Archiv der Kategorie: Arbeitswelten

Hai-Zungen

Die Firma Westfalen – was genau machen die eigentlich?“
„Heizungen verkaufen!“
„Hai-Zungen? Ich wusste gar nicht, dass Haie Zungen haben…..“

Dieser Werbespot läuft aktuell im Radio als Teil der Kampagne zum Thema Heizungsmodernisierung. 

Aber natürlich produzieren wir nicht nur Radiospots, um Interessenten zu informieren, wir sind zum Beispiel auch auf Messen wie der „bauen und wohnen“ in Münster vertreten. Jedes Jahr im März öffnet die Messe in der Halle Münsterland ihre Tore, um fleißige Häuslebauer oder engagierte Renovierer und Instandsetzer über die neuesten Trends und Angebote der Branche zu informieren. Bereits zum dritten Jahr in Folge sind wir mit Westfalen auf dieser Messe vertreten, zum zweiten mal war ich als Standleiterin dabei.

„Was macht Westfalen auf einer Baumesse“, wird sich jetzt der ein oder andere fragen… Und auch dem ein oder anderen Messebesucher stand diese Frage ins Gesicht geschrieben. Heizungen verkaufen, lautet die Antwort! Also: wohlige Wärme und keine Hai-Zungen 😉

Viele Münsteraner kennen Westfalen von den Tankstellen und als einen der großen Arbeitgeber der Region. Dass wir dem Privatkunden neben Flüssiggas im Tank und in der Flasche, Strom und Erdgas mittlerweile auch Heizungen verkaufen, war vielen Messebesuchern noch unbekannt. Also sind wir angetreten, diese Wissenslücke zu schließen und natürlich auch um Westfalen als das sympathische, dynamische und kundenorientierte Unternehmen zu präsentieren, als das wir es kennen.

„Wir“ ist in diesem Fall das Standteam von der „bauen & wohnen“. „Wir“ ist eine gelungene Mischung von Kollegen aus dem Außendienst, den Vertriebsinnendiensten, dem Marketing und dem Heizungsbauer Andreas Wieskus aus Dülmen, einem unserer Machwerker-Partner, mit denen wir beim Thema Heizungsmodernisierung zusammenarbeiten.

„Wir“ haben als Team gemeinsam die Messe „gerockt“: alle hatten merklich Spaß an der Messearbeit und haben diesen positiven Spirit auch nach außen zum Kunden getragen. Wir haben die Kunden aktiv angesprochen und erfolgreich auf den Stand eingeladen. Bei einer Runde Memory (mit vielen Westfalen-Motiven) war es einfach, Westfalen und unsere Produkte vorzustellen und Interesse zu wecken. Interessenten zum Thema Heizungsmodernisierung wurden kompetent durch unseren Fachmann Herrn Wieskus beraten. Jeder hat jeden unterstützt, mal Getränke gebracht, mal Werbemittel aufgefüllt. So ist es uns gelungen, über alle drei Tage einen durchgehend lebendigen Messestand zu präsentieren, viele interessante Gespräche zu führen und zahlreiche Leads zum Thema Heizungsmodernisierung, Strom, Erdgas und Flüssiggas zu generieren.

Die Leads wurden direkt auf dem Messestand durch unseren fleißigen Azubi in unserem CRM-System erfasst und den zuständigen Kollegen zur Nacharbeit eingestellt. Durch die zeitgleiche Erfassung der Leads hatten wir auch unsere Zielerreichung immer im Blick. Bereits am ersten Tag hatten wir die Anzahl der geplanten Kontakte pro Messetag locker erreicht und konnten uns am Samstag und Sonntag noch steigern. Die Messe war also ein voller Erfolg und hat mir in diesem Jahr besonders viel Spaß gemacht. Ein großes DANKESCHÖN an dieser Stelle noch einmal an das tolle Standteam.

Am vergangenen Freitag durften wir als Dank von Westfalen unseren Erfolg noch einmal bei einem leckeren Abendessen gemeinsam feiern. Ein gelungener Abend in einer netten Runde 🙂

Noch 317 Tage bis zur nächsten „bauen und wohnen“ – der Ticker läuft auf der Messehomepage. Unser Stand für 2019 ist gebucht Ich freue mich schon drauf. Kommt uns doch dann mal besuchen. Und wer Bedarf an einer neuen Heizung hat, darf sich natürlich gerne schon früher bei uns melden 😉

Viele Grüße
Ines Isermann


Mein erster Monat bei Westfalen

Von Frankfurt am Main hat es  mich zurück in Heimatnähe nach Münster an der Aa getrieben. Neben dem Wechsel der Gewässer bin ich mit dem Job-Wechsel auch in eine neue Branche eingestiegen. Ich komme aus einem großen Touristik-Konzern, in dessen Online-Tochterfirma ich im Business Development und Innovations-Bereich als Digital Strategin tätig war. Dort habe ich verschiedenste Online- und Digital-Projekte mit begleitet.

Seit Anfang März bin ich als Online Marketing Managerin der Zuwachs im Online-Team des zentralen Marketings bei Westfalen. Neben diversen aktuellen Projekten rund um Online betreue ich aktuell aktiv den Website Relaunch mit.

Ich wurde hier bei Westfalen super nett aufgenommen und habe direkt im ersten Monat schon viele Kollegen aus verschiedensten Abteilungen und Bereichen kennen gelernt. Auch die Wege innerhalb und zwischen den Gebäuden bewältige ich mittlerweile ohne Umwege und ohne Verlaufen.  Durch die verschiedenen Gespräche und Termine habe ich bereits einen guten Eindruck vom Unternehmen, den Strukturen und Produkten bekommen, wodurch sich quasi täglich ein neuer Kreis geschlossen hat.

In diesen Gesprächen habe ich immer wieder Positives zum Unternehmen gehört, sodass ich mich noch mehr über den Neustart gefreut habe. Sehr beeindruckend finde ich außerdem die auffällig häufigen langen Betriebszugehörigkeiten der Westfalen-Mitarbeiter. Das spricht auf jeden Fall für das Unternehmen. 

Tausche Reisen gegen Gase, Energie und Tankstellen


Während meines ersten Monats bei Westfalen wurde ich relativ häufig gefragt, wie man denn von der Reise-Branche („mit so tollen und emotionalen Produkten“) auf Westfalen mit seinen Gasen, Energieprodukten und Tankstellen kommt. Diese Frage hatte ich mir natürlich schon vor meiner Bewerbung gestellt und meinen Fokus ganz bewusst branchenunabhängig auf den Fachbereich Online und Digital gelegt.

Das bietet zum einen sehr viel mehr Flexibilität und zum anderen erweitert es den eigenen Horizont. Außerdem kann man natürlich – trotz anderer Produkte und Zielgruppen – vieles aus dem vorherigen Job und Unternehmen auch hier bei Westfalen anwenden und so manche Synergien finden.

Neue Branche, viiiele vielseitige neue Produkte, nette neue Kollegen, neue Wege


ABER: Bekannte Herausforderungen und Strukturen sowie ähnliche Ziele – ein stetig wachsendes traditionsreiches Unternehmen mit langjährigen Erfahrungen, das sich gerade mitten in der Digitalisierung befindet. Auf geht’s mit neuen Systemen, neuen Prozessen, neuen Daten.

All diese gilt es mit alten Systemen, Prozessen und Daten zu verschmelzen, um für jetzt und die Zukunft gut aufgestellt zu sein. Denn Daten sind das neue Gold, sagt man.

Heutige Kunden möchten nicht einen Kanal, nicht zwei Kanäle. Multi-Kanal ist auch nicht mehr befriedigend. Omni-Kanal sollte es sein. Also optimaler Weise alle Kanäle so miteinander verschmelzen, dass ein nahtloser Kanal-Wechsel zu jeder Zeit ohne Probleme möglich ist.

Online ist ein wichtiger Kanal, um für jetzt und die Zukunft aufgestellt zu sein und den sich verändernden Anforderungen der Zielgruppen gerecht zu werden.

Damit meine ich aber nicht Online allein, sondern eine Kombination aus Offline und Online. Mit dem Ziel, gemeinsam eine erfolgreiche Zukunft zu erarbeiten und die Mehrwerte und Kompetenzen jedes einzelnen Kanals miteinander zu verbinden, um ein bestmögliches Gesamtergebnis für unsere Zielgruppen zu erreichen. 

Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit den Westfalen-Kollegen und das gemeinsame Meistern der spannenden Herausforderungen und Projekte. Und ich bin mir sehr sicher: es wird nicht langweilig werden! 🙂

Viele Grüße
Christina Deiters

Lean Challenge: And the winner is …

Ein unglaubliches Gefühl! Wir haben bei der Lean Challenge 2018 in Heidelberg gewonnen.

Ok, fangen wir von vorn an. Im Frühjahr 2017 fiel bei Westfalen die Entscheidung,  das Thema KVP (kontinuierlicher Verbesserungsprozess) einzuführen. Und wie das so ist: Wir haben dem Thema auch einen Namen gegeben. KVP + Westfalen= Jump!

Wir wollen die kleinen und großen Hürden, die uns täglich begegnen gemeinsam nehmen und überspringen.

Der Start

Nach einer erfolgreichen Pilotphase in unserem Werk Nohfelden war der erste Beweis erbracht. KVP bringt dem Unternehmen tatsächlich etwas. Die Skepsis, die bei den Mitarbeitern und Führungskräften vorhanden war, konnte gemeinsam in einen ersten kleinen Erfolg umgewandelt werden. Jetzt hieß es, das Thema Jump! ins Rollen zu bringen. Mit Hilfe unserer externen KVP-Experten von Conor Troy wurden in der ersten Welle zwölf Moderatoren und fünf Methodenspezialisten ausgebildet. Die Kolleginnen und Kollegen unterstützen seitdem die Mitarbeiter/innen der Westfalen Gruppe dabei, Verbesserungspotentiale zu finden und diese umzusetzen.

Die Einladung

Unser Berater, Matthias Fahr ( Conor Troy), hat uns Anfang 2018 auf die „Lean Challenge 2018“ von Conor Troy aufmerksam gemacht.

Was ist die Lean Challenge? Die Lean Challenge ist eine zweitägige Veranstaltung, die dabei hilft, in den Austausch mit anderen Unternehmen zu kommen. Aber das ist nicht alles. Es gibt spannende Vorträge und es gibt die Lean Challenge. In 3,5 Stunden treten ca. 20 Teams aus verschiedenen Unternehmen in fünf Lean-Spielen gegeneinander an.

Die Lean Challenge ist inspiriert von Olympia und dem Gedanken, Unternehmen zu verbinden.

Wir haben zwei Teams mit je drei Jump!-Experten gestellt. Angetreten für Westfalen sind Juliane Pinke, Christopher Morich und Marius Lohoff (Team 1) sowie Janine Lukas, Robert Krawiec und Nico Tawidde (Team 2).

Westfalen ist das Thema KVP wichtig. Um einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess einzuführen, bedarf es des Rückhaltes des Managements. Damit unsere Teams diesen Rückhalt auch spüren, hat neben dem Projektleiter Matthias Dieke auch Torsten Jagdt als Vorstand Finanzen an der Veranstaltung teilgenommen, um die beiden Teams zu unterstützen.

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Wir stehen noch ganz am Anfang

Während der „Ice Breaker Session“ am Abend vor der Challenge durften wir bereits die ersten Teilnehmer der anderen Unternehmen kennenlernen und haben schnell festgestellt: „Oooohhh Mannnn … Die machen seit Jahren KVP. Wie sollen wir denn da bei den Spielen abschneiden?“

Die spannenden Vorträge am Vormittag des ersten Tages haben uns gezeigt: „Wir stehen noch ganz am Anfang“. Aber hey, jeder hat mal angefangen. Wir konnten viele Ideen sammeln, welche wir nach der Veranstaltung für uns adaptieren können.

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Lasst die Challenge beginnen

Es war so weit: Wie es sich für ordentliche Athleten gehört, wurden alle Teilnehmer mit dem Bus zum Olympiastützpunkt in Heidelberg gefahren. Ein Fitness Coach hat die Teilnehmer in Bewegung gebracht und dabei geholfen in Schwung zu kommen. Der Träger der „Lean Challenge Flagge“ ist eingelaufen und wurde unter Beifall willkommen geheißen. Die Teilnehmer waren soweit, die Spannung stieg … und die Challenge wurde eröffnet. Fünf Stationen, jeweils 35 Minuten Zeit, 10 Minuten Pause zum Stationswechsel und viele herausfordernde Aufgaben standen auf der Nachmittagsagenda.

Es wurden:

  • Jenga-Türme (aber nicht die kleinen, nein, 1,50m große Türme mit Holzklötzen von 10x10x30 cm) gebaut, um Instandhaltungsthemen zu vermitteln
  • es wurden Nudelmaschinen genutzt, um den Problemlösungsprozess zur Herstellung der optimalen Nudel zu erproben
  • es wurde eine Produktionsplanung simuliert
  • es wurde eine Mini-Granulat-Produktion optimiert
  • und eine fahrradbetriebene Carrerabahn genutzt, um Transportaufträge zu erfüllen.

20180412_133258488_iOSAusgestattet mit einheitlichen Poloshirts und Turnschuhen (ein Dank an Westfalen) haben unsere „Lean-Athleten“gestrampelt, gelacht, geflucht und Schweiß gelassen.

Nach dem „Abpfiff“ (ok, es war eher ein „Ab-tröten“) ging es mit dem Bus zurück in die Hotels … (hört sich schon sehr Profi-Sportler-mäßig an).


Die ausgepowerten Athleten und die Motivatoren der Teams konnten durch eine anschließenden Stadtführung einen kleinen Eindruck von Heidelberg bekommen. Anschließend wurden alle Teilnehmer von Conor Troy in die Kulturbrauerei Heidelberg eingeladen und konnten sich ausreichend bei deftigem Essen (so gar nicht Lean) für den nächsten Tag stärken.

Kaffeeklatsch oder „World Café“

Auch der zweite und letzte Tag war richtig super. Drei spannende Vorträge haben erneut viel Input gegeben. Um den Austausch zu fördern, gab es vier „World Café“,  d.h. vier Themengebiete wurden mit Unterstützung eines Moderators und jeweils ungefähr 20 Teilnehmern besprochen und ausgearbeitet. Auch wir als „Neulinge“ konnten sehr viel zu einer regen Diskussion beitragen und es hat nochmals viel Input für uns gegeben. Danke dafür.

And the winner is….

Es war soweit … das mit Spannung erwartete Ergebnis der Challenges vom Vortag wurde präsentiert. Zunächst wurden die Plätze 12 bis 4 (es gab teilweise mehrere Teams je Platz) gebührend mit Publikumsapplaus gefeiert. Eines unserer Teams war mit dabei. Doch wo blieb das andere Team? Wahnsinn, wir müssen unter den Top 3 sein.

Wir waren aufgeregt: ein dritter Platz bei der ersten Teilnahme … STOP, wir sind nicht auf drei … und es geht weiter, wir sind nicht auf zwei … jaaaaaaaaaa, wir haben gewonnen! Unglaublich! Janine, Robert und Nico können es kaum glauben. Der Lean Challenge 2018 Sieg geht an Westfalen. Wir bekommen die Goldmedaillen und einen riesigen Wanderpokal. Es regnet goldenes Konfetti und wir sehen acht fröhliche Westfalen Gesichter. Ja, wir alle haben uns gefreut. Einer für alle und alle für Einen.

Glückwunsch!
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Wir haben das Potential und werden es nutzen

Überglücklich stoßen wir noch kurz mit ein paar alkoholfreien Bierchen auf den Sieg an, bevor es wieder auf die Autobahn Richtung Münster geht.

Was heißt das nun für uns? Jeder kann ein Lean-Champion sein. Jeder, auch wenn wir noch nicht so viel Erfahrung haben. Alle Kollegen und Kolleginnen, sowie unserer Führungskräfte sind aufgerufen Jump! zu leben. Denn KVP ist eine Philosophie. Projekte haben ein Ende, KVP ist eine Lebensaufgabe.

In 2019 gilt es, unseren Erfolg zu verteidigen. Wir werden wieder Kollegen nach Heidelberg schicken. Also nutzt 2018, um KVP zu verinnerlichen, Euch und eure Arbeitsumgebung, die Abläufe und Prozesse zu verbessern… denn es macht Spaß!

Viele Grüße 
Euer Team Projektmanagement

Mein erstes Mal…mobiles Arbeiten!

Seit einiger Zeit hat die Westfalen Gruppe mobiles Arbeiten eingeführt, d. h. statt im Büro können wir von zu Hause oder von unterwegs in die Tasten unseres Laptops hauen und unsere anstehenden Aufgaben erledigen. Das ist modern, das macht flexibel und wird von vielen Kollegen begeistert aufgenommen. Auch ich bin dabei und teste die neue Mobilität bei Westfalen. Das erste Mal…mobiles Arbeiten – eine besondere Erfahrung:

anzugMein Tag beginnt relativ normal. Mein Wecker klingelt um 6 Uhr, ich dusche, trinke einen „Wach-mach-Kaffee“ im Bademantel. Doch schon beim Anziehen zeigt sich der erste Unterschied beim Mobilen Arbeiten. Der Hosenanzug samt Bluse, Klamotten zu denen ich sonst immer greife, hat heute Pause und bleibt im Schrank. Stattdessen greife ich zu Jeans und Pulli und meinen rosafarbenen Flauschsocken. Wäre ja auch ein bisschen albern, mit Anzug am eigenen Esszimmertisch zu sitzen. Fast genauso albern wie mit Flauschsocken im Büro…

Ich fahre mein Dienst-Laptop hoch und wähle mich ins eigene Wlan ein. Dann kommt Citrix ins Spiel. Die Software macht es mir möglich, auf alle Programme und Daten zuzugreifen, die ich auch zur Verfügung habe, wenn ich an meinem Schreibtisch in der Unternehmenszentrale sitze. Ein Klick und ich sehe tatsächlich alle wichtigen Laufwerke, meinen Outlook-Kalender, mein E-Mail-Postfach und alles, was ich sonst noch zum Arbeiten brauche. Unser digitales Telefonbuch zeigt mich sogar als anwesend an…obwohl ich an meinem Esstisch sitze… Ich kann also meinen Autoschlüssel wieder weglegen, den ich vorsorglich neben dem Laptop positioniert habe, um bei einem Technikproblem das mobile Arbeiten abzubrechen und ins Büro zu fahren…Die Technik steht! Mein Pessimismus war komplett fehl am Platze.

Als nächstes stelle ich mein Diensthandy auf laut, leite mit ein paar Klicks mein Telefon im Büro auf meine Mobilnummer um und es kann losgehen!

Mails abrufen, Texte fertig schreiben, genauso wie immer. Genauso wie immer?

Wenn ich mich kurz umschaue, ist zumindest mein Umfeld nichts, in dem ich gerade den Vorstand selbstsicher zu einem Termin empfangen würde: Neben meinem heimatlichen Arbeitsplatz steht noch ein vollbehangener Wäscheständer, den ich eigentlich gestern Abend noch abhängen wollte. Auf dem Tisch der Teller mit Toastkrümeln. Und die Fenster sind auch nicht geputzt…Ich widerstehe dem Gedanken, meine Arbeitszeit zu unterbrechen und noch schnell aufzuräumen. Im normalen Büroalltag würde ich das ja auch nicht tun!  Also wird die Hausarbeit ausgeblendet und weiter konzentriert am Text für die Mitarbeiterzeitschrift gearbeitet. Mobiles Arbeiten erfordert dann doch nochmal ein Stück mehr Selbstdisziplin, als wenn man einfach ins Büro fährt und der Wäscheständer unbeachtet zu Hause bleibt. Das wird mir erst jetzt klar…

Einmal „selbst dizipliniert“ schaffe ich sehr viel weg! Hier ein Artikel, da eine Interviewvorbereitung und noch kurz was fürs Intranet. Hohe Konzentration, keine Ablenkung durch versehentlich aufgeschnappte Gespräche im Büro, keiner telefoniert außer mir selbst, kein Kollege weit und breit, der mir kurz mal von seinem Wochenende erzählen möchte…Kein Kollege…Wenn ich es mir recht überlege, ist das aber nicht nur schön! Im Gegenteil! Nach ein paar Stündchen mobilem Arbeiten vermisse ich den ein oder anderen plötzlich schon ein bisschen. Keiner, der mich fragt, wie es mir heute geht, keine auf meinem Schreibtisch abgelegten Schokoriegel als Nervennahrung, kein über den Schreibtisch geflüstertes „Kannste mal über meinen Text gucken?“ Hm…

Das Diensthandy klingelt. Ich setze mich unwillkürlich gerade hin und nehme quasi „Geschäftshaltung“ an. Die Kollegin möchte kurz etwas abstimmen: „Ach, Sie sind ja gar nicht im Hause…dann will ich nicht weiter stören!“ – „Sie stören nicht. Ich arbeite mobil!“ Anscheinend müssen wir uns alle noch ein bisschen an die neue Arbeitsform gewöhnen. Beim Telefonat schaue ich kurz auf meine Flauschsocken und bin froh, dass wir kein Bildtelefon haben.

Die Mittagspause naht…aber ich bin gerade gut im Fluss und schreibe weiter. Auch hier muss man zu Hause wahrscheinlich besser auf sich aufpassen als im Büro, wo einen die Kollegen mit ins Betriebsrestaurant nehmen, damit man nicht vom Fleisch fällt…Selbstdisziplin und eigenständiges Arbeiten im mobilen Büro heißt eben auch, mal eine Pause einlegen. Also: Stift gezückt, aktuelle Zeit notiert und Pause.

Nach einer halben Stunde, mit einer im Gegensatz zu der Menüauswahl im Betriebsrestaurant doch eher kargen Mahlzeit (nur Brot da), lege ich wieder los und bekomme noch die ein oder andere Aufgabe, die schon etwas länger liegt, abgehakt.

Mein erstes Mal mobiles Arbeiten neigt sich dem Ende zu und es wird Zeit für ein erstes Fazit. Auf der Haben-Seite steht für mich definitiv die hohe Konzentration, in der ich ohne jegliche Ablenkung arbeiten konnte. Auch die Flexibilität, die Arbeit von zu Hause erledigen zu können, ist ein dicker Pluspunkt. Sicherlich auch und gerade für Eltern. Für viele Pendler ist das mobile Arbeiten ein kilometer- und stausparender Segen. Und ich als Frischluftfanatikerin träume schon davon, im Sommer hin und wieder auf dem heimischen Balkon zu arbeiten.

Warum dann nicht ausschließlich mobil arbeiten? Besprechungen nur noch über Skype und Co.? Mit Kollegen telefonieren statt sie zu sehen?

Vielleicht sieht so die Zukunft aus. Vielleicht werden wir uns alle daran gewöhnen und uns den heutigen Büroalltag gar nicht mehr vorstellen können. Aber bis dahin möchte ich lieber beides: mal im Unternehmen und mal zu Hause arbeiten. Je nachdem, welche Aufgabe gerade ansteht. Denn manchmal hilft ein Gespräch vis-à-vis dann doch den entscheidenden Schritt weiterzukommen. Also heißt es morgen wieder: Hosenanzug statt Jeans, Schuhe statt Flauschsocken. So flexibel kann arbeiten sein! 😉

Viele Grüße 
Simone Kötter

Header-Bild: fotolia #38325273 | Urheber: cristi180884

Unterwegs mit Wasserstoff

Liebe Leser und Leserinnen,

mein Name ist Dierk Winter, ich bin 56 Jahre alt und seit 1994 bei Westfalen beschäftigt, seit 2007 als Vorsitzender des Betriebsrates in Münster. 

Seit Dezember 2016 findet man an der Westfalen Tankstelle in Münster-Amelsbüren eine Wasserstoffstation .  Ein besonderes Highlight ist das Angebot,  diese spannende Antriebstechnologie auszuprobieren und sich direkt vor Ort ein mit Wasserstoff betriebenes Auto zu leihen.  Dieses Angebot habe ich wahrgenommen und eine Probefahrt gemacht. 

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„Mein“ wasserstoffbetriebenes Auto 🙂 .


Das Auto  gibt keine Motorengeräusche von sich, ebenso wenig wie ein strombetriebenes Fahrzeug. Das Fahrverhalten ist das eines  Autos mit Verbrennungsmotor und die Beschleunigung sehr zufriedenstellend. 

Wasserstoffbetriebene Autos funktionieren so ähnlich wie Elektroautos. Doch anstatt von einer Batterie wird der Motor von einer Brennstoffzelle angetrieben.  In der Brennstoffzelle reagieren Wasserstoff und Sauerstoff in einem chemischen Prozess. Die im Wasserstoff gespeicherte Energie wird dann als Strom im Elektromotor genutzt. Ein Wasserstoffauto verursacht  bei der Nutzung keinerlei schädliche Emissionen – als Abfallprodukt entsteht beim Antrieb nur reines Wasser. Das macht diese Antriebsenergie höchst interessant und zukunftsweisend. 

Auch für eine Dienstfahrt von Münster nach Weißenhorn habe ich mir das Auto ausgeliehen und mich vorher mit der Infrastruktur des Tankstellennetzes intensiv beschäftigt. Je nach Fahrweise reicht bei diesem Auto eine Tankfüllung für 400 Kilometer.  Damit man also ohne Antriebsprobleme zum Ziel kommt, muss man die Route sorgfältig planen. In Deutschland sind gut 50 Wasserstofftankstellen in Betrieb. Ich nutzte eine App, in der man sich über die genauen Standorte und die Funktionsfähigkeit der Wasserstoffstationen zeitnah informieren kann. Zum Tankvorgang muss man wissen, dass eine Einweisung unbedingt dazu gehört, ansonsten bekommt man die Zugangsdaten für Wasserstofftankstellen nicht.  Kompliziert ist der Tankvorgang aber nicht, wie dieses Video beweist.

 

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Volltanken beim Start meiner Reise: Westfalen Tankstelle in Münster-Amelsbüren.

Nach der Einweisung an der Westfalen Tankstelle erhielt ich eine Tankkarte, die es mir erlaubt, an allen 50 Tankstellen der CEP zu tanken. In den meisten Fällen sind diese Stationen 24 Stunden geöffnet.  Über ein Rechnungssystem der Betreibergemeinschaft „Clean Energy Partnership“ werden die Betankungen später in Rechnung gestellt. 

Üblicherweise nehme ich die Strecke Münster-Dortmund-Kassel-Würzburg-UlmWeißenhorn. Die ist mir gut bekannt und hat erfahrungsgemäß die wenigsten Störungen. Allerdings finden sich die meisten H2-Tankstellen in den Ballungszentren.  Also änderte ich meine Streckenplanung: Münster-Dortmund-Siegen-Frankfurt-Heidelberg-Karlsruhe-Ulm-Weißenhorn.

Während der Fahrt hatte ich die Reichweitenanzeige immer fest im Blick. Die erste Tankstelle nach Abreise lag bei Heidelberg in Hirschberg direkt neben der Autobahn. Die Betankung war – wie bereits gewohnt – völlig unproblematisch und in fünf Minuten erledigt.

Tankstelle in Hirschberg
Tankstelle in Hirschberg
Wasserstoffstation in Hirschberg
Wasserstoffstation in Hirschberg

In Ulm tankte ich das Auto noch einmal voll. 1 ½ Tage später machte ich mich auf dem Heimweg. Auch hier wollte ich zügig wieder zurück und nutzte die Erfahrungen aus der Hinfahrt. Also wieder zur H2 -Tankstelle in Hirschberg und dann zurück nach Münster. Um noch Reichweite zu haben rund um Münster, habe ich in Amelsbüren nochmals getankt. 

Wenn man große Entfernungen zurücklegen möchte, sollte man die „weißen Stellen“ auf den Landkarten kennen und auch abschätzen können, wie weit man mit einer Tankfüllung fahren kann. Denn da liegt im Moment noch der große Unterschied zu anderen Antrieben:  Ein Stromfahrzeug hängt man notfalls an die Steckdose, ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor hat keine Probleme bei über 6.000 Zapfsäulen in der Bundesrepublik und notfalls hilft auch ein Reservekanister. Bei einem H2-Auto gibt es im Moment keinen Plan B. 

Eine Fahrt von Münster nach Berlin, Hamburg, Ulm oder auch nach München würde ich mit einem wasserstoffbetriebenen Auto jederzeit wieder antreten, ob ich aber die ostfriesischen Inseln besuchen würde oder Usedom, ist fraglich. 

Trotzdem bin ich optimistisch, dass gerade an den großen Verkehrsadern im Laufe der Zeit eine gute Infrastruktur zustande kommt, die einem ein sorgloses Fahren von Nord nach Süd und Ost nach West erlaubt.

Denn Wasserstoff ist eine ganz und gar zukunftsfähige Energie. 

Viele Grüße 
Dierk Winter