Meine berufliche „Digitalisierung“

Ja ja, die gute alte oder doch neue Digitalisierung. Wer hat die Slogans „Die Digitalisierung kommt!“, „digital first“ oder Buzzwords (Schlagworte) wie „Cloud-Lösungen, Big Data und Web 2.0“ nicht schon einmal gehört und sich gefragt: „Was steckt dahinter und wann hört das wieder auf?“

Schon mein Ausbildungsberuf hat kurz vor meinem Berufsleben den Wandel von der klassischen „Verlagskauffrau“ zur „Medienkauffrau digital und print“ absolviert. Hört sich ja auch viel innovativer an. Doch erst beim Eintritt in das Berufsleben habe ich erfahren, was das bedeutet: Vom Verlag zum Medienhaus, von der Zeitschrift zum medienneutralen Content, vom Druck zum E-Book. Dabei lässt sich die Digitalisierung im Alltag viel besser integrieren als im Beruf: Online Bestellungen sind Gang und Gäbe – aber der eigene Kunde soll doch bitte immer noch zum Hörer greifen…

Nach dem Verlag hat es mich in eine Mediaagentur gezogen. Für diverse namenhafte Kunden die Werbemaßnahmen planen und umsetzten. Spannend! Zunächst in den klassischen Medien (Print, Radio, TV). Doch da kam sie (oder war schon längst da?) – die Digitalisierung – und so wurde umstrukturiert: Neue Abteilungen und neue Jobbezeichnungen wurden ins Leben gerufen und das Werbebudget der Kunden, weg vom klassischen, hin zum digitalen geshiftet. Und so änderten sich auch meine Aufgaben.

Parallel habe ich berufsbegleitend Medienmanagement studiert: Da ging es gewiss auch nicht mehr um Gutenberg und den Buchdruck, sondern den oben genannten Buzzwords auf die Spur zu kommen.

Digitalisierung

Und nun bin ich seit Dezember 2016 bei der Westfalen AG im Marketing für den Bereich „Energieversorgung“ tätig. Mein Wunsch war es: Nicht nur als Kundenberater in der Agentur Empfehlungen zu geben und anschließend doch ganz andere Dinge umsetzen zu müssen, bei denen man gar nicht weiß, wie die Entscheidung zustande gekommen ist. Hinter die Kulissen eines Konzerns zu blicken, Dinge voranzutreiben, Produkte einzuführen und Marken bekannter zu machen. Neun Tage nach Antritt wurde vor der festlichen Weihnachtsfeier noch ein Jahresrückblick und -ausblick gegeben. Das erste Chart der PowerPoint Präsentation „Digitalisierung“.

Déjà-vu? Verfolgungswahn?

Ich musste schmunzeln bei dem Anblick der Folie und den Worten, die mir schon bekannt vorkamen, obwohl ich neu war. Es freute mich, denn der stetige Wandel – die Digitalisierung – ist bereits gelernte Gewohnheit und löst kein Unbehagen bei mir aus – ganz im Gegenteil. So freute es mich, dass ich im Laufe des Jahres viele Projekte und neue Aufgaben im Bereich „Online Marketing“ erhalten habe. Kein Tag ist wie der andere und zunächst heißt es: Grundlagen aufbauen, um für die Zukunft gut gerüstet zu sein.

Man könnte meinen, dass mein erster Arbeitgeber die Digitalisierung eher begonnen und daher bereits „überwunden“ hat – aber Fehlanzeige. Der Verlag kämpft weiterhin gegen sinkende Auflagen und fehlende Umsätze im digitalen Geschäft. Ein „Überwinden“ würde auch ein Ende einer Phase voraussetzen, was es (meiner Meinung nach) nicht gibt. Sie entwickelt sich nur stetig weiter.

Was die Digitalisierung etwas uncharmant erscheinen lässt? Die vielen englischen Begrifflichkeiten und Buzzwords, welche teilweise keinen eindeutigen Definitionen unterliegen, doch als alt bekannt unterstellt und meistens auch noch im Rudel genannt werden. So nehme ich mir in Terminen mit Kollegen extra vor, die Themen aus dem Bereich Online Marketing ohne (oder mit ganz wenigen) Fachbegriffe zu beschreiben. Das gelingt mir zum Teil schon ganz gut und ich werde mir weiterhin Mühe geben, alle Begrifflichkeiten (bei Bedarf) zu erklären. Falls einige Begrifflichkeiten selbstständig recherchiert werden wollen oder neue Worte fürs „Buzzword-Bingo“ gesucht werden, kann ich diese Website empfehlen: Lexikon digitales Marketing. Denn: Man muss ja nicht alles wissen, nur wissen, wo es steht.

Also: Die Digitalisierung bleibt und hört nicht wieder auf. Ich freue mich, den spannenden Weg bei der Westfalen mitgestalten und vorantreiben zu dürfen.

Beste Grüße
Victoria Jagalski

4 thoughts on “Meine berufliche „Digitalisierung“”

  1. Hallo Frau Jagalski,
    danke für diesen tollen Beitrag. Aus meiner Sicht beschreiben Sie das Thema genau richtig, keine Ende – sondern stete Weiterentwicklung.
    Danke auch für die Aufklärung und die Bereitschaft bei Bedarf weiter zu erklären. Es freut mich das Sie den Weg in die digitale Welt der WAG begleiten. Weiter so.
    Holger Laugisch

  2. Liebe Victoria,
    dass Du neben Deinem Wissen um die digitalen Welten auch so ganz analog als Mensch eine Bereicherung bist, macht das Ganze rund.
    Sonnige Grüße
    Martin

  3. Hallo Frau Jagalski,

    Ihr Fazit bringt es auf den Punkt.
    Die Digitalisierung hat uns immer begleitet und wird uns immer begleiten.
    Viele Grüße aus Ihrer IT

    Peter Hardebeck

  4. Hallo Victoria,schön geschrieben, Danke dafür. Ja, die Digitalisierung… und wir mitten drin. Es ist eine sehr spannende Zeit in der sich die Westfalen AG befindet. Wir sind auf einem guten Weg. Danke, dass du die Projekte Salesforce MarketingCloud und Hybris Commerce Cloud (Webshop) immer wieder aufs neue mit frischem Wind versiehst und gut gelaunt dazu beiträgst, dass wir unsere Kunden in Zukunft digital besser erreichen und verstehen 😉Weiter so,Matthias

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