csd_2016

Stellt Euch Quer!

So lautet das diesjährige Motto des CSD Münster e.V.

Dies war aber nur eins von vielen Themen, die am 16.04.2016 bei unserem 2. Frühjahrsempfang angesprochen worden sind. Auch in diesem Jahr durften wir unsere Veranstaltung wieder in den Räumlichkeiten der Westfalen Gruppe, genauer gesagt in Raum Münster des Westfalen Towers abhalten.

Geladen waren Gäste aus Politik, Stadtgesellschaft, Mitglieder, Vereine der LSBTIQ*- Gesellschaft, Helfer_innen und natürlich auch unsere Hausherrin Frau Fritsch-Albert.

meyerholzNach ein paar Klängen von Singer/Songwriterin Hanna Meyerholz, durfte ich auch in diesem Jahr wieder die Veranstaltung im Namen des gesamten CSD- Vorstandes eröffnen und später dann auch moderieren.

Mein Name ist Tobias Gehre und ich bin seit Oktober 2014 Vorstandsmitglied des CSD Vereins. Mein Aufgabengebiet umfasst das Veranstaltungsmanagement, also die Organisation unserer Veranstaltungen und somit auch die Organisation des Frühjahrsempfangs. In wochenlanger Vorarbeit haben meine Vorstandskollegen (Lydia Dietrich, Andreas Sahner, Silke Gronhoff, Norman Devantier) und ich diese Veranstaltung geplant. Wir schrieben Einladungen und versendeten diese an Politiker_innen, Bürgermeister_innen, Vereine u.v.m.
Machten uns Gedanken um die Gestaltung und den Rahmen der Veranstaltung. Recht schnell war klar, dass wir in diesem Jahr eine musikalische Umrahmung der Veranstaltung möchten. Hierbei fiel uns die aus Münster stammende Singer/Songwriterin Hanna Meyerholz ein.

Mit ihren gefühlvollen und eingehenden Texten hatte sie unsere Gäste recht schnell in ihren Bann gezogen. Es sollten noch einige Songs an diesem Tag  folgen und nicht zuletzt kam sie so gut an, dass unsere Gäste um eine Zugabe baten, und so kamen wir noch einmal in den Genuss ihrer Texte und Stimme.

Frau Fritsch- Albert richtete einige Grußworten an unsere Gäste und erzählte kurz etwas zur Firmengeschichte und den Produkten der Westfalen Gruppe. Hierzu sagte sie: „Die Produkte unseres Hauses wie Benzin, Strom oder Gas mögen vielleicht nicht sexy sein, aber durch unsere Offenheit in Richtung Vielfalt können wir sie sexy machen!“

Ihr Angebot, unsere Veranstaltung in das Westfalen Forum zu verlegen, wenn unsere Veranstaltung immer weiter wachsen sollte, haben wir sehr wohl vernommen und bedanken uns für dieses Angebot recht herzlich.

Auch Frau Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson war zu Gast und stellvertretend für Herrn Oberbürgermeister Markus Lewe gekommen. Sie wies darauf hin, wie wichtig es ist, gemeinsam gegen Rechtspopulismus, Homo- und Trans*phobie auf- und für eine vielfältige und bunte Gesellschaft einzustehen. Und Christoph Strässer, Bundestagsabgeordneter aus Münster und ehemaliger Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe, versprach seinen Einsatz für eine Gesetzesinitiative des Bundesrats zur Öffnung der Ehe für alle Menschen, unabhängig von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität.

Vielen Dank an möchten wir auch an Aminta Schlaack für einen klugen und wunderschönen Text sagen. Hierbei geht es um die Vielfalt in jeglicher Hinsicht.

Für den Vorstand des CSD Münster e.V. konnte mein Vorstandskollege Andreas Sahner in seiner Rede zunächst auf ein erfolgreiches Jahr 2015 zurückblicken. Das Motto „BeKenntnis: Vielfalt“ war Inspiration für viele schöne, informative und unterhaltsame Veranstaltungen der LSBTIQ*-Community Münsters während der Pride Weeks und des Christopher Street Day am 29.8.2015. Weil sich zu Vielfalt nur bekennen kann, wer Vielfalt auch wirklich kennt, hat der Verein viele Möglichkeiten der Begegnung, des Kennenlernens und der Information geschaffen, und so um Respekt für die verschiedenen Lebensentwürfe geworben.

Für 2016 lautet das Motto des CSD Münster: „Stellt euch quer!“
In diesem Jahr wenden wir uns gegen den Rechtsruck in Teilen der Gesellschaft und die Versuche, Stimmung zu machen gegen Minderheiten. Hiervon sind auch Menschen betroffen, die nicht der heterosexuellen Norm entsprechen und denen vorgeworfen wird, sie gefährdeten die Zukunft von „Familie und Staat“. Dass in Regenbogenfamilien längst Verantwortung gemeinsam geteilt wird und dass die Selbstbestimmung von Menschen keine Gefahr für das Glück anderer Menschen ist, spielt dabei keine Rolle.

Der CSD Münster e.V. möchte denen eine Stimme geben, die man in der öffentlichen Diskussion nicht hört, weil nur über sie gesprochen wird und nicht mit ihnen. Daher werden in diesem Jahr zum ersten Mal die Queer Refugees for CSD teilnehmen und über die Situation queerer Geflüchteter in Deutschland und die Menschenrechtslage weltweit berichten. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit wird daher darauf liegen, die geflüchteten Menschen in unserer bunten Gesellschaft willkommen zu heißen und ihnen neue Perspektiven im gemeinsamen Zusammenleben zu bieten. Wer sich gegen Homo- und Trans*phobie stellen möchte, muss auch gegen Rassismus die Stimme erheben.

Der CSD Münster e.V. wird auch in diesem Jahr bei vielen Aktionen für Akzeptanz und Respekt auftreten. Am 17.5.2016 feiern wir gemeinsam mit den LSBTIQ*-Vereinen und Einrichtungen Münsters vor dem Stadthaus I den Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie mit einer Kundgebung ab 17 Uhr. Unsere Pride-Weeks beginnen mit dem traditionellen Hissen der Regenbogenflagge vor dem Stadthaus I am 6.8.2016 um 12 Uhr. Höhepunkt wird der Christopher Street Day am 27.8.2016 mit der CSDemo durch die Innenstadt und dem Kulturfest im Innenhof des Rathauses sein.

Eine weitere Aktion ist es, Münster bunt zu gestalten. Auf einer Wiese ganz in der Nähe des Aasees soll  mit Blumen geschrieben stehen: “Münster bekennt Farbe“.
Daran wollen wir anknüpfen und viele Geschäfte und Firmen bitten, sich eine Regenbogenflagge zu kaufen und diese in der Zeit der Pride-Weeks an ihrem Geschäft zu hissen. Auch die Westfalen AG soll angefragt werden und wir hoffen hier auf Unterstützung.

So nun hoffe ich, ihnen auch in diesem Jahr wieder einen kleinen Einblick in unsere Arbeit gegeben zu haben. Scheuen sie sich nicht mich bei Unklarheiten  anzusprechen.

Zum Schluss ein kleiner Tip von uns: Stellt Euch ruhig öfter mal quer. Nur dann seht Ihr, welche wundervollen Menschen Euch an Eurer Seite begleiten. Es lohnt sich.

Vielen Dank
Tobias Gehre


www.facebook.com/csdmuenster
bauenundwohnen

22.000 Besucher – und wir!

Vom 18. bis 20. März fand in diesem Jahr die 20. Ausgabe der Messe Bauen & Wohnen in der Halle Münsterland statt. Bei dieser großen Messe durfte ich mitwirken und als Auszubildender meinen Kollegen in der Unternehmenskommunikation bei den Vorbereitungen helfen.

Die Bauen & Wohnen ist eine der größten regionalen Baufachmessen in Nordrhein-Westfalen. Dieses Jahr besuchten ca. 22.000 Menschen diese Veranstaltung, um sich durch die verschiedensten Unternehmen informieren zu lassen. Es stellten ca. 250 verschiedene Firmen aus, die die Gelegenheit wahrnahmen, Ihre Kunden zu informieren oder auch um neue Kunden zu werben. Die Aussteller luden zu regem Austausch und individueller Beratung ein. Man konnte sich zu den Themen Bauen, Wohnen, Sanieren, Energiesparen und Finanzieren beraten lassen.

Wir von der Westfalen Gruppe waren auf der Bauen & Wohnen mit dem Bereich Energieversorgung als Vollversorger vertreten.  Des Weiteren hatten wir auf dieser Messe die Gelegenheit, die vielfältigen Möglichkeiten einer Ausbildung bei Westfalen zu präsentieren. Mit einer Mail informierte ich den Veranstalter darüber, dass wir auf der Messe zusätzlich als Ausbildungsbetrieb in Erscheinungen treten wollten und versorgte ihn mit den nötigen Eckdaten. Meine Aufgabe war es dann, im Vorfeld mit der Personalabteilung zu klären, über welche Ausbildungsplätze wir informieren wollen, nähere Informationen zum Inhalt der Ausbildung zu bekommen und für die Messe die passenden Flyer zu besorgen, damit die an unserem Stand ausgelegt werden konnten.

Vor Beginn der Messe durfte ich mit Herrn Selle schon in die Halle, um dort einige Vorbereitung zu treffen. Zuerst wurde unser Stand von uns in Augenschein genommen, der durch unseren Messebauer neu gestaltet worden war. Anschließend wurde der Stand für den Start der Messe vorbereitet. Das bedeutete für uns: Tische und Stehtische aufzubauen, damit die Kollegen, die die Messe betreuten, Platz hatten um mit den Kunden Gespräche zu führen. Kleinigkeiten wie Süßes und Getränke wurden bereitgestellt und die jeweiligen Prospekte für die verschiedenen Bereiche wurden ausgelegt. So hatten die Besucher die Möglichkeit sich Infomaterial mitzunehmen, falls einmal auf Grund hoher Nachfrage kein Gespräch geführt werden konnte .

memoryUnd: an unserem Stand gab es auch etwas zu gewinnen! Wir hatten ein Gewinnspiel aufgebaut. Die Besucher konnten bei uns „Westfalen Memory“ spielen. Auf den Karten waren Symbole aus allen Bereichen der Westfalen Gruppe zu finden,  wie z.B. Gasflasche, Propanbehälter, mit Helium befüllte Ballons, …Der Gewinner bekam einen Gas Grill mit einer Westfalen Gasflasche!!!

Um die Besucher anzulocken und zu animieren am Gewinnspiel teilzunehmen, haben wir den Grill zur Ansicht aufgebaut. Durch das Memory erhofften wir uns, dass die Besucher sich mit den einzelnen Bereichen der Westfalen Gruppe vertraut machten und dass wir ihnen so in guter Erinnerung bleiben würden.

Kurz vor Beginn der Messe bekamen die Kollegen, die den Stand über die Tage begleiteten, durch uns noch eine kleine Einweisung. Geschafft! Passend zum Beginn der Messe waren alle Vorbereitungen abgeschlossen und die ersten Besucher trudelten schon in die Halle Münsterland ein.

Für den Fall der Fälle sind wir noch eine Zeitlang vor Ort geblieben um evtl. Probleme direkt lösen zu können und alle aufkommenden Fragen direkt beantworten zu können. Es blieb aber Gott sei Dank alles ruhig. Schon in der ersten halben Stunde konnten wir feststellen, dass das Memory sehr gut angenommen wurde.

Viele Grüße
Kilian Schneider

Cloud computing

Hinter die Kulissen schauen – Spannendes Shooting im Fotostudio Heller

Wie entsteht eigentlich ein Keyvisual-Fotomotiv für eine Messe?

Im Zuge der Vorbereitung für die Messe Analytica 2016 wurde für die Kampagnenentwicklung ein Stockfoto „Hand mit Gasewolke“ genutzt.  Dieses Motiv konnten wir jedoch – wie sich  im Laufe der Messestandentwicklung herausstellte – nicht in der benötigten Auflösung bekommen, so dass es nachgestellt werden musste.

Dafür benötigt man natürlich mindestens einen Fotografen und ein Hand-Modell, sowie einen Grafiker, der später die Gaswolke virtuell einbaut. 

Auf der Suche nach einer Hand

Mit den Worten „Zeigen Sie mir mal Ihre Hand, wir suchen ein Handmodell“ sei meine Kollegin Jeannine Daniels auf ihn zugekommen. „Ich sollte das Motiv nachstellen und meine Hand drehen“, lacht Lars Witte, der von der Kollegin ausgewählt worden war.
Und so kam es, dass ich mit unserem neuen Fotomodell am 18.2. einen Studiotermin beim Fotografen Markus Heller in Telgte hatte.

Markus ist sehr ungezwungen und sympathisch und hat uns gleich das „Du“ angeboten. So fühlen sich alle wohl und es entsteht eine angenehme Atmosphäre.

Der ungezwungene Umgang gefiel auch Lars Witte sehr. Er fand den Fotografen sehr professionell und herzlich und meinte „Man fühlt sich direkt wohl.“ :-)

Ins rechte Licht gerückt

Die Studiolampen waren bereits vorbereitet und so konnte sich Lars, nach und nach in verschiedenen Hemden und einem Laborkittel, direkt auf der Studiofläche postieren.  Der Fotograf probierte zunächst ein paar Lichteinstellungen aus. Ich stand hinter ihm und kontrollierte immer wieder, ob der neue Bildausschnitt mit dem Licht und der Stellung der Hand auf dem Stockfoto zusammen passten. Am Hemd waren definitiv zu viele Falten und so wurde alles mit Wäscheklammern hinten am Modell festgesteckt. Der Effekt war wie gewünscht, die Falten wurden weniger und es konnte weitergehen.

Lars fand es sehr erstaunlich „wie viele Möglichkeiten man mit Licht hat“ und wunderte sich auch im Nachhinein noch ein bisschen, welch zentrale Rolle die richtige Beleuchtung spielt. „Das Zusammenspiel von Licht und Schatten hat viel mehr Auswirkung auf ein Foto, als ich mir vorgestellt habe“, meinte er. 

Finishing

Ein Fotoshooting liefert natürlich viele Bilder, so dass es zunächst bei unserem Marketingteam lag, das passendste Motiv auszuwählen. Danach wurde es von unserem Grafiker bearbeitet und optimiert. Auch die Gasewolke wurde von unserem Grafiker hinzugefügt.

Markus macht hauptsächlich Industriefotografie, daher fotografiert er für Westfalen meistens Gasflaschen und anderes Zubehör. Dass er auch tolle Personenfotos machen kann, habe ich an mittlerweile drei Terminen live erleben können. Es hat immer sehr viel Spaß gemacht!

Wenn Sie neugierig geworden sind, wie das finale Keyvisual zur Messe Analytica 2016 aussieht und was wir auf der Messe präsentieren, dann schauen Sie doch einfach mal hier vorbei: q2.westfalen.com.

Daniela Fritze

Wer ist denn dieser Fotograf? Das darf er Ihnen selbst erzählen.

Mein Name ist Markus Heller, ich bin 36 Jahre alt und Berufsfotograf aus Telgte. Zusammen mit meinen beiden Schwestern betreibe ich ein Werbestudio in dem ich für verschiedene Kunden oder Werbeagenturen tätig bin. Zu meinem Kundenkreis darf ich auch die Westfalen Gruppe zählen.  

Aufgewachsen in einer Fotografenfamilie (mein Großvater, mein Vater, meine Mutter und mein Onkel waren alle samt schon Berufsfotografen) entschied ich mit acht Jahren, dass ich auch Fotograf werden möchte. Nach der Ausbildung arbeitete ich ein Jahr als freier Assistent bei mehreren Fotografen der Region, danach begann ich als Studiofotograf in einem Osnabrücker Studio, um dann 2006 im Fotostudio Heller anzufangen, welches ich seit 2010 selbstständig betreibe.

Wie läuft so ein Shooting aus Sicht des Fotografen ab?

Am Anfang eines Jobs steht meistens eine E-Mail oder ein Telefonat in dem mir das fotografische Anliegen übermittelt werden. Da ich mich nicht auf eine bestimmte Art der Fotografie festgelegt habe kann es dabei um Peopleshootings, Produktfotografie, Reportagenfotografie oder Architektur-Werksfotografie gehen. In dem hier beschriebenen Beispiel sollte ein Bild entstehen, das eine Messewand schmücken soll. Das Motiv sollte einem Stockfoto nachgestellt werden, in dem eine Hand eine Gasewolke hält. Es wurde mir bereits im Vorfeld per Email zugeschickt, so dass ich zu unserem Shootingtermin alles vorbereiten konnte.

Wie viele Lampen brauche ich? Welche Art Reflektoren setze ich ein um das Licht dem des Stockfotos nachzuempfinden? In diesem Fall kamen drei Lampen zum Einsatz und das Licht war zwar stimmungsvoll, aber weich, um es im Fotografen-Latein zu auszudrücken.

Zum Termin kamen Daniela Fritze und Lars Witte zu mir ins Studio, Daniela in Funktion der Regisseurin und Lars als Handmodell. Da die Lampen bereits vorbereitet waren, konnten wir direkt loslegen.
Am Ende sollte ja nur ein Bild verwendet werden, aber um dieses auch perfekt zu haben, erarbeiteten wir mehrere Varianten. Die Kunst dabei war es, die Haltung der Hand zwar kraftvoll, aber nicht zu verkrampft darzustellen, also Lars immer wieder leichte Korrekturen anzusagen, dabei die vorempfundene Perspektive nachzustellen und das alles noch im rechten Licht!

Dank der professionellen Art von Daniela und Lars hatten wir aus jeder Serie mehrere gute Schüsse innerhalb einer Stunde im Kasten!

Markus Heller

Flaschenreihe_WAG

Instandsetzung von Gase-Flaschen: komplexer als man denkt.

Mein Name ist Tobias Stevermann, ich bin seit acht Jahren als Gruppenführer im Flaschenprüfzentrum im Werk II in Gremmendorf tätig. Meine Arbeit mache ich sehr gerne, ganz besonders macht mir die Zusammenarbeit mit meinem Team Freude und die Einarbeitung neuer Kollegen. Wir haben hier ein tolles Arbeitsklima und verstehen uns untereinander sehr gut. 

In meinem Blog-Beitrag möchte ich Ihnen die Tätigkeiten in meinem Arbeitsbereich näher bringen. Insbesondere möchte ich über die  Instandsetzung von Gase-Flaschen berichten, weil das ein besonders vielseitiges und interessantes Gebiet ist.

FlaschenprüfzentrumIm Flaschen-prüfzentrum gibt es zwei Prüfstände für Gase-Flaschen. Zum einen den großen Stand für die 50-Liter-Flaschen, dann den Kleinflaschen-Prüfstand. Hier werden alle Flaschen ab 20 Liter und kleiner geprüft. Der Instandhaltungsprozess verläuft hier ähnlich wie bei den großen Flaschen. Die Zahl der Prüfflaschen beläuft sich auf ca. 300 Flaschen täglich.

Zusätzlich werden an einem anderen Stand Propanflaschen geprüft. Hier werden am Tag ca. 500 – 600 Flaschen geprüft, instandgesetzt und für die Lackierung vorbereitet.

Für einen reibungslosen Ablauf der Instandsetzung müssen die Anlagen regelmäßig gewartet und geprüft werden. In der Regel passiert das alle vier Wochen.  

Organisatorisch sind die Mitarbeiter im Flaschenprüfzentrum in vier Gruppen mit jeweils fünf Leuten aufgeteilt. Die Einsatzplätze für die Gruppen wechseln wöchentlich: Propan-Prüfstand, Gase-Prüfstand, Lackierung/Frühschicht und Lackierung/Spätschicht.  Weitere Mitarbeiter werden wechselnd für Sonderaufgaben bzw. am Kleinflaschen-Prüfstand eingesetzt. 

Der Prozess der Instandsetzung von Gase-Flaschen ist enorm komplex. Da Westfalen eine Menge verschiedener Gase anbietet, sind ganz unterschiedliche Kriterien zu beachten. Bei einigen Sorten kommt es auf eine einwandfreie Reinheit im Inneren der Flasche an. Zum Beispiel bei Lebensmittel– oder medizinischen Gasen ist eine genaue Kontrolle des Inneren von besonderer Wichtigkeit, um die hochwertige Qualität der Gase zu gewährleisten.

In der Regel kommen die Gasflasche zu uns wenn die TÜV Laufzeit von 10 Jahren abgelaufen ist. Unser Flaschenprüfzentrum ist zertifiziert, um  fachgerechte TÜV-Prüfungen vornehmen zu können. Vereinzelt kommen aber auch Flaschen, bei denen ein defektes Ventil ausgetauscht werden oder die Lackierung erneuert werden muss. 

Zur Prüfung und Instandsetzung von Gase-Flaschen nehmen wir folgende Arbeitsschritte vor:

  1. Nachdem die Flaschen bei uns angekommen sind, wird draußen vor der Halle der Restdruck abgelassen, damit die Flaschen gefahrlos bearbeitet werden können.
  2. Die Flaschen werden palettenweise in die Halle gefahren, wo dann an der ersten Station das alte Ventil ausgedreht wird. Dabei wird nochmal die Gasart kontrolliert und vor allem wird geprüft, ob die Flasche auch wirklich drucklos ist. Die Ausdrehmaschine ist so eingestellt, dass das Ventil nur nach nach erfolgreicher Durchgangsprüfung (gewährleistet, dass die Flasche wirklich drucklos ist) ausgedreht werden kann.
  3. Anschließend werden in einer Bürstmaschine die Aufkleber und der Lack an der Flaschenschulter entfernt, damit die Daten besser erkennbar sind.
  4. Die relevanten Daten wie Baujahr, Bauartzulassung oder Gewichte sowie der Hersteller werden im nächsten Step protokolliert, bevor die neuen TÜV-Daten nach erfolgreicher Druckprüfung in die Flaschen geprägt werden. 
  5. Jeweils sechs Flaschen werden mit Wasser befüllt, auf 300 bar abgedrückt und anschließend getrocknet. 
  6. Nach erfolgreicher Prüfung und Prägung aller Flaschen bekommen sie ein neues Ventil. Auch dieser Arbeitsschritt erfordert eine hohe Konzentration und Fachkompetenz, denn je nach Gasart erhalten die Flaschen verschiedene Ventile und teils auch unterschiedliche Eindrehmomente. Für die jeweiligen Gasflaschen stehen bis zu 90 verschiedene Ventile zur Auswahl.
  7. Als nächstes werden die Flaschen zur Aufgabestation der Lackierung gerollt. Hier werden sie per Laufband durch die Strahlanlage gefahren, wo der alte Lack entfernt wird.
  8. FlaschenprüfzentrumIm nächsten Schritt werden die blanken Stahlflaschen mit der neuen Farbe pulverbeschichtet. Bei 180 Grad Objekttemperatur wird das Pulver dann in einer Zeit von 10 Minuten eingebrannt. Die Pulverbeschichtung gewährleistet einen kompletten Korrosionsschutz.
  9. Im letzten Schritt der Lackierung wird die Flaschenschulter lackiert. Die Maschine zur Schulterlackierung ist so programmiert, dass die Flaschen mit der jeweilig korrekten Schulterfarbe, die sich nach den verschiedenen Gasen richtet, lackiert werden.
  10. Zum Schluss werden die fertigen Flaschen mit den neuen TÜV Aufklebern und den Barcodes versehen, eingescannt und in Paletten verpackt.
  11. Danach werden sie verladen und gehen zum Füllen in die einzelnen Niederlassungen. 
Danach kommen dann unsere Kollegen von Logistik und Vertrieb ins Spiel :-)

Viele Grüße
Tobias Stevermann