Frieren für den guten Zweck

Die schier endlose Weite Skandinaviens, zugefrorene Seenlandschaften, durch den Tiefschnee stapfende Rentiere, verstreut stehende dunkelrote Holzhäuschen und dazu der tanzende Schimmer von Polarlichtern am nächtlichen Himmel – wer bekäme bei dieser Vorstellung kein Reisefieber?

Uns hat es gepackt – und das schon vor fast einem Jahr. Es war nur ein kurzer Fernsehbeitrag, aber man kennt es ja von der Werbung: kurze Filmchen, große Wirkung. Da waren diese Teams mit ihren alten Autos, die von Hamburg aus knapp 7.500 km im tiefsten Winter um die Ostsee fuhren; Pleiten, Pech und Pannen, aber eben auch fantastische Landschaften, viel Spaß und Teamgeist pur inklusive.

Eine kurze Recherche ergab, dass es im Jahr 2019 wieder eine Winter-Edition der Baltic Sea Circle-Rally gibt, die in 16 Tagen 90 Teams in mindestens 15 Jahre alten Autos durch 10 Länder führt. Damit ein mögliches Liegenbleiben auf vereisten Pisten nicht das einzige Abenteuer bleibt, gibt es noch weitere Nebenbedingungen: Autobahnen sind zu vermeiden und die Navis auszuschalten, stattdessen wird auf quadratmeterweise Straßenkarten gesetzt.

Die Rally gewinnt, wer unterwegs möglichst viele Aufgaben erfüllt und dabei nicht allzu viele Kilometer fährt. Klingt spaßig? Finden wir auch!

Der ersten Aufgabe stellen wir uns schon jetzt sehr gerne: jedes Team soll für einen selbstgewählten guten Zweck Spenden sammeln. Schnell waren wir uns einig, dass wir unsere Spenden an Kinder in unserer Region weitergeben wollen und fanden ein tolles Projekt des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes Emscher-Lippe .

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter organisieren alle zwei Jahre Familienwochenenden für die erkranken Kinder und ihre Familien; 2019 soll es wieder soweit sein.

Liebe Leser, nun kommen Sie ins Spiel! Wir hoffen, Sie finden dieses Projekt genauso gut wie wir und möchten sich gerne beteiligen. Das geht dank einer gemeinnützigen Spendenplattform auch noch denkbar einfach: hier klicken und unter „Jetzt spenden!“ Adresse (für die Spendenquittung), Betrag und Zahlweise eingeben, fertig!

Für uns bedeutet diese Aufgabe unerwartet spannende Erlebnisse: so hat uns der Hospizdienst eingeladen, nach der Rally vorbeizukommen und Näheres über die Arbeit mit den betroffenen Familien zu erfahren. Und der lokale Sender, Radio Emscher Lippe, lud uns zum Liveinterview ein und gab uns die Chance, unser Abenteuer und das Spendenprojekt näher vorzustellen. Tja, und welche Aufgaben uns sonst noch erwarten? Das erfahren wir erst am Start im Hamburger Hafen am 23. Februar, wo uns das Roadbook mit Aufgaben und Routenvorschlägen überreicht wird.

Im Teilnehmerkreis kursieren dazu bereits wilde Vermutungen. Für den weiblichen Teil des Teams stellt es schon eine große Herausforderung dar, Temperaturen von -20°C und kälter zu überleben. Dafür wird es zwar kaum Rally-Punkte geben, aber die Veranstalter lassen sich sicherlich einige lustige Dinge einfallen. Wir würden uns freuen, unseren Audi Allroad einen Tag lang gegen den Wagen eines anderen Teams zu tauschen zu müssen (der Unimog eines bayerischen Teams wäre zumindest für kurze Zeit reizvoll 😉 ).

Etwas skeptischer sehen wir der möglichen Mammutaufgabe entgegen, eine geöffnete Dose der schwedischen Delikatesse Surströmming 200 km lang in unserem Auto mitzunehmen.

Dafür sind wir umso gespannter, welche geheimen Sehenswürdigkeiten auf unserer Route entdeckt werden wollen.

Apropos Route: wir wissen noch nicht, woher wir genau fahren werden. Das liegt leider nicht nur an den noch unbekannten Aufgaben, sondern überwiegend an den Orientierungsfähigkeiten der Beifahrerin – beziehungsweise der Abwesenheit davon. Planmäßig sollten wir von Hamburg aus durch Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen, Kaliningrad und Polen zurück nach Hamburg fahren. Wer für diese Länder noch ein paar Geheimtipps und gute Unterkünfte verraten möchte, darf uns hier gerne einen Kommentar hinterlassen!

Vielleicht ist der eine oder andere Leser nun neugierig geworden und möchte mehr über unser Abenteuer erfahren – oder schauen, ob wir letzten Endes nicht doch noch in Italien landen? Wir sind ebenso gespannt darauf und werden in unserem Blog darüber berichten.

Auch wenn wir zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags schon ein paar Tage unterwegs sind: Wir lesen uns hoffentlich bald wieder – bis dahin wünschen wir viel Spaß beim „Verfolgen“ und sagen allen Spendern: vielen, vielen Dank!



Viele Grüße vom Team # 27 Schwarzes Gold,

Anke und Christoph

PS: Kleine Erinnerung – hier kann gespendet werden!

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