  gerne.

Einen Teil der Reise, in Vietnam und Neuseeland, wurde ich von einer guten Freundin begleitet. Die anderen Länder habe ich alleine besucht.
Reisen und Fotografieren bestimmen schon länger mein Leben. Ich vermute, dass ich ein sogenanntes Reise-Gen habe, das mich immer mal wieder in die Ferne zieht – meine große Canon Fotokamera ist natürlich immer dabei.

Meine Stationen waren Vietnam, Malaysia, Bali, Australien und Neuseeland. Ich bin also quasi von einem Land zum anderen, von einer Insel zur anderen, gehüpft – um die halbe Welt herum.
Drei Erlebnisse habe ich ausgewählt, denn die ganze Geschichte ist einfach zu lang.
Lassen Sie mich Ihnen also erzählen, was ich erlebt habe. Vielleicht inspiriert es Sie ja zu einer Ihrer nächsten Reisen.

Kaffee bestellen im Vorbeirudern – Der Flussmarkt am Mekong-Delta

In der Nähe von Can Tho am Mekong Delta in Südvietnam

Um 6 Uhr morgens ging es mit dem Boot los zum Flussmarkt auf dem Mekong.
Wir, meine Reisefreundin und ich, fuhren mit unserer Ausflugsgruppe eine halbe Stunde mit dem Boot bis wir plötzlich in ein buntes Gewirr aus kleinen, großen, motorgetriebenen oder geruderten Booten gerieten.
Jedes Handelsboot hatte am Bug oder Heck einen großen Bambusstab befestigt, an dem das hing, was heute dort verkauft wurde, zB. eine Wassermelone oder ein Bund Karotten. Wir fuhren durch das Bootsgewühle hindurch, umrundeten es und sahen allerlei Menschen Handel treiben, beobachteten wie Melonen durch eine kleine Luke im Boot in die Hände eines Bootsbesitzers flogen, sahen kleine Kinder oben an Deck einen Snack essen, während die Eltern munter handelten oder erblickten einen Hahn, der auf dem Motorblock hockte und krähte.


Witzig fand ich vor allem, dass viele ihren Bootsmotor mit dem Fuß steuerten (in einer anderen Ecke Vietnams hatte ich schon Leute mit den Füßen Boote rudern sehen).
Kaffeeboote kamen längsseits und boten uns Kaffee an und natürlich bestellte auch ich den (wie ich finde) besten Kaffee der Welt: Ca phe sua da – Eiskaffee mit süßer Kondensmilch. Ich habe schon Vietnamesische Cafés in London und Auckland angesteuert, nur um diesen leckeren Kaffee zu bekommen und hier in Münster gibt es ihn auch: bei LaQue in der Wolbecker Straße, falls ihn jemand probieren möchte.

Vielmals Muh – Tour mit dem Rastaman durch Bali

Tagestrip von Sanur über die Ostseite der Insel bis nach Ubud

Einige Tage zuvor hatte ich Blacky am Strand von Sanur getroffen, einen kleinen balinesischen Rastaman, der Tagestrips über die Insel anbot – und zwar in seinem klapprigen VW Kübelwagen mit offenem Verdeck und herunterklappbarer Frontscheibe. Genau mein Ding, dachte ich. Ich liebe alte Jeeps.
Morgens fuhr Blacky mich unter entspannender Reggae-Musik, die uns den ganzen Tag begleiten sollte, zunächst zu einer typisch touristischen Balinesischen Theatervorführung. Die Geschichte war etwas verwirrend und entsponn sich um zwei große zottelige Geistertiere, unter denen natürlich jeweils zwei Menschen steckten, die lustig den großen haarigen Holzschädel bewegten und mit den Füßen eigentümlich tänzelten. Sehr ausdrucksstark.
Auf der Weiterfahrt führte Blacky mir das große Geheimnis seines Autos vor: die zwei Knöpfe rechts vom Steuer. Der eine konnte herrlich laut Muhen, der andere klang wie ein Affe. Vor allem der Muh-Knopf wurde hemmungslos von ihm benutzt und erzeugte Lachen und viel Winken der Menschen in unserer Nähe.
Unsere Stationen über den Tag waren ein wunderschöner Wasserfall, ein schwindlig steiles Tal, auf dessen Hängen Reis angebaut wurde und ein großer Hindu-Tempel, in dem man lustwandelnd über die Wege zwischen den kleineren Tempeln spazieren konnte.
Bei allen Attraktionen waren nahezu keine Touristen, denn Blacky kannte sich aus und zeigte mir die versteckten Ecken Balis.
Wir kamen durch viele kleine Dörfer, deren Straßen vor Familientempeln nur so wimmelten.
Blacky erklärte mir, dass früher jede Familie einen eigenen Tempel hatte, so dass es auf Bali über tausend gäbe. Die Hindu-Kultur sei außerdem sehr präsent im täglichen Leben: Vor jedem Haus, meistens auf dem Bürgersteig, sah man kleine dreieckige, runde oder blumenförmige Flechtkörbchen mit Reis und Blumen darauf, aber auch mit anderen Gaben, manchmal sogar Bonbons oder einer Zigarette.

Nach einem gemeinsamen Essen am Rande eines großen Vulkansees und einem Besuch auf einer Kaffeeplantage, auf der ich nicht weniger als acht verschiedene Kaffee- und Teesorten zum Gratisprobieren serviert bekam, u.a. Ginsengkaffee, Vanillekaffee und Ingwerkaffee, fuhr Blacky mich nach Ubud, dem Yoga-Zentrum auf Bali und wir verabschiedeten uns voneinander.

Sterne in der Höhle – Dort wo niemand sonst ist

Abbey Caves, nahe der Little Earth Lodge in Whangerei, auf der Nordinsel Neuseelands

Nach einer wunderbaren Nacht in der Little Earth Lodge, packten wir unsere Siebensachen ins Auto und liehen uns danach Höhlen-Equipment von David, dem Lodge-Besitzer. Vor unserer Weiterfahrt wollten wir noch die Abbey Caves erkunden.
Im Angebot waren jeweils Wasserschuhe, ein Helm und eine wasserfeste Stirnlampe. Den Helm hielten wir zunächst für übertrieben, waren aber später dankbar, dass David darauf bestanden hatte, denn wir stießen uns beim Klettern des öfteren die Köpfe an.
Zu Fuß ging es ein paar Kilometer im Halbkreis um die Lodge herum. Dort lagen drei kleinere Höhlen, die teilweise mit Wasser gefüllt waren.

Jede der drei Höhlen war auf ihre Art faszinierend, aber jede hatte auch einen sehr steilen, rutschigen Eingang, den zu erklimmen einige Konzentration erforderte.
In den Höhlen musste man um Felsnasen herum, über Wasserlöcher klettern, durch Felsspalten kriechen und durch hüfthohes Wasser waten. Ein wunderbares Abenteuer, fanden wir.
Das Beste allerdings war, wenn wir immer mal wieder unsere Lampen ausschalteten und im Dunkel standen, als wäre es eine völlig mondlose Nacht und am Himmel schimmerten die vielen kleinen grünen Lichter der Glühwürmchen, die dort an der Decke hingen.
Außerdem trafen wir auf zwei Aale im flachen Wasser zwischen den Steinen. Abgesehen davon waren wir vollkommen ungestört und das war ein tolles Gefühl, so als wären wir für einen kurzen Moment ganz alleine auf unserem Planeten.
  
Wenn ich gerade nicht reise, können Sie mich in der Marketing-Abteilung des Bereichs Gase erreichen. 

Bis dahin – reisen Sie gut! Es inspiriert!

Daniela Fritze



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Fabrik Theater Wettringen: ich bin ein Teil davon

Heute möchte ich Ihnen und Euch nichts über Druckminderer, Hochdruckregelstationen, Schläuche oder sonstiges Equipment für die Gasentnahme – also meinen Berufsalltag bei der Westfalen Gruppe in der Abteilung Gase-Technik – erzählen.

Nein, in diesem Blogbeitrag möchte ich etwas von dem erzählen, was ich nach Feierabend treibe.  Aktuell verbringe ich fast jede freie Minute damit, zu tanzen, zu singen und zu schauspielern. Denn in regelmäßigen Abständen verfalle ich vollends dem Musical-Fieber. Und mit mir etwa siebzig weitere Musik-, Gesang-, Tanz- und Schauspiel-Begeisterte. Alle zwei Jahre heißt es für uns: „Vorhang auf und Bühne frei, das Fabrik Theater präsentiert…!“.  Seit etwa 18 Jahren stellt das Fabrik Theater Wettringen e. V. (FTW) im Zweijahresrhythmus ein Musical auf die Beine. Und seit mittlerweile fast sieben Jahren bin ich ein Teil davon :-) .

Vor etwa zwei Jahren wurde ich in den Vereinsvorstand gewählt. Daher fallen für mich bei der diesjährigen Musicalproduktion einige zusätzliche Aufgaben und organisatorische Tätigkeiten an. Teamarbeit, Organisationstalent und Flexibilität sind gefragt, insofern unterscheidet sich mein Hobby nicht so sehr von meinem Arbeitsleben. Auch dort schlägt mein Musicalfieber übrigens manchmal durch: Meine Kollegen bleiben vor kleinen Tanz- oder Gesangseinlagen nicht verschont – in den Pausen versteht sich :-) .


In diesem Jahr entführen wir das Publikum in die schrillen, bunten, fetzigen Achtzigerjahre. Unser Stück heißt „The Wedding Singer“. Für das Fabrik Theater Wettringen ein optimales Stück, denn hier kommt jeder Bereich – wie zum Beispiel Band, Chor, Tanz und Schauspiel – zum Einsatz. Doch bevor wir „FTWler“ im März richtige Bühnenluft schnuppern, hieß es proben, proben, proben.

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Fast ein Jahr Probenzeit liegt nun hinter uns. Begonnen hat alles mit dem öffentlichen Casting. Hier geht es nicht nur um die Besetzung von Haupt- und Nebenrollen, sondern ebenso um die Bereiche Tanz und Chor. Ich für meinen Teil fühle mich im Bereich Tanz am wohlsten, aber auch das Schauspielern macht mir eine Menge Spaß. Singen ist nicht so ganz meine Stärke. Die Solo-Parts übernehmen unsere Top-Sängerinnen und Sänger.

Ich als Ensemblemitglied bekomme eher kleinere Nebenrollen. Was aber super cool ist, denn so schlüpfe ich nicht nur in eine Rolle, sondern gleich in drei oder vier.  Stehen die Rollen fest, geht es mit den Proben los. Die Bereiche Band, Chor, Schauspiel und Tanz proben erst einmal einzeln. Die Proben finden je ein- bis zweimal wöchentlich statt. Wer schon einmal ein Musical gesehen hat, weiß: es wird gesungen, getanzt und geschauspielert. Es ist keine Seltenheit, dass all diese Sachen auf der Bühne gleichzeitig passieren. Daher kommt es oft vor, dass man in einer Woche sowohl Schauspiel- als auch Tanzprobe hat.

Der Bereich Schauspiel wird von unseren Regisseuren geleitet. Sie erstellen einen Probenplan, damit jeder von uns Darstellern und Ensemblemitgliedern weiß, welche Szene in dieser Woche dran ist. Im Textbuch des Musicals „The Wedding Singer“ sind alle Szenen aufgelistet, die Sprechtexte und Lieder sind dort auch enthalten. Ich habe beispielsweise in einer Restaurant-Szene einen kurzen Sprechtext und muss somit auch zu den Schauspielproben kommen. Dazu gehört auch, sich in die Rolle einzufühlen: Welche Charakterzüge hat meine Rolle? Wie fühlt sie sich in dieser Szene?

Auch beim Tanz gibt es einiges zu tun. Ganze zehn Tanzstücke hat unser diesjähriges Musical. Das lässt mein Tänzerherz höher schlagen. In Absprache mit der Regie denkt sich unsere Choreographin die unterschiedlichsten Tänze aus. Nicht alles sitzt direkt zu hundert Prozent, daher ist Wiederholung hier das A und O. Auch die Körperhaltung und der Ausdruck spielen eine wichtige Rolle. Für mich stehen sieben Choreographien auf dem Plan, juhuuu!

Da unsere Musik nicht vom Band kommt, sondern live gespielt wird, ist auch unsere Band schwer beschäftigt. Insgesamt gilt es 27 Lieder einzustudieren. Und wofür gibt es den Chor? Klar, es singen alle auf der Bühne mit, allerdings hört es sich viel schöner und runder an, wenn die Bühnendarsteller im Hintergrund durch den Chor unterstützt werden.
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Erst ziemlich zum Schluss starten die Gemeinschaftsproben, wenn in allen Einzelbereichen das meiste sitzt. Bei der ersten gemeinsamen Probe geht es noch chaotisch zu. Für alle ist das erste Zusammentreffen eine spannende Angelegenheit. Wie sind die Szenen, die ich noch nicht gesehen habe? Wie ist es, das erste Mal mit der Band zu singen und zu tanzen? Die Mitwirkenden bekommen erst dann ein Gefühl für das gesamte Stück. The Wedding Singer ist meine vierte Musicalproduktion und es ist immer wieder interessant und aufregend zu sehen, wie sich nach und nach alles zusammenfügt.

Anschließend gibt es noch ein Intensiv-Probenwochenende mit Übernachtung in der Jugendherberge in Nottuln. Hier gibt es für uns die erste „Durchlaufprobe“. Das bedeutet, das Stück wird komplett durchgespielt. Für Hauptdarsteller und Ensemble heißt das auch, das erste Mal mit Kostümen zu proben. Ich trage insgesamt sieben verschiedene Kostüme. Da kann das eine oder andere Umziehen schon etwas stressig werden. Denn auch dafür muss man erst ein Gefühl bekommen. Habe ich viel Zeit, um in mein neues Kostüm zu schlüpfen, oder nur eine halbe Minute, bis ich wieder auf die Bühne muss?

Klar, es läuft dann zwar noch nicht alles glatt. Die Regie muss möglicherweise an der einen oder anderen Stelle unterbrechen und ein paar Anweisungen geben. Vielleicht sitzt hier und da noch nicht ganz der Text oder mancher Tanzschritt ist noch nicht perfekt. Aber eines ist klar: Das ganze Ensemble wächst langsam zusammen.  Nach dem Intensiv-Probenwochenende geht es dann so richtig in die „heiße Phase“: Zusätzlich zu den Proben unter der Woche wird dann auch an den Wochenenden mit allen Beteiligten geprobt. Vor allem Gesangstraining und Durchlaufproben stehen da auf der Tagesordnung. Hauptsächlich wird von 10 bis 17 Uhr geprobt. Das heißt also, meine Familie und meine Freunde bekommen mich in diesem Zeitraum kaum noch zu Gesicht.

Erst eine Woche vor unserer Premiere können wir auf der späteren Originalbühne unter Realbedingungen proben. Denn in einem 9000-Seelen Örtchen wie Wettringen gibt es keine so große Bühne. Daher wird die Bühne extra für uns aufgebaut.
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Wenn ich dann zum ersten Mal die Bühne in unserer Aufführungsstätte sehe, kribbelt es, denn ich weiß: die Zeit, die jetzt auf mich zukommt, wird der absolute Wahnsinn. Klar, es wird extrem stressig, aber auch witzig, spannend und einfach unvergesslich. Insgesamt 13 Vorstellungen liegen vor uns. Wir alle werden spätestens mit dem Applaus der Zuschauer für unser anstrengendes Probenjahr entschädigt. Dieses Gefühl ist einfach unbeschreiblich! Und ich freue mich riesig auf die bevorstehende Zeit.

Viele Grüße
Claudia Hermes


Und für diejenigen, die unser Musical „The Wedding Singer“ live erleben wollen: Unsere Vorstellungen finden noch bis zum 19. März, jeden Mittwoch bis Samstag um 20 Uhr und jeden Sonntag um 18 Uhr, statt. Weitere Infos gibt es unter: http://www.fabriktheater.de/
Ich freue mich immer, bekannte Gesichter im Publikum zu sehen.

Und darum geht es in „The Wedding Singer: Das Stück spielt im Jahr 1985. Der Möchtegern-Rockstar Robbie Hart ist New Jerseys gefragtester Hochzeitssänger. Er genießt das Leben in vollen Zügen, bis ihn seine eigene Verlobte am Traualtar verlässt. Gebrochenen Herzens macht Robbie nun jede Hochzeit zu einer ähnlichen Katastrophe… Dann wird er auf die Kellnerin Julia aufmerksam – zu dumm nur, dass diese gerade einen Finanzhai von der Wall Street heiraten will. Es ist an dem Hochzeitssänger, das zu verhindern… Mit ganz neuer Musik, die sich am Pop der Achtziger orientiert, nimmt uns THE WEDDING SINGER (EINE HOCHZEIT ZUM VERLIEBEN) mit auf die Reise in eine Zeit, als die Frisur großformatig und die Geldgier eine gute Sache war. Und ein Hochzeitssänger cool.

Fotos:

https://www.facebook.com/FotografieGuidoTrindeitmar/?fref=nf
http://foto.trindeitmar.com/the-wedding-singer-projekt/