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So geht's: Unsere Kollegin Anne Böckel, Mitarbeiterin an der Westfalen Tankstelle Weseler Str. 383 in Münster, zeigt, wie das kontaktlose Zahlen mit Smartphone funktioniert.

RFID und NFC: Kontaktlos zahlen

1989 schlossen sich Westfalen, Elf und Total in der WEAT zusammen. Etwas später kam als viertes Mitglied die AGIP dazu. Hintergrund war der wachsende Einsatz bargeldloser Zahlungsmittel im  Tankstellenbereich, also  die Bezahlung von Kraftstoffen oder Waren mit Kredit-,  ec- und Flottenkarten (zum Beispiel mit der Westfalen Service Card).  

Es war das Ende der bis dahin  eingesetzten mechanischen Registrierkassen. Heute werden PC-Systeme mit angebundenen Zahlungsterminals eingesetzt.  Diese Entwicklung hat mein Arbeitsleben entscheidend geprägt.  Was liegt also näher, als mich in meinem Blogbeitrag mit der neuesten Entwicklung auf diesem Gebiet zu befassen.

Near Field Communication: Kontaktlos zahlen 


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© ICP(BIA NFC), © Fotolia

Kartenzahlung mit Visa und anderen Karten sind  – denke ich – für die meisten Gäste unserer Tankstellen alltäglich geworden. Etwas anders verhält es sich beim kontaktlosen Zahlen mit dem Smartphone oder der Karte.

RFID und NFC

RFID (radio-frequency identification) bezeichnet eine Technologie für Sender-Empfänger-Systeme zum  automatischen und berührungslosen Identifizieren und Lokalisieren von Objekten mit Radiowellen. Die Abkürzung NFC steht für das um  sicherheitstechnische Prozesse erweiterte RFID-Verfahren. 

Kontaktlos zahlen mit Karte

Mit RFID ausgestattete Karten können zur kontaktlosen Zahlung ohne Unterschrift oder PIN-Nummer eingesetzt werden. Bei höheren Beträgen als 25 €  ist dann aber doch der PIN-Code notwendig.  Beim Zahlvorgang wird die Karte berührungslos vor ein Lesegerät gehalten. Wer eine mit RFID ausgestatteten VISA- und Mastercard hat, kann damit zum Bespiel an Westfalen Tankstellen kontaktlos zahlen. 

Kontaktlos zahlen mit Smartphone

Zum kontaktlosen Zahlen mit Smartphone werden bislang leider ausschließlich proprietäre Verfahren eingesetzt. Bei der Telekom nennt sich das Verfahren  MyWallet. Die Grundlage bildet das MasterCard PayPass System. Vergleichbare Systeme gibt es z. B. auch von Vodafone mit payWave und VISA Card. 

Beim Bezahlvorgang wird auf dem Smartphone die entsprechende  vom Telefonanbieter angebotene APP gestartet.  

Die gestartete APP
Die gestartete APP

Das Smartphone wird berührungslos an das Terminal gehalten. Das Terminal erkennt die zur APP bzw. zur SIM-Karte gehörige VISA- oder Mastercard, teilt dem Smartphone den Betrag mit und bucht diesen von der Kreditkarte ab. 

Beleg einer Zahlung mit MyWallet

Zum MyWallet-Verfahren der Telekom gehört üblicherweise eine Prepaid-Mastercard. Allerdings bietet die Telekom auch einen Kreditrahmen bis 500€ an. Dazu muss jedoch ein Identifikationsverfahren  durchlaufen werden.

Welche Technik wird benötigt?

Damit Sie mit Ihrem Telekom-Smartphone kontaktlos zahlen können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: 

  1. Sie haben ein geeignetes Smartphone erworben 
  2. Das Smartphone ist Telekom-gebrandet 
  3. Die SIM-Karte ist gegen eine sogenannte NFC SIM getauscht worden

Es geht aber auch anders

Falls Ihr Smartphone diese Voraussetzungen nicht erfüllt, bleibt Ihnen die Möglichkeit, einen kleinen Aufkleber anzubringen. 

MyWallet, Vodafone Wallet und Aufkleber
MyWallet, Vodafone Wallet und Aufkleber

Die kleine rechts im Bild zu sehende Karte ist mit einer RFID ausgestattet und kann auf die Rückseite eines nicht mit NFC erhältlichen Smartphones geklebt werden. 

Bei der Telekom und auch bei Vodafone erhalten Sie zusätzlich eine Standard Prepaid Kreditkarte, um bei Händlern, die keine Möglichkeit zum  kontaktlosen Zahlen bieten, wie gewohnt mit der Karte zu zahlen. 

Persönlicher Test: Jede Menge Hürden

Bei meinem Sony XPERIA Z1 Compact ist es mir  nach einigen Telefonaten mit der Telekom nicht ganz ohne Hindernisse gelungen, das Smartphone für das kontaktlose Zahlen einzusetzen. Später kam ich auf die verwegene Idee, mein Z1 Compact zu verkaufen und mir das Nachfolgemodell Z3 Compact zuzulegen.  Der Wechsel auf das neue Smartphone funktionierte nicht reibungslos, obwohl meine NFC SIM-Karte die gleiche geblieben war. Aber auch hier wurden meine Geduld und Beharrlichkeit belohnt. Nach wiederum vielen Telefonaten mit der Telekom kann ich sagen: Es klappt wieder. 

Gründe für die Probleme waren unter anderem:  
  • die Tatsache, dass die NFC SIM inklusive der digitalen Mastercard nicht mir, sondern dem Smartphone zugeordnet war und 
  • die Tatsache, dass ich zwei NFC SIM-Karten mit der gleichen Telefonnummer in Gebrauch hatte.

Fazit

Aktuell erscheint mir das kontaktlose Zahlen mit dem Smartphone bzw. die notwendigen Voraussetzungen doch sehr aufwändig. Das wird sicher viele davon abhalten, diese Zahlungsart zu wählen. 

Um den Verbrauchern den Einsatz der neuen Technologie einfacher zu machen, sollten die Anbieter folgende Services anbieten:

  1. Auslieferung neuer Smartphones
    • mit NFC SIM, um dem Kunden einen Tausch zu ersparen
    • mit bereits in der NFC SIM installierter digitaler Kreditkarte
    • mit bereits installierter APP
  2. Zuordnung der NFC SIM zum Kunden und nicht zum Smartphone (dann kann das Smartphone problemlos durch ein neues Gerät ersetzt werden) 
  3. Aufladung der Prepaidkarte mit z. B. 20 Euro bei Auslieferung des Smartphones (als Anreiz, das kontaktlose Zahlen auszuprobieren)

Ich hoffe, mein Blog-Beitrag hat Ihnen ein wenig Wissen zum Thema „kontaktloses Zahlen“ vermittelt und Ihnen Ihre Entscheidung für oder gegen diese Zahlungsart erleichtert. 

Viele Grüße
Christan Vach