Niemals geht man so ganz

Was am 01. Juni 2014 begann soll nun also sein Ende finden.

Aber ganz kurz noch einmal von vorne, für alle, die mich nicht so gut kennen. Am 01. Juni 2014 fiel der Startschuss für den Tagungs- und Konferenzservice in der Hauptverwaltung von Westfalen in Münster. Bis dahin organisierten sich die Assistentinnen und Assistenten weitgehend selbst, wenn es darum ging, Getränke und Speisen für Besprechungen vorzubereiten bzw. bereitzustellen.

Durch den Neubau des Westfalen Towers und die Sanierung weiterer Gebäudeteile entstanden neue hochmoderne Besprechungsräume.

Um dem vorhersehbaren Mehraufkommen von Besprechungen mit internen aber vor allem auch mit externen Gästen gerecht zu werden, wurde in Zusammenarbeit mit Apetito ein Tagungs- und Konferenzservice ins Leben gerufen. So kam dann auch ich ins Spiel.

Anfangs – für die ersten vier Wochen – noch über eine Leiharbeitsfirma beschäftigt, wurde ich recht schnell gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, bei Apetito zu arbeiten. Ich überlegte es mir und stimmte letztlich zu. Also fingen wir an, uns entsprechend zu organisieren – in enger Absprache mit den Verantwortlichen bei Westfalen, was zum Beispiel das Buchen von Bewirtungen anging, aber auch welcher Standard wie gefahren werden sollte.

Zu Beginn gab es keine richtige Serviceküche – so wie es sie jetzt gibt. Ein ausrangiertes Büro musste herhalten, welches auch nur sehr spartanisch mit Möbeln ausgestattet war. Vier Tische, zwei Schränke, PC und Drucker. Das war es, womit es zu arbeiten galt. Aber ich durfte mich freuen, denn nach kurzer Zeit bekam ich Unterstützung von einer lieben Kollegin und Freundin. Es war nicht immer einfach, privat miteinander befreundet und gleichzeitig Kollegen zu sein, aber alles in allem haben wir es doch geschafft, für uns einen guten Weg zu finden.

Nun gut, das war also der Anfang des ganzen Abenteuers! Recht schnell wurde mir klar, dass wegen der vielfältigen Anforderungen im Unternehmen ein gewisses Fingerspitzengefühl entwickelt werden musste. Und das machte mir richtig großen Spaß, denn kein Mensch ist wie der andere und genau so wenig sind es die Situationen, in denen man sich tagtäglich neu begegnet und findet.

Immer spürbar war die Tatsache, dass Westfalen ein Familienunternehmen ist. Große Herzlichkeit und Natürlichkeit, aber auch der Wunsch nach Individualität und dem Außergewöhnlichen sind mir immer wieder begegnet.

Es sollte nicht lange dauern, bis die ersten außerordentlichen Veranstaltungen ins Haus standen. Da galt es, das Westfalen Forum (eine ehemalige Industriehalle) in eine glamourös-elegant wirkende Veranstaltungslocation zu verwandeln, um hier eine Galaveranstaltung stattfinden zu lassen. Gar nicht so einfach, aber was soll ich sagen: wir haben es immer geschafft. 🙂

Da war zum Beispiel der Westfalen Kongress, ein interne Veranstaltung, die bislang immer außer Haus stattgefunden hatte. Frau Fritsch-Albert holte den Kongress „nach Hause“ und es sollte nicht die letzte große Veranstaltung bleiben.

Viele weitere sollten folgen: Jubilarsfeiern, Jahresauftaktveranstaltungen, Weihnachtsfeiern, klassische Konzerte und vieles mehr. Aber eines war immer klar: niemals 0815. Das war der Anspruch von Westfalen, aber auch immer mein ganz persönlicher. Das Besondere sollte immer wieder Einzug ins Westfalen Forum halten. Keine Veranstaltung war wie die andere.

Das alles ist natürlich nur machbar, wenn die verschiedensten Bereiche reibungslos zusammenarbeiten. Ganz vorne natürlich meine Kollegen aus der Küche. Ohne ihre Kreativität bei den immer wieder neu entwickelten Menüs wäre die Abende ohnehin nur halb so gut geworden.

Aber es gibt da natürlich auch die Kollegen bei Westfalen, die immer alles daran gesetzt haben, jede Veranstaltung zu etwas ganz Besonderen zu machen. Sehr gerne denke ich an die jahrelange schöne und immer auf großem Vertrauen basierende Zusammenarbeit mit den Auftraggebern und -geberinnen der einzelnen Veranstaltungen, den Assistentinnen und Assistenten der Familie, des Vorstandes und der Geschäftsleitung sowie allen mitwirkenden Kollegen und Abteilungen.

Für mich war das Arbeiten für Westfalen stets eine sehr motivierende Angelegenheit. Auch weit über mein Beschäftigungsende hinaus werde ich immer stolz sein, ein Teil des Ganzen gewesen sein zu dürfen. All die verrückten Ideen, die ich hatte, durfte ich den jeweils Verantwortlichen vortragen; ich wurde zumindest angehört und die eine oder andere Idee wurde auch tatsächlich umgesetzt. Ich danke für all das Vertrauen, welches mir tagtäglich entgegengebracht wurde und ich bin aus tiefstem Herzen den Menschen in diesem Unternehmen dankbar, die mich auch in schwierigen Zeiten unterstützt haben. Dafür einfach einmal: DANKE.

Wie sagt man aber so schön, alles hat ein Ende und nun ist es beschlossene Sache. Nach über sechs Jahren, wunderbaren, nicht immer einfachen, aber überwiegend schönen Jahren, heißt es: auf zu neuen Ufern.

Und das könnte man nun schon wieder sprichwörtlich ernst nehmen. Denn ein neues Kapitel beginnt für mich in einer der – meiner Meinung nach – schönsten Städte an der Elbe im Osten dieser Republik: in Dresden. Dort beginnt mein neues Abenteuer und ich freue mich schon sehr darauf. Der Gastronomie werde ich treu bleiben und auch der Organisation von Veranstaltungen. Eines jedoch ist sicher: es wird anders werden. Auch mein Hobby als Dragqueen werde ich weiter ausbauen. Es besteht bereits jetzt Aussicht auf Auftritte. Solltet ihr Interesse haben, dann folgt mir gerne auf Facebook oder Instagram unter Betty D. Fort.

Es ist also nun an der Zeit, so langsam aber sicher „Auf Wiedersehen“ zu sagen. Am 29. Juli 2020 wird mein letzter Tag in der Unternehmenszentrale sein und ich sage es ganz ehrlich: ein wenig graust es mich schon vor diesen Tag. Er wird mit Abstand einer der emotionalsten Tage werden für mich. So viele schöne Dinge und Momente, an die ich mich zurück erinnern werde und die Freude darüber, so viele nette und tolle Persönlichkeiten in den vergangenen Jahren kennengelernt zu haben.

Macht es gut und vielleicht bleibe ich dem einen oder der anderen ja im Gedächtnis. Ich würde mich sehr darüber freuen. Mein Herz schlägt weiter für die Westfalen Familie. Nur an einem anderen Ort.

Man geht eben niemals so ganz …

VIELEN DANK und TSCHÜSS

Merci Beaucoup et au revoir

Mockrát vám děkuji

Heel erg bedankt en tot ziens

Thank you very much and bye

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Jens Helms sagt:

    Hi Tobias,

    wünsch dir alles, alles Gute, viel Freunde und Abenteuer auf deinen Wegen in Dresden.

    Cooles Foto aus dem Auto, du bunter Vogel 🙂

  2. Jürgen Rotering sagt:

    Hallo Tobi,
    sehr schön geschrieben.
    Wir werden dich sicher vermissen.
    Ich wünsche dir Spaß in der wirklich tollen Stadt Dresden.
    Vielleicht schipperst du ja mal als DragQueen über die Elbe oder trittst in der Semperoper in einem Musical auf.

  3. Hildegard Werth sagt:

    Lieber Tobi,
    schade, dass Du Münster verlässt – war eine schöne Zeit mit Dir bei Westfalen! Alles Gute in Dresden!

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