Alle Beiträge von Silke Hoferichter

Mein Name ist Silke Hoferichter. Ich bin seit 1988 bei der Westfalen Gruppe beschäftigt. Seit 2001 arbeite ich im Bereich AWT/EKONOR.
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Das Pop-Oratorium Luther

Ich war und bin wieder dabei!
Im Rahmen des Reformationsjubiläums (500 Jahre) veranstaltet die Stiftung Creative Kirche  (in Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Deutschland und weiteren Partnern)  Chorprojekte für Sängerinnen und Sänger aus Kirchenchören, Pop- und Gospelchören, Schul- und Jugendchören sowie Sängerinnen und Sängern ohne Chorzugehörigkeit.

Das Pop-Oratorium „Luther“ wurde eigens für diesen Anlass von dem (bereits durch das Pop-Oratorium „Die 10 Gebote“ erprobten) Erfolgsduo Michael Kunze und Dieter Falk geschrieben.

Paten und Schirmherren  sind u.a. Eckhard von Hirschhausen (Zitat: „Es gibt Menschen, die singen wenn Sie alleine sind und Menschen, die sind alleine, wenn Sie singen“) und Margot Käßmann

Soviel zum offiziellen Teil…..
Feuer und Flamme!

Seit ungefähr 5 Jahren bin ich Teil des Chores „conTakte“ unserer Kirchengemeinde.  Unser Repertoire umfasst vor allem geistliche Lieder, aber auch Traditionals und einige Gospels. Die meisten Stücke singen wir á cappella, ab und zu gibt es eine Begleitung durch die Orgel in der Kirche. Wir sind aber auch jederzeit bereit, Neues zu probieren.

Anfang 2015 stellte unser Chorleiter das Projekt Pop-Oratorium Luther vor. Wir waren sofort Feuer und Flamme. Allein der Gedanke, dass sich so viele Menschen zu einem Projekt zusammenschließen, ließ uns nicht lange zögern. Wir meldeten uns an!

Die Religionszugehörigkeit ist bei diesem Projekt gleichgültig. Hier findet gelebte Ökumene statt. Alle sind willkommen und können mitsingen. Im Oktober letzten Jahres waren Chöre bzw. Sänger und Sängerinnen aus ganz Deutschland dabei. Ein Ehepaar ist dafür sogar aus den Staaten angereist!

Wir konnten es gar nicht erwarten, die Notenhefte in die Hand zu bekommen und mit den Proben zu starten. Das Besondere an diesem Projekt war und ist, dass jeder seinen Part im Eigenstudium bzw. mit seinem Heimatchor einstudiert. Zu Übungszwecken gab es je Stimmlage CDs, durch die Vieles einfacher wurde und die Texte und Melodien einstudiert werden konnten.

Wow! Ein ganz besonderes Erlebnis!
Im April trafen sich dann alle Sänger und Sängerinnen zur Kick-Off Probe in der Westfalenhalle 1, Dortmund. Ich kann nur sagen: Gänsehautfeeling pur. 3.000 Menschen, der jüngste 7 Jahre, der älteste 84 Jahre. Eine riesige Menschenmenge, nach Singstimmen „sortiert“, die einen riesigen Chor bildeten. Dirigenten, die auf den Punkt genau, diese 3.000 Sänger zum Singen oder auch zum Schweigen bringen können.


Nach dieser Probe war aber auch klar, dass es noch einiges zu tun gibt. Mit einer Menge „Hausaufgaben“ fuhren wir nach 6-stündiger Probe nach Hause.

Hauptprobe in Essen

Im Oktober traf sich der gesamte Chor mit den Solisten in der Grugahalle in Essen zur Hauptprobe. Dort bekamen wir auch nähere Instruktionen bezüglich der uns betreffenden Choreographie. Das war der letzte Step, bevor wir am 30. Oktober 2015 zur Generalprobe nach Dortmund fuhren. Die Generalprobe hatte so ihre Tücken, doch bei der Vorstellung am nächsten Tag lief alles glatt.

Am 31. Oktober 2015 (Reformationstag) wurde das Werk in der Dortmunder Westfalenhalle 1 mit einem Symphonieorchester, einer Band, Musicaldarstellern und einem Chor aus 3.000 Sängerinnen und Sängern uraufgeführt. Ursprünglich war am Abend eine Vorstellung geplant. Aber auf Grund der hohen Ticketnachfrage wurde eine zweite Vorstellung am gleichen Tag angesetzt. Wir haben also das Pop-Oratorium zweimal nacheinander gesungen.

Am Ende der Vorstellungen standen alle auf und sangen gemeinsam: Chor, Solisten, Publikum. Herrlich! Eine ganz tolle Stimmung. Der ein oder andere verdrückte eine Träne und noch heute bekomme ich, wenn die die Mitschnitte sehe, eine Gänsehaut.

Insgesamt haben an diesem Tag 16.000 Zuschauer das Musical gehört. Atemberaubend schön :)

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Pressestimmen

Ein gelungenes Projekt!
Nach der Aufführung ging es für uns zur After-Show-Party. Wir waren uns alle einig. Ein sehr gelungenes Projekt, das viel Spaß und Freude gemacht hat. Die 5 Monate Vorbereitung hatten sich auf jeden Fall gelohnt. Ein bisschen Wehmut schwang auch mit, aber das Beste kommt bekanntlich zum Schluss…
Berlin, Berlin!
In 2017 (Luther-Jahr) geht das Luther-Pop-Oratorium auf Tournee. Den Abschluss bildet ein Konzert am 29.10.2017 in der Mercedes-Benz-Arena in Berlin. Das ZDF zeichnet die Vorstellung auf und wird sie zeitversetzt senden.

Wir singen wieder mit und freuen uns schon riesig. Der Probenplan bis dahin steht auch schon. Zur Kick-off-Probe werden wir eine Woche vor der Aufführung nach Witten fahren. Dann sind wir hoffentlich gut gerüstet und können sagen: Berlin, wir kommen!

Natürlich kann man auch Tickets als Zuschauer für Berlin oder einen der anderen Orte der Tour ordern.

Dieses Erlebnis sollten Sie nicht verpassen….

Silke Hoferichter

©Fotos: Stiftung Creative Kirche
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Singapur – Stadt des Löwen

Liebe Leserinnen und Leser,

vor ziemlich genau zwei Jahren habe ich einen Blog-Beitrag geschrieben, weil die Westfalen Gruppe den Auftrag erhalten hatte, WIG-MAG-Rohrschweißanlagen aus dem Bereich EKONOR auf den Weg nach Singapur zu schicken. Wir konnten den  Zeitplan für das Projekt einhalten, so dass der Aufbau bzw. die Montage im März bzw. Oktober 2015 erfolgen konnten.

Meine Kollegen, die das Projekt begleiteten, waren insbesondere von der Stadt Singapur beeindruckt und haben eine Menge Fotos mitgebracht. Bis der Foto-Reisebericht jedoch fertiggestellt war, hat es eine Weile gedauert :-) . Aber hier ist er nun – wie versprochen.

Die Stadt des Löwen

Der Name „Singapur“ setzt sich zusammen aus den Begriffen Singha (Löwe) und Pura (Stadt). Singapur ist ein Stadtstaat mit ca. 5,5 Mio. Einwohnern. Zahlungsmittel ist der Singapur-Dollar (SGD). Es gibt vier Amtssprachen: Chinesisch, Englisch, Malaiisch und Tamil. Verkehrssprache ist vor allem Englisch. Gegenüber MEZ  ist Singapur im Sommer sechs und im Winter sieben Stunden voraus. Hauptsächlich gibt es zwei Jahreszeiten: Die Regenzeit mit Temperaturen von ca. 23 °C und die Trockenzeit mit durchschnittlich 33 °C.

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 Meine Kollegen Lukas Langemeyer und Dirk Vrenegor berichten :
Ankunft in Singapur
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Beim Verlassen des Flughafens traf uns wirklich der Schlag. Es war zwar keine Sonne zu sehen, dafür empfing uns eine Menge schwülwarme Luft. 34 °C gepaart mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Nach 14 Stunden Flug und gefühlt noch längerer Taxifahrt bezogen wir unsere Zimmer in unserem sehr schönen Hotel. 

Unser erster Eindruck von Singapur war atemberaubend: Die Stadt ist nachts ein beeindruckendes Lichtermeer. Gebäude, Parks und Straßen sind in allen Farben beleuchtet. Es flackert und flimmert an jeder Ecke. 

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Am nächsten Morgen freuten wir uns auf das Frühstück. Das Angebot war jedoch übersichtlich: zwei halb rohe Eier, ein süßes Sandwich mit Wasser und eine braune Flüssigkeit (….könnte Kaffee gewesen sein). Unsere Auswahl:

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Nach dem Frühstück fuhren wir gemeinsam zur Keppel Werft, um mit der Arbeit zu beginnen.

Daraus wurde allerdings nichts, denn um in der Werft arbeiten zu dürfen, ist eine Sicherheitsunterweisung notwendig. Diese Unterweisung war jedoch auf den nächsten Tag verschoben, so dass es für uns hieß:  „Nur gucken, nichts anfassen“.
Am nächsten Tag wurde die Unterweisung nachgeholt und wir konnten mit unserer Arbeit beginnen.


Bei vielen Dingen laufen die Uhren in Asien etwas langsamer als bei uns. Auch die Betriebsstätte weist Besonderheiten auf. So steht zum Bepiel in jeder Halle ein Altar, an dem Lichter angezündet werden können.

altar

heisse-doseAuf der Suche nach einem Kaffee haben wir in der Werft einen Automaten gefunden. Aber der Kaffee wird nicht in einem Becher, sondern als „heiße“ Dose serviert.


Und hier ein Foto von der Kantine der Werft: 

kantine
Am Abend fuhren wir in die Stadt, um etwas zu essen.  Dirk Vrenegor: „Ich entschied mich für ein regionales Gericht. Nach gefühlten zehn Minuten konnte ich wieder sprechen und das Bier auch wieder schmecken. Super scharf! Die Speisen werden allerdings sehr frisch zubereitet“.
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Lukas Langemeyer: „Zum Thema Essen habe ich auch noch etwas beizusteuern. Ich habe mir direkt am zweiten Tag fürchterlich den Magen verdorben und musste drei  Tage lang das Bett hüten. Beim zweiten Besuch in Singapur war ich dann schon vorsichtiger und alles ist glatt gelaufen.“

Nach fünf Tagen Arbeit bei 34 °C und 89 % Luftfeuchtigkeit, freuten wir uns auf den Sonntag. Wir wollten uns etwas die Stadt ansehen oder den Pool genießen, aber das Wetter spielte leider nicht mit. bild-monsunregen-2

Die zweite Woche verlief arbeitsmäßig und auch von den Temperaturen her ähnlich, und  – am Wochenende – dann wieder das:

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Dennoch ist es uns gelungen, ein paar schöne Fotos zu machen:

 Lukas Langemeyer: „Besonders lohnenswert ist ein Besuch des Hotels Marina Bay Sands am Abend. Die beleuchtete Kulisse der Stadt von der obersten Etage ist atemberaubend.“

Bevor man nach Singapur reist, sollte man sich unbedingt mit den Ge- und Verboten dort auseinandersetzen. Sonst droht ein böses Erwachen. Zwei Beispiele: Wer achtlos Müll – wie zum Beispiel ein Stück Papier – auf die Strasse wirft, muss mit hohen Geldstrafen rechnen. Auch mit Kaugummi sollte man vorsichtig sein: Kaugummi zu kauen oder auf die Straße zu spucken kann Geldstrafen in vierstelliger Euro-Höhe nach sich ziehen.

Es ist ein sehr beeindruckendes Erlebnis, in dieses Land zu reisen. Wir tauchten in eine völlig andere Kultur ein. Menschen werden dort akzeptiert, wie sie sind und alle sind sehr freundlich und hilfsbereit.

Auf Wiedersehen oder Selamat tinggal!

Silke Hoferichter

P.S.

Ein neuer Auftrag steht an. Diesmal geht die Reise nach Dubai. In 2017 soll der Aufbau einer Ekonor-Anlage stattfinden. Der genaue Termin steht zur Zeit noch nicht fest. Auch hier gibt es aus Sicht des Arbeitsschutzes klare Regeln zu beachten. So muss jeder immer eine volle Wasserflasche bei sich tragen, kann jederzeit klimatisierte Räume aufsuchen und in der Mittagszeit darf im Freien nicht gearbeitet werden. Das wird sicherlich noch einmal spannend.

Unser Video „Rohrschweißen EKONOR“

Singapur Blog (9)

Westfalen Gruppe liefert Rohrschweißanlage nach Fernost

Hallo liebe Blogleser,

so lautete der Titel unserer Pressemitteilung zu dem Projekt, welches ich Ihnen vorstellen möchte. Bisher habe ich hier über meine Kollegen aus dem Schweißtechnikum berichtet. Dieses Mal dreht sich in meinem Beitrag alles um das EKONOR-Verfahren.

EKONOR ist ein speziell für das Rohrschweißen entwickeltes Verfahren. Das Erweiterte Konzept zum Orbitalschweißen von Rohrverbindungen eignet sich ideal für drehende oder feststehende Rohr/Rohr- oder Rohr/Formteilverbindungen. Aber auch für alle anderen Anwendungen rund ums Rohrschweißen bietet es zahlreiche Lösungen.

Verkauf einer Sonderschweißanlage

Das derzeit interessanteste Projekt ist die Lieferung einer Sonderschweißanlage nach Südostasien. Diese Anlage wurde speziell für eine Offshore-Werft in Singapur entwickelt.

Mit einer Gesamtlänge von 32 Metern ist sie allerdings zu groß, um sie hier in unserem Schweißtechnikum komplett zu montieren. Daher wurde der Aufbau im Technologiezentrum unserer Gasetechnik am Kesslerweg (ebenfalls Münster) durchgeführt.

Rohrschweißanlage
Rohrschweißanlage


WIG-MAG-Rohrschweißanlage

Mit der Anlage können aus beliebigen Längen und Anzahlen von T-Stücken bis zu 12 Meter lange Rohrstränge zusammen geschweißt werden. Es handelt sich um eine kombinierte WIG-MAG-Rohrschweißanlage, durch die Schweißgeschwindigkeiten und Produktivität erhöht werden. Durch die von der Westfalen Gruppe entwickelten Innenspannvorrichtungen werden zusätzlich Fertigungszeiten verkürzt, weil zeitintensive Ausricht- und Fixierungsvorgänge entfallen.

Auf nach Fernost

Nach erfolgter Vormontage und Abnahme durch den Kunden wurde die Anlage auseinander gebaut und verpackt. Ein Logistikunternehmen sorgt dafür, dass die Teile sicher in Containern eingelagert werden.

Auf dem Seeweg geht es dann Richtung Osten. Ein Team unserer Schweißtechnik wird sich nach Eintreffen der Anlage in Singapur ebenfalls auf den Weg machen – allerdings per Flugzeug :-). Meine Kollegen sollen den Aufbau und die Montage der Anlage betreuen.

Ich hoffe sehr, dass sie mich mit einem spannenden Reisebericht inklusive Fotos und jeder Menge Insidertipps zu  Singapur versorgen. Denn dann wird mein nächster Blogbeitrag nicht nur vom Aufbau der Anlage in Singapur handeln, sondern auch  viel Wissenswertes zu dem Stadtstaat in Südostasien enthalten. Ich freue mich jetzt schon auf die Berichte und das Schreiben :-)

Ihre Silke Hoferichter

Weitere Informationen zum EKONOR-Verfahren finden Sie hier auf unseren Internetseiten.
Acetylen-Sachkundigen Lehrgang

Acetylen-Sachkundigen-Lehrgang „Befähigte Person“

Liebe Blogleser,

heute berichte ich über Wolfgang Reiß. Er ist so etwas wie der „Hans-Dampf in allen Ga(s)sen“. Gleichgültig, zu welchem Thema er gefragt wird, seine Antwort ist immer: „Mal schauen, warum nicht? “ Er arbeitet im Bereich Schweißen und Schneiden als technischer Berater.

Ein Gedanke wird in die Tat umgesetzt

Vor einiger Zeit wurde er nach der Möglichkeit gefragt, einen Acetylen-Sachkundigen Lehrgang „Befähigte Person“ durchzuführen. Er machte sich sofort an die Umsetzung und nach einigen Telefonaten im Haus hatte er eine ausreichende Anzahl von Personen mit den erforderlichen Qualifikationen zusammen. Sodann machten wir uns an die Planung. Das Konzept wurde erarbeitet und Termine mit namhaften externen Referenten vereinbart (Firma Witt, Witten und Messer Cutting System, Großumstadt).  

Anfang September war es dann soweit.

Teilnehmer Eventetage
Event-Etage Raum Münster
Im Rahmen des Seminars begrüßte Ulf Jenter, Leiter Schweißen und Schneiden, in unserer Event-Etage  die Teilnehmer.  Der erste Tag verging mit vielen interessanten Vorträgen wie im Flug. 

Praxis-Workshop

Zum Abschluss des ersten Tages hielt Martin Krude  hier bei uns im Schweißtechnikum einen Praxis-Workshop aus dem Bereich Hardware und Komponenten. 

Experimentalvortrag und Sicherheitsschulung

Der zweite Tag des Lehrgangs begann in unserer Acetylen-Produktion in Gremmendorf.  Nach Besichtigung des Werkes und der Produktion fand – zurück im Schweißtechnikum – eine Sicherheitsschulung „Umgang mit Gasen“ in Verbindung mit einem Experimentalvortrag statt. Diese wurden von Wolfgang Reiß durchgeführt.

Nach einer Abschlussdiskussion sowie einer Erfolgskontrolle endete das Seminar.

Sachkunde vermittelt

Jedes Unternehmen, welches Acetylen-Versorgungsanlagen betreibt, muss diese Anlagen in regelmäßigen Abständen prüfen. Mit diesem Seminar wurde die Sachkunde vermittelt, um Acetylen-Versorgungsanlagen prüfen zu können/dürfen.

Wiederholung geplant!

Da dieses Seminar bei allen Beteiligten auf positive Resonanz stieß  und sich schon weitere Interessenten gemeldet haben, planen wir eine Wiederholung. Aktuelle Abläufe und Termine sind auf unserer Internetseite zu finden: http://www.westfalen-ag.de/gase/schweissen-und-schneiden/seminare-und-schulungen.html

Wir freuen uns auf viele Anmeldungen. 

Viele Grüße
Silke Hoferichter

27_08_14 Realschule Wolbeck Luftballon

Martin Krude erklärt Schülern die Gasewelt

Hallo liebe Blogleser,

mein Name ist Silke Hoferichter. Ich bin seit nunmehr fast 26 Jahren bei der Westfalen Gruppe beschäftigt. Im Laufe der Jahre habe ich mehrere Abteilungen durchlaufen. Seit 2001 arbeite ich in der Schweißtechnik als Sachbearbeiterin für die Bereiche Schweißen & Schneiden und EKONOR. Und ich kann sagen: Hier ist immer was los. Wir sind insgesamt elf Menschen, die sich tagtäglich den Herausforderungen unserer Kunden stellen.

Feuer und Flamme!

Als ich davon hörte, dass ein Mitarbeiter-Blog ins Leben gerufen werden soll, war ich sogleich Feuer und Flamme. Ich finde neue Medien spannend, habe auch schon aktiv an der Gestaltung unserer Internetseiten mitgewirkt und nach einigen Überlegungen den Entschluss gefasst, über die Tätigkeiten meiner Kollegen zu berichten.

Hier im Schweißtechnikum arbeiten Schweißfachingenieure, Lehrschweißer und Techniker, die sich tagtäglich praktisch mit dem Thema Schweißen, Schneiden, Lasern und vielem anderen mehr beschäftigen. Wenn sie dann zum Beispiel von ihren Einsätzen  bei unseren Kunden berichten, denke ich so oft: Das ist echt spannend!

Beginnen möchte ich mit einem Artikel über eine Schulung, die mein Kollege Martin Krude durchgeführt hat. Er arbeitet in unserem Bereich seit mehr als einem Vierteljahrhundert als Lehrschweißer und gilt somit als „Bewahrer“ der alten und bewährten Traditionen und Fähigkeiten.

Kooperation mit der Realschule Wolbeck

27_08_14 Realschule Wolbeck Seit 2010 kooperiert die Westfalen Gruppe mit der Realschule Wolbeck. Jährlich finden gemeinsame Veranstaltungen sowohl in der Realschule als auch bei uns im Hause statt. Mehr als 30 Schüler der Realschule Wolbeck waren an diesem Tag bei uns zu Gast. Martin hat sein Equipment im vorderen Bereich des Technikums aufgebaut. Er zeigt immer eine Vielzahl von Versuchsanordnungen und Experimenten, ich werde mich in diesem Blog-Beitrag auf das Kaltschrumpfen konzentrieren.

Das Schöne am Blogschreiben ist , dass ich aktiv an den Geschehnissen teilhaben kann. Es ist  anschaulicher, wenn ein Bericht durch Bilder oder Videos ergänzt wird . Also habe ich mich mit einer Kamera bewaffnet und fotografiert, um das Kaltdehnen/Kaltschrumpfen  zu dokumentieren.

Tiefkalter Stickstoff: Was kann man damit tun?

Zu allererst wurden die Schüler darauf hingewiesen, dass es jahrelanger Erfahrung im Umgang mit Gasen bedarf, um diese Versuche und Experimente durchführen zu können, und diese Dinge auf keinen Fall nachgeahmt werden sollten.  (Hier finden Sie die Sicherheitshinweise des Industriegaseverband e.V. zum Umgang mit tiefkalt verflüssigten Gasen)

Der tiefkalte Stickstoff (hat eine Temperatur von -196°C) wurde in einen dafür geeigneten Behälter gegossen. Das sieht immer sehr spektakulär aus, weil der Stickstoff verdampft.  Danach legte Martin einen Luftballon in die Schale. Der mit Luft gefüllte Ballon zieht sich im flüssigen Stickstoff zusammen.

Luft enthält zu 20,95 % Sauerstoff und zu 78,09 % Stickstoff. Sauerstoff kondensiert bei -182,962°C . Die Luft im Ballon wird im Stickstoff also verflüssigt. Sobald der Ballon aus dem Stickstoff herausgenommen wird, geht der Sauerstoff in den ursprünglichen gasförmigen Aggregatzustand über und der Ballon dehnt sich wieder aus. 

Bananen, Rosen und Erdbeeren wurden ebenfalls in den Stickstoff getaucht, alles war innerhalb kürzester Zeit tiefgefroren. Die Rosen und die Früchte sind in gefrorenem Zustand sehr zerbrechlich und zerfallen in viele kleine Stückchen, wenn sie auf harte Gegenstände treffen.

Physikalische Gesetzmäßigkeit

Durch diese Vorführung wurde anschaulich dargestellt, wie sich Materialien in tiefkaltem Stickstoff verhalten. Das Verfahren ist einfach, denn es basiert auf der physikalischen Gesetzmäßigkeit, nach der Materialien bei Kälte schrumpfen und sich bei Wärme ausdehnen.

Anwendung in der Industrie

In der Industrie wird dieses Verfahren zum Beispiel als schnelle und wirtschaftliche Methode zur Herstellung hochfester Passverbindungen für Wellen, Kugellager, Buchsen oder Bolzen genutzt. Mittels Kaltdehnen können lösbare und nicht lösbare Schrumpfverbindungen montiert werden. Es wird immer das innenliegende Bauteil abgekühlt. Durch die Schrumpfung des Bauteils aufgrund der tiefen Temperatur wird die für die Montage notwendige Größenreduzierung erreicht.

Martin zeigte den Schülern eine Passung, die sich im zimmerwarmen Zustand nicht ineinander schieben ließ. Der Zapfen wurde in tiefkaltem Stickstoff geschrumpft  und die beiden Teile konnten ineinandergeschoben werden. 

Soweit mein Beitrag zum Thema „Schrumpfen mit tiefkalt verflüssigtem Stickstoff“.

In nächster Zukunft stehen viele interessante Projekte bei uns an – ich nenne hier stellvertretend unser EKONOR-Projekt in Singapur – von denen ich berichten möchte. Freuen Sie sich also auf spannende Einblicke in die Schweißtechnik. 

Ihre Silke Hoferichter