schulbank

Lehrer für einen Tag…

Wie oft habe ich früher im Unterricht gesessen und gedacht, dass dem Lehrkörper vorne an der Tafel eine Frischzellenkur gut zu Gesicht stehen würde. Eine leise, vor sich hin säuselnde, monotone und einschläfernde Stimme brachte so ziemlich jede Mitschülerinnen und jeden Mitschüler mit Lichtgeschwindigkeit ins Lavendel Traumland.

Ich bin Ansgar Jöckertitz und seit über 10 Jahren bei der Westfalen Gruppe im Bereich Energieversorgung als Anwendungstechniker tätig. Und dass ich den damaligen Unterricht lebend überstanden habe, beweist (unter anderem :-) ) mein heutiger Blogbeitrag.

Mein Beruf gibt mir die Möglichkeit, es ein wenig anders zu machen als meine Lehrer von damals. Seit einigen Jahren bin ich selbst Lehrer, wenn auch nur ab und zu und dann auch nur für einen Tag. 

Ich halte an verschiedenen Handwerkskammern  Tagesvorträge vor angehenden Meistern des Sanitär- und Heizungsfachs. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Vermittlung von Grundlagen aus der Welt des Flüssiggases, mit kleinen Exkursen in themennahe Gebiete, wie zum Beispiel die Heiztechnik.

Mein Anspruch ist es, den zukünftigen Meistern das notwendige Wissen zu vermitteln, damit diese nach Ende des Vortrags ihrerseits Interessenten zum Thema Flüssiggas beraten können. Dazu gehört nicht nur Wissenswertes zur Herkunft des Energieträgers, sondern auch Vergleiche mit anderen Energien und ein facettenreicher Blick in die Welt der Anlagentechnik. Die Vortragsteilnehmer sollen später ihren Kunden einen umfassenden Blick in die Versorgungsmöglichkeiten geben können und idealerweise spielen dabei auch die Lösungen der Westfalen Gruppe eine Rolle.

Einfach gesagt sollen die zukünftigen Meister die fachgerechte Installation einer Flüssiggasanlage beherrschen und dabei sicher auf dem Gebiet der Regelwerke unterwegs sein.

Eine ambitionierte Aufgabe, wenn man es seinen Lehrkörpern von damals nicht gleich tun will.

Glücklicher Weise haben damals aber auch andere Lehrer meinen schulischen Alltag bestimmt. Da gab es den kumpelhaften Englisch- und Sportlehrer, der immer für einen lockeren Spruch zu haben war. Oder den Mathe-Pauker, der die Berechnung eines Kreises anhand von Fahrradreifen erklärte, und wer bei Beispielaufgaben einen Fehler machte, musste mit dem Rad eine Runde durch die Klasse drehen… Diese Typen waren damals das Licht im Schulalltag und nährten die Hoffnung, doch noch ohne reines Selbststudium die Schule zu überstehen.

Besonders interessant ist für mich immer die Abwechslung gegenüber meinem sonstigen Berufsalltag. So komme ich regelmäßig mit den Teilnehmern ins Gespräch und gewinne einen Eindruck dessen, was die Firmeninhaber von Morgen bewegt. Was ist gerade in Punkto Heiztechnik angesagt? Welche Lösungen zum effizienten Energieeinsatz werden von den Fachfirmen angeboten? Man kommt schnell in den Dialog darüber was beide Seiten, nämlich die Fachhandwerker und die Energieversorger, also zum Beispiel die Westfalen Gruppe, bewegt und interessiert.

Am Ende des Tages ist mir wichtig, dass mein Ziel erreicht ist, nämlich die Vortragsteilnehmer soweit fit gemacht zu haben, dass eine umfassende Beratung zum Thema Flüssiggas für sie zukünftig keine Hürde mehr darstellt.

Und wenn den designierten Meistern dann zukünftig beim Thema Flüssiggas hauptsächlich die Westfalen Gruppe in den Sinn kommt, dann ist es für mich als „Lehrer für einen Tag“ quasi wie ein Ritterschlag.

Denn schließlich würde sich ja keiner an einen langweiligen Lehrer erinnern, oder?

Viele Grüße

Ansgar Jöckertitz

 

 

3 Gedanken zu „Lehrer für einen Tag…“

  1. Lieber Ansgar,

    danke für Deinen Beitrag mit einem „Augenzwinkern“.
    Deine Schilderung eines normalen Schulalltags werden die meisten ebenso erinnern.
    Und wer Dich kennst kann ebenso nachvollziehen, dass Dein eintägiger Lehrerstatus sicher Spannung und Abwechslung garantiert hat.
    Ich hätte gerne dabei gesessen!

    Gruß – Georg

  2. Da ich bei einer Deiner Schulungen dabei sein durfte, kann ich den „Ritterschlag“ nur bestätigen.
    Danke für Deinen humorvollen Beitrag „Nah am Kunden“.

    VG
    Arnd

  3. Hallo Herr Jöckertiz,
    das ist wirklich ein Beitrag aus dem „Leben“. Ich kann mich an sehr ähnliche Tage im Schulalltag erinnern. Ich bin mir ebenfalls sehr sicher, dass Sie den “ Ritterschlag“ schon des Öfteren erhalten haben.
    Mit dieser humorvollen Art wird sich das sicher auch in Zukunft wiederholen. Viel Erfolg weiterhin und viel Spaß im „Schulalltag“.
    Danke für den Blog, toll.
    Beste Grüße
    Holger Laugisch

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>