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Let’s hack!

Hallo,

mein Name ist Marc Weßling, ich bin 34 Jahre alt und seit dem ersten April 2017 bei Westfalen als Start-up-Koordinator tätig. Zunächst möchte ich an dieser Stelle kurz erläutern, was genau ich eigentlich mache, da ich immer wieder von interessierten Kolleginnen und Kollegen auf meine Tätigkeit angesprochen werde.

Als Start-up-Koordinator suche ich nach Unternehmen, die uns durch besonders innovative Impulse in unseren Geschäftsfeldern unterstützen oder gar neue Entwicklungen anstoßen können. Dabei arbeite ich nicht nur mit bereits gegründeten Start-ups zusammen, sondern berate und unterstütze sowohl Studenten-Teams als auch etablierte Unternehmer, die eine Geschäftsidee verwirklichen wollen, auf ihrem Weg bis hin zur Gründung ihres Unternehmens. 

Warum sieht man mich so selten?

Ich sitze nicht in der Hauptverwaltung am Industrieweg, sondern ich habe meine Zelte im Digital HUB am Hafen aufgeschlagen.

Warum dort?

Der Digital HUB hat die Aufgabe, junge Unternehmen mit etablierten Firmen zusammenzubringen. So arbeite ich mit diversen Start-ups aus dem Münsterland in einem Co-Working-Space und teile mir meinen Arbeitsplatz auch mit diesen. Ich sitze also quasi direkt an der „Quelle“, was Start-ups angeht.

Wer von Euch nun neugierig geworden ist, kann mich jederzeit gerne dort besuchen. Ihr seid herzlich eingeladen!

Doch nun zum eigentlichen Thema

Am 12.01. und 13.01.2018 fand in Münster der erste studentische Hackathon namens „Let´s Hack“ statt.

Geplant und durchgeführt wurde dieser zusammen mit der studentischen Gründungsinitiative „Venture Club Münster“, der Provinzial Versicherung, der Eucon Gruppe sowie der Westfalen AG. Beim Venture Club handelt es sich um eine studentische Initiative für Start-ups. Mehr als 150 aktive Mitglieder und Alumni setzen sich für bessere Grundlagen rund um das Thema Gründung ein. Der Fokus liegt darauf, junge Menschen für dieses Thema zu begeistern. Gute Vereinsarbeit, zahlreiche Vortragsformate und Eventreihen unterstützen dieses Ziel. 

Für den Hackathon (Wortneuschöpfung aus „Hacken“ und „Marathon“) stellte Westfalen (wie auch die Provinzial und Eucon) eine reale Herausforderung aus dem täglichen Geschäft vor und ließ diese von mehrköpfigen, interdisziplinären Teams lösen. Diese Teams bestanden zum Großteil aus Software-Entwicklern, welche sich im Vorfeld konkret auf eine Aufgabe bewerben konnten.

Veranstaltet wurde das Event  im neu eröffneten WHYIT-Campus im Norden von Münster.

Um möglichst viele Interessenten zur Teilnahme zu bewegen, drehte der Venture Club im Vorfeld Videos, in denen die Aufgaben erklärt wurden. Der ein oder andere von Euch hat eventuell das mit mir gedrehte Video gesehen und weiß, dass an mir kein Schauspieler verloren gegangen ist! :-)

Nachdem der Venture Club das Event und die Challenges auf diversen Kanälen im Netz beworben hatte, trudelten relativ schnell zahlreiche Bewerbungen ein und zum Schluss haben insgesamt 50 Personen in neun Teams mitgemacht. Für eine Erstausgabe ist das ein sehr gutes Ergebnis, das uns positiv überrascht hat.

Und jetzt:  Let’s Hack!

Am Freitagnachmittag ging es dann los. Zunächst war das Kennenlernen aller Teilnehmer und Unternehmensvertreter angesagt. Wir konnten dann die Aufgaben im Detail vorstellen und die Fragen der Teams beantworten. An dieser Stelle einen Herzlichen Dank an Stefan Gersmeier, der mich hierbei unterstützt und außerdem die passenden Daten zur Verfügung gestellt hat. 

Die von Westfalen gestellte Aufgabe war eine Entwicklung, die die Auslastung der Waschanlagen an unseren Tankstellen erhöhen soll.  Dabei waren die Teilnehmer komplett frei in ihrem Lösungsansatz. Es wurden ein Datensatz mit entsprechenden Verbrauchsdaten sowie Vorgaben zum Rabatt-Rahmen zur Verfügung gestellt.

Nachdem wir zusammen gegessen, die Frozen-Yogurt-Bar leergefegt und im Virtual-Reality-Raum diverse Szenarien in erstaunlicher Qualität ausprobiert hatten, starte der Wettbewerb.

Um 16.59 Uhr zählten alle gemeinsam den Countdown herunter und ab Punkt 17.00 Uhr hatten alle Teams exakt 24 Studenten Zeit, um ihre Lösung zu entwickeln.

Die drei Teams (insgesamt 16 Personen), die an der Challenge der Westfalen AG gearbeitet haben, konnten unterschiedlicher nicht sein. Mit dabei waren zum Beispiel ein Studenten-Team aus Oldenburg, mehrere professionelle Software-Entwickler und Hackathon-Veteranen, junge Wirtschaftsinformatiker der Uni Münster, aber auch Betriebswirte, die das Thema eher aus Marketing-Gesichtspunkten angegangen sind.

Am nächsten Tagzur Deadline um 17.00 Uhr, gaben alle Teams ihre Ergebnisse ab. Es war zum großen Pitch-Event samt anschließender Party geladen, und ich will ganz ehrlich sein: Ich persönlich habe mir gedacht „Samstagabend, Informatiker-Themen und dann noch relativ weit außerhalb… mal schauen wie viele Gäste kommen.“

Aber ich wurde sehr schnell eines Besseren belehrt. Nach und nach trudelten immer mehr Gäste im WHYIT-Gebäude ein. Zum Start des Events hatten sich über 200 Gäste eingefunden. Die Veranstaltung wurde eröffnet durch den Moderator Klaus Herrmann

hackaton_publikum

Alle Teams stellten der Jury und den Gästen ihre Lösungen vor. Die Jury bestand in diesem Fall aus jeweils zwei Vertretern der teilnehmenden Firmen. Von Westfalen waren dies Oliver Große Gehling, der die Idee zur Waschanlagen Challenge hatte, und ich. An dieser Stelle auch noch mal einen herzlichen Dank an Oliver, für sein Engagement und seine Unterstützung in der Jury!

In geloster Reihenfolge starteten dann die Pitches (zu deutsch „Vorträge“). Lediglich vier Minuten hatte jedes Team Zeit, seine Lösung vorzustellen. Die Qualität, die dabei präsentiert wurde, war extrem beeindruckend. Teilweise hatten die Teilnehmer die Nacht durchgearbeitet, um eine fertig programmierte und live funktionierende Lösung zeigen zu können.

24 Stunden = beeindruckende Ergebnisse!

Das erste „Westfalen Team“ legte direkt sehr stark vor und zeigte einen Ansatz, der dem Autofahrer direkt Angebote in seinem Car-Infotainment-System anzeigt, sobald er sich einer passenden Westfalen Tankstelle nähert. Die Tankstelle wurde zusätzlich noch auf dem Handy angezeigt und mittels Standort-Daten live ermittelt. So bekommt man zum Beispiel einen Rabatt auf eine Autowäsche nur dann, wenn man sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Nähe der Station befindet. Sehr spannend!

Das zweite Team namens „Westfalen Deals“ hat das Thema ausgebaut und daraus ein geschlossenes Coupon-Mehrwert-System gemacht. Bei diesem meldet sich der Gast unserer Tankstelle einmalig an und erhält immer wieder diverse Rabatte und Sonderaktionen via App und Website. Das Besondere daran war, dass das Team in 24 Stunden sogar schon eine Website online gebracht hatte und erste Testkunden akquirieren konnte!

Das Team „Waschlos“ hatte sich wiederum mehr auf den technischen Aspekt gestürzt und eine datengetriebene Lösung entwickelt. Diese sendet automatisiert E-Mails an Tankstellen-Gäste und Promotionspartner wie zum Beispiel Radiosender.  Auch eine dazu passende App hatte das Team schon entwickelt, die wie eine digitale Stempelkarte funktioniert und zusätzlich die Auslastung an Waschanlagen proaktiv anzeigt. Sehr pfiffig!

Nachdem alle Teams fertig waren, zog sich die Jury zur Beratung zurück. Dabei wurde viel und relativ lange diskutiert, da die jeweiligen  Siegerteams jeweils stolze 2.000 Euro Preisgeld mit nach Hause nehmen sollten.

Wir haben ein Sieger-Team und viele tolle Ideen

Schlussendlich war es eine extrem knappe Entscheidung, bei der wir uns sogar den geschriebenen Programmcode ansehen und vergleichen mussten, um einen Gewinner zu küren. Die technische Seite der Lösungen war dabei bei fast allen Teams sehr überzeugend und professionell.

Die rundeste Lösung für die Westfalen AG hat schlussendlich das erste Team gezeigt. Vor allem die Integration ins Auto mittels Infotainment-System hat alle Jury-Mitglieder sehr überzeugt.

hackathon_westfalenAls alle Sieger gekürt und die Preisgelder übergeben waren, ging es zum gemütlichen Teil des Abends über und bei lokalem Bier und Snacks konnte weiter diskutiert, genetzwerkt und gefeiert werden.

Aus unserer Sicht war der Hackathon ein voller Erfolg. Die Qualität der entwickelten Lösungen war sehr hoch und uns wurden neue, innovative Ansätze aufgezeigt, die wir nun zusammen mit den Teams weiterverfolgen wollen. Wir hatten viel Spaß und konnte zahlreiche motivierte junge Leute kennenlernen, die Lust haben, an unseren Themen zu arbeiten.

Ein besonderer Dank gilt aber auch dem Venture Club, der das komplette Event realisiert und ehrenamtlich einen herausragend guten Hackathon durchgeführt hat, von dem andere Städte und Unternehmen nur träumen können!

Bei Fragen zur Veranstaltung, oder anderen Themen rund ums Thema Start-ups, könnt Ihr gerne jederzeit auf mich zukommen.

Viele Grüße

Marc Weßling

3 thoughts on “Let’s hack!”

  1. Wieder was gelernt,
    es klang für mich erst nach einem „Sicherheitscheck“ für Onlinesysteme durch den ChaosComputerClub… 😉
    Auf jeden Fall eine interessante Art um neu Lösungen/Ideen zu kommen.

  2. Innovativer Ansatz, neues Format und beeindruckende Ergebnisse. Ihr habt eine Plattform geboten, begeisterte "Teckis", junge Visionäre und Know-how-Träger mit Themen der Wirtschaft unkompliziert zusammenzubringen – ohne Schrankendenken und Vorurteile. Herzlichen Glückwunsch dafür!Die Zeit ist sicherlich überfällig für neue Ideen in der realen und der digitalen Welt. Auf diese Weise werden Innovationen schnell greif- und nachvollziehbar. Beim nächsten Hackathon wäre ich auch gerne einer der 200 (wahrscheinlich mehr) Gäste …

  3. Schön geschrieben u auf den Punkt gebracht. Ich war ebenfalls beim Finale dabei. Die Energie und der Tatendrang der in der Luft lag war genial. Zu sehen wie junge Menschen in kürzester Zeit tolle Lösungsideen prototypenhaft umgesetzt haben. Toll! Es liegt an uns, die staren Denkweisen aufzubrechen u schnell, dynamisch u veränderungsbereit neue Wege zu gehen.Gruß, Matthias

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