Alle Beiträge von Claudia Hermes

Im Jahr 2007 habe ich bei der Westfalen AG meine Ausbildung zur Industriekauffrau begonnen. Seit meinem Abschluss im Jahr 2010 bin ich in der Abteilung Gase Technik. Hier zählt unter anderem der Verkauf von Equipment für die Gasentnahme zu meinen Aufgaben. Sowie die Erstellung und Weiterführung unseres Produktkataloges.
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Fabrik Theater Wettringen: ich bin ein Teil davon

Heute möchte ich Ihnen und Euch nichts über Druckminderer, Hochdruckregelstationen, Schläuche oder sonstiges Equipment für die Gasentnahme – also meinen Berufsalltag bei der Westfalen Gruppe in der Abteilung Gase-Technik – erzählen.

Nein, in diesem Blogbeitrag möchte ich etwas von dem erzählen, was ich nach Feierabend treibe.  Aktuell verbringe ich fast jede freie Minute damit, zu tanzen, zu singen und zu schauspielern. Denn in regelmäßigen Abständen verfalle ich vollends dem Musical-Fieber. Und mit mir etwa siebzig weitere Musik-, Gesang-, Tanz- und Schauspiel-Begeisterte. Alle zwei Jahre heißt es für uns: „Vorhang auf und Bühne frei, das Fabrik Theater präsentiert…!“.  Seit etwa 18 Jahren stellt das Fabrik Theater Wettringen e. V. (FTW) im Zweijahresrhythmus ein Musical auf die Beine. Und seit mittlerweile fast sieben Jahren bin ich ein Teil davon :-) .

Vor etwa zwei Jahren wurde ich in den Vereinsvorstand gewählt. Daher fallen für mich bei der diesjährigen Musicalproduktion einige zusätzliche Aufgaben und organisatorische Tätigkeiten an. Teamarbeit, Organisationstalent und Flexibilität sind gefragt, insofern unterscheidet sich mein Hobby nicht so sehr von meinem Arbeitsleben. Auch dort schlägt mein Musicalfieber übrigens manchmal durch: Meine Kollegen bleiben vor kleinen Tanz- oder Gesangseinlagen nicht verschont – in den Pausen versteht sich :-) .


In diesem Jahr entführen wir das Publikum in die schrillen, bunten, fetzigen Achtzigerjahre. Unser Stück heißt „The Wedding Singer“. Für das Fabrik Theater Wettringen ein optimales Stück, denn hier kommt jeder Bereich – wie zum Beispiel Band, Chor, Tanz und Schauspiel – zum Einsatz. Doch bevor wir „FTWler“ im März richtige Bühnenluft schnuppern, hieß es proben, proben, proben.

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Fast ein Jahr Probenzeit liegt nun hinter uns. Begonnen hat alles mit dem öffentlichen Casting. Hier geht es nicht nur um die Besetzung von Haupt- und Nebenrollen, sondern ebenso um die Bereiche Tanz und Chor. Ich für meinen Teil fühle mich im Bereich Tanz am wohlsten, aber auch das Schauspielern macht mir eine Menge Spaß. Singen ist nicht so ganz meine Stärke. Die Solo-Parts übernehmen unsere Top-Sängerinnen und Sänger.

Ich als Ensemblemitglied bekomme eher kleinere Nebenrollen. Was aber super cool ist, denn so schlüpfe ich nicht nur in eine Rolle, sondern gleich in drei oder vier.  Stehen die Rollen fest, geht es mit den Proben los. Die Bereiche Band, Chor, Schauspiel und Tanz proben erst einmal einzeln. Die Proben finden je ein- bis zweimal wöchentlich statt. Wer schon einmal ein Musical gesehen hat, weiß: es wird gesungen, getanzt und geschauspielert. Es ist keine Seltenheit, dass all diese Sachen auf der Bühne gleichzeitig passieren. Daher kommt es oft vor, dass man in einer Woche sowohl Schauspiel- als auch Tanzprobe hat.

Der Bereich Schauspiel wird von unseren Regisseuren geleitet. Sie erstellen einen Probenplan, damit jeder von uns Darstellern und Ensemblemitgliedern weiß, welche Szene in dieser Woche dran ist. Im Textbuch des Musicals „The Wedding Singer“ sind alle Szenen aufgelistet, die Sprechtexte und Lieder sind dort auch enthalten. Ich habe beispielsweise in einer Restaurant-Szene einen kurzen Sprechtext und muss somit auch zu den Schauspielproben kommen. Dazu gehört auch, sich in die Rolle einzufühlen: Welche Charakterzüge hat meine Rolle? Wie fühlt sie sich in dieser Szene?

Auch beim Tanz gibt es einiges zu tun. Ganze zehn Tanzstücke hat unser diesjähriges Musical. Das lässt mein Tänzerherz höher schlagen. In Absprache mit der Regie denkt sich unsere Choreographin die unterschiedlichsten Tänze aus. Nicht alles sitzt direkt zu hundert Prozent, daher ist Wiederholung hier das A und O. Auch die Körperhaltung und der Ausdruck spielen eine wichtige Rolle. Für mich stehen sieben Choreographien auf dem Plan, juhuuu!

Da unsere Musik nicht vom Band kommt, sondern live gespielt wird, ist auch unsere Band schwer beschäftigt. Insgesamt gilt es 27 Lieder einzustudieren. Und wofür gibt es den Chor? Klar, es singen alle auf der Bühne mit, allerdings hört es sich viel schöner und runder an, wenn die Bühnendarsteller im Hintergrund durch den Chor unterstützt werden.
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Erst ziemlich zum Schluss starten die Gemeinschaftsproben, wenn in allen Einzelbereichen das meiste sitzt. Bei der ersten gemeinsamen Probe geht es noch chaotisch zu. Für alle ist das erste Zusammentreffen eine spannende Angelegenheit. Wie sind die Szenen, die ich noch nicht gesehen habe? Wie ist es, das erste Mal mit der Band zu singen und zu tanzen? Die Mitwirkenden bekommen erst dann ein Gefühl für das gesamte Stück. The Wedding Singer ist meine vierte Musicalproduktion und es ist immer wieder interessant und aufregend zu sehen, wie sich nach und nach alles zusammenfügt.

Anschließend gibt es noch ein Intensiv-Probenwochenende mit Übernachtung in der Jugendherberge in Nottuln. Hier gibt es für uns die erste „Durchlaufprobe“. Das bedeutet, das Stück wird komplett durchgespielt. Für Hauptdarsteller und Ensemble heißt das auch, das erste Mal mit Kostümen zu proben. Ich trage insgesamt sieben verschiedene Kostüme. Da kann das eine oder andere Umziehen schon etwas stressig werden. Denn auch dafür muss man erst ein Gefühl bekommen. Habe ich viel Zeit, um in mein neues Kostüm zu schlüpfen, oder nur eine halbe Minute, bis ich wieder auf die Bühne muss?

Klar, es läuft dann zwar noch nicht alles glatt. Die Regie muss möglicherweise an der einen oder anderen Stelle unterbrechen und ein paar Anweisungen geben. Vielleicht sitzt hier und da noch nicht ganz der Text oder mancher Tanzschritt ist noch nicht perfekt. Aber eines ist klar: Das ganze Ensemble wächst langsam zusammen.  Nach dem Intensiv-Probenwochenende geht es dann so richtig in die „heiße Phase“: Zusätzlich zu den Proben unter der Woche wird dann auch an den Wochenenden mit allen Beteiligten geprobt. Vor allem Gesangstraining und Durchlaufproben stehen da auf der Tagesordnung. Hauptsächlich wird von 10 bis 17 Uhr geprobt. Das heißt also, meine Familie und meine Freunde bekommen mich in diesem Zeitraum kaum noch zu Gesicht.

Erst eine Woche vor unserer Premiere können wir auf der späteren Originalbühne unter Realbedingungen proben. Denn in einem 9000-Seelen Örtchen wie Wettringen gibt es keine so große Bühne. Daher wird die Bühne extra für uns aufgebaut.
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Wenn ich dann zum ersten Mal die Bühne in unserer Aufführungsstätte sehe, kribbelt es, denn ich weiß: die Zeit, die jetzt auf mich zukommt, wird der absolute Wahnsinn. Klar, es wird extrem stressig, aber auch witzig, spannend und einfach unvergesslich. Insgesamt 13 Vorstellungen liegen vor uns. Wir alle werden spätestens mit dem Applaus der Zuschauer für unser anstrengendes Probenjahr entschädigt. Dieses Gefühl ist einfach unbeschreiblich! Und ich freue mich riesig auf die bevorstehende Zeit.

Viele Grüße
Claudia Hermes


Und für diejenigen, die unser Musical „The Wedding Singer“ live erleben wollen: Unsere Vorstellungen finden noch bis zum 19. März, jeden Mittwoch bis Samstag um 20 Uhr und jeden Sonntag um 18 Uhr, statt. Weitere Infos gibt es unter: http://www.fabriktheater.de/
Ich freue mich immer, bekannte Gesichter im Publikum zu sehen.

Und darum geht es in „The Wedding Singer: Das Stück spielt im Jahr 1985. Der Möchtegern-Rockstar Robbie Hart ist New Jerseys gefragtester Hochzeitssänger. Er genießt das Leben in vollen Zügen, bis ihn seine eigene Verlobte am Traualtar verlässt. Gebrochenen Herzens macht Robbie nun jede Hochzeit zu einer ähnlichen Katastrophe… Dann wird er auf die Kellnerin Julia aufmerksam – zu dumm nur, dass diese gerade einen Finanzhai von der Wall Street heiraten will. Es ist an dem Hochzeitssänger, das zu verhindern… Mit ganz neuer Musik, die sich am Pop der Achtziger orientiert, nimmt uns THE WEDDING SINGER (EINE HOCHZEIT ZUM VERLIEBEN) mit auf die Reise in eine Zeit, als die Frisur großformatig und die Geldgier eine gute Sache war. Und ein Hochzeitssänger cool.

Fotos:

https://www.facebook.com/FotografieGuidoTrindeitmar/?fref=nf
http://foto.trindeitmar.com/the-wedding-singer-projekt/