Alle Beiträge von Agnes Brüggemann

Seit 36 Jahren arbeite ich der bei Westfalen Gruppe im Bereich Energieversorgung /Technik und das sehr gerne. Meine Aufgaben sind umfangreich und interessant, es wird nie langweilig.
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Innere Werte: Prüfung eines erdgedeckten Flüssiggas-Großbehälters

Liebe Leserinnen und Leser,

alle 10 Jahre muss gemäß BetrSichV die innere Prüfung eines unterirdischen Flüssiggas-Lagerbehälters durch eine „Zugelassene Überwachungsstelle“ durchgeführt werden.

Machmal kommt es anders als man denkt

Im Juni dieses Jahres war der unterirdische 24.000 Liter Flüssiggas-Lagerbehälter in der Feriensiedlung in Meschede-Erflinghausen für die innere Prüfung angemeldet. Der Behälter versorgt ca. 46 Häuser mit Flüssiggas.

Geplant war, dass ich  für die Ausarbeitung dieses Blog-Beitrages mitfahre nach Meschede-Erflinghausen. Aber: Manchmal kommt es anders als man denkt. Zur Zeit bin ich stark in andere Projekte eingebunden und musste mich leider gegen die Fahrt entscheiden. Dass mein Blog-Beitrag einen Video-Teil haben soll, stand für mich aber schon lange fest. Netterweise hat sich eine unserer Auszubildenden, Leonie Klümper, bereiterklärt, für mich den Einstieg in den Behälter zu wagen und einen Film zu drehen. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei ihr bedanken.

Für Leonie Klümper war es eine aufregende Sache. Sie war zum ersten Mal bei einer inneren Prüfung eines Großbehälters dabei und sehr gespannt darauf, was da auf sie zukommt. Die Kleiderordnung lautete: „Ziehe Sicherheitsschuhe und alte Klamotten an, einen Schutzanzug bekommst du vor Ort und dann geht`s ab in den Behälter.“

Vorbereitungen zur Prüfung

Im Vorfeld der inneren Prüfung eines Großbehälters sollte der Behälter fast leer sein, damit möglichst wenig Propan abgesaugt werden muss.

Alle Vorbereitungsarbeiten werden bereits am Tag zuvor durchgeführt, um sicherzustellen, dass der Behälter am Tag der Prüfung gefahrlos begangen werden kann.

mannlochgeschlossen

Die Restgasmenge (in diesem Fall 8 %) wird von einem Tankwagen mittels Kompressor abgesaugt, bis sich nur noch Propan in gasförmigem Zustand bei einem Druck von ca. 1 bar im Behälter befindet. Durch das Einspülen von Stickstoff wird dann die Restgasmenge aus dem Behälter gedrückt und über eine Fackel fachgerecht verbrannt. Sobald die Flamme der Fackel erlischt, ist kein zündfähiges Propangemisch mehr im Behälter und der Behälter selbst ist drucklos. Ggf. müssen Reststickstoffmengen noch abgeblasen werden. Danach kann der Mannlochdeckel gefahrlos geöffnet werden und der Behälter wird durch den Einsatz eines Gebläses mit Luft gespült.

Zur absoluten Sicherheit werden mit einem Gasmessgerät die Sauerstoff- und Propan-Werte ständig überprüft. Erst wenn die Messungen einen Sauerstoffgehalt von über 20 % und einen Propangehalt von absolut 0 % anzeigen, darf der Behälter begangen werden.

Und dann ging es los.

(So beschreibt Leonie Klümper ihre Eindrücke)

Der Tag begann um 7:00 Uhr morgens:  ich traf mich mit Stephan Klostermann auf dem Mitfahrparkplatz in Senden. Während der Fahrt erzählte er mir schon viele Dinge über Prüfungen und den generellen Ablauf. Aber wie so ein Behälter nun wirklich von innen aussieht, konnte ich mir trotz aller Erklärungen nicht so richtig vorstellen.

Am Behälter angekommen, war mein erster Gedanke : „Puh – das Gas riecht man ja doch ganz deutlich.“ Ich erfuhr, dass der Geruch nicht vom Gas kommt, sondern vom Odorierstoff,  der dem von sich aus geruchlosen Propan beigemischt wird, damit eine eventuelle Undichtigkeit sofort und deutlich wahrgenommen wird.

Unsere Service-Techniker hatten schon am Vortag alle Vorbereitungen abgeschlossen: Der Behälter war  komplett geleert worden, so dass er über Nacht noch weiter ausdünsten konnte. 

Als der Sachverständige eingetroffen war und die erforderlichen Unterweisungen durchgeführt wurden, bekam ich die vorgesehene persönliche Schutzausrüstung (PSA), dazu gehören u. a.

  • Schutzanzug
  • Rettungsgeschirr
Eine ca. 2 Meter lange Leiter wurde durch den Domschacht in den Behälter eingelassen. Erst jetzt wurde mir so richtig bewusst, dass ich gleich durch den doch recht schmalen und dunklen Domschacht in den Behälter steigen werde. Da wurde mir dann doch etwas mulmig.

Es geht abwärts 😉

Der Sachverständige stieg zuerst herunter und ich hinterher. Ich nahm die Kamera und versuchte von Anfang an alles zu filmen. Als ich erst einmal im Behälter stand und die Leiter nach oben gezogen wurde, ließ das mulmige Gefühl etwas nach, da der Behälter so groß war, dass man aufrecht stehen konnte. Mit Taschenlampe und dem Licht der Kamera war es zum Glück auch ziemlich hell. Wieder stieg mir dieser unangenehme Geruch in die Nase, aber es war noch auszuhalten.

Sicherheit geht vor: es wird sorgfältig geprüft!

Im Inneren des Behälters prüfte der Sachverständige intensiv die Behälterwandungen und die Schweißnähte. Zur Sicherheit wurden während des gesamten Aufenthaltes im Inneren des Behälters permanent die Sauerstoff- und Propanwerte gemessen. Der Sachverständige war sehr nett und hat mir alles erklärt.

Nach 10 – 15 Minuten war das Ganze auch schon vorbei und ich konnte wieder über die Leiter raus. Geschafft!

Anschließend wurde noch ein zweiter Behälter der gleichen Größe geprüft. Ich war froh, dass ich da nicht noch einmal einsteigen musste. Zum Schluss konnte ich noch bei einer äußeren Prüfung zusehen.

Fazit

Für mich war das ein sehr spannender und lehrreicher Tag, mir wurde sehr viel erklärt und ich weiß jetzt, wie so ein Großbehälter von innen aussieht und riecht. :-)

mannloch

Ich war erstaunt, wie groß der Aufwand ist, um so eine innere Prüfung durchzuführen. Die ganzen Dokumentationen und Bescheinigungen, die Absaugung, die Zwischenversorgung, die Befüllung und die Wiederinbetriebnahme. Hinzu kommt die zeitliche und personelle Organisation, damit alles funktioniert.

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe viele neue Eindrücke mitgenommen!

Ich kann nur sagen, das war ein tolles Miteinander und möchte mich bei allen Kollegen bedanken.

Viele Grüße
Agnes Brüggemann und Leonie Klümper

Schulung

Befähigte Person – Wissen ist gut für’s Geschäft

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

ich beginne meinen Beitrag mit einer Definition: „Eine befähigte Person nach Betriebssicherheitsverordnung verfügt durch ihre Berufsausbildung, ihre Berufserfahrung und ihre zeitnahe berufliche Tätigkeit über die erforderlichen Fachkenntnisse zur Prüfung der Arbeitsmittel (in unserem Fall zum Beispiel von  Druckbehältern und Rohrleitungen) im Rahmen der gesetzlich festgelegten Prüfgrenzen“. 

Mein Name ist Agnes Brüggemann, seit 36 Jahren arbeite ich bei der Westfalen Gruppe im Bereich Energieversorgung /Technik und das sehr gerne. Meine Aufgaben sind umfangreich und interessant, es wird nie langweilig.

Dieser  Blog-Beitrag handelt von den vielfältigen Schulungsangeboten im Bereich Energieversorgung /Technik. Seit Jahren schulen wir unsere Autorisierten Service-Partner (Fachunternehmen, mit denen eine vertragliche Vereinbarung zur Durchführung von Dienstleistungen abgeschlossen wurde), Heizungsbauer, SHK-Handwerker sowie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund um die Themen Technik, Vorschriften, Regelwerke und Verordnungen. Dazu zählen zum Beispiel

  • BetrSichV (Betriebssicherheitsverordnung)
  • TRF 2012 (Technische Regeln Flüssiggas)
  • TRBS 3151 (Technische Regeln für Betriebssicherheit)
  • TRGS 751(Technische Regeln für Gefahrstoffe) schulung_

Eine spannende Aufgabe, die wir in unserem Team mit viel Engagement und Herzblut durchführen. Wir sind für die die komplette Organisation, wie

  • Erarbeitung des Schulungsprospektes
  • Einladung der Teilnehmer
  • Erstellung der Präsentationen und der Schulungsunterlagen 
  • Erstellung und Aktualisierung der entsprechenden Internet-Seiten
  • Erstellung der Teilnahmebescheinigungen 
und vieles mehr verantwortlich.

Die Schulungsveranstaltungen führen meine Kollegen Marian Scholz und Dominik Schwack durch. schwackDie beiden sehen nicht nur großartig aus, sie machen auch großartige Schulungen.
Die Teilnehmer profitieren von den Erfahrungen der beiden mit fachspezifischem Hintergrundwissen sowie den vielen praxisorientierten Hinweisen.
scholzIch bin sehr stolz darauf, dass meine Kollegen aus dem Team Technik über ein derartiges Spezialwissen verfügen und dieses Wissen während der Schulungen vermitteln. Im Rahmen der verschiedenen Schulungen stellt man häufig fest, dass gerade in Sachen Regelwerke große Wissenslücken vorhanden sind. Es ist doch toll, wenn man sagen kann, dass diese Erfahrungs- und Wissenslücken geschlossen werden können. 

Aufregend für die Teilnehmer ist  die Qualifikationsschulung zur „prüfbefähigten Person“. Diese führen wir zusammen mit der BG RCI (Berufsgenossenschaft Rohstoffe und Chemische Industrie) exklusiv für unsere Autorisierten Service-Partner und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch.
Die Schulung endet am 3. Tag mit einer schriftlichen Prüfung. Die Teilnehmer sind dann schon etwas nervös, Prüfungsstress macht sich breit – wie früher in der Schule.

Aber: Alles wird gut oder wie der Kölner sagt: „Et hätt noch emmer joot jejange“.

Viele Grüße
Agnes Brüggemann

Falls Sie Interesse haben, finden Sie es hier zum Download: Unser Schulungsprogramm