bueffel

The Rainbow Nation

Bei IsiZulu, IsiXhosa, Afrikaans & Englisch – um nur vier der insgesamt elf offiziell anerkannten Sprachen Südafrikas zu nennen – verwundert der von Nelson Mandela kreierte Landestitel „Regenbogen- Nation“ keineswegs.
Wir, Janine Lukas, Katharina Lensing und Christian Otto hatten das Privileg, im Rahmen unseres Dualen Studiums ab 15. Juli 2016  vier Wochen lang die Vielfältigkeit der Kulturen, Landschaften und Menschen der 14 000 km weit entfernten Republik kennen zu lernen. 
elefantengriraffeUnsere Reise startete in Kapstadt und sollte uns entlang der Garden Route bis nach Port Elizabeth führen. Auf dem Weg haben wir viele Orte besucht und  jeden Tag spannende Aktivitäten erlebt. Von Fallschirmspringen über Canyoning bis hin zu den wilden Tieren, den berühmten Big Five, haben wir natürlich nichts ausgelassen. Mit Elefanten und Geparden schmusen, sowie die Tiere in ihrer freien Wildbahn zu erleben, waren nur einige der Erlebnisse, die wir nie vergessen werden. 

In Kapstadt begann der ersten Tag mit der Pflichtattraktion für jeden Touristen: der Besteigung des Tafelberges. Das Wetter hätte dafür nicht besser sein können und so machten wir uns auf den dreistündigen Weg und überwanden dabei 600 Höhenmeter. Belohnt wurden wir mit einer atemberaubenden Aussicht über Kapstadt und den atlantischen Ozean! Ein weiteres Highlight in Kapstadt war natürlich der Besuch des „Kap der guten Hoffnung“. Und wenn auch nicht der südlichste Punkt Afrikas, wie allgemein angenommen, ist die Atmosphäre doch einzigartig! Durchgehend starker Wind und eine karge Landschaft lassen jedoch eher die originale Namensgebung des „Kap der Stürme“ nachvollziehen. 

Weiter führte uns der Weg entlang der rauhen aber wunderschönen Atlantikküste über Hermanus und Mossel Bay nach Knysna. Hier lockte uns zum Abend eine grandiose Aussicht auf die sogenannten „Knysna Heads“, mehrere Aussichtspunkte, welche erhöht der Stadt liegen. Der grüne, bergige Küstenstreifen, die gemütlich im Tal ruhende Stadt und der während des Sonnenuntergangs schimmernde Meerzugang ließen von der Schönheit der Kulisse her keinen Spielraum nach oben. 

Den nächsten Morgen ging es nach Plettenberg Bay. Doch als wir zur gleichen Zeit am vorherigen Tag noch ruhig die Aussicht genossen hatten, fanden wir uns dieses Mal in einer klapprigen Propellermaschine auf 3000 Metern Höhe wieder. Als die Flugzeugtür geöffnet wurde, lief es uns schaurig den Rücken runter. Es war laut, es war hoch und besonders wohl war uns nicht! Aber natürlich gab es nur einen Weg: den nach unten! So sprangen wir mehr oder minder vom Tandempartner gedrängt aus dem Flugzeug in einen 30 Sekunden langen freien Fall. Wer jemals Fallschirm gesprungen ist, kann bestätigen, dass die Emotionen schwer in Worte zu fassen sind.

Mit all diesen Erlebnissen vergingen die zwei Wochen wie im Flug und ehe wir uns versahen kam der Ernst des Lebens wieder. Der eigentliche Grund für unsere Reise nach Südafrika war ein interkulturelles Studienprogramm in Port Elizabeth, an welchem wir im Rahmen unseres Studiums an der Hochschule Osnabrück teilnehmen durften. Stattgefunden hat das Programm an der Nelson Mandela Metropoliten University,  wo wir gemeinsam mit zehn  deutschen sowie zehn afrikanischen Studenten an englischsprachigen Vorlesungen teilnahmen. Ziel dieser Programmes war es, sich über Märkte und Kulturen auszutauschen. Lehrinhalte umfassten die Bereiche Ethik, Accounting, Marketing und Logistik.

Auch der Besuch eines VW-Werks stand auf dem Programm der ersten Woche. Wir wurden durch die verschiedenen Montagehallen geführt und konnten einen genauen Einblick über die klassische Produktionskette ganz im Sinne Henry Fords sowie die südafrikanischen Arbeitsweisen bekommen. Unterstützt wurde dieses durch unseren persönlichen Werksführer, welcher alle Bereiche mit informativen Beschreibung und Fakten ausschmückte. So lernten wir zum Beispiel, dass die Montage zwischen Karosserie und Motor als „Hochzeit“ bezeichnet wird. Ein Besuch im Werksmuseum mit vielen interaktiven Bildungsmöglichkeiten rundete den VW- Besuch ab.

In der zweiten Woche wurden dann Gruppen, bestehend aus jeweils zwei deutschen und afrikanischen Studenten, gebildet, Gemeinsam sollten wir an verschiedenen Projekten arbeiten.  Ortsansässige Unternehmen standen zum Verkauf und sollten von uns mit Hilfe eines Businessplans und den vorher erlernten theoretischen Grundlagen bewertet werden. Die Zusammenarbeit machte uns großen Spaß. Das spiegelte sich auch in den am letzten Tag zu haltenden Präsentationen wieder. Letztlich erhielten wir alle glücklich unser Zertifikat für die Teilnahme an dem Studienprogramm. Für uns deutsche Studenten steht jetzt noch eine ausführliche, schriftliche Ausarbeitung des selbigen Themas an, welche wir zum Erwerb der notwendigen Credit Points erarbeiten müssen.
nelson_mandela_metropoliten_universityZusammenfassend möchten wir jedoch noch einmal den Zusammenhalt und die gute Verständigung zwischen den südafrikanischen und deutschen Studenten hervorheben. Von witzigen, albernen über einfach nur nette bis hin zu tiefsinnigen und politischen Gesprächen war während unserer gemeinsamen Zeit an der Uni, aber auch abends beim Grillen, in der Bar oder am Strand, alles dabei. Die authentische Art, die Gastfreundschaft, der Humor und das zuvorkommende Engagement unserer südafrikanischen Kommilitonen ließ uns in den zwei Wochen zu einer freundschaftlichen Gruppe zusammenwachsen.
surfingUmso gelungener war für uns drei dieses Studienprogramm in der Rückschau und wir freuen uns, die Möglichkeit erhalten zu haben, diese Erfahrungen zu sammeln. 
tafelbergAn dieser Stelle vielen Dank an die Westfalen AG für die hilfreiche Unterstützung!

Viele Grüße
Janine Lukas, Christian Otto und Katharina Lensing

3 Gedanken zu „The Rainbow Nation“

  1. Da kann ich mich nur anschließen – toller Bericht !

    Südafrika ist ein wunderschönes Land mit so vielen verschiedenen „Gesichtern“.
    Ich war dieses Jahr selbst mit meiner Familie dort und kann diese Eindrücke alle bestätigen.

    Viele Grüße

    Stephan Klose

  2. Glückwunsch zu diesen tollen Eindrücken die Alle ein Leben lang begleiten werden. Schön das sie uns daran teilhaben lassen. Südafrika ist einfach wunderschön. Behalten Sie ganz viel von den Eindrücken…:-)
    Viele Grüße
    Holger Laugisch

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