Archiv der Kategorie: Arbeitswelten

Medizinische Gase: ein spannendes Thema

Begriffe wie Arzneimittel, Medizinprodukte, Heilmittelwerbegesetz, Medizinproduktegesetz waren für mich – durch meine Vergangenheit in der Pharmaindustrie – keine neuen Begrifflichkeiten. Sie gehören in den Alltag eines jeden Produktmanagers in einem pharmazeutischen Unternehmen. Aber wie passen die Westfalen AG und diese Begrifflichkeiten zusammen? Steht die Westfalen AG nicht für Tankstellen, Energieversorgung und technische Gase?

Die Tankstellen sind mir geläufig und auch den Bereich der Energieversorgung konnte ich mit dem Familienunternehmen in Verbindung bringen. Beim Vorbeifahren, an der Zentrale am Industrieweg, sind auch die Gasflaschen nicht zu übersehen.

Westfalen ist pharmazeutischer Unternehmer

Umso überraschter war ich, als ich eine Stellenanzeige für das Branchenmanagement Gesundheit bei der Westfalen AG fand. Westfalen AG und medizinische Produkte? Das münsteraner Unternehmen ist pharmazeutischer Unternehmer? Das hat mich erstaunt. Ich habe mich natürlich sofort mit Hilfe der Unternehmens-Website und einer großen bekannten Suchmaschine auf die Suche nach den Einsatzgebieten, Vertriebswegen etc. gemacht und war direkt begeistert. Die Westfalen AG ist im Bereich „Medizinische Gase“ und „Medizinprodukte“ gut und breit aufgestellt. Zum fraglichen Zeitpunkt war ich noch bei einem Pharma-Unternehmen in der Nähe von Stuttgart beschäftigt und dort verantwortlich für Produkte, die ohne Rezept in der Apotheke verkauft werden. Doch die Westfalen AG als Arbeitgeber in meiner Traumstadt Münster und somit in meiner Heimat (aufgewachsen), veranlassten mich meine Bewerbung abzuschicken. Und dann kam die Zusage und der Umzug aus dem Schwabenländle ins wunderschöne Münsterland stand an. Seit Juli 2017 bin ich nun als Branchenmanagerin Gesundheit für alle Arzneimittel, Medizinprodukte und Produkte zur technischen Inhalation zuständig.

Es ist schön, wieder im Münsterland zu sein und die Kollegen bei der Westfalen AG ermöglichten mir mit ihrer freundlichen Art einen einfachen Einstieg bei meinem neuen Arbeitgeber.

Eine breite Palette von Arzneimitteln und Medizinprodukten

Mich hat schon immer die Tatsache fasziniert, dass die kleinen Moleküle medizinischer Gase einen so großen Effekt haben und eine so entscheidende Rolle in unserem heutigen und vor allem auch zukünftigen Gesundheitswesen übernehmen. Die Westfalen AG bietet Produkte für die Beatmung, Anästhesie, Chirurgie und Spezialanwendungen an. Auch bei Neugeborenen können unsere medizinischen Gase problemlos und sicher angewendet werden. So kommt unser NO-Gas (Stickstoffmonoxid) auf so mancher Frühchen-Intensivstation zum Einsatz, um dort das Leben der Kleinen zu retten. Zu unseren Kunden gehören somit Kliniken/Krankenhäuser, aber auch Ärzte, Feuerwehren oder Pflege- und Seniorenheime. Tierärzte und Tierkliniken kaufen bei uns, genau wie zahlreiche Rettungsdienste, ihren medizinischen Sauerstoff. Das ein oder andere Mal war ich tatsächlich überrascht, in welchen Bereichen unsere medizinischen Gase eingesetzt werden. Achten Sie mal darauf, ob Sie den Flüssiggastank auf dem Gelände von Krankenhäusern entdecken. Vielleicht haben Sie auch schon während einer OP den medizinischen Sauerstoff von Westfalen zur Beatmung erhalten?! Oder haben Sie schon mal die Lachgassedierung beim Zahnarzt in Anspruch genommen?

Wir unterscheiden bei unseren medizinischen Gasen zwischen Arzneimitteln und Medizinprodukten. Diese Unterscheidung ist für uns im täglichen Geschäft sehr wichtig, da sich daraus unterschiedliche Ableitungen, auch im Bereich der Kommunikationsmöglichkeiten, ergeben. Eine ganz enge Zusammenarbeit mit dem Bereich AQU (Regulatory Affairs) ist hierbei unabdinglich.

Leben bewahren und retten – dabei unterstützen unsere medizinischen Gase

Sie sind im Gesundheitswesen unverzichtbar. Somit ist es für uns selbstverständlich, dass hier höchste regulatorische Anforderungen angesetzt werden. Die gesetzlichen Regelungen müssen akribisch eingehalten und die hohen Standards erfüllt werden. Darauf legt die Westfalen AG sehr viel Wert und geht dabei keine Kompromisse ein. An Produktion und Vertrieb werden sehr hohe Anforderungen gestellt, die unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tagtäglich meistern. Aber der Aufwand lohnt sich, wenn wir mit unseren Produkten zu einer guten und lückenlosen Versorgung im Krankenhaus beitragen können.

Welche Bedarfe werden unsere Kunden zukünftig haben? Wie sieht unsere Kundenstruktur in Zukunft aus? Ist die Versorgung gewährleistet? Haben wir ausreichend Leergut im Flaschenpool verfügbar? Was machen unsere europäischen Kollegen? Mit diesen und vielen anderen Fragen beschäftige ich mich. Im Branchenmanagement laufen die Fäden zusammen und als Schnittstelle mit zahlreichen Abteilungen zeichnet sich das Aufgabenfeld durch eine extreme Vielfältigkeit aus – sowohl mit Zahlen und Daten als auch mit Menschen aus den verschiedenen Bereichen des Unternehmens habe ich tagtäglich zu tun. Es wird also nie langweilig.

Was im medizinischen Bereich so besonders herausfordernd und spannend ist, ist die Tatsache, dass medizinische Gase nicht einfach in den Markt eingeführt werden können. Zulassungen für Arzneimittel und Zertifizierungen für Medizinprodukte müssen zunächst beantragt werden. Dies geht nicht von heute auf morgen – üblicherweise kann für die Zulassung eines Arzneimittels von der Antragsstellung bis hin zur Genehmigung mit mehreren Jahren gerechnet werden. Darin enthalten ist nicht die notwendige Vorbereitungszeit, die es benötigt, um die sehr umfangreichen Dokumente auszuarbeiten und zusammenzustellen. Weitsicht ist also gefragt.

Wir wollen auch in Zukunft überzeugen

Mit Hilfe von Kooperationen, Videos, Meinungsbildnern und weiteren Maßnahmen wollen wir Anwender und Einkäufer von unseren medizinischen Gasen überzeugen. Wir wollen den Bekanntheitsgrad weiter ausbauen, so dass die Westfalen AG bei Kunden und Interessenten zukünftig vermehrt als zuverlässiger und kompetenter Partner in den Bereichen „Medizinische Gase“ und „Medizinprodukte“ assoziiert wird. Ich freue mich auf eine spannende Zukunft bei Westfalen!

Viele Grüße
Inga Nünning

Praktikum im SCM – smart, charakterstark und modern

Liebe Leserinnen und Leser,

mein Name ist Lara Schurmann, ich bin 21 Jahre alt und studiere BWL an der Fachhochschule Münster. In meinem siebten Semester, von März bis August 2018, absolvierte ich ein Praktikum bei der Westfalen AG in der Abteilung Supply Chain Management (SCM). In der zweiten Hälfte meiner Zeit im Unternehmen habe ich zudem meine Bachelorarbeit geschrieben.

Ich bin in Münster geboren, aufgewachsen und nun am Studieren. Schon seit meiner Kindheit kenne ich die Westfalen AG. Wenn man Glück hat, fängt man am Rosenmontag in Münster die guten Kamellen mit dem springenden blauen Pferd auf weißen Hintergrund. Auch im Alltag begegnet einem das Westfalen Logo an vielen Ecken: natürlich in Form von Tankstellen. Diese sind mir immer positiv im Gedächtnis geblieben, da sie passende Öffnungszeiten für Studenten aufweisen. Zu guter Letzt ist mir Westfalen bei sommerlichen Abenden aufgefallen, denn der Gasgrill läuft bei uns eben nur mit WestfalenGas.

Mein Start ins Berufsleben

Am ersten Tag habe ich meine Abteilung in einer lockeren Runde während der Frühstückspause kennen gelernt. Ich wurde herzlich empfangen und gut in die Gruppe aufgenommen und integriert. Durch die offenen Bürowelten konnte ich mal hier und mal da zuhören oder über die ein oder andere Schulter blicken. Schon nach den ersten Tagen wusste ich: das Team ist einfach großartig. Jeder von ihnen ist ein Spezialist auf seinem Gebiet. So kommt es dazu, dass hier viele verschiedene Charaktere zusammentreffen und daraus eine wunderbare Mischung entsteht. Eben smart, charakterstark und modern – das SCM der Westfalen AG Münster.

Ich bin als Praktikantin im Team CLAS (Coordination Logistic Application and Services) eingesetzt worden und habe zum einen im operativen Tagesgeschäft geholfen, zum anderen an Projekten mitgearbeitet. Bei Fragen oder Problemen gab es an jeder Ecke Unterstützung von meinen Kollegen. Ich konnte zu jeder Zeit Fragen stellen und bekam immer eine hilfreiche Antwort. Ich habe mich sehr gut aufgehoben und betreut gefühlt. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle!

Zu meinem Aufgabenbereich gehörten die unterschiedlichsten Tätigkeiten. Von easy peasy bis kopfzerbrechend war alles dabei. Bei den Denksportaufgaben wurde es schon kniffelig, allerdings wurde der Arbeitsalltag dadurch nie langweilig.

Meine Kollegen haben mir sehr schnell auch umfangreiche Aufgaben anvertraut. So hatte ich schon in den ersten zwei Wochen internationalen Kontakt zu unseren Tochtergesellschaften. Außerdem habe ich neue Materialien oder Bestellungen in SAP angelegt und gepflegt. Diese Tätigkeiten fielen immer mal wieder zwischendrin an. Zu meiner Routine zählte zum Beispiel das Erstellen von Analysen oder die Anfertigung des Monatsberichts für das Team CLAS.

Im Studium lernt man sehr viel Theorie und leider nur wenig Praxis. Aus diesem Grund musste ich dann schon mal das ein oder andere nachfragen oder eben selbst ausprobieren.
Learning by doing war hier das Stichwort!!!

Ich habe schnell meine Komfortzone verlassen müssen und ich muss gestehen: es tat gar nicht weh 😉 Das lag vor allem an der angenehmen Arbeitsatmosphäre in der Abteilung. Es ist nämlich vollkommen in Ordnung auch mal Fehler zu machen. Natürlich sollte man aus ihnen lernen, aber egal ob beruflich oder privat, es gehört einfach zum Leben dazu!

Großprojekt Bachelorarbeit

Die Hälfte meiner Zeit war ich beschäftigt mit meiner Bachelorarbeit. Das Thema war spannend: Vertriebspartner und ihre Bevorratung. Der Konflikt zwischen Kapitalbindungskosten und Transportkosten steht hier im Mittelpunkt. Es soll ein Konzept entwickelt werden, um die Bevorratung zu optimieren.

Meine Kick-Off-Präsentation war Ende April. Bereits hier gab es viele Anregungen und Tipps, die ich gut gebrauchen konnte. Nach der Einarbeitungszeit hatte ich schnell die IST-Situation aufgenommen. Dann kam der schwierige Teil: der Soll-Prozess. Schwachstellen aufzudecken und zu optimieren hat mich an meine Grenzen gebracht, aber ich habe es geschafft. Daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten und ein Fazit zu ziehen waren dann das Ende meine Arbeit. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei allen Beteiligten bedanken, die mich unterstützt haben.

Fazit

Ich bin sehr zufrieden mit der Zeit bei der WAG. Es war die richtige Entscheidung, mich zu bewerben und die Praxis in genau diesem Unternehmen kennen zu lernen. Außerdem bin ich sehr dankbar für die tolle Unterstützung und Hilfe bei meiner Bachelorarbeit. Ich habe ein tolles Projekt bearbeiten dürfen und ich hoffe, dass meine Ergebnisse verwendet werden. Vielleicht kann ich selbst mein erarbeitetes Konzept im Unternehmen implementieren, wenn noch genug Zeit vorhanden ist. Das wäre der krönende Abschluss.

Das Praktikum bei der Westfalen AG in Münster werde ich noch lange in Erinnerung behalten. Einerseits, weil ich von großartigen Kollegen umgeben war und ich einen tollen Einstieg ins Berufsleben hatte. Andererseits ist und bleibt Münster meine Heimatstadt, wo der Hauptsitz von Westfalen eben ist.

Beste Grüße
Lara Schurmann

Header-Bild:#158787818 | © alekosa – Fotolia.com

Jobmesse 2018: Jobs, Ufo und Award

So schnell kann es gehen: Vor etwas mehr als einem Jahr kannte ich die Westfalen AG nur vom Vorbeifahren und konnte nicht erahnen welch interessante Menschen, Herausforderungen und Aufgaben sich hinter dem Logo mit dem springenden Pferd verbergen. Inzwischen weiß ich es besser. 🙂

Meine damalige Neugierde und meine inzwischen gewonnenen Erfahrungen innerhalb dieses breit aufgestellten Unternehmens konnte ich am 17. Juni 2018 im Rahmen der Jobmesse in der Halle Münsterland an die Besucher unseres Standes vermitteln.

Aufgrund meiner Tätigkeit in der IT war ich Ansprechpartner für interessierte Messebesucher bezüglich unserer Vakanzen wie zum Beispiel Mitarbeiter IT-Support, IT-Projektleiter oder Solution Manager Mobile Apps .

Als ich früh morgens die Halle Münsterland (Messehalle Nord) betrat, hatte ich meinen ersten WOW-Moment an diesem Tag. Größer und ins Auge fallender kann man einen Messestand wohl kaum gestalten. An dieser Stelle ein großes Lob an die Verantwortlichen.


Nun mussten IPads aufgebaut werden, auf denen unser Imagefilm laufen sollte. Als ITler fiel diese Aufgabe natürlich mir zu 😉 Abschließend sollte ich noch ein weiteres iPad im WLAN der Halle Münsterland einloggen, um potenziellen Interessenten unser Bewerberportal zu zeigen. Tja und was soll ich sagen: geht natürlich nicht, WLAN-Zugang abgelaufen, obwohl für das gesamte Wochenende gebucht.

Also nach vorne zum Infopoint und nach diversen Telefonaten der Servicemitarbeiterin habe ich dann andere Zugangsdaten erhalten.

Um 09:45 Uhr gab es das letzte Briefing und um 10:00 Uhr öffnete die Halle Münsterland die Pforten.

Ach ja, wir hatten bis zu diesem Zeitpunkt die Standbeleuchtung noch nicht eingeschaltet. Als diese dann aktiviert wurde, hatte man ein Gefühl, als ob über unserem Stand gerade ein Ufo mit Landebeleuchtung in bester Hollywoodmanier parken würde. Spätestens jetzt befand sich unser Stand absolut im Rampenlicht.

Die Besucher waren – wie zu erwarten – bunt gemischt. Vom potenziellen Azubi bis zum Akademiker mit Abschluss war wirklich alles vertreten. Auffällig bei nahezu allen Besuchern war das nur rudimentär vorhandene Wissen über das breit gefächerte Produktportfolio der Westfalen AG.

Welche Aufgaben auf einen Auszubildenden Fachrichtung Fachinformatiker so alles an einer Tankstelle zukommen könnten, konnte ich tatsächlich nicht beantworten.  😀 Sobald aber die Begriffe „Gase“ und „Energieversorgung“ fielen, war die Überraschung groß. „Was, sogar medizinische Gase vertreibt Westfalen, das hätte ich nie gedacht“.

Der krönende Abschluss war dann gegen Nachmittag eine Lautsprecherdurchsage, welche in der gesamten Messehalle zu hören gewesen ist: „Die Messebesucher haben entschieden, der Stand der Messe 2018 wurde gewählt. Beste Angebotsdarstellung, freundlichstes Standpersonal, professionellste Beratung, … : Der Preis geht an die – WESTFALEN AG!“ 

Schockstarre, zumindest bei mir und – ich glaube, auch der ein oder andere mehr aus unserem Team wusste von einer Besucherabstimmung nichts. 

Kurz darauf wurden uns vom Veranstalter eine Urkunde sowie ein Award überreicht. Da ich letztmalig mit 12 Jahren (weit über 25 Jahre her) einen Tennis-Stadtmeisterpokal (3. Platz) in Osterholz-Scharmbeck entgegengenommen habe startete ich gedanklich direkt in den ABBA-Himmel: „The winner takes it all“.

Aber nicht nur die Auszeichnung, die gesamte Veranstaltung hat mir sehr viel Spaß gemacht. Sehr gerne stehe ich auch für das nächste Jahr zur Verfügung, kann aber auch allen anderen Kollegen eine Teilnahme empfehlen.


Viele Grüße 
Carsten Wrobel

Ich war doch nur kurz weg!

Vor fünf Jahren schrieb ich meine Masterarbeit zum Thema Change Management. Ich untersuchte wissenschaftliche Modelle zu Veränderungsprozessen und nahm empirische Studien vor.

Aber was hat das mit der Westfalen Gruppe zu tun?
Kaum ein paar Monate später – im Dezember 2013 – begann mein Weg bei Westfalen. Eine spannende Zeit: Die WIN-Projekte nahmen Fahrt auf und die Organisationsstruktur wurde neu ausgerichtet. Ich nahm eine Aufbruchsstimmung wahr, doch zugleich fand ich mich in gewachsenen Strukturen eines mittelständisch geprägten Unternehmens wieder. An meinem ersten Arbeitstag galt es unter anderem, den PC inklusive aller Berechtigungen einzurichten. Man sagte mir: „Da rufst du am besten mal in IT an, die können dir weiterhelfen.“ Als ich im Rahmen meiner Tätigkeit im Projektmanagement den ersten Workshop organisierte, mussten neben der inhaltlichen Vorbereitung ebenfalls die kompletten Rahmenbedingungen geschaffen werden: Von der Organisation der Kaffeekannen am Vorabend über das Eindecken des Raumes und den Aufbau von Beamer und Leinwand bis hin zur Rückgabe des Geschirrs. Besprechungen fanden häufig direkt in den jeweiligen Büros statt und waren geprägt von Notizbüchern und College-Blöcken. Auch viele Prozesse liefen ausschließlich papierbasiert. Wollte ich beispielsweise Urlaub beantragen, druckte ich ein Formular aus, lies dieses unterschreiben, um es dann an die Personalabteilung zu schicken.

In den folgenden zwei Jahren schritt die Veränderungsphase voran. Projekte über Projekte wurden aufgesetzt und das Gefühl der Aufbruchsstimmung verstärkte sich. Kaum ein Mitarbeiter arbeitete nicht in einem Projekt mit und kaum ein Prozess blieb unberührt.

Im April 2016 verließ ich Münster und wechselte zu unserer Tochtergesellschaft Medica-Technik GmbH ins Siegerland. Zum Industrieweg kam ich nur noch sporadisch zu Abstimmungsterminen. Ich nahm kleinere Veränderungen wahr, konnte diese aber nicht exakt beschreiben. Ich fühlte mich ein bisschen wie ein Besucher im eigenen Unternehmen. Seit Januar 2018 bin ich wieder zurück in Münster und leite das operative Controlling der Energieversorgung.

Es ist ein komisches Gefühl, nach fast zwei Jahren wieder hier zu arbeiten. Als meine Kollegen fragten: „Und wie ist es, wieder hier zu sein? Bestimmt so, als seist du nie weg gewesen?“, realisiere ich: „Nein!“. Tatsächlich kommt es mir so vor, als sei ich länger weg gewesen oder hätte gar in einem neuen Unternehmen angefangen. Die Veränderungen, die ich vor und während meiner Zeit in Siegen diffus wahrgenommen habe, sehe ich plötzlich umgesetzt vor mir. An meinem ersten Tag rufe ich nicht mehr bei den Kollegen in der IT an, sondern mache im IT Self Service Portal – dem Online-Ticketsystem – einen Incident auf, in dem ich meine Anforderungen an die IT übermittle. An- und Abwesenheiten erfasse ich elektronisch im Employee Self Service System und diese nehmen per Workflow ihren Weg. Auch das Catering kann ich online buchen und habe einen Fullservice, bei dem ich mich um nichts mehr kümmern muss. Eine Vielzahl an Besprechungsräumen und Cubes mit modernster Besprechungstechnik steht zur Verfügung.

Die offenen Bürowelten bieten eine professionelle Arbeitsatmosphäre. Auch hat die Digitalisierung Einzug in die Meetingkultur gehalten. So haben die meisten Kollegen heute ihr Tablet oder ihren Laptop dabei. To do’s werden in digitalen Notizbüchern erfasst und geteilt. Deutlich sichtbar ist ebenfalls die Verjüngung der Mitarbeiter. Sei es die Vielzahl der Auszubildenden als auch die der Berufseinsteiger. 

Neben den greifbaren Veränderungen, die ich wahrnehme, bemerke ich noch etwas: Die Selbstverständlichkeit, mit der die Mitarbeiter die neuen Prozesse und Veränderungen leben. Das erinnert mich an meine Masterarbeit, speziell an das Modell der acht Phasen der Veränderung nach dem Wissenschaftler John P. Kotter. Demnach endet der Change Prozess nicht mit der Umsetzung der Veränderung, sondern im letzten Schritt müssen die Veränderungen in der Unternehmenskultur verankert werden. Genau das stelle ich fest: Die Neuerungen sind inzwischen „gang und gäbe“ und werden von den Westfalen-Mitarbeitern aktiv gelebt.

Und die Veränderungen hören nicht auf. In laufenden Projekten werden aktuelle Themen angegangen und im Unternehmen umgesetzt. Ob mobiles Arbeiten, Digitalisierung von Geschäftsprozessen oder Talentmanagement und Working Moms – Westfalen bleibt am Ball und greift aktuelle Entwicklungen auf. Aber es gibt auch Dinge, die sich nicht verändert haben. Und das ist auch gut so. Zum Beispiel die tolle Kommunikation untereinander. Sei es das freundliche „Guten Morgen“ auf dem Flur oder die Hilfsbereitschaft bei diversen Fragestellungen der Kollegen.

Schön, wieder hier zu sein!

Viele Grüße
Kristina Sommer

Fotos: Fotolia #46455317, #177632167