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Nach der Messe ist vor der Messe!

Ich heiße Kathrin Lampe und bin im Bereich Produktmanagement Spezialgase unter anderem für die Vorbereitung und Standbetreuung der Messen in unserem Bereich zuständig.

In diesem Blog-Beitrag möchte ich Ihnen einen Eindruck davon geben, was sich vor einer Messe abspielt und woran alles gedacht werden muss.  Gerade erst liegt die Anuga Food Tec Messe hinter uns und schon geht es weiter mit der Vorbereitung der ACHEMA, die vom 15. – 19. Juni in Frankfurt am Main stattfindet – immer getreu dem Motto: Nach der Messe ist vor der Messe!

Übrigens: Die ACHEMA ist die Internationale Leitmesse der Prozessindustrie und Weltforum der chemischen Technik.  Natürlich fangen wir nicht erst jetzt mit der Vorbereitung an, die Messe-Planung beginnt immer schon lange im Voraus. Im Team mit der Unternehmenskommunikation, dem Marketing und den Spezialgase-Koordinatoren wird der Stand kreiert, das Messe-Motto entwickelt, die Einladungskarte entworfen, das Mailing gestartet und vieles mehr.

Start der Messe-Planung schon 1 Jahr im Voraus? Wieso das denn?

Messezeit ist die goldene Zeit für jede Messe-Stadt. Die Stadt boomt vor Besuchern aus aller Welt und dementsprechend sind auch die Hotelzimmer schnell ausgebucht. Daher kümmere ich mich schon mindestens ein Jahr im Voraus zu allererst um die Reservierung der Hotelzimmer für unser Standpersonal. Zudem wird das Standpersonal, bestehend aus unseren Spezialgase-Kundenberatern und dem jeweiligen Koordinator des Produktmanagement Spezialgase, festgelegt.

Eine Messe ohne ein Messe-Training? Nicht bei uns!

Schließlich wollen wir uns auf der Messe als Team von unserer besten Seite präsentieren – dafür müssen wir sowohl fachlich als auch in puncto Kundengespräche immer up to date sein. Also ran an die Organisation des 2-tägigen Trainings, welches von einer externen Trainerin geleitet wird, die uns mit zahlreichen Tipps optimal auf die Messe vorbereitet. 

Aber das ist längst noch nicht alles – wir wollen den Messebesuchern ja auch etwas zum Anschauen und/oder zum Anfassen bieten: 

Flüssiger Stickstoff, Trockeneis, Ballongas? Was hat das auf einer Messe zu suchen? 

Die Kollegen im Werk werden beauftragt, einige unserer schönsten Gasflaschen, Dewars und Behälter  herzurichten, Trockeneis muss bestellt werden, flüssiger Stickstoff und entsprechende Behälter werden für Vorführungen benötigt, Ballongas für unsere Westfalen-Luftballons, etc.
magnetschwebebahn
Da wir eine experimentierfreudige Truppe sind, präsentieren wir auf unseren Messen die sog. „Schwebebahn“: Durch das Befüllen eines besonders legierten Tiegels mit tiefkaltem flüssigen Stickstoff (- 196 Grad Celsius) schwebt dieser Tiegel über der Magnet-Bahn wie durch Zauberhand. Er widersteht Manipulationsversuchen von außen und bleibt sich im Kreis bewegend  in der Spur. Unsere Messe-Besucher sind hiervon stets fasziniert.

Erlenmeyerkolben

Auch das Blubbern in den Erlenmeyerkolben durch das Trockeneis lässt die Besucher an unserem Stand verweilen und oft entstehen daraus interessante Gespräche.

Und dann wären da noch einige Kleinigkeiten:

Bestellung von Prospektmaterial und von Werbematerialien für unsere Messebesucher; nicht zu vergessen die Organisation des Caterings für das leibliche Wohl der Besucher und Standbetreuer, die EDV Ausstattung zum Mailen der Messeberichte in die Hauptverwaltung und viele weitere einzelne Aspekte gehören dazu, damit die Messe ein Erfolg wird.

In unserem Büro stapeln sich dementsprechend vor und nach jeder Messe Kisten, Koffer und Kartons mit allen möglichen Utensilien. 😀

Und wenn ich dann am Vorabend der Messe endlich in Frankfurt, Düsseldorf oder München angekommen bin und sehe, dass alles pünktlich eingetroffen ist, fällt mir ein Stein vom Herzen.

Aber halt, bevor ich es vergesse! Ich muss noch einen Blumenstrauß besorgen! Wofür? Für ein weiteres unserer anschaulichen Experimente mit Flüssig-Stickstoff. Immer wieder sind die Besucher fasziniert, wenn vor ihren Augen eine in flüssigen Stickstoff getauchte Rose in Tausend Stücke zerbricht. Auch die Standbetreuung und ich selbst sind immer wieder zu beeindrucken, schließlich ist diese erst meine 4. Messe bei  Westfalen, aber ganz bestimmt nicht die letzte!

So gut gewappnet kann die Messe jetzt beginnen: Unser Team am Stand ist bestens vorbereitet und für alle Kundenfragen offen. Das Produktmanagement Spezialgase Team freut sich auf viele interessante Kontakte auf der ACHEMA 2015.

Danach einmal kurz durchatmen – und dann geht es mit Volldampf in die Vorbereitung der Medica Messe im November in Düsseldorf. – Denn wie gesagt: Nach der Messe ist vor der Messe!

Viele Grüße
Kathrin Lampe
Biological and science background

Isotope – was ist das denn..?

Wenn man – wie ich – im Bereich der Spezialgase arbeitet, gehören Kundenanfragen rund um gasförmige Isotope oder Isotopengemische zum Alltag. Im Sondergasezentrum der Westfalen Gruppe händeln wir verschiedenste gasförmige Isotope und stellen Gemische nach individuellen Kundenwünschen her.

Aber was ist denn nun genau ein Isotop? 

Fotolia_38517257_MDie uns umgebende Materie besteht aus fast 100 verschiedenen Elementen. Zu welchem dieser Elemente ein Atom gehört, ergibt sich aus der Anzahl der Protonen (positiv geladene Teilchen) und Neutronen (ungeladene Teilchen) im Atomkern. Die Zahl der Protonen bestimmt die Ordnungszahl des Elementes im Periodensystem, die Zahl der Neutronen die Massenzahl.

Wenn zwei Atome gleich viele Protonen haben, also dem gleichen Element zugehören, aber eine unterschiedliche Zahl von Neutronen aufweisen, handelt es sich um Isotope.

Ein Atom des Elements Kohlenstoff hat immer sechs Protonen im Kern (sonst wäre es kein Kohlenstoff), kann aber statt sechs auch sieben oder acht Neutronen enthalten. Dann spricht man von Kohlenstoffisotopen. Ganz einfach ausgedrückt: Zwei Isotope eines Elementes sind wie Zwillinge, von denen einer ein wenig Übergewicht hat. :-)

kohlenstoffisotope
Die stabilen Kohlenstoff-Isotope 12C und 13C

Die Schale des Atoms enthält übrigens immer genau so viele Elektronen wie sich Protonen im Kern befinden (sonst wäre es ein Ion, ein geladenes Teilchen).

Und so werden Isotope gekennzeichnet

Kohlenstoff hat – wie wir eben schon gesehen haben – zwei stabile Isotope, 12C und 13C. In der Natur findet man jedoch fast nur das Isotop mit der Massenzahl 12. 

Um verschiedene Isotope eines Elementes eindeutig zu kennzeichnen, wird die Massenzahl links oben am Elementsymbol ergänzt, z.B.:

12CO2 : Kohlenstoffdioxid mit sechs Neutronen im Kohlenstoff-Atomkern
13CO2 : Kohlenstoffdioxid mit sieben Neutronen im Kohlenstoff-Atomkern

Stabil und instabil

Fast jedes natürlich vorkommende Element verfügt über mindestens ein stabiles Isotop. Kohlenstoff verfügt über zwei stabile Isotope. Neben diesen beiden stabilen Kohlenstoffisotopen gibt es zudem zwei instabile Isotope: 14C mit einer Halbwertszeit von 5.730 Jahren und 15C mit einer Halbwertszeit von 2,45 Sekunden. 15C kommt allerdings in der Natur nicht vor sondern kann nur künstlich hergestellt werden.

Instabile Atomkerne besitzen die Eigenschaft, sich spontan in andere Atomkerne umzuwandeln und dabei ionisierende Strahlung auszusenden. Die Atomkerne zerfallen.  Es gibt nur einige wenige Elemente mit ausschliesslich instabilen – also radioaktiven – Atomkernsorten (zum Beispiel Plutonium oder Uran).

Zu chemisch? Zu theoretisch? Schon abgeschaltet?

Dann mal Praxis.

Isotope werden unter anderem eingesetzt, um zwei Atome gleicher Art zu unterscheiden. Beispielsweise tauscht man ein Atom gezielt gegen eins seiner Isotope aus. In der Analyse kann dann das „markierte“ Molekül in Produkten und Stoffen nachgewiesen werden.

Viele diagnostische oder analytische Verfahren sind erst durch den Einsatz verschiedener Isotope möglich.  Isotope helfen beispielsweise, den Zeitraum der Entstehung von archäologischen, paläontologischen und geologischen Gegenständen zu bestimmen.
Radiokarbonmethode
Das Verfahren der Radiokohlenstoffdatierung oder Radiokarbonmethode beruht darauf, dass in abgestorbenen Organismen die Menge an gebundenen radioaktiven 14C gemäß Zerfallsgesetz abnimmt. Lebende Organismen sind von diesem Effekt nicht betroffen, da sie ständig neuen Kohlenstoff aus der Umwelt aufnehmen, der den normalen Anteil an 14C-Isotopen nahezu konstant hält.

Affenschädel am Voodoo Fetisch Markt, Togo, AfrikaNach 5.730 Jahren (Halbwertszeit) ist nur noch die Hälfte an 14C vorhanden, während der Anteil an 12C unverändert bleibt. Aus dem Verhältnis von 12C und 14C lässt sich nun das Alter des Fundes bestimmen.  Allerdings darf der Fund nicht älter als 50.000 Jahre alt sein – dann ist die Menge an 14C zu klein, um sie noch verlässlich bestimmen zu können.

Auf der Suche nach Helicobacter pylori
Der bakterielle Erreger Helicobacter pylori gilt als Indikator für Magenkrebs. Zum Nachweis musste bislang eine Magenspiegelung oder gar ein aufwendiger Eingriff vorgenommen werden. Durch den Einsatz bestimmter Isotopengemische kann die Diagnose nun einfach über den Atem des Patienten erfolgen: Der Erreger wandelt im Harnstoff enthaltenen Kohlenstoff in Kohlendioxid um. Durch den Stoffwechsel wird aus einem 13C-Isotop stabiles 13CO2, das über die Atmung ausgeschieden wird.

Helicobacter pylori
Helicobacter pylori


Spezielle Gemische aus 12CO2 und 13CO2 dienen als Null- und Referenzgase für das zur Diagnose verwendete massenspektroskopische Verfahren. Auch können Isotope Aussagen zur geografischen Herkunft, zu nicht deklarierten Zusatzstoffen und zur Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen von Lebensmitteln geben.

Und…? War doch ganz interessant, oder..? :-)

Unser Arbeitsgebiet bietet eine Fülle von weiteren spannenden Themen. In diesem Sinne: wir lesen uns. :-)

Schönen Gruß aus dem Produktmanagement Spezialgase!

Lena Niehues

Header-Bild © lily – Fotolia.com
Different laboratory glassware with color liquid

Vom Reinstgas bis zum Gasgemisch: Exakt bis ins millionste Teilchen

Der Westfalen Blog bietet eine gute Gelegenheit mal über den Tellerrand zu schauen: Womit beschäftigen sich die Kollegen Tag für Tag?

Wenn Sie sich immer schon gefragt haben, womit sich das Team vom Produktmanagement Spezialgase eigentlich so befasst: hier die Antwort…

Vom Kindergarten bis zur Kneipe

Was unseren Job sehr interessant macht, sind die vielfältigen Anwendungsbereiche, in denen Gase eingesetzt werden: vom Kindergarten bis zur Kneipe, von der Müllkippe bis zum Schwimmbad, von harmlos bis giftig. Da gibt es die geographische Herkunftsbestimmung von Lebensmitteln und die Altersbestimmung von Gestein. Den Einsatz bei endoskopischen Untersuchungen und bei Kernspinuntersuchungen. Prüfgase für die Emissionsmessung oder Reingase um Kinderaugen strahlen zu lassen, beim Anblick eines aufsteigenden Heliumballons.
bunte Ballons Himmel Wolken

Mischen possible

Wir vom Produktmanagement Spezialgase betreuen die Produktgruppen

wobei jeder Bereich seine eigenen Anforderungen in Bezug auf gesetzliche Vorgaben oder die Produktion hat. Und die gilt es umzusetzen. 

Damit unsere Produktgruppen wachsen und gedeihen, führen wir neue Produkte ein, bereiten Prospekte vor, organisieren Messen und fungieren als Schnittstelle zwischen Vertrieb, Produktion und Logistik. Wann immer es speziell wird in Bezug auf Gase und deren Anwendungen kommen wir ins Spiel.
Westfalen Prüfgase
Prüfgase sind ein wesentlicher Teil unserer Arbeit. Dabei kann es sich um ganz banale Zweikomponentengemische handeln, aber auch um Gemische, die bis zu 25 Komponenten enthalten, deren Herstellung vier Wochen (oder länger) dauert. Wir beraten, kalkulieren, klären und prüfen was immer erforderlich ist, damit ein Gemisch so gefertigt wird, dass es dem Kundenwunsch entspricht. Wir sind ein Team aus Naturwissenschaftlern und Kaufleuten. Liebevoll werden wir von Kollegen auch „die Giftmischer“ genannt.

Wenn’s eilt, gibt’s Kuchen

Die Machbarkeit der gewünschten Prüfgase wird zunächst mit unseren Spezialisten im Sondergasezentrum in Hörstel besprochen, mit denen wir eng zusammen arbeiten und die uns immer wieder unsere Fragen beantworten und uns unterstützen, wenn es gilt, ein besonders eiliges Gemisch zu produzieren. (Auch wenn wir hier gelegentlich mit Kuchen nachhelfen).

Und natürlich arbeiten wir ebenfalls eng mit den Kollegen im Außen- und Innendienst zusammen, die den direkten Kontakt zum Kunden haben. Auf diese Weise lernen wir immer wieder neue Anwendungen kennen. Und weil Gase – und vor allem deren Anwendungsgebiete – alles andere als langweilig sind, werden wir in nächster Zeit immer mal wieder ein Thema rausgreifen und darüber berichten – und über die Menschen, die dahinter stehen.

Ihr Spezialgase Team 

Header-Bild: © Africa Studio – Fotolia.com
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Akkreditierung: was ist das?

Liebe Leserinnen und Leser,

darf ich mich kurz vorstellen. Mein Name ist Volker Frey und ich bin im Sondergasezentrum der Westfalen Gruppe in Hörstel beschäftigt.  Hier bin ich zum einen der Stellvertreter der Werkleiterin, zum anderen ist mein Aufgabenbereich Forschung und Entwicklung – oder auch „Basteln und Spielen“.  Denn unsere Kunden benötigen häufig neue Gasgemische in bisher nicht gefertigten Konzentrationsbereichen oder mit Inhaltsstoffen, die noch nicht in unserem Sortiment enthalten sind.

SGZ_Hoerstel4343_LH_55prozentUm die 27.000 unterschiedliche Gemische haben wir bislang gefertigt. Unsere Produktpalette  umfasst ca. 200 Substanzen, von denen wir maximal 25 zu einer Mischung kombinieren. Die Namen dieser Substanzen umfassen fast das gesamte Alphabet.  Es beginnt bei A wie Argon und endet bei X wie Xylol. Dazwischen liegen Substanzen wie Hexamethyldisiloxan oder tertiär Butylmercaptan. Wir mischen Gasbestandteile bis in den ppm- (parts per million) oder ppb-Bereich (parts per billion).

Verdeutlichen lassen sich solche Werte vielleicht an diesen Beispielen : Bei 1,5 ppm sind Sie der einzige „Preuße“ in München (München hat ca. 1,5 Millionen Einwohner).  Bei 1,4 ppb sind Sie der einzige Deutsche in China (in 2014 betrug die Einwohnerzahl 1,4 Milliarden Einwohner).  

Zertifiziert und akkreditiert

Wir sind als Unternehmen nach diversen Normen „zertifiziert“.  

Unser Sondergasezentrum – wurde Ende 2014 vom DAkkS darüber hinaus erfolgreich als Prüf- und Kalibrierlabor reakkreditiert. Beim DAkkS handelt es sich weder um die neue Schreibweise eines Aktienindexes noch um eine falsch geschriebene Tierart, sondern um die „Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH“.  

Worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen Zertifizierung und Akkreditierung?

Bei einer Zertifizierung wird in bestimmten Zeiträumen zum Beispiel durch den Auditor eines Zertifizierungsanbieters geprüft, ob Arbeitsabläufe in Unternehmen bestimmten  anerkannten Standards und Normen (z. B. DIN-EN-ISO) genügen. Geprüft wird in erste Linie die Strukturqualität.

Eine Akkreditierung ist die Anerkennung der Kompetenz einer Einrichtung . Berücksichtigt werden Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität. Die eigens dafür ausgebildeten Fachgutachter verfügen nicht nur über die notwendigen Kenntnisse zu QM-Prozessen und -Systemen sondern auch über die jeweils benötigten speziellen Fachkenntnisse.

Man tut, was man kann – und kann, was man tut

Im Rahmen der Akkreditierung unseres Kalibrier- und Prüflabors geht es um  die internationale Vergleichbarkeit bei der Konzentrationsmessung. Neben der Angabe wie zum Beispiel 1 Mol. % muss auch die Unsicherheit oder der Fehler der Messung (korrekt: Messunsicherheit)  mit angegeben werden. 

Unsere Gasgemische werden beispielsweise in der AU-Messung, oder bei Motorenprüfständen eingesetzt, bei denen Abgasemissionen untersucht werden. Hier verlangt der Gesetzgeber „rückführbare“ – also international vergleichbare Messungen.  

Mit der Akkreditierung haben wir unsere Kompetenz nachgewiesen, solche international vergleichbaren Messungen durchführen zu können.

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Kompetent messen

Früher wurden Längen zum Beispiel mit der „Elle“ (Länge eines Unterarms) gemessen. (Da war es doch hilfreich, einen Hünen von Einkäufer zu haben und einen Zwerg von Verkäufer :-) ). Eine Vorreiterrolle bei der internationalen Standardisierung von Maßen spielte übrigens Frankreich, weshalb auch das Urmeter und das Urkilogramm im BIPM in Sèvres, Frankreich stehen.

Nehmen wir an, wir möchten eine Küchenzeile einbauen. Wir messen also von Wand zu Wand und gehen mit den Angaben zum Möbelhaus. Bei der Lieferung ist die Küchenzeile jedoch einen Zentimeter zu lang. Denn wir haben bei der Messung keinen geprüften Gliedermaßstab (Zollstock) genommen sondern ein abgebrochenes Stück vom Lineal, welches wir 20 Mal hintereinander angelegt haben. Bei jedem Anlegen haben wir einen „Fehler“ von ca. 1 mm gehabt. Unsere Längenangabe war eigentlich ganz gut, aber gepasst hat die Küche trotzdem nicht.

Da fehlte ganz einfach die Kompetenz zum Messen :-)

Viele Grüße
Volker Frey