Alle Beiträge von Kristina Sommer

Ich bin seit Dezember 2013 bei der Westfalen Gruppe tätig. Heute leite ich das operative Controlling der Geschäftseinheit Energieversorgung. Zuvor arbeitete ich im Projektmanagement und im strategischen Controlling.

Ich war doch nur kurz weg!

Vor fünf Jahren schrieb ich meine Masterarbeit zum Thema Change Management. Ich untersuchte wissenschaftliche Modelle zu Veränderungsprozessen und nahm empirische Studien vor.

Aber was hat das mit der Westfalen Gruppe zu tun?
Kaum ein paar Monate später – im Dezember 2013 – begann mein Weg bei Westfalen. Eine spannende Zeit: Die WIN-Projekte nahmen Fahrt auf und die Organisationsstruktur wurde neu ausgerichtet. Ich nahm eine Aufbruchsstimmung wahr, doch zugleich fand ich mich in gewachsenen Strukturen eines mittelständisch geprägten Unternehmens wieder. An meinem ersten Arbeitstag galt es unter anderem, den PC inklusive aller Berechtigungen einzurichten. Man sagte mir: „Da rufst du am besten mal in IT an, die können dir weiterhelfen.“ Als ich im Rahmen meiner Tätigkeit im Projektmanagement den ersten Workshop organisierte, mussten neben der inhaltlichen Vorbereitung ebenfalls die kompletten Rahmenbedingungen geschaffen werden: Von der Organisation der Kaffeekannen am Vorabend über das Eindecken des Raumes und den Aufbau von Beamer und Leinwand bis hin zur Rückgabe des Geschirrs. Besprechungen fanden häufig direkt in den jeweiligen Büros statt und waren geprägt von Notizbüchern und College-Blöcken. Auch viele Prozesse liefen ausschließlich papierbasiert. Wollte ich beispielsweise Urlaub beantragen, druckte ich ein Formular aus, lies dieses unterschreiben, um es dann an die Personalabteilung zu schicken.

In den folgenden zwei Jahren schritt die Veränderungsphase voran. Projekte über Projekte wurden aufgesetzt und das Gefühl der Aufbruchsstimmung verstärkte sich. Kaum ein Mitarbeiter arbeitete nicht in einem Projekt mit und kaum ein Prozess blieb unberührt.

Im April 2016 verließ ich Münster und wechselte zu unserer Tochtergesellschaft Medica-Technik GmbH ins Siegerland. Zum Industrieweg kam ich nur noch sporadisch zu Abstimmungsterminen. Ich nahm kleinere Veränderungen wahr, konnte diese aber nicht exakt beschreiben. Ich fühlte mich ein bisschen wie ein Besucher im eigenen Unternehmen. Seit Januar 2018 bin ich wieder zurück in Münster und leite das operative Controlling der Energieversorgung.

Es ist ein komisches Gefühl, nach fast zwei Jahren wieder hier zu arbeiten. Als meine Kollegen fragten: „Und wie ist es, wieder hier zu sein? Bestimmt so, als seist du nie weg gewesen?“, realisiere ich: „Nein!“. Tatsächlich kommt es mir so vor, als sei ich länger weg gewesen oder hätte gar in einem neuen Unternehmen angefangen. Die Veränderungen, die ich vor und während meiner Zeit in Siegen diffus wahrgenommen habe, sehe ich plötzlich umgesetzt vor mir. An meinem ersten Tag rufe ich nicht mehr bei den Kollegen in der IT an, sondern mache im IT Self Service Portal – dem Online-Ticketsystem – einen Incident auf, in dem ich meine Anforderungen an die IT übermittle. An- und Abwesenheiten erfasse ich elektronisch im Employee Self Service System und diese nehmen per Workflow ihren Weg. Auch das Catering kann ich online buchen und habe einen Fullservice, bei dem ich mich um nichts mehr kümmern muss. Eine Vielzahl an Besprechungsräumen und Cubes mit modernster Besprechungstechnik steht zur Verfügung.

Die offenen Bürowelten bieten eine professionelle Arbeitsatmosphäre. Auch hat die Digitalisierung Einzug in die Meetingkultur gehalten. So haben die meisten Kollegen heute ihr Tablet oder ihren Laptop dabei. To do’s werden in digitalen Notizbüchern erfasst und geteilt. Deutlich sichtbar ist ebenfalls die Verjüngung der Mitarbeiter. Sei es die Vielzahl der Auszubildenden als auch die der Berufseinsteiger. 

Neben den greifbaren Veränderungen, die ich wahrnehme, bemerke ich noch etwas: Die Selbstverständlichkeit, mit der die Mitarbeiter die neuen Prozesse und Veränderungen leben. Das erinnert mich an meine Masterarbeit, speziell an das Modell der acht Phasen der Veränderung nach dem Wissenschaftler John P. Kotter. Demnach endet der Change Prozess nicht mit der Umsetzung der Veränderung, sondern im letzten Schritt müssen die Veränderungen in der Unternehmenskultur verankert werden. Genau das stelle ich fest: Die Neuerungen sind inzwischen „gang und gäbe“ und werden von den Westfalen-Mitarbeitern aktiv gelebt.

Und die Veränderungen hören nicht auf. In laufenden Projekten werden aktuelle Themen angegangen und im Unternehmen umgesetzt. Ob mobiles Arbeiten, Digitalisierung von Geschäftsprozessen oder Talentmanagement und Working Moms – Westfalen bleibt am Ball und greift aktuelle Entwicklungen auf. Aber es gibt auch Dinge, die sich nicht verändert haben. Und das ist auch gut so. Zum Beispiel die tolle Kommunikation untereinander. Sei es das freundliche „Guten Morgen“ auf dem Flur oder die Hilfsbereitschaft bei diversen Fragestellungen der Kollegen.

Schön, wieder hier zu sein!

Viele Grüße
Kristina Sommer

Fotos: Fotolia #46455317, #177632167

Westfalen Nachwuchskräfte: Neue Töne im Repertoire

„Mit Vollgas in Ihre berufliche Zukunft!“ – so lautet der Slogan für das Nachwuchskräfteprogramm der Westfalen Gruppe. Klingt vielversprechend. Ist es auch. Das können wir als Teilnehmer auf der Zielgeraden bestätigen.

Doch was haben Nachwuchskräfte mit einem Klavier zu tun? Zurück zum Anfang: Wir, zwölf junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Westfalen Gruppe, sind motiviert.

Wir haben uns entschieden. Wollen weiterkommen, beruflich, persönlich. Bei Westfalen. Wir bewerben uns für das Nachwuchskräfteprogramm. Bestehen das Assessment Center. Werden Teilnehmer des Programms.

Zum Start stehen viele Fragen im Raum: Welche Stärken habe ich? Welche Schwächen? Wo will ich hin? Was motiviert mich? Nicht alle Antworten liegen auf der Hand. Nicht jede Antwort wird später noch gleich lauten.

Sinnbildlich sind wir Pianisten – mit individuellen Klaviaturen: unseren Fähigkeiten. Welche Tasten nutzen wir regelmäßig? Welche nur selten? Welche könnten wir nutzen?

fingers click on the piano keys as if the legs are walking

Wir fangen an, uns auszuprobieren. Spielen mal links und mal rechts der gewohnten Tasten. In Modulen werden uns Methoden vermittelt: Selbstmanagement, Präsentations-Skills, Konfliktmanagement. Jedes Thema wird mit versierten Trainern vertieft und anschließend im Tagesgeschäft erprobt:

  • Wie trenne und priorisiere ich wichtige und dringliche Aufgaben? Vielleicht nach dem Eisenhower-Prinzip.
  • Wie begeistere ich Zuhörer für meine Präsentation? Vielleicht, indem ich meine Sheets wie Steve Jobs auf ein Minimum reduziere: starke Bilder zeigen, starke Geschichten erzählen.
  • Wieso reagiert mein Gegenüber so merkwürdig? Vielleicht liegen die Ursachen in der Macht der Verletzlichkeit oder im limbischen System.
Schrittweise erweitern wir unsere Klaviatur. Der Austausch im Team macht uns neugierig. Wir schlagen neue Töne an. Das regelmäßige Team-Coaching ist der entscheidende Faktor für unsere Entwicklung. Das Gelernte wird zum Selbstläufer:

  • Wir analysieren Praxisfälle in der kollegialen Fallberatung. Erarbeiten Lösungsansätze. Generieren neue Impulse.
  • Wir geben uns Feedback: ob zu zweit oder in der Gruppe, ob zur Sache oder zur Person. Reflexion bringt uns voran.
  • Wir tauschen Wissen aus: ob als Experte für ein Themengebiet oder als kritischer Gegenpart.
Nachwuchskraefte
So wachsen wir zusammen. Aus einer Gruppe wird ein Team. Über verschiedenste Organisationseinheiten hinweg. Mit direktem Draht zum Management: Der Finanzvorstand der Westfalen Gruppe „stellt sich“ unserer Pressekonferenz, Mitglieder der Geschäftsleitung unserem World Café.

Brennend interessiert uns: Wie wird sich die Westfalen Gruppe entwickeln? Welche neuen Geschäftsfelder sind in Zukunft relevant? Welchen Beitrag können wir als Nachwuchskräfte leisten? Wir nehmen spannende Erkenntnisse mit.

Unser Fazit: Das Nachwuchskräfteprogramm der Westfalen Gruppe bietet vielfältige Möglichkeiten zur beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung. Und vor allem macht es Spaß, miteinander und voneinander zu lernen; in einem Team, das so vielfältig ist wie Westfalen selbst.

Welche neuen Herausforderungen erwarten uns morgen?
Wir sind gespannt und gewappnet – mit neuen Tönen im Repertoire.

Kristina Schmidt und Dirk Glücksberg

Header-Foto: Fotolia #80632005 | Urheber: imoooun
F
oto Klaviatur:  Fotolia #93643304 | Urheber: koldunova

Westfalen nicht nur in Westfalen

WESTFALEN, ein typisch westfälisches Unternehmen? Ja, so sehen wir uns. Trotzdem sind wir lange nicht mehr nur in Westfalen tätig. Bereits in den 1930er Jahren expandierte der Sauerstoffhandel über die Grenzen des Münsterlandes hinaus. In den folgenden Jahren wuchs nicht nur unser Produktspektrum, sondern auch der Markt.

Mit Gründung der Westfalen Gassen Nederland B.V. begann Ende der 1980er Jahre die Internationalisierung. Mittlerweile sind wir in sechs Nachbarländern mit eigenen Gesellschaften vertreten (Geschichte der Westfalen Gruppe). Wir sind heute also nicht nur in verschiedenen Geschäftsfeldern tätig, sondern auch in einer Vielzahl von Märkten mit landesspezifischen und kulturellen Besonderheiten.

Wie schaffen wir es, unsere westfälische Identität zu bewahren und dennoch unseren internationalen Kunden – mit Ihren kulturellen und charakterlichen Besonderheiten – bestmöglich zu begegnen? Wie können wir die Fähigkeiten und Erfahrungen aller Landesgesellschaften noch besser vernetzen und uns so zum Nutzen unserer Kunden besser aufstellen?

Zu Beginn des Jahres wurde ein Projekt ins Leben gerufen, das genau dieser Fragestellung nachgehen sollte. Ich bekam die Möglichkeit, die Leitung dieses Projekts zu übernehmen. Ich muss zugeben, zu Beginn hatte ich gemischte Gefühle. Auf der einen Seite waren da viele Fragezeichen: Welche Themen sind genau zu bearbeiten? Wie wird die Zusammenarbeit im interkulturellen Team verlaufen? Auf der anderen Seite freute ich mich auf diese tolle Gelegenheit, ein so wichtiges Projekt zu leiten und dadurch auch die Organisation noch besser kennenlernen zu können.

Die erste Herausforderung lag in der Zusammenstellung des Projektteams. Zusammen mit dem Projektpaten gelang es, ein schlagkräftiges Team zusammen zu stellen, in dem neben den verschiedenen Fachbereichen auch die einzelnen Landesgesellschaften vertreten waren.

© Rido - Fotolia.com
© Rido – Fotolia.com

Mitte Februar war es dann endlich soweit. Das Projektteam kam erstmalig zum Kick-off Meeting in Münster zusammen.  Bereits unser erstes Treffen war ein voller Erfolg. Wir hatten die Gelegenheit uns kennenzulernen, unsere Erwartungen auszutauschen und schafften es auf Anhieb die Kernthemen des Projektes zu definieren. In den folgenden Wochen und Monaten arbeiteten wir in  Arbeitsgruppen an den verschiedenen Themen.

Besonders positiv empfand ich die Zusammenarbeit im Team. Die Projektarbeit profitierte gleichermaßen von unseren Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Große Übereinstimmungen zeigten sich in unserem gemeinsamen Miteinander und der gegenseitigen Wertschätzung. Die Diversität in Bezug auf die fachlichen und landesspezifischen Erfahrungen jedes Einzelnen trugen dazu bei, dass die behandelten Themen differenziert und aus verschiedenen Perspektiven  beleuchtet wurden. Durch diese sehr gute Zusammenarbeit im Team und das hohe Engagement jedes Einzelnen wurden fundierte und praxistaugliche Konzepte erarbeitet.

Um auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen: Ist es möglich, sich den unterschiedlichen Märkten und damit den kulturellen Unterschieden gegenüber zu öffnen und gleichzeitig die westfälische Identität zu bewahren?  Klare Antwort: Ja!

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Unsere gemeinsamen Werte haben uns dorthin geführt, wo wir heute stehen. Sie bilden die Basis unserer täglichen Arbeit. Darauf aufbauend findet eine stetige Anpassung an internationale Besonderheiten im täglichen Austausch mit unseren Kunden und Geschäftspartnern statt. Das Projekt hat gezeigt, wie wertvoll kulturelle Unterschiede sein können. Mit dieser Vielfalt können wir nicht nur den heterogenen und spezifischen Anforderungen unserer Kunden gerecht werden, sondern wir ALLE partizipieren von diesem geballten internationalen Wissen. Ziel ist es also nicht, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden, sondern den internationalen Austausch zu fördern und so voneinander lernen und profitieren zu können.

Viele Grüße
Kristina Schmidt


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