Übung der Freiwilligen Feuerwehr am Kesslerweg in Münster

Mein Name ist Florian Keßler. Ich arbeite im Equipmentmanagement der Westfalen AG am Kesslerweg und engagiere mich seit zwölf Jahren ehrenamtlich als Brandmeister im Löschzug der freiwilligen Feuerwehr Münster Angelmodde. Damit nicht nur graue Theorie vermittelt wird, stand etwas Besonderes auf unserem Dienstplan: Übungsthema „Umgang mit Gasen“.

An einem kalten Novemberabend fuhren wir mit unserem Löschzug zum Technologiezentrum der Westfalen AG am Kesslerweg in Münster. Der Abend startete für die Kameraden der Feuerwehr mit einer kurzen Theorie-Einleitung, in der unter anderem die Gase sowie die Explosionsgrenzen erläutert wurden.


Anschließend ging es zum praktischen Teil über. Meine Kollegen von Westfalen machten es möglich, dass wir eine MCC-Einheit (mobile cold converter) zur Sonderbrandbekämpfung für unsere Übung nutzen konnten. Dieser mobile Kaltvergaser beinhaltet tiefkalt verflüssigten Stickstoff, der über die nachgeschalteten Aluminium-Luftverdampfer geleitet wird und durch die daraus folgende Erwärmung in den gasförmigen Zustand übergeht. Dabei entsteht aus dem flüssigem Stickstoff so viel gasförmiger Stickstoff wie in knapp 30 Stickstoff-Bündeln enthalten ist.

Dieses Versorgungskonzept eignet sich somit hervorragend für größere Mengen Stickstoff, die nicht durch Flaschen oder Bündel bereitgestellt werden können. Eine solche mobile Versorgungseinheit wird zum Beispiel bei Silobrandbekämpfungen eingesetzt. Das Ziel bei der Sonderbrandbekämpfung mit Stickstoff ist es, die Sauerstoffkonzentration von 20,9 % auf unter 2% zu reduzieren, um die Glimmbrände wirkungsvoll zu bekämpfen. Eine Brandbekämpfung mit Wasser / Schaum ist nicht sinnvoll, denn:

  • Durch das Gewicht des Wassers können die Behälter einstürzen
  • Das gelagerte Schüttgut wird meistens unbrauchbar und muss teuer entsorgt werden
  • Durch plötzliche Bildung von Wasserdampf ist eine Explosion möglich

Nachdem am mobilen Kaltvergaser geübt wurde, ging es weiter zum stationären Kaltvergaser. Diesmal wurde der Stickstoff allerdings flüssig entnommen, das hieß: mit einer Temperatur von circa -196°C. Ausgerüstet mit Gesichtsschutz und Handschuhen für tiefkalte Anwendungen, wurde das Gefahrenpotenzial schnell deutlich, als eine Rose innerhalb weniger Sekunden im flüssigen Stickstoff schockgefroren wurde.

Hier endete der Dienstabend und die Kameraden und Kameradinnen des Löschzugs waren positiv überrascht über die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von technischen Gasen. O-Ton eines Kameraden: „Ein sehr gelungener Übungsabend; wir üben zwar schon seit Jahren in Zusammenarbeit mit der Westfalen AG in deren Werken in und um Münster, es gibt aber immer wieder neue spannende Einblicke und Übungsmöglichkeiten.“

An dieser Stelle möchte ich mich als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr ganz persönlich und ganz herzlich bei meinen Kollegen des Technologiezentrums von Westfalen für die fortwährende Unterstützung bedanken.

Viele Grüße Florian Kessler