Prinzipalmarkt

Von Ulm nach Münster

Hallo! Ich heiße Seyda Necan und bin Auszubildende zur Industriekauffrau im 1. Lehrjahr.

Ich komme aus der Niederlassung Ulm. In Ulm arbeiten momentan 11 Mitarbeiter. Die Bürofläche für den Innendienst dort umfasst eine Etage. Ich habe meine Ausbildung im September 2015 angefangen und habe schon fünf Mal in Münster gearbeitet, daher ist Münster für mich keine fremde Stadt mehr.

Für Auszubildende werden in  Münster viele Schulungen angeboten. Zum Beispiel Produktschulungen für Gase, Tankstellen und Energieversorgung. Es gibt auch sehr abwechslungsreiche Schulungen wie z. B. „Knigge mal anders“ oder „Lernen lernen“. Von Anfang an stehen uns die Ausbildungsbeauftragten mit Rat und Tat zur Seite. Die Kommunikation ist wirklich sehr gut. Zum Start der Ausbildung steht die Einführungswoche und ein Teamtraining. Hier spielt man Spiele und hat verschiedene Gruppenaufgaben zu lösen.
Leider kann ich nicht immer an allen Veranstaltungen, Messen oder an kurzfristigen Auszubildendengesprächen teilnehmen. Wenn ich in Ulm arbeite, kann ich nicht jedes Mal nach Münster fahren.  

Als ich das erste Mal im Werk I war, habe ich mich direkt verlaufen und verloren gefühlt, bis mich meine Ausbildungsleiterin Frau Florath gefunden hat. Uns ist dann aufgefallen,  dass ich im falschen Werk bin. 😀
Mein Ziel war eigentlich das Werk II.

Das Unternehmen ist schon recht groß, nicht mal ansatzweiße vergleichbar mit unserer Niederlassung in Ulm.  Allein der Parkplatz für die Mitarbeiter ist so groß wie das Volksfest in meiner Heimatstadt Günzburg 😀

In der Zeit in der ich hier bin, wohne ich in der Azubiwohnung in Gremmendorf. Ich muss sagen, sie ist sehr schön eingerichtet. Und die Mietwagen, die ich zur Verfügung gestellt bekomme, haben echt gute Leistung ^^.

In meiner Freizeit sehe ich mir natürlich Münster an. Münster ist eine sehr schöne Stadt. Die Innenstadt muss  man auf jeden Fall gesehen haben. Aber Achtung! Ich habe erfahren, dass Münster inoffiziell die Fahrradhauptstadt Deutschlands ist. Ich wurde schon öfter fast von einem Fahrrad überfahren. Da sollte man wirklich aufpassen. Und das Blöde hier ist, dass man echt sehr schwer Parkplätze findet, daher zahle ich lieber bei den Parkhäusern etwas mehr, anstatt drei Mal die Stadt nach einem Parkplatz zu umfahren. Aber nicht nur Münster ist schön, auch andere Großstädte sind nicht so weit weg . Ich bin an einem Wochenende schon mal nach Hamburg gefahren. Von mir zuhause aus wäre das die doppelte Strecke. Die Chance muss man einfach nutzen. :-)  

Nun aber zurück zur Ausbildung und zu meinen Tätigkeiten. In der Hauptverwaltung bekommt man logischerweise viel mehr mit über die Produkte, Abläufe, Mitarbeiter und das aktuelle Geschehen. Die Auszubildenden in Münster durchlaufen alle Abteilungen und lernen die Abläufe von Anfang bis Ende kennen und können sich auch sehr gut einarbeiten. Ich bin zwar etwas traurig, weil ich nicht wochenlang in einer der vielen Abteilungen arbeiten darf, aber andererseits kriege ich schon nach einer halben Woche Heimweh. :-)

Ich arbeite gerne mit Zahlen und freue mich, dass ich, auch wenn’s nur für 5,5 Tage ist, zur Zeit in der Abteilung Rechnungswesen sitze und Spesenabrechnungen buchen darf. Wenigstens weiß ich jetzt wie man meine Spesenabrechnung buchen wird, die ich nächste Woche Freitag schreibe. :-)

Gelernt habe ich unter anderem, dass man in der Buchhaltung keine Buchungssätze als Hauptaufgabe hat (die Buchungen passieren automatisch), sondern dass viel mehr mit Rechnungen, Überweisungen, Gutschriften und Lastschriften gearbeitet wird. Das find ich jetzt schon etwas traurig, weil ich es liebe zu buchen. Jetzt stellt sich bloß die Frage warum man uns in der Schule Hunderte von Buchungssätze auswendig lernen lässt, die in den Systemen eh schon abgespeichert sind? Ich habe jetzt schon 7,5 Jahre Betriebswirtschaftslehre und Rechnungswesen als Hauptfach hinter mir und mich erwarten noch 2,5 Jahre. Und das mit den Auswendiglernen der Buchungssätze wird sich ganz bestimmt nicht ändern.

Die Hauptverwaltung in Münster gefällt mir wirklich sehr. Die Menschen hier sind total nett und hilfsbereit. Ich freu mich auch jedes Mal, hier her zu kommen. Dank der Ausbildung bei der Westfalen habe ich Selbstständigkeit gelernt. Ich hätte mich sonst nie getraut ca. 600km alleine am Stück zu fahren. Das hört sich nur schlimm an, ist es aber im Endeffekt überhaupt nicht. Ehrlich gesagt,  fahr ich aber in der Regel 1,5 Stunden länger als alle anderen aus der Niederlassung Ulm. Ich brauche immer ca. 6-7 Stunden. (Ich mache natürlich auch Pause.)

Durch meine Ausbildung bei Westfalen habe ich auch gelernt, mal alleine zu leben. Ich wohne momentan noch bei meinen Eltern und finde das auch gut so. Ich bin ein Mensch, der viel mit seiner Familie zusammen ist und sich ein Leben ohne sie nicht vorstellen kann. In der Azubiwohnung ist man aber in der Regel alleine und auf sich selbst gestellt. Das heißt: ich muss selber kochen, einkaufen und putzen. Damit meine ich bloß, dass ich kein Mensch bin, der alleine leben könnte. Kochen, einkaufen und putzen kann ich natürlich. :-)  Mittlerweile bin ich es gewohnt eine Woche alleine zu leben. Ich werde aber bestimmt auch mal länger hier bleiben. Aber das finde ich nicht schlimm …

Zuhause ist für mich trotzdem noch doch dort, wo meine Familie auf mich wartet.

Viele Grüße
Seyda Necan


Header-Bild: #60749929 | © photofranz56 – Fotolia.com

Ein Gedanke zu „Von Ulm nach Münster“

  1. Liebe Frau Necan,

    das ist ein wirklich toller Blog-Beitrag und auch als nicht direkter WAG-Mitarbeiter freut es mich trotzdem hin und wieder die Beiträge hier zu lesen.

    Vielmehr noch wenn sie aus meiner alten Heimat Ulm kommen.

    Ich wünsche ihnen weiterhin viel Spaß bei ihrer Ausbildung bei der WAG und sende herzliche „Grüßle“ nach Ulm.

    Den Zungenbrecher zu Ulm spar ich mir nun, da untern Ulmer dieser ja nicht kommuniziert wird :-)

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