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Liquid Nitrogen bank containing suspension of  cells.

Stickstoff flüssig mit mobilem Service: Ein kalter Tag in München

„Zieh dich warm an!“ haben meine Kollegen mir geraten.


Dienstag früh morgens startete ich gemeinsam mit Herrn Merl, unserem Gebietsverkaufsleiter, zu unserem Vertriebspartner Demmel Gase in München. Statt den Tag im warmen Büro zu verbringen, durfte ich mit Robert (einem Mitarbeiter von Demmel Gase) tiefkalt verflüssigten Stickstoff im mobilen Behälter ausliefern. Dieses Angebot der Westfalen Gruppe nennt sich LIN-Service
Hier wird ein mobiler Behälter mit tiefkalt verflüssigtem Stickstoff befüllt.
Hier wird ein mobiler Behälter mit tiefkalt verflüssigtem Stickstoff befüllt.

LIN – was ist das?

LIN (Liquefied Nitrogen) ist tiefkalt verflüssigter Stickstoff.  Er wird für zahlreiche Prozesse in der Industrie, im Labor und in der Medizin verwendet. Der mobile Kälteservice der Westfalen Gruppe eignet sich speziell für die Bereitstellung kleinerer Mengen von tiefkaltem Flüssigstickstoff. 

Ausgeliefert wird das minus 196 Grad Celsius kalte flüssige Gas mit einem Servicefahrzeug. Befüllen können wir mit dem Servicefahrzeug mobile Behälter bis 350 Liter und stationäre Tanks bis 1.000 Liter.

In  unserem Vertriebsbereich bieten aktuell zwei unserer Vertriebspartner (in Nürnberg und  in München) diesen Service  an.  Aktuell bereiten wir die Zusammenarbeit mit einem weiteren Vertriebspartner für die mobile Stickstoffversorgung in Regensburg und Umgebung vor. 

Und los geht’s!

Ausgestattet mit Sicherheitsschuhen, -brille und -handschuhen machten Robert und ich uns auf den Weg zu unserer ersten Station, einem Automobilzulieferer in München. Bei der Befüllung des mobilen  Behälters des Kunden zeigte Robert mir, wie dabei vorgegangen wird und auf was geachtet werden muss.

Das Befüllen funktioniert im Prinzip bei allen Tanks gleicherweise: zuerst das Absperrventil Gasphase des zu befüllenden Tanks öffnen, um den Druck abzulassen, dann den Schlauch anschließen, befüllen, die Gasphase beim zu befüllenden Tank wieder schließen, den Haupttank zudrehen und zum Schluss den zu befüllenden Tank zudrehen.

Weiter ging es nach Freising zu einem Kunden mit einem stationären Tank. „Wichtig ist, große Tanks anfangs zu beliefern, damit bei der Befüllung genügend Druck aufgebaut wird. Denn hat unser LIN-Service-Behälter nur noch wenig Inhalt, wird dies nicht mehr richtig gewährleistet“, erklärte Robert.

Mit gekonnten Handgriffen schloss er den Tank an und nun hieß es
Befüllung einer Kryokanne mit tiefkalt verflüssigtem Stickstoff
Befüllung einer Kryokanne mit tiefkalt verflüssigtem Stickstoff
 warten…
Nach etwa einer halben Stunde war der Tank voll und wir fuhren weiter zu unserem nächsten Kunden, ebenfalls in Freising.

Dort warteten bereits viele mobile Lager- und Einfrierbehälter auf eine Befüllung mit Stickstoff. So viele, dass der Inhalt unseres 1.000 Liter LIN-Service-Tanks zum Befüllen aller Behälter nicht mehr ausreichte. Das hieß nachfüllen! Befüllt wird das Servicefahrzeug direkt an dem stationären 10.000-Litertank bei der Demmel Gase, welcher einmal in der Woche von unserer TKW-Disposition in Hörstel beliefert wird. 

„Hauptsächlich versorgen wir Labore, Kinderwunschzentren, Universitäten, Hochschulen sowie Metall- und Maschinenbauunternehmen im Großraum München. Natürlich fahren wir auf Anfrage auch weitere Strecken“, informierte mich Robert auf dem Weg zurück nach München. 

Und für was brauchen unsere Kunden den Stickstoff?  Zu den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten zählen unter anderem das Einfrieren und Lagern von Zellmaterial, Pilzkulturen und Umweltproben, die Kryochirurgie, -therapie und -biologie, das Rohrfrosten, Kaltdehnen, Entlacken und Entschichten, sowie die Trennung von Gummi- und Metallverbindungen.

Da der Stickstoffbedarf bei manchen Anwendungen dauerhaft gering ist, sich auf mehrere Arbeitsplätze verteilt, oder nur unregelmäßig entsteht, eignet sich unser mobiler Kälteservice optimal.

Endspurt!

Mit dem vollen Tank tourten wir noch einmal los nach Freising, um die restlichen Behälter zu befüllen. Unser letzter Stopp an diesem Tag war Schweitenkirchen. Dort hatten wir mehrere Kryokannen eines Kunden zu befüllen.
Ziemlich beeindruckend, wie viele Behälterarten wir mit dem Servicefahrzeug befüllen können! Anders als bei geschlossenen Behältern wurde der Füllschlauch  hier aber nicht angeschlossen, sondern lediglich in die Kannen gehängt. Als Robert den Tank aufdrehte, sprudelte und spritzte der Stickstoff nur so in die Kannen. Genau deshalb hatten wir auch die Sicherheitsausrüstung an. „Wichtig ist ein gesunder Respekt vor dem Produkt, Angst darfst du aber nicht haben“, zwinkerte Robert mir zu. 

Abschließend kann ich sagen, dass ich an diesem Tag in München viele neue und interessante Erfahrungen machen durfte und wieder einiges dazulernen konnte.

Viele Grüße aus Bayern
Christina Sporer



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